Wenn Steine von Gott erzählenWenn Steine von Gott erzählen

Einheit: Wenn Steine von Gott erzählen

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Schere(n), Stift(e), Papier, Flipchart (o.Ä.)
Bibelstelle: Josua 4,1-5,1
Josua 4,1-5,1

4

Die Gedenksteine des Durchzugs

1Als nun das Volk ganz über den Jordan gegangen war, sprach der Herr zu Josua: 2Nehmt euch aus dem Volk zwölf Männer, aus jedem Stamm einen, 3und gebietet ihnen: Hebt mitten aus dem Jordan zwölf Steine auf von der Stelle, wo die Füße der Priester stillstehen, und bringt sie mit euch hinüber und legt sie in dem Lager nieder, wo ihr diese Nacht bleiben werdet. 4Da rief Josua die zwölf Männer, die er bestellt hatte von den Israeliten, aus jedem Stamm einen, 5und Josua sprach zu ihnen: Geht hinüber vor der Lade des Herrn, eures Gottes, mitten in den Jordan, und ein jeder hebe einen Stein auf seine Schulter, nach der Zahl der Stämme Israels, 6damit sie ein Zeichen seien unter euch. Wenn eure Kinder später einmal fragen: Was bedeuten euch diese Steine?, 7so sollt ihr ihnen sagen: Weil das Wasser des Jordans weggeflossen ist vor der Lade des Bundes des Herrn, als sie durch den Jordan ging, sollen diese Steine für die Israeliten ein ewiges Andenken sein. 8Da taten die Israeliten, wie ihnen Josua geboten hatte, und trugen zwölf Steine mitten aus dem Jordan, wie der Herr zu Josua gesagt hatte, nach der Zahl der Stämme Israels, und brachten sie mit sich hinüber in das Lager und legten sie dort nieder.

9Und Josua richtete zwölf Steine auf mitten im Jordan, wo die Füße der Priester gestanden hatten, die die Bundeslade trugen; diese sind noch dort bis auf den heutigen Tag.

10Die Priester aber, die die Lade trugen, standen mitten im Jordan, bis alles ausgerichtet war, was der Herr dem Josua geboten hatte, dem Volk zu sagen, genau wie Mose dem Josua geboten hatte. Und das Volk ging eilends hinüber. 11Als nun das Volk ganz hinübergegangen war, da ging die Lade des Herrn auch hinüber und die Priester vor dem Volk her. 12Und die Rubeniter und Gaditer und der halbe Stamm Manasse gingen gerüstet vor den Israeliten her, wie Mose zu ihnen geredet hatte. 13An vierzigtausend bewaffnete Männer gingen vor dem Herrn her zum Kampf ins Jordantal von Jericho. 14An diesem Tage machte der Herr den Josua groß vor ganz Israel. Und sie fürchteten ihn, wie sie Mose gefürchtet hatten, sein Leben lang.

15Und der Herr sprach zu Josua: 16Gebiete den Priestern, die die Lade des Zeugnisses tragen, dass sie aus dem Jordan heraufsteigen. 17Da gebot Josua den Priestern: Steigt herauf aus dem Jordan! 18Und als die Priester, die die Lade des Bundes des Herrn trugen, aus dem Jordan heraufstiegen und mit ihren Fußsohlen aufs Trockene traten, kam das Wasser des Jordans wieder an seine Stätte und floss wie vorher über alle seine Ufer. 19Es war aber der zehnte Tag des ersten Monats, als das Volk aus dem Jordan heraufstieg. Und sie lagerten sich in Gilgal, östlich von Jericho.

20Und die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan genommen hatten, richtete Josua auf in Gilgal 21und sprach zu den Israeliten: Wenn eure Kinder später einmal ihre Väter fragen: Was bedeuten diese Steine?, 22so sollt ihr ihnen kundtun und sagen: Israel ging auf trockenem Boden durch den Jordan, 23als der Herr, euer Gott, den Jordan vor euch austrocknete, bis ihr hinübergegangen wart, wie der Herr, euer Gott, am Schilfmeer getan hatte, das er vor uns austrocknete, bis wir hindurchgegangen waren; 24auf dass alle Völker auf Erden die Hand des Herrn erkennen, wie mächtig sie ist, und ihr den Herrn, euren Gott, fürchtet allezeit.

5

1Als nun alle Könige der Amoriter, die jenseits des Jordans nach Westen zu wohnten, und alle Könige der Kanaaniter am Meer hörten, wie der Herr das Wasser des Jordans ausgetrocknet hatte vor den Israeliten, bis sie hinübergegangen waren, da verzagte ihr Herz, und der Mut verließ sie beim Anblick der Israeliten.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Christine Meinel entwirft eine Bibelarbeits-Gruppenstunde zu Israels Überquerung des Jordan. Ein Kernaspekt der Geschichte ist der Gehorsam des Volkes Gott gegenüber. Was ist Gottes Auftrag an mich?


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text:

Das Volk Israel befindet sich in einer einschneidenden Situation seiner Geschichte: der Übergang ins verheißene Land. In Josua 3 steht das Volk noch vor einem reißenden Strom. Doch als die Priester mit der Bundeslade ins Wasser steigen, verebbt das Wasser im Jordan. Das Volk kann trockenen Fußes durch den Fluss schreiten. Und nun folgt Kapitel 4. Der aufmerksame Leser erkennt sofort die Unstimmigkeiten in der Geschichtsschreibung. Die Architektur des Textes ist verwirrend, sie scheint gestört. Doch trotz einiger Lokalisierungsprobleme bezüglich der Steine, der Lade und der Priester, lässt der Text eine Grundstruktur erkennen: Gott redet zu Josua. Josua leitet Gottes Worte an das Volk weiter und erklärt diese. Das, was Gott angekündigt und befohlen hat, wird ausgeführt.

(…)

2. Bedeutung für den heutigen Hörer

Wenn Steine anfangen zu reden. Steine. Hart. Kalt. Grau. Leblos. Steine, die aus einem Fluss gehoben wurden, als das Jordanwasser wegfloss und ein ganzes Volk durch das trockene Flussbett steigen konnte. Steine, die davon erzählen, wie ein Gott zu seinem Volk sprach: „Geht da hindurch in das Land, von dem ich euch schon lange erzählt habe.“

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  • Autor / Autorin: Christine Meinel
  • © Deutscher EC-Verband