Von Gott enttäuscht …?Von Gott enttäuscht …?

Einheit: Von Gott enttäuscht …?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Jeremia 15,10-15,21
Jeremia 15,10-15,21

Die Last des Prophetenamts (Jeremias zweite Klage)

10Weh mir, meine Mutter, dass du mich geboren hast, gegen den jedermann hadert und streitet im ganzen Lande! Ich habe niemandem geliehen, und keiner hat mir geliehen, und doch flucht mir jedermann.

11Der Herr sprach: Wohlan, ich will etliche von euch übrig lassen, denen es wieder wohlgehen soll, und will euch zu Hilfe kommen in der Not und Angst unter den Feinden. 12Kann man Eisen zerbrechen, Eisen und Bronze aus dem Norden? 13Ich will dein Gut und deine Schätze zum Raube geben als Lohn für alle deine Sünden, die du in deinem ganzen Gebiet begangen hast, 14und will dich zum Knecht deiner Feinde machen in einem Lande, das du nicht kennst; denn ein Feuer ist entbrannt durch meinen Zorn, über euch ist es angezündet.

15Ach, Herr, du weißt es! Gedenke an mich und nimm dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern! Raffe mich nicht hinweg, indem du deinen Zorn über sie zurückhältst; erkenne, dass ich um deinetwillen geschmäht werde. 16Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth. 17Ich saß nicht im Kreis der Fröhlichen und freute mich, sondern saß einsam, gebeugt von deiner Hand; denn du hast mich erfüllt mit Grimm. 18Warum währt doch mein Leiden so lange und ist meine Wunde so schlimm, dass sie nicht heilen will? Du bist mir geworden wie ein trügerischer Born, der nicht verlässlich Wasser gibt.

19Darum, so spricht der Herr: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten, und du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst du mein Mund sein. Sie sollen sich zu dir kehren, doch du kehre dich nicht zu ihnen! 20Denn ich mache dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der Herr, 21und ich will dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der Hand der Tyrannen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Schon Jeremia kannte es, sich von Gott verlassen zu fühlen. Gerhard Wiebe entwirft zu dieser Thematik eine Bibelarbeit, in der wir sehen: auch „Helden der Bibel“ waren Menschen mit Zweifeln und Ängsten.


Vorschau:

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2. Bedeutung für heute

In diesem Text wird die menschliche Seite eines Propheten und Diener Gottes deutlich. Persönliche Schwächen, Depressionen, Zweifel, Hadern mit Gott und seinem Handeln sind ihnen nicht fremd. Die Texte zeigen, dass die Propheten selbst keine „Heros“, sondern manchmal mit Gott, ihrem Auftrag und ihrer Situation nicht zufrieden waren. Jeremia war enttäuscht von Gott und fühlte sich im Stich gelassen.

3.1 Einstiegsfragen

Gab es schon mal Situationen in eurem Leben, wo ihr feststellen musstet: Ich verstehe Gott nicht mehr?

Die meisten Teilnehmenden kennen das Gefühl, von Menschen enttäuscht zu werden. Die Überlegung, dass Gott uns enttäuscht haben könnte, ist für einige vielleicht ein neuer Gedanke.

3.2 Texterarbeitung: Die ganze Gruppe im Rollendialog

Der Text kann in der Runde gelesen werden. Weil er aber nicht leicht zu verstehen ist, sollte vom Leiter eine Übersetzung gewählt werden, die etwas besser nachzuvollziehen ist (z.B. die Gute Nachricht Bibel).

Als zweiten Schritt kann der Dialog im Text nach folgenden Punkten in Gruppen ausgearbeitet werden:

  • Wer spricht (Gott oder Jeremia)?
  • Wer wird angesprochen (Gott, Jeremia, das Volk)?

 

 

 

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  • Autor / Autorin: Gerhard Wiebe
  • © Deutscher EC-Verband