„Vollgedröhnt“ oder „Die Stimme des Hirten“ / „Gönn dir mal ’ne Pause“

Einheit | Bibelarbeit
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„Vollgedröhnt“ oder „Die Stimme des Hirten“ / „Gönn dir mal ’ne Pause“

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Bibelstelle: Matthäus 6, 5-13 anzeigen
Bibelstelle
Matthäus 6,5-6,13

Die richtige Einstellung beim Beten (Das Vaterunser)

Markus 11,25; Lukas 11,2-4

5»Wenn ihr betet,

macht es nicht wie die Scheinheiligen:

Sie stellen sich zum Beten gerne

in die Synagogen und an die Straßenecken –

damit die Leute sie sehen können.

Amen, das sage ich euch:

Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen.

6Wenn du betest,

geh in dein Zimmer und schließ die Tür.

Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.

Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,

wird dich dafür belohnen.

7Sprecht eure Gebete nicht gedankenlos vor euch hin

wie die Heiden!

Denn sie meinen,

ihr Gebet wird erhört, weil sie viele Worte machen.

8Macht es nicht so wie sie!

Denn euer Vater weiß, was ihr braucht,

noch bevor ihr ihn darum bittet.

9So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel,

dein Name soll geheiligt werden.

10Dein Reich soll kommen.

Dein Wille soll geschehen.

Wie er im Himmel geschieht,

so soll er auch auf der Erde Wirklichkeit werden.

11Gib uns heute unser tägliches Brot.

12Und vergib uns unsere Schuld

so wie wir denen vergeben haben,

die an uns schuldig geworden sind.

13Und stell uns nicht auf die Probe,

sondern rette uns vor dem Bösen.

[...]

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Benötigte Materialien: 4 DIN-A4 Zettel, Musik
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1. Vorbemerkungen

Hören auf Gott findet auf unterschiedlichste Art und Weise statt. Gemeinsam ist, dass wir uns auf Gott konzentrieren, ihn konkret, persönlich ansprechen. Jeder Einzelne muss seinen eigenen Weg finden. Du kannst ihnen helfen, Möglichkeiten aufzeigen auszuprobieren und nach einer gewissen Zeit immer wieder auszuwerten.

  • Wie gestaltest du selbst dein „Hören auf Gott?“
  • Was möchtest du gern mal ausprobieren?
  • Warum ist es dir wichtig, dass dein Teenkreis lernt mit Gott zu reden und auf ihn zu hören?

Teens reden gern und hören gern zu, wenn es Themen sind, die sie interessieren, betreffen und wenn sie das Gefühl haben: Der weiß, wovon er redet, von dem kann ich was lernen!

2. Zielgedanke

Das Ziel des Abends ist, den Teens die Möglichkeit zu geben, selbst mit Gott zu reden. Sie sollen verstehen, dass Gott sich bemerkbar macht, indem er durch unterschiedliche Art und Weise redet und wir ihn „hören“ können. Sie sollen von einem/r Mitarbeiter/in hören, wie er/sie Gott reden hört.

3. Einführung inkl. Exegese

Gott redet gern mit Menschen. Das war wirklich schon immer so! Mit Adam und Eva, Abraham, Noah, Josef, Mose, Hosea, Amos, dann mit Maria, den Jüngerinnen und Jüngern in der Person von Jesus. Und Gott redet auf unterschiedliche Art und Weise zu diesen Menschen. In Träumen und durch Engel, akustisch und bildlich, direkt und indirekt sucht er den Weg zu ihnen. Wir sind Gott nicht egal, er sucht Beziehung zu uns. Und klar bedeutet dass, dass er unsere Aufmerksamkeit möchte. Wenn ich ständig vor ihm weglaufe, kann keine Beziehung entstehen. Wir können von Jesus lernen, dass es auch heißt, die Stille und persönliche Zeit mit Gott, unserem Vater, zu suchen. Das kannst du z. B. hier nachlesen: Matthäus 4,1, Markus 1,35, Lukas 4,42, Matthäus 14,23, Lukas 6,12.

Hören, Wahrnehmen, Sich-bewusst-machen, Innehalten

In unserer Multikulti-alles-ist-möglich-und-alles-ist-schnell-Generation gewinnt die „Achtsamkeit“ immer mehr an Bedeutung. Manche nähern sich der inneren Ruhe und Stille durch Yoga oder Meditation an, andere, indem sie einfach mal tief durchatmen und den Moment bewusst wahrnehmen. Noch vor ein paar Jahren lief das Leben automatisch langsamer, das konnte man gut finden oder nicht, aber die Technologie war einfach noch nicht so weit entwickelt. D. h., man brauchte für’s Wäsche waschen, kochen, einkaufen, zur Arbeit gehen mehr Zeit. Wie nehme ich mich und meine Gedanken bewusst wahr? Wer bin ich und wer beeinflusst mich?

Die Frage ist nun aber nicht, wie schnell etwas ist, worin ich mich bewege, oder wie schnell sich die Welt um mich herum bewegt, sondern wie sehr ich mich in dieser Schnelligkeit innerlich und gedanklich mitbewege. Tagträume sind so etwas wie ein „Aussteigen“, ein „Pause machen“ vom Augenblick. Und das geht im schnellen Zug genauso gut, wie wenn ich zu Fuß gehe.

Die Fragen sind und bleiben:

  • Womit beschäftige ich mich?
  • Wovon lasse ich meine Gedanken beeinflussen?
  • Wie verbringe ich meine Zeit?
  • Wem hörst du zu? Warum?
  • Woran merkt der andere das?
  • Bei wem bist du aufmerksam?
  • Wie äußert sich das bei dir?
  • Spielen Gott und die Bibel in alldem eine Rolle für dich?

4. Einstieg

Begrüße die Teens bewusst, „Schön, dass du da bist“, mit Handschlag und in die Augen schauen.

DIN-A4-Blätter mit folgenden Sätzen, in einer schönen Schrift, können die Wände schmücken: „Hast du Zeit für mich?“ – „Ich möchte mit dir reden.“ –„Hörst du mir zu?“ – „Schön, dass du da bist!“

Als Einstieg könnt ihr „Stille Post“ spielen, oder die Musik laut aufdrehen und ihr versucht miteinander zu reden.

Ihr könnt euch auch bewusst ein Musikstück oder einen Text, ein Gedicht oder ein Hörbuch anhören. Oder ihr betrachtet ein Bild und lasst es zu euch „reden“.

Den Raum könnt ihr reizarm gestalten, aber nicht steril oder leer.

5. Hauptteil

Die Teens sollen die Möglichkeiten haben, sich bewusst zu machen, dass Gott Zeit mit ihnen verbringen möchte, dass er sich darüber freut und es mal ausprobieren.

Kannst du dir vorstellen, dass Gott solche Sätze zu dir sagt? (Deko)

Input: Immer mal wieder „innehalten“, mal kurz, mal länger, um sich Gottes „Da-Sein“ bewusst zu machen. Gott anzusprechen und „hören“ was dich umtreibt, was dir einfällt, was dir wichtig wird. Bei dem, was dir dann so an Gedanken kommt, geht es nicht darum, Gott in alles und ständig hineinzuinterpretieren. Aber Gott ist kreativer und bemerkbarer als wir denken. Wenn wir Zeit mit Gott verbringen, mit ihm reden, auf ihn hören, lernen wir ihn immer besser (er)kennen.

„Passt euch nicht dieser Welt an, sondern ändert euch, indem ihr euch von Gott völlig neu ausrichten lasst. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt. (Röm 12,2).

Austausch zur Frage: Wie geht das, sich auf Gott neu ausrichten?

Input: Mit Gott zu leben ist wie in einer Beziehung, einer Ehe. Ihr verbringt Zeit miteinander, mal mehr, mal weniger, aber konstant. Ihr redet miteinander, mal oberflächlicher, mal tiefgründiger.

Und dich interessiert, was dein Gegenüber über dies und jenes denkt, was ihm/ihr wichtig ist.

Gott mag es, wie du wahrscheinlich auch, wenn du ihn ernst nimmst, dich mit seinen Sichtweisen auseinandersetzt und dir seine Versprechungen bewusst machst. Und einfacher geht es schon gar nicht mehr, sein Wesen zu erkennen und zu erforschen als durch die Bibel, sein Wort. Durch seinen Heiligen Geist hat er Menschen aufschreiben lassen, was ihm wichtig ist und so die Bibel kreiert.

Sage Gott, bevor du loslegst zu lesen, dass du ihn verstehen und ihn besser kennenlernen möchtest. Wie, wann und wo er zu dir redet, sich dir deutlich zeigt und erkennbar macht, da lass dich mal von ihm überraschen. Er liebt es, wenn du ihn lernst wahrzunehmen, ihn zu hören, zu sehen und zu spüren lernst. Gottes Nähe ist Wärme, Liebe, Friede, ein tiefes Glücksgefühl, eine tiefe Gewissheit. Und auch dies wirst du mal mehr, mal weniger intensiv wahrnehmen.

Ausprobieren

  • Nehmt euch ca. 10 bis 15 Minuten Zeit, überlegt euch kurz, was ihr nun braucht und euch guttut, was euch hilft, mit Gott ins Gespräch zu kommen.
  • Z. B. einen Spaziergang machen, die Bibel, ein Notizbuch, Bibellese (Lichtstrahlen) und/oder ein Liederbuch mitnehmen, ein Lobpreislied bewusst anhören, einen Bibelvers aussuchen und mit Gott darüber reden, Oropax nicht vergessen, wenn ihr einen Text lesen wollt!
  • Bitte Gott, dass du ihn hören, sehen und erkennen lernst, sodass du es verstehst.

6. Abschluss

Gott meint es gut mit dir, tut dir Gutes, was dich wachsen und reifen lässt, dich freut und fröhlich macht, dir Frieden schenkt und Hoffnung.

Tauscht euch kurz mithilfe von passenden Gegenständen darüber aus, wie ihr die Zeit erlebt habt, was euch wichtig geworden ist, welche Gedanken euch in den Kopf kamen.

Versuche bis zum nächsten Mal dir jeden Tag, wenigstens einmal, bewusst zu machen, dass Gott da ist, mit dir geht und dir zuhört wenn du ihm etwas erzählst.

Zusätzliche Methodische Ideen:

  • Erzähle Gott jeden Tag z. B. drei Dinge:
    • Morgens: Was steht an? Worauf freust du dich heute? Wovor hast du Angst? und/oder
    • Mittags: Was war heute Vormittag? Was kommt heute Nachmittag? Wie geht es dir gerade? und/oder
    • Abends: Was hast du heute alles erlebt? Was fandest du toll? Was fandest du blöd?
  • Bitte Gott darum, dass er so zu dir spricht, dass du erkennst und weißt: Das warst du, Gott!

Segensverse

„Ich bin bei euch alle Tage bis ans der Welt Ende“ (Mt 28,20).

„Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR“ (Jer 1,8).

Oder ihr stellt euch im Kreis auf, legt die rechte Hand auf die Schulter eures rechten Nachbarn, als Zeichen dafür, dass ihr miteinander verbunden seid, gleichzeitig streckt ihr eure linke Hand offen vor euch aus, als Zeichen, dass ihr von Gott empfangt. Dann darf losgebetet werden, oder einer spricht ein Gebet mit abschließendem Segen.

Z. B. „Gott, Vater, halte unsere Gedanken und Gefühle in deiner Hand und forme sie mit deiner Liebe. Hilf du uns, Zeit mit dir zu verbringen, wir wollen dich mehr und mehr kennenlernen, verstehen und hören.“
Segne uns Dreieiniger Gott, Gott-Vater, du hast uns geschaffen und wundervoll gemacht und
Gott, der Sohn Jesus, du vergibst uns und hast den Weg zu deinem Vater geöffnet und
Gott der Heilige Geist, du tröstest uns und erinnerst uns an Jesu Worte und sein Tun.
So gehen wir in die nächsten Tage, als Beschenkte Gottes, der uns Gutes tut.

Greift das Thema beim nächsten Treffen auf, tauscht euch über eure Erlebnisse aus, gern wieder mittels Gegenständen oder Bildern verdeutlichen. Bleibt als Gruppe dran und nehmt euch mindestens einmal im Monat Zeit darüber neu zu reden, neu Hilfestellung zu geben, z. B. Bibeltext abschreiben, auswendig lernen, langsam lesen, malen. Wenn ihr ein Teenkreis-Tagebuch nutzt, dann schreibt regelmäßig dort hinein, lest darin und betet miteinander.

Vielleicht wollt ihr ein Gebetstagebuch im Teenkreis einführen. Schreibt in das von euch schön gestaltete Buch, für was ihr gebetet habt und was euch so beim Beten bewusst wurde. Vielleicht ein Bibelvers, ein guter Gedanke, eine Idee.

  • Autor / Autorin: MariusHofmann
  • © Deutscher EC-Verband
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