Von Vegetariern und der TodesstrafeVon Vegetariern und der Todesstrafe

Einheit: Von Vegetariern und der Todesstrafe

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 45-75 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Schulung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: 1. Mose 9,1-17
1. Mose 9,1-9,17

9

Gottes Bund mit Noah

1Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. 2Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. 3Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben. 4Allein das Fleisch mit seinem Leben, seinem Blut, esst nicht! 5Euer eigenes Blut jedoch will ich einfordern. Von jedem Tier will ich es einfordern. Und das Leben des Menschen will ich einfordern von einem jeden anderen Menschen. 6Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll um des Menschen willen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. 7Seid fruchtbar und mehret euch und reget euch auf Erden, dass euer viel darauf werden.

8Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: 9Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen 10und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden. 11Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.

12Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 13Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 15Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. 16Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. 17Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Bibelarbeit zu 1.Mose 9,1-17: Thomas Seeger setzt sich mit dem theologischen Unterschied zwischen Menschen und Tieren auseinander. Er diskutiert, ob Christen nicht eigentlich Vegetarier sein müssten und fragt, was die Gottebenbildlichkeit und der Auftrag, einen Mord zu sühnen, für die Todesstrafe bedeuten. Im Methodenteil gibt er zur Bearbeitung des Themas einige Fragen an die Hand.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Unterschied zwischen Mensch und Tier (V.1-3)

Gott setzt den Menschen über die von ihm geschaffene Welt. Erst dadurch wird der Mensch zu einem Gegenüber Gottes. Das hat der Mensch exklusiv. Er ist Ebenbild Gottes – nicht das Tier. Deshalb sind die Tiere unter anderem auch zur Nahrung freigegeben. Das Töten von Tieren ist eingebunden in den von Gott erteilten Schöpfungsauftrag von Bebauen und Bewahren (1. Mose 2,15).

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2. Bedeutung für heute

Müssten Christen nicht Vegetarier sein?

Man kann die Schöpfungsgeschichte so lesen, dass Gott den Menschen als Vegetarier konzipiert (1. Mose 1,29). Aber spätestens ab 1. Mose 9,3 ist der Fleischkonsum eindeutig erlaubt. Tiere sind Teil der Schöpfung, die uns Menschen in die Hände gegeben wurde. Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen Mensch und Tier. Mein Hamster ist eben nicht „auch nur ein Mensch“. Und Schweine und Rinder haben eben keine Menschenrechte.

Gott will ein Gegenüber, ein Ebenbild, mit dem es sich auf Augenhöhe reden lässt. Aber dann muss dieses Gegenüber auch eine Ahnung haben von Gottes Welt. Dann muss ihm auch etwas in die Hände gegeben sein, für das er verantwortlich ist. Tiere sind Teil der Schöpfung, die auf den Menschen zugespitzt von Gott geschaffen wurde.

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3. Methodik für die Gruppe

Das Töten von Tieren zum Wohle bzw. zum Genuss des Menschen gerät gesellschaftlich immer mehr in Verruf. Tiere werden vermenschlicht und die Frage wird lauter, was uns Menschen eigentlich das Recht gibt, uns über die Tiere, die ja schließlich auch Geschöpfe Gottes sind, zu erheben. Es gibt einen deutlich ansteigenden Trend zu einer vegetarischen oder sogar veganen Lebensweise. Verfechter beider Seiten sind in ihrer Argumentation teils sehr emotional. Deshalb erfordert dieses Thema eine besondere Sensibilität.

Es geht nicht darum, eigene Essgewohnheiten dem anderen als gottgewollte Lebensweise aufzuzwingen. Dieser Text soll auf den eindeutigen Unterschied zwischen Mensch und Tier hinweisen, der in der Schöpfung begründet ist.

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  • Autor / Autorin: Thomas Seeger
  • © Deutscher EC-Verband