Wenn ich erstmal König bin, gehört mir auch Jerusalem!Wenn ich erstmal König bin, gehört mir auch Jerusalem!

Einheit: Wenn ich erstmal König bin, gehört mir auch Jerusalem!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigtes Material: 1 Seil/Klebeband (für die Markierung einer "Weide" auf dem Boden)
Bibelstelle: 1. Chronik 11,1-9

1. Erklärungen zum Text

In dem direkt vorangehenden Kapitel 1. Chronik 10 wurde beschrieben, wie Saul, der erste König Israels, getötet wurde. Er und drei seiner Söhne starben in einer Schlacht gegen die Philister, die damals wichtigsten Gegner der Israeliten. Nach dem Tod Sauls wurde der als Hirtenjunge geborene David zunächst „nur“ zum König über Juda gekrönt.

V. 1-3: Noch während der Herrschaft Sauls war David ein gefürchteter Heerführer. Er führte die Israeliten in die Schlacht gegen ihre Feinde und kehrte siegreich zurück. Wegen dieser großen Erfolge und seiner wachsenden Beliebtheit im Volk wurde David von Saul verstoßen und verfolgt. Nach einiger Zeit auf der Flucht kam David wieder zurück nach Israel und wurde König in der Stadt Hebron. Nun kamen die Ältesten (die Richter, Ratgeber und Anführer) der restlichen israelitischen Stämme und salbten David zum König über ganz Israel. Doch vorher musste noch ein Vertrag aufgesetzt werden, ein Bund vor Gott. Ein solches Bündnis wurde stets mit Gott als Zeuge und Bündnispartner abgeschlossen.

V. 4-6: David wollte die Stadt Jerusalem erobern, weil sie eine optimale Lage für die Regierung über ganz Israel bot. Um ihrem neuen König die Treue zu beweisen, zogen neben Davids eigener Armee auch Männer aus allen Stämmen Israels mit ihm in die Schlacht. Die Stadt war nahezu uneinnehmbar, darum verspotteten die Bewohner David. Daraufhin gab er seinen Soldaten ein Versprechen: Derjenige, der als erstes einen Krieger oder Bewohner der Stadt töten würde, sollte nach gelungener Eroberung der Führer des ganzen Heeres werden.
Es gab vermutlich einen Wasserschacht, der wie ein Tunnel unter der Stadtmauer verlief. Dieser Schacht endete in einem hohen, senkrechten Aufstieg innerhalb der Stadtmauern und bot den Israeliten die Möglichkeit, unbemerkt in die Stadt zu gelangen. Joab stieg zuerst durch diesen Schacht und wurde dadurch Davids Heerführer. Wahrscheinlich galt der Aufstieg als unmöglich, sonst wäre das Ende des Tunnels stärker bewacht gewesen.

V. 7-9: David wohnte in Jerusalem und baute die Stadtmauern aus, damit die Stadt nicht wieder von fremden Völkern eingenommen werden konnte. Die Formulierung „vom Millo aus“ bedeutet, dass der Ausbau bei einer „Aufschüttung“ begann. Diese Aufschüttung war vermutlich die Verbindung zwischen zwei Hügeln in Jerusalem. Möglicherweise baute der König seine Residenz auf diesem „Millo“. Weil David nach der Eroberung in Jerusalem wohnte, nennt man die Stadt seither „Stadt Davids“.

Zusammenfassung: Der Schreiber des Chronikbuches beschreibt, dass die Eroberung Jerusalems eigentlich unmöglich gewesen wäre. Es muss ein Wunder Gottes gewesen sein, das den Sieg ermöglichte. David vertraute auf seinen Gott, den „Herrn Zebaoth“. Der hebräische Name „Jahwe Zebaoth“ bedeutet so viel wie „Herr der Heerscharen“. Es ist ein göttlicher Titel, der sich meist in kriegerischen Zusammenhängen findet. Der Titel beschreibt also einen Gott, der sein Volk auch im Kampf unterstützt. Wegen seines Vertrauens und Gottes Hilfe gewann David die Schlacht und wurde immer mächtiger.

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

2.1 Gott braucht Hirten

Das Volk Israel wusste, dass Gott David zum König erwählt hatte. Er sollte auf die Menschen aufpassen, wie ein Hirte auf seine Herde aufpasst. Später hatte er über Jahre hinweg die Verantwortung für viele Menschenleben, bevor Gott ihn zum König machte.

  • Wo können wir in neue Aufgaben starten und unsere Erfahrungen sammeln?
  • Wo können wir lernen, Verantwortung zu übernehmen oder auch anderen neue Aufgaben zu übertragen?

Gott kann viele Mitarbeiter gebrauchen. Besonders in der Jugendarbeit und der Arbeit mit jungen Erwachsenen ist es wichtig, zu lernen, wie man Hirte über die jüngeren Schafe wird.

2.2 Gott will Einigkeit

Natürlich hätten die Ältesten David auch einfach krönen und auf den Bund vor Gott und mit Gott verzichten können. Aber der Bund bedeutet, dass Gott mit im Boot sitzt und sozusagen alles mit rechten Dingen zugeht. Das ganze Volk sollte eine Einheit werden und gemeinsam stark werden.
Heutzutage gibt es in jeder Gemeinde ganz unterschiedliche Menschen. Junge und alte, Draufgänger und ganz Besonnene; die einen können predigen, andere sind Menschen, die gut auf Fremde zugehen können und schnell neue Kontakte knüpfen. Vor Gott ist jeder gleich viel wert und er möchte, dass wir uns zusammentun und gemeinsam stark sind (vgl. 1. Kor. 12,4-7).

2.3 Gott ist bei dir

Schon in der Zeit bevor David König wurde, war er ein erfolgreicher Heerführer. Die Stadt Jerusalem galt als uneinnehmbar und trotzdem riskierte er den Angriff und siegte. Nach dem Ausbau der Stadt wurde David immer mächtiger. Er riskierte viel und war damit erfolgreich. Das Risiko ging er aber nur ein, weil er wusste, dass Gott mit ihm war.
Wir dürfen uns sicher sein, dass Gott uns nicht im Stich lässt. Manchmal denken wir (ähnlich wie David damals), wir würden alleingelassen und Gott hätte uns vergessen. David brachte in den Psalmen zu Papier, was ihn bedrückte (z.B. Ps. 13).
Manchmal hilft es auch, wenn man zu ein paar Freunden geht und ihnen das Problem beschreibt, das einen bedrückt. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, wenn wir dann gemeinsam beten konnten. Der Kampf um Jerusalem ging sicher auch nicht ohne Verluste vonstatten, aber wenn wir auf Gott vertrauen und zusammenhalten, werden wir auch durch Probleme getragen. Ich finde das Gedicht „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers in schweren Situationen sehr aufbauend.

3. Methodische Bausteine

Zu Beginn lest ihr den Text gemeinsam durch

3.1 Gott braucht Hirten

Ein Kreis auf dem Boden mit einer Öffnung von etwa einem halben Meter (markiert durch ein Seil oder Klebeband) symbolisiert eine umzäunte Weide mit einem Eingang.

Bildet Teams zu je 2-3 Leuten. Einer der Partner bleibt sehend, während der Rest des Teams eine Augenbinde bekommt. Die blinden Spieler stellen die Schafe dar, die den Weg auf die Weide nicht mehr finden und dorthin geführt werden müssen.
Jedes Team denkt sich sein eigenes Signal aus, wie die Schafe „gelenkt“ werden können. Zum Beispiel Team 1 klatscht einmal für rechts abbiegen, zweimal für links abbiegen, dreimal für geradeaus. Man kann auch pfeifen, grunzen, jodeln oder verschiedene Rhythmen nutzen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ziel ist es, als erster Hirte alle Schäflein auf die sichere Weide zu bringen, ohne sie zu berühren (der Hirte bleibt an einer Stelle stehen, damit die Schafe wirklich auf das Geräusch hören und nicht auf die Richtung).

In unserem Alltag mit dem ganzen Lärm um uns herum ist es immer wieder schwierig, auf Gott zu hören und seine Worte zu verstehen.

  • Überlegt euch, wie ihr die Stimme Gottes besser hören könnt.
  • Wo habt ihr sie schon gehört? Berichtet von euren Erfahrungen.
  • Gab es Situationen, wo ihr die Stimme Gottes zwar gehört habt, aber das, was sie gesagt hat, nicht umsetzen konntet oder wolltet?
  • Wie könnt ihr euch gegenseitig dabei helfen, das in Zukunft besser hinzubekommen? 

3.2 Gott will Einigkeit

Gott freut sich, wenn wir Gemeinschaft miteinander haben und besonders, wenn wir ihn dabei mit einbeziehen. Das geht zum Beispiel mit den folgenden Liedern aus „Feiert Jesus 4“ sehr gut:

  • Nr. 8: „Näher zu dir“
  • Nr. 11: „Herr, ich komme zu dir“
  • Nr. 13: „Because of your love“
  • Nr. 49: „Hosanna in der Höhe“
  • Nr. 174: „Du bist ein wunderbarer Hirt“

3.3 Gott ist bei dir

David hat Psalmen geschrieben, um seine Probleme vor Gott zu bringen. Ihr könnt jetzt auch kreativ werden und einen eigenen Psalm, Brief oder ein Lied an Gott schreiben. Oder ihr nehmt euch jetzt etwas Zeit und tauscht euch untereinander aus.

Was bedrückt dich in deinem Alltag? Was möchtest du schon lange einmal jemandem sagen, traust dich aber nicht oder keiner hört dir zu?
Gott ist für dich da und manchmal ist es auch gut, zu merken, dass man Freunde hat, die zuhören.

  • Autor / Autorin: David Schmähl
  • © Deutscher EC-Verband