Wer glaubt denn noch an so was? / Wie wir einfach vom Glauben reden können

Einheit | Bibelarbeit
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Wer glaubt denn noch an so was? / Wie wir einfach vom Glauben reden können

Enthalten in:
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 30-50 Min. (Vorbereitung: 30-45 Min.)
Bibelstelle: Apostelgeschichte 17,16-34 anzeigen
Bibelstelle
Apostelgeschichte 17,16-17,34

In Athen: Eine Stadt voller Götzenbilder

16Paulus wartete in Athen auf Silas und Timotheus.

Die Stadt war voller Götzenbilder.

Als Paulus das sah, packte ihn der Zorn.

17Er sprach in der Synagoge zu den Juden

und zu denen, die an den Gott Israels glaubten.

Jeden Tag redete er mit den Leuten,

die er auf dem Marktplatz antraf.

18Einige epikureische und stoische Philosophen

verwickelten ihn in ein Streitgespräch und meinten:

»Was will dieser Schwätzer eigentlich?«

Andere sagten: »Anscheinend verkündet er

irgendwelche fremden Gottheiten

Denn Paulus verkündete die Gute Nachricht

von Jesus und von der Auferstehung.

19Sie nahmen ihn mit zum Areopag und fragten:

»Was ist das für eine neue Lehre, die du da vertrittst?

Können wir mehr darüber erfahren?

20Was du uns erzählst,

klingt in unseren Ohren sehr fremd.

Wir würden gerne wissen, was es damit auf sich hat.«

21Die Athener und auch die Fremden, die dort lebten,

waren nämlich sehr neugierig.

Sie kannten keinen besseren Zeitvertreib,

als stets das Neueste in Erfahrung zu bringen

und es weiterzuerzählen.

In Athen: Paulus spricht auf dem Areopag

22Paulus trat in die Mitte des Areopags und sagte:

»Ihr Bürger von Athen!

Nach allem, was ich sehe,

seid ihr sehr fromme Leute.

23Ich bin durch die Stadt gegangen

und habe mir eure heiligen Stätten angeschaut.

Dabei habe ich auch einen Altar gefunden,

auf dem stand: ›Für einen unbekannten Gott‹.

Das, was ihr da verehrt, ohne es zu kennen,

das verkünde ich euch.

24Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat

und alles, was in ihr ist.

Er ist der Herr über Himmel und Erde.

Er wohnt nicht in Tempeln,

die von Menschenhand errichtet wurden.

25Er ist auch nicht darauf angewiesen,

von Menschen versorgt zu werden.

Er ist es doch, der uns allen

das Leben, den Atem und alles andere schenkt.

26Er hat aus einem einzigen Menschen

die ganze Menschheit hervorgehen lassen,

damit sie die Erde bewohnt.

Für jedes Volk hat er festgesetzt,

wie lange es bestehen

und in welchen Grenzen es leben soll.

27Er wollte, dass die Menschen nach ihm suchen –

ob sie ihn vielleicht spüren oder entdecken können.

Denn keinem von uns ist er fern.

28Durch ihn leben wir doch,

bewegen wir uns und haben wir unser Dasein.

Oder wie es einige eurer Dichter gesagt haben:

›Wir sind sogar von seiner Art.‹

29Weil wir Menschen also von Gottes Art sind,

dürfen wir uns nicht täuschen:

Die Gottheit gleicht keineswegs

irgendwelchen Bildern aus Gold, Silber oder Stein.

Die sind nur das Ergebnis menschlichen Könnens

und menschlicher Vorstellungskraft.

30Nun – Gott sieht nachsichtig über die Zeiten hinweg,

in denen die Menschen ihn nicht gekannt haben.

Aber jetzt fordert er alle Menschen

an allen Orten auf, ihr Leben zu ändern.

31Denn Gott hat einen Tag festgesetzt,

um über die ganze Welt zu richten.

Dann wird er Gerechtigkeit walten lassen –

durch den Mann, den er dazu bestimmt hat.

Dass dieser Mann wirklich dafür bestimmt ist,

hat Gott allen Menschen

durch dessen Auferstehung von den Toten bewiesen.«

32Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach,

lachten ihn einige seiner Zuhörer aus.

Aber andere sagten:

»Darüber wollen wir ein andermal mehr von dir hören!«

33So verließ Paulus die Versammlung.

34Einige Leute schlossen sich ihm an

und kamen zum Glauben.

Unter ihnen war Dionysius, der dem Areopag angehörte,

eine Frau namens Damaris und noch einige andere.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Benötigte Materialien: Din-A5-Zettel (einen pro Teilnehmende/n), Stift(e) (einen pro Teilnehmende/n)
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3. Methodik für die Gruppe

3.1 Einstieg:

Ich will zunächst ein bisschen von meinen Erfahrungen erzählen*

Abdullah

Einer meiner besten Freunde in der Teenie-Zeit war Abdullah. Wir haben alles Mögliche gemeinsam gemacht: Radtouren, Outdoor-Aktionen, zu Hause gespielt usw. Er war ein super Kumpel. Als ich dann in den Jugendkreis kam, habe ich Abdullah mehrmals dazu eingeladen. Aber er konnte mit diesem Glaubenszeug nicht viel anfangen, es war total fremd und seltsam für ihn: In der Bibel lesen, Lieder singen, diskutieren, usw. Und so verloren wir uns bald aus den Augen. Ich war ja voll und ganz im Gemeindealltag drin. Viele wichtige Termine – und keine Zeit mehr für Abdullah.

Mark

Ich habe Mark kennengelernt, als er von seinem Schulkollegen mit in unseren Jugendkreis mitgenommen wurde. An einem Abend hatten wir einen sogenannten „Philosophischen Abend“. Wir wollten offene Gespräche über Gott und die Welt führen. Ich war Jugendleiter und Mark wollte vor allen Dingen eins: diskutieren. Er war Atheist und hatte sehr gute Argumente, warum es keinen Gott gibt. Schließlich meinte er: „Wenn Gott sich irgendwie zeigen würde, dann würde ich ja an ihn glauben – aber da er es nicht tut, geht das ja nicht.“ Da fiel uns ein Bibelvers ein (aus Jer. 29,13): Gott sagt: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen.“ Das sagten wir dann zu Mark: „Wenn du Gott wirklich suchst, wirst du ihn auch finden.“

Dann fing er an in der Bibel zu lesen, er fing an, Gott zu suchen. Und irgendwann war es so weit – er hat Gott gefunden. Oder besser: Gott hat ihn gefunden.

Heidi

Unsere Nachbarin heißt Heidi. Wir unterhalten uns ab und zu miteinander. Und vor Kurzem haben wir darüber gesprochen, was wohl nach dem Tod kommt. Sie meinte: „Ich glaube, dass wir Menschen immer wieder geboren werden – je nachdem, wie wir auf dieser Welt gelebt haben als guter oder nicht so guter Mensch.“ (Diese Sichtweise kommt übrigens aus dem Buddhismus). Ich hab ihr dann von meinem Glauben erzählt, dass ich ganz froh bin, dass ich im Himmel dann bei Jesus sein kann. Dass ich dann meine Oma wieder treffe. Dass ich dort ohne Leid, Not, Schmerzen leben kann. Dass ich unseren Vermieter wieder treffe, der vor Kurzem an Krebs gestorben ist. Bei Heidi hat sich bisher nicht so viel getan … aber wir sind ja auch erst am Anfang. Ich bin gespannt, welchen Weg Gott noch mit ihr hat.

Offenes Gespräch in der Gruppe:

Lies die Beispiele vor bzw. drucke sie aus und frage die Teenager, wie sie es machen würden. Wie würden sie mit Abdullah, Mark oder Heidi über den Glauben reden? Was würden sie anders machen – was genauso?

Abdullah – Mark – Heidi – was mir wichtig geworden ist:

Bei allen dreien ist mir wichtig geworden, dass ich nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen kann und beim ersten Gespräch gleich alle wichtigen Glaubensthemen anspreche. Sondern ich muss mich auf ihre Gedankenwelt einstellen. Auf ihre eigene Sichtweise der Dinge. Nur dann habe ich eine Chance, dass sie mir zuhören und mich ernst nehmen.
Nur, wenn ich mein Gegenüber und seine Gedanken über den Glauben ernst nehme, werde ich auch ihm von meinem Glauben erzählen können!

Für Abdullah wäre es wichtig gewesen, dass ich die Beziehung zu ihm nicht aufgegeben hätte – nur weil er mir zunächst nicht in meine Gemeindewelt folgen wollte. Ich habe es damals einfach nicht gecheckt, dass „Menschen gewinnen“ etwas mit Zuhören und Geduld zu tun hat.

Für Mark war es wichtig, ein Diskussionsforum zu haben. Raum für seine eigenen Gedanken und vollkommen anderen Ansichten. Und er hat selbst diese Frage gestellt: „Was wäre, wenn …“

Für Heidi ist es wichtig, dass ich sie in ihrer Wiedergeburtslehre ernst nehme. Dass ich mir anhöre, wie sie es sieht – und warum sie es so sieht. Nur dann habe ich eine Chance, von meinem eigenen Glauben an Gott und von der Ewigkeit zu erzählen.

*Namen aus Datenschutzgründen geändert.

3.2 Paulus in Athen (Bibelgespräch)

Ein Mann, von dem wir lernen können, wie man mit Menschen über den Glauben spricht, ist Paulus. Er ist einer der erfolgreichsten Missionare überhaupt. Durch ihn kam das Evangelium innerhalb des ersten Jahrhunderts von Israel bis nach Europa.

In Athen traf er auf die „Hauptstadt der Götter-Religion“. Dort gab es Zeus, Hermes, Amor und viele andere Götter. Tausende von Göttern – und jedem wurde in Athen ein Altar gebaut.

Anhand der Vorgehensweise von Paulus können wir sehen, wie auch wir andere Menschen in ihren Vorstellungen ernst nehmen – und trotzdem von Jesus reden können.

Lest gemeinsam Apostelgeschichte 17,16-34 und tauscht euch darüber aus:
„Wie ist Paulus vorgegangen? Wie hat er die Athener in ihrer Religion ernst genommen? Wie ist er dann zum Thema Jesus gekommen“?

Hier ein paar Gedanken zu Paulus’ Besuch in Athen, die euch ein Stück weiterhelfen können:

Vers 16: Paulus ist persönlich berührt, erschüttert, zornig, traurig über die Verlorenheit der Athener.
Vers 17: Er versteckt seinen Glauben und sein Anliegen nicht, er erzählt öffentlich davon.
Vers 18: Die Gelehrten Athens kommen auf ihn zu und streiten mit ihm – aber er stellt sich ihnen.
Vers 19: Sie fragen ihn nach seiner Lehre, wollen mehr von ihm wissen.
Vers 21: Die Athener sind neugierig (die meisten Menschen sind neugierig, wenn sie sich ernst genommen fühlen).
Vers 22: Paulus macht die Götter nicht nieder, sondern honoriert die aufrichtige Verehrung der Athener für ihre Götter.
Vers 23: Er findet einen Anhaltspunkt, der ihm die Möglichkeit gibt, über seinen Gott zu sprechen.
Vers 24-31: Er erklärt in Ruhe, was es mit Gott auf sich hat (weiß, wie er verständlich von Gott reden kann).
Vers 28: Er hat die Kultur der Athener studiert und nimmt die Aussagen ihrer Dichter in seine Predigt auf.
Vers 31: Am Ende kommt er zu den strittigen Teilen, bei denen seine Zuhörer nicht mehr mitkönnen: Die Auferstehung von den Toten.
Vers 32: Die meisten spotten … Wer von Jesus erzählt, muss damit rechnen, dass er verspottet wird. An einem bestimmten Punkt kommt es automatisch dazu.
Vers 34: Aber einige werden gläubig (ein Wunder des Heiligen Geistes) – weil Paulus es gewagt hat, vor den Gelehrten auf dem Areopag (öffentlicher Platz) zu sprechen.

3.3 Die Allzeit-bereit-Challenge

In 1. Petr. 3,15 lesen wir folgenden Satz: „Seid jederzeit bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch auffordert, Auskunft über die Hoffnung zu geben, die euch erfüllt.“

Wir sollen von unserem Glauben erzählen, wenn uns jemand dazu auffordert. Aber wie machen wir das am besten?

Der Glaube ist am leichtesten zu verstehen, wenn man die Geschichte eines Menschen hört. Was man mit Gott erlebt hat, wie man zum Glauben gekommen ist, was einem der Glaube heute bedeutet. Die ganze Bibel ist voll von Geschichten von Menschen, die etwas mit Gott erlebt haben. Die eigene Geschichte zu erzählen ist ein biblisches Prinzip und zu allen Jahrhunderten haben die Christen sich gegenseitig Geschichten erzählt.

Von daher könnt ihr folgende Challenge in eurer Jugendgruppe machen: Jeder schreibt seine Geschichte auf, wie er Gott kennengelernt hat. Und zwar auf einer Din-A5-Seite. Ganz kurz und knackig – und so verständlich, dass es einer verstehen kann, der keine Ahnung vom Glauben hat.

Auch diejenigen können mitmachen, die noch nicht im Glauben sind. Sie sollen dann aufschreiben, wie sie in diese Jugendgruppe gekommen sind und was diese Gruppe ihnen bedeutet.

Und dann tragt euch gegenseitig diese Geschichten vor. Das ist eine hervorragende Übung, um die Geschichte auch mal jemand anderem zu erzählen.

Und dann betet gemeinsam dafür, dass ihr eure Geschichte irgendjemandem erzählen könnt. In eurer Familie, einer Freundin, einem Mitschüler oder …

Und dann könnt ihr euch in der nächsten Jugendgruppe darüber austauschen, wie es gelaufen ist.

Niemand muss … aber jeder darf.

  • Autor / Autorin: Team TEC:-Redaktion
  • © Deutscher EC-Verband
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