Von sauberen Füßen und verschwenderischer LiebeVon sauberen Füßen und verschwenderischer Liebe

Einheit: Von sauberen Füßen und verschwenderischer Liebe

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-90 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Benötigtes Material: Bild von der Fußwaschung Jesu
Bibelstelle: Johannes 13,12-20

Bibelarbeit zu Joh 13,12-20: Sara Stowicek setzt den Text in den Zusammenhang des Johannes-Evangeliums und erklärt die Hintergründe. Anschließend geht sie auf das Thema „Fußwaschung“ ein und stellt heraus, dass ein dienender Aktionismus nicht dem richtigen Verständnis der Bibelstelle entspricht: „Es kommt nicht auf die „Anzahl der Füße“ an, sondern auf unser Herz“. Ein Methodenteil beschließt die Bibelarbeit.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Unser Text spielt in einer Übergangszeit. Zurück liegen die zahlreichen Erlebnisse, die die Jünger mit Jesus hatten, vor ihnen die Ereignisse, die zwar angekündigt, aber von ihnen noch nicht erfasst wurden. Jesus weiß, welches Leid ihn in den folgenden Tagen ereilen wird, aber auch, welche Hoffnung in der neu anbrechenden Zeit nach der Auferstehung für seine Jünger, die Juden und alle Völker warten würde. An diesem Scheitelpunkt möchte er seinen engsten Vertrauten das Wesentlichste mitgeben.

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2. Bedeutung für den heutigen Hörer

Die Fußwaschung ist in unserer Kultur gänzlich unbekannt. Wir kennen sie meist nur aus Predigten über eben diesen Text. Aber in der Betrachtung ist schon aufgefallen, dass es hier vielmehr um das Bild geht, das Jesus vermittelt. Was bedeutet dieses Beispiel heute praktisch? Sind wir die lieben Christen, die eben dienen und lieben sollen und das auch brav tun? Schnell kommt beim Lesen in uns ein Pflichtgefühl hoch, das uns mahnt, noch mehr zu dienen. Aber ist das wirklich die Aussage des Textes, gebückt und mit freundlicher Miene durch die Welt zu laufen? Auf der einen Seite sagt uns Jesus hier, dass einander zu dienen keine Option ist, sondern er verwendet sogar die Befehlsform „ihr sollt“. Das lässt sich nicht entkräften. Das kann Druck aufbauen. Und ich würde den Bogen noch etwas weiter spannen. Der Text ist eigentlich noch radikaler als ein Aufruf zum Dienen. Radikal im Sinne, dass er an unsere Wurzeln geht, nämlich in das Herz. Und das ist die andere Seite. Dieser Text wendet sich zuallererst an unser Innenleben. Jesus wusch seinen Jüngern die Füße, um ihnen zu zeigen, dass sie ihm wertvoller sind als sein Stand und sein Image. Er handelte nicht so, um sein Gewissen zu beruhigen oder eine Pflicht zu erfüllen, sondern um ihnen seine Liebe zu zeigen. Und spätestens an diesem Punkt müssen wir kapitulieren. Diese verschwenderische Liebe tragen wir nicht in uns. Jesus hat uns ein Beispiel gegeben, das uns überfordert. Deshalb haben wir zuallererst nötig, dass Jesus uns selbst „die Füße wäscht“, dass er uns seine Liebe erfahren lassen darf, dass er uns reinigen darf, dass diese Liebe uns verändern darf. Wir können nicht nach dem Beispiel von Jesu leben, ohne uns verändern zu lassen. Das mag vielleicht für eine Weile klappen, wird uns letztlich aber immer überfordern.

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3. Methodik für die Gruppe

Die Zeilen des Textes an uns Hörer, die nach unserer Herzenseinstellung fragen, können sehr persönlich werden, deshalb ist es wichtig, sich dem Kern mit lockereren Elementen zu nähern.

3.1 Begrüßungs-Dienen

Wenn die einzelnen zur Tür hineinkommen, dann überlege dir etwas, wie du ihnen dienen kannst, z. B. indem zu ihnen die Jacke abnimmst oder gleich beim Reinkommen einen Snack entgegenreichst. (Wenn ihr in der Gruppe sehr vertraut seid, kannst du ihnen auch die Füße waschen. Das ist vielleicht etwas unangenehm, aber kann auch ein guter Gesprächsöffner sein.)

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  • Autor / Autorin: Sara Stowicek
  • © Deutscher EC-Verband