Vertraut auf den Herrn, für immer!Vertraut auf den Herrn, für immer!

Einheit: Vertraut auf den Herrn, für immer!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 15-30 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Jesaja 26,1-6
Jesaja 26,1-26,6

26

Freudenlied des Gottesvolkes

1Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr. 2Tut auf die Tore, dass hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt! 3Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich. 4Darum verlasst euch auf den Herrn immerdar; denn Gott der Herr ist ein Fels ewiglich. 5Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe Stadt wirft er nieder, ja, er stößt sie zur Erde, dass sie im Staube liegt. 6Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den Füßen der Armen, mit den Tritten der Geringen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

1. Erklärungen zum Text

Und am Ende das Paradies?!? Darf man heute in unserer rationalen Welt, in der nur zählt, was erklärbar ist, noch hoffen, dass Gott am Ende alles zum Guten führt? Eine Geschichte, wo diese Spannung auf großartige Weise niedergeschrieben wurde, finden wir im Buch Jesaja.

1.1 Zur Zeit Jesajas

Jesaja wurde im Jahr 740 v.Chr. von Gott zum Propheten berufen (Jes 6,1ff.). Das Gericht Gottes war unabwendbar. So musste Jesaja um 722 miterleben, wie die Assyrer (damalige Weltmacht) das Nordreich Israel einnahmen, Städte und Dörfer zerstörten und die Bewohner zwangsumsiedelten.

Die Not und Angst während diesen politischen Unruhen waren sehr groß. König Ahas (735-715) misstraute der Führung und dem Schutz Gottes, nachzulesen in Jes 7,10ff. Und dies, obwohl er ein direkter Nachkomme des Königs David war und klare Verheißungen und Zusagen auf seiner Seite hatte (vgl. 2Sam 7,11-15). Bei Ahas zeigte sich auf drastische Weise, dass er den Gott Israels abgeschrieben hatte. Stattdessen suchte er Hilfe bei den großen und mächtigen Herrschern und bei ihren Göttern, nachzulesen in 2. Chr 28,1-5,23. Ahas hatte seinen Glauben an den Gott Israels an den Nagel gehängt und somit auch seine Ruhe. Da er sich jetzt auf Menschen verließ, musste er immer auf der Hut sein, die richtigen Machthaber auf seiner Seite zu haben. Hiskia, Sohn und Thronfolger von Ahas, vertraute Gott. Aber auch er liebäugelte mit der Hilfe von fremden Mächten (Assyrer, Babylonier, Ägypter). Politik und Religion wurde in dieser Zeit nicht getrennt. Eine Allianz bedeutete auch eine Übernahme der Gottheit.

1.2 Jesajas Worte

Vers 1: Diese Stadt ist nicht eine irdische, sondern eine himmlische Stadt. Sie ist, wie der Garten Eden, von Gott selbst gemacht. Gott beschützt diese Stadt, er ist wie eine ‚feurige Mauer’ rund um sie her (Sach 2,9). Diese feste Stadt steht in starkem Kontrast zu den Festungsmauern der Feinde Judas, die sich übermütig über das Volk Gottes erheben. Die Selbstsicherheit und Stärke der Feinde wird Gott kaputtmachen (25,12). Der Prophet, der in die weite Zukunft schaut, beschreibt die Sicherheit, die in dieser Stadt herrscht, mit Mauern und Wall. Ständig bauten die israelitischen Könige die Mauern aus und verstärkten sie. Gott hat aber noch eine weitere Rettung in Aussicht. Was Luther mit ‚Schutze’ und Elberfelder mit ‚Rettung’ übersetzt, hat die Bedeutung ‚Heil’ (engl. salvation). In einer Zeit, in der das Volk Israel nach irdischer Sicherheit suchte und sich den Weltenherrschern anvertraute, kündigte Jesaja eine Zeit an, in der das Volk sich an dem ‚Heil’ freuen wird, das Gott schafft.

Vers 2: Alles Volk ist noch außerhalb der Stadt! Das Volk, das hineinzieht, wird nicht beschrieben als erfolgreich und stark‚ mutig und kühn, sondern es ist das gerechte Volk. Dieses Volk (Elberfelder übersetzt mit ‚Nationen’) besteht nicht nur aus Juden, sondern es sind alle Menschen gemeint, die den Glauben an Gott bewahren. Das Heil Gottes ist also universal gültig. Das beschriebene Volk musste die Treue zu Gott behüten und bewachen. Es scheint, als ob es auf dem Weg zu dieser himmlischen Stadt viele verlockende Angebote gab, auf die Treue zu Gott zu verzichten.

Verse 3-4: König Ahas hat sich nicht auf Gott verlassen. Er suchte seine Sicherheit bei den Mächtigen jener Zeit. Das hatte zur Folge, dass er ihre Gunst suchen musste und sich auch ihrer Willkür aussetzte. Wie gut ergeht es hingegen dem gerechten Volk, das in Gott dem HERRN eine treue Zuversicht hat. Das Herz klammert sich fest an Gott. Der Friede, der aus einem festen Herzen resultiert, kommt von Gott. Dieser Friede ist stärker als jeder Angriff. Wenn auch der Feind nah an die Schutzmauer vorrückt, so ist doch die feurige Mauer, der Schutz Gottes, um sein Volk her. Der Friede Gottes übersteigt rationale Möglichkeiten und lässt die Frieden finden, die auf ihn vertrauen (Phil 4,6-7). Es ist nun verständlich, dass zu diesem Vertrauen aufgerufen wird. Dieser Aufruf ist auch der Einzige in den sechs Versen, der an den Mensch ergeht und steht in der Mitte von unserem Textabschnitt. Und als müsste auch die letzte Unsicherheit aus dem Weg geräumt werden, liefert Jesaja noch eine Begründung. Nämlich dass Gott ein ewiger Fels ist.

Verse 5-6: Trotz festem Vertrauen zu Gott sind die Mächtigen dieser Welt und ihre Burgen immer noch da. Diese wohnen in der sicheren Höhe, haben Macht und das Sagen. Sie lachen über das Volk Gottes und treiben ihren Spott mit ihm. In ihrem Hochmut achten sie Gott nicht mehr. Und genau das wird ihnen zum Fallstrick. Vers 5 wird noch überboten von Vers 6. Die scheinbar nichts zu sagen haben, die werden bei dem Gericht mithelfen. Es scheint, als sei für die Armen eine Macht vorhanden, mit der niemand rechnet. Ja, der Arme und Schwache hat tatsächlich eine Hilfe an seiner Seite (Jes 40,29), die den Mächtigen überlebt. So dass der Schwache sogar miterlebt, wie der Mächtige zu Grunde geht. Aber diese Kraft ist keine Heereskraft, sondern das bloße Vertrauen auf die Hilfe des HERRN.

2 Bedeutung für heute

2.1 Gut gezielt?

Kürzlich las ich einen Bericht über junge Menschen, die früh schon die Karriereleiter erklommen haben. Ihnen allen war klar, was sie erreichen wollten. Das Ziel war klar. Stell dir mal einen Sportwettkampf vor und ein Mitspieler hat vergessen, was eigentlich das Ziel ist. Was ist, wenn wir als Christen das Ziel aus den Augen verlieren? Unser Ziel ist das Paradies!

Denk mal:         

  • Hast du dich schon mal über dein Glaubensziel gefreut?
  • Was würdest du in deinem Leben ändern, wenn mit dem Tod alles aus ist?

Das Paradies ist keine Vertröstung auf später. Wenn das Paradies vor allem ungetrübte Gemeinschaft mit Gott ist, dann können wir durch Jesus Christus diese Gemeinschaft schon heute leben.

Denk mal:         

  • Zählst du dich zu dem gerechten Volk von Vers 1-2?
  • Hat die persönliche Beziehung zu Jesus Christus einen Einfluss auf dein Lebensziel?
  • Stell dir die feste Burg von Vers 1-2 vor, wo und wie kannst du heute schon diesen Zufluchtsort erleben?
  • Wie stellst du dir die Mauern und Bollwerke vor, die Gott zu unserem (Glaubens)Schutz aufrichtet?

2.2 Vertrau auf den Herrn!

Natur und Mächte sind unter seiner Gewalt. Wie das Paradies, so sind aber auch schwierige Herausforderungen von Gott gegeben (V.9b). Diese können wir nicht selber überstehen. Wir sind heute herausgefordert, ganz auf Jesus zu vertrauen. Das „feste Herz“ aus Vers 3 zeigt sich, wenn wir vertrauensvoll beten. Und genau durch das Gebet erhalten wir seinen tiefen Frieden. F. Delitzsch schreibt: „Nur wer betend in Gott verborgen bleibt, entrinnt dem Zorn Gottes“ (V.20).

Denk mal:         

  • Welche beiden Eigenschaften, die Menschen auszeichnen, die zu Gott gehören (V.3-4 und 7-9), hättest du gerade gerne?
  • In welcher Situation und auf welche Art hast du den Frieden Gottes schon erlebt?
  • Was erfährst du aus den Bildern von der Schutzwehr (V.1), den Toren (V.2), dem festen Herzen (V.3) und dem Felsen (V.4) über das Vertrauen?

2.3 Unsere Stärke

Gottvertrauen bewahrt nicht vor Lebensschwierigkeiten. Manch einer hat eine Krankheit zu tragen, oder erlebt, dass der Glaube an Jesus von seinen Zeitgenossen verhöhnt oder sogar angegriffen wird . In diesen schweren Situationen soll Gott unsere einzige Zuflucht sein (V.16). Jesaja merkt, dass Angriff und Versuchung immer noch in der Welt sind (Schutzmauern V.1, die Stolzen V.5). Unsere Stärke ist das kindliche Gottvertrauen. Muss es unsere Gegner nicht beschämen, wenn wir angesichts großer Gefahr ruhig und gelassen sein dürfen? Vgl. 51,7-13.

Denk mal:         

  • Inwiefern können die Verse 5-6 für uns ein Beispiel sein, wie wir für Gewaltherrschaften beten könnten?
  • An was denken wir, wenn wir im Vater Unser beten: dein Reich komme, dein Wille geschehe?
  • Was denkst du von Gott, wenn er dein Gebet nicht in dieser Weise beantwortet?

3 Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg

Leitervortrag:

Der Leiter erklärt den Teilnehmern, in welcher zeitlichen und geschichtlichen Epoche wir uns befinden und was der Auftrag des Propheten Jesaja war. Als Hilfe dient die obige Einleitung. Der Leiter benutzt einen Zeitstrahl zur Visualisierung (Vorlagen gibt es im Internet).

Austausch zu folgenden Fragen:

  • Bist du ein „Tagträumer“, ein „Sorgenwälzer“ oder ein „Bücherwurm“? Hast du in der letzte Woche mehr geträumt, dir Sorgen gemacht oder mehr gelesen?
  • Was tust du, damit deine Lebenskraft scharf und glühend bleibt? Was tust du damit du erholt und friedlich bist?

Aktivität:

Bei dem heutigen Text handelt es sich um ein Lied. 2-3 Gruppen sollen den Text vorsingen. Vorbereitungszeit: 5 Minuten. Einzige Auflage: bei der Präsentation ist jeder involviert.

3.2 Hauptteil

Variante 1:

Die Punkte 2.1-2.3 werden im Plenum behandelt. Der Leiter stellt die Grundgedanken vor und leitet die Diskussion mit den Fragen. Jemand achtet auf die Zeit.

Variante 2:

Es werden drei Gruppen gemacht. Drei Posten mit den Punkten 2.1-2.3 werden nacheinander angelaufen. Notizen können auf eine Art Laufzettel geschrieben werden.

3.3 Abschluss

Lied: Das Lied „Vertraut auf den Herrn, für immer“ von Theo Lehmann und Jörg Swoboda, das sie zu DDR- Zeiten geschrieben und komponiert haben, passt hervorragend.

Gebet kann in der Gruppe oder im Plenum erfolgen.

  • Autor / Autorin: Thomas Maag
  • © Deutscher EC-Verband