Warum leiden wir? / Der Fall HiobWarum leiden wir? / Der Fall Hiob

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Einheit: Warum leiden wir? / Der Fall Hiob

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Flipchart, Laptop, Beamer, Zettel, Stift(e)
Bibelstelle: Jeremia 12,1

Das Hiobbuch stellt die Frage nach (ungerechtem) Leiden. Auf dem Hintergrund von Hiobs Erleben werden verschiedene Ansätze diskutiert, wie man das Leiden in der Welt erklären kann. Am Ende steht der hoffnungsvolle Ausblick, dass wir im Leid von Gott getragen sind.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Flipchart für alle gut sichtbar im Raum aufbauen. In einem Kleingruppenraum Beamer und Laptop bereitstellen. Für jede Kleingruppe Zettel, Stift und Bibeln bereithalten.

2. Zielgedanke

Mit Hiob erkennen wir, dass wir Gott in seiner Größe nicht 100%ig verstehen können. Gottes Liebe zu uns darf nicht an unserem Lebensglück abgelesen werden. Sondern in Jesus hat sich Gott uns ganz deutlich und nah gezeigt. Durch ihn haben wir Gewissheit, dass Gott es gut mit uns und dieser Welt meint. Er wird am Ende aller Zeiten das Böse vernichten.

3. Einführung inkl. Exegese

Im kunstvoll entworfenen Buch Hiob begegnet uns ein Mensch, der völlig schuldlos Leid erfährt. Es ist nicht irgendein Mensch – sondern der perfekteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Die Angaben in den ersten drei Versen des Buches verdeutlichen dies: Besitz und Kinderschar begegnen uns vollgepackt mit jüdischer Zahlensymbolik. Die „7“ („Vollzahl“), wie auch die „3“ als die Zahl Gottes, spielen an vielen Stellen der Bibel eine herausragende Rolle. Hiob wird als besonders reich, gerecht, demütig und „allezeit“ (Hiob 1,5) gottesfürchtig beschrieben. Auf diesem Hintergrund wird sein Leiden als noch ungerechter miterlebt.

Das Böse bricht nun in sein Leben ein, und vernichtet allen Segen, den Hiob bisher von Gott erfahren hatte. Es beginnt die Suche nach der Rechtfertigung für dieses Leid. Hiob macht letztendlich Gott in einem Dialog für das Leid verantwortlich.

Die Geschichte will aber zwei Dinge deutlich machen: Das Böse hat seinen Ursprung nicht in Gott. Und trotzdem geschieht nichts auf dieser Welt, was Gott nicht gewähren lässt. Das macht die Rahmenerzählung der Geschichte, die Absprache Gottes mit Satan, deutlich. Hiob findet keine Erklärung für sein Unglück und macht Gott dafür verantwortlich. Doch am Ende muss er erkennen, dass er als Geschöpf niemals über Gott als seinen Schöpfer richten kann. Denn er kann Gott nicht in seiner Größe erfassen. Seine Gerechtigkeit wird man auch nicht am Lebensglück von uns Menschen ablesen können. Hiob kann nicht alles verstehen – und genau das lässt die Frage nach dem „Warum?“ verstummen. Daraufhin wendet sich sein Leben wieder ins Positive. An die Stelle einer Antwort auf die Frage, wie das Leiden nun zu rechtfertigen ist (als Prüfung? als Mittel zur Selbsterkenntnis? Willkür Gottes?), tritt die Rechtfertigung Hiobs durch Gott. Gott stellt sich zu seinem leidenden Knecht. In diesem Menschen konnte sich das jüdische Volk 200 v. Chr. – 100 n. Chr. wiedererkennen: Gott bekennt sich zu seinem leidenden Volk.

Viele Leid-Geschichten des Alten Testaments sind mit dem Gedanken erklärbar: Leid folgt als Strafe für die Sünde (Exil des Volkes, 10 Plagen für die Ägypter, Sodom und Gomorra, Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, David und Batseba u.v.m.). Gottes explizite Aussage dazu findet man z. B. in Jeremia 5,19. Doch diese Geschichte bricht mit diesem Gedanken. Es beschäftigt sich mit der Tatsache, dass Leiden auf dieser Welt existiert, das völlig grundlos geschieht (vgl. Jer 12,1; Ps 73,12 f.). Die Antworten des Hiobbuches sind deshalb folgende:

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  • Autor / Autorin: Benjamin Schneider
  • © Deutscher EC-Verband