Warum musste Jesus sterben? / War es die Schuld der führenden Juden oder doch Gottes Plan?Warum musste Jesus sterben? / War es die Schuld der führenden Juden oder doch Gottes Plan?

Einheit: Warum musste Jesus sterben? / War es die Schuld der führenden Juden oder doch Gottes Plan?

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 60-90 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Zettel, Stift(e), Plakat(e), Bibel(n),
Bibelstelle: Lukas 22,63-23,38
Lukas 22,63-23,38

Jesus wird verspottet und geschlagen

Matthäus 26,67-68; Markus 14,65

63Die Männer, die Jesus bewachten,

verspotteten und schlugen ihn.

64Sie warfen ihm ein Tuch über und forderten ihn auf:

»Du bist doch ein Prophet!

Sag uns: Wer hat dich geschlagen?«

65Und noch viele andere Beschimpfungen

musste er über sich ergehen lassen.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Matthäus 26,64-65; 27,1; Markus 14,53; 14,61-64; 15,1

66Als es Tag wurde,

versammelten sich die Ratsältesten des Volkes,

dazu die führenden Priester und Schriftgelehrten.

Dann ließen sie Jesus vor den jüdischen Rat führen.

67Sie forderten ihn auf:

»Wenn du der Christus bist, dann sag es uns!«

Jesus antwortete:

»Wenn ich es euch sage, werdet ihr mir nicht glauben!

68Und wenn ich euch etwas frage,

werdet ihr nicht antworten.

69Aber von jetzt an wird der Menschensohn

an der rechten Seite des allmächtigen Gottes sitzen.«

70Da riefen alle: »Also bist du der Sohn Gottes

Jesus antwortete: »Ihr sagt es – ich bin es!«

71Da sagten sie:

»Wozu brauchen wir noch weitere Zeugenaussagen?

Wir haben es aus seinem eigenen Mund gehört!«

23

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,2; 27,11-14; Markus 15,1-5; Johannes 18,28-38

1Die ganze Ratsversammlung erhob sich,

und sie führten Jesus zu Pilatus.

2Dort brachten sie ihre Anklagepunkte gegen ihn vor:

»Wir haben festgestellt,

dass dieser Mann unser Volk aufhetzt.

Er sagt: ›Gebt dem Kaiser keine Steuern!‹,

und: ›Ich bin Christus, der König!‹«

3Pilatus fragte ihn: »Bist du der König der Juden

Jesus antwortete: »Du sagst es.«

4Pilatus sagte zu den führenden Priestern

und der Volksmenge:

»Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.«

5Aber sie bestanden darauf:

»Mit seiner Lehre hetzt er

im ganzen jüdischen Land das Volk auf –

angefangen von Galiläa bis hierher!«

Jesus wird Herodes Antipas übergeben

6Als Pilatus das hörte, fragte er:

»Kommt dieser Mann aus Galiläa

7Die Leute antworteten:

»Ja, er kommt aus dem Herrschaftsgebiet von Herodes

Da ließ Pilatus Jesus zu Herodes bringen.

Herodes hielt sich zu dieser Zeit

gerade in Jerusalem auf.

8Als Herodes Jesus sah, freute er sich sehr.

Er wollte ihn schon lange kennenlernen,

denn er hatte viel von ihm gehört.

Vor allem hoffte er, eines seiner Wunder mitzuerleben.

9Herodes stellte ihm viele Fragen.

Aber Jesus gab ihm keine Antwort.

10Die führenden Priester und Schriftgelehrten

standen dabei und beschuldigten ihn schwer.

11Herodes und seine Soldaten

hatten nur Verachtung für ihn übrig.

Um ihn lächerlich zu machen,

zogen sie ihm ein prächtiges Gewand an.

Dann schickten sie ihn zu Pilatus zurück.

12An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde –

vorher waren sie Feinde gewesen.

Pilatus stellt die Unschuld von Jesus fest

13Pilatus ließ die führenden Priester zusammenrufen,

dazu die anderen Mitglieder des jüdischen Rates

und das Volk.

14Er sagte zu ihnen:

»Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht,

weil er angeblich das Volk aufhetzt.

Also habe ich ihn in eurem Beisein verhört.

Keiner eurer Anklagepunkte hat sich bestätigt.

15Ja sogar Herodes hat ihn zu uns zurückgeschickt.

Seht doch:

Er hat nichts getan, wofür er den Tod verdient.

16Ich lasse ihn auspeitschen, dann gebe ich ihn frei.«

17[...]

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-26; Markus 15,6-15; Johannes 18,39-40; 19,4-16

18Da schrien sie alle wie aus einem Mund:

»Weg mit ihm! Gib uns Barabbas frei!«

19Barabbas hatte sich

an einem Aufruhr in der Stadt beteiligt

und einen Mord begangen –

deshalb saß er im Gefängnis.

20Noch einmal redete Pilatus den Leuten zu,

denn er wollte Jesus freilassen.

21Aber die schrien: »Kreuzige, kreuzige ihn!«

22Da wandte er sich zum dritten Mal an sie:

»Was hat er denn verbrochen?

Ich kann nichts an ihm finden, wofür er den Tod verdient.

Ich lasse ihn auspeitschen, dann gebe ich ihn frei.«

23Aber sie bedrängten ihn weiter

und schrien immer lauter: »Ans Kreuz mit ihm!«

Zuletzt hatte ihr Geschrei Erfolg:

24Pilatus entschied, ihre Forderung zu erfüllen.

25Er ließ den Mann frei, um den sie gebeten hatten –

der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß.

Aber Jesus lieferte er aus,

so wie sie es gewollt hatten.

Jesus auf dem Weg zur Hinrichtung

Matthäus 27,32; Markus 15,21

26Die Soldaten führten Jesus zur Hinrichtung.

Unterwegs hielten sie Simon von Kyrene an,

der gerade vom Feld zurückkam.

Sie luden ihm das Kreuz auf,

damit er es hinter Jesus hertrug.

27Viele Leute aus dem Volk folgten Jesus.

Darunter waren Frauen, die sich auf die Brust schlugen

und um ihn weinten.

28Aber Jesus drehte sich zu ihnen um und sagte:

»Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht um mich!

Weint vielmehr um euch selbst und um eure Kinder.

29Denn bald kommt die Zeit,

in der die Menschen sagen werden:

›Glückselig sind die Frauen,

die keine Kinder bekommen können –

der Schoß, der kein Kind geboren hat,

und die Brüste, die nie gestillt haben.‹

30Dann werden die Leute zu den Bergen sagen:

›Stürzt auf uns!‹,

und zu den Hügeln: ›Begrabt uns!‹

31Denn wenn schon das grüne Holz angezündet wird,

was wird dann erst mit dem trockenen geschehen?«

32Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher

zur Hinrichtung geführt.

Jesus wird gekreuzigt

Matthäus 27,33-44; Markus 15,22-32; Johannes 19,17-29

33So kamen sie zu der Stelle,

die »Schädel« genannt wird.

Dort kreuzigten sie Jesus und die beiden Verbrecher –

den einen rechts, den anderen links von ihm.

34[ Aber Jesus sagte: »Vater, vergib ihnen.

Denn sie wissen nicht, was sie tun.«]

Die Soldaten verteilten seine Kleider

und losten sie untereinander aus.

35Das Volk stand dabei und schaute zu.

Die Mitglieder des jüdischen Rates verspotteten ihn.

Sie sagten: »Andere hat er gerettet.

Jetzt soll er sich selbst retten,

wenn er der Christus ist, den Gott erwählt hat.«

36Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm.

Sie gingen zu Jesus und reichten ihm Essig.

37Dabei sagten sie:

»Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!«

38Über Jesus war ein Schild angebracht:

»Das ist der König der Juden

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Die Frage nach der Schuld am Tod Jesu ist indirekt auch die Frage nach dem Verhältnis von Gottes Führung und Taten der Menschen. Die Teens bekommen ein Gefühl für die (manchmal gefühlt widersprüchlichen) Dimensionen biblischer Geschichtsschreibung vermittelt.


Vorschau:

1. Vorbemerkungen

Wer ist für Jesu Tod denn eigentlich verantwortlich – Gott? Die Juden damals? Oder sogar wir? Wie hängt das zusammen, was muss man unterscheiden? Nicht alle Teenager werden diese Fragen stellen, aber diejenigen, die es tun, sehnen sich nach Antworten. Eine vollständige Antwort werdet ihr mit dieser Einheit nicht geben können, aber zumindest in Gespräche führen, in denen unterschiedliche und wichtige Aspekte zur Sprache kommen.

2. Zielgedanke

Gerade bei der Kreuzigung kommt Gott souverän zu seinem Ziel.

3. Einführung inkl. Exegese

Biblische Geschichtsschreibung ist komplex, denn sie besteht meist aus verschiedenen Schichten. Ein guter Vergleich dafür ist ein Hamburger.

Schicht 1 („das Brötchen“) wäre das Ereignis an sich. Irgendetwas ist passiert, wie auch immer, wodurch und wozu auch immer. In unserem Fall ist das die Kreuzigung (Lk 22,63 – 23,38). Die Gruppe 1 wird sich vorrangig mit dieser Schicht befassen.

Schicht 2 („der Salat“) wäre die menschliche Deutung. Etwas passiert und die Menschen nehmen es wahr und bilden sich eine Meinung dazu. Die Gruppen 1 und 2 bewegen sich hauptsächlich in dieser Schicht. In den Predigten von Petrus (z. B. Apg 2,22-24) wird deutlich: Die Juden, vor allem ihre führenden Köpfe, haben die volle Verantwortung für Jesu Tod.

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  • Autor / Autorin: Bernd Stamm
  • © Deutscher EC-Verband