Wozu Gemeinde? / Eingebaut als lebendiger Stein

Einheit | Bibelarbeit
Einheit | Bibelarbeit

Wozu Gemeinde? / Eingebaut als lebendiger Stein

Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Verband: Deutscher EC-Verband
Redaktion: TEC:
Zeitbedarf: 90 Min. (Vorbereitung: 120 Min.)
Bibelstelle: 1. Petrus 2,3-10 anzeigen
Bibelstelle
1. Petrus 2,3-2,10

3* Denn ihr habt ja bereits schmecken dürfen,

wie gut der Herr ist.

4Kommt her zu ihm!

Er ist der lebendige Stein,

der von den Menschen verworfen wurde.

Aber bei Gott ist er erwählt und kostbar.

5Lasst euch auch selbst als lebendige Steine

zur Gemeinde aufbauen.

Sie ist das Haus, in dem Gottes Geist gegenwärtig ist.

So werdet ihr zu einer heiligen Priesterschaft

und bringt Opfer dar, in denen sein Geist wirkt.

Das sind Opfer, die Gott gefallen,

denn sie sind durch Jesus Christus vermittelt.

6* Deshalb heißt es in der Heiligen Schrift:

»Seht, ich lege auf dem Berg Zion

einen ausgewählten, kostbaren Grundstein.

Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.«

7* Für euch ist er kostbar, weil ihr an ihn glaubt.

Aber für diejenigen, die nicht an ihn glauben, gilt:

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Grundstein geworden.

8* Er ist ein Stein, an dem man Anstoß nimmt,

und ein Fels, über den man stolpert.

Sie stoßen sich an ihm,

weil sie dem Wort keinen Glauben schenken.

Doch genau dazu sind sie bestimmt.

9* Aber ihr seid das erwählte Volk:

eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk,

eine Gemeinschaft, die in besonderer Weise zu Gott gehört.

Denn ihr sollt die großen Taten Gottes verkünden.

Er hat euch nämlich aus der Finsternis

in sein wunderbares Licht gerufen.

10* Ihr, die ihr früher nicht sein Volk wart,

seid jetzt Gottes eigenes Volk.

Ihr, die ihr früher kein Erbarmen fandet,

erfahrt jetzt seine Barmherzigkeit.

BasisBibel 2012/2020, © Deutsche Bibelgesellschaft

Anhang:
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1. Vorbemerkungen

Vielfach wird von Jugendlichen die Gemeinde wahrgenommen als ein Ort, der sich nur wenig mit ihrer Lebenswelt überschneidet. Predigten, Liedauswahl und Moderation der Gottesdienste geben nur wenige Möglichkeiten, dass sich Jugendliche damit identifizieren können. Dieser Abend soll nun das Bewusstsein schaffen und schärfen, dass auch Teens trotz unterschiedlicher Interessen, Wünsche und Vorstellungen in der Gemeinde ihren Platz haben. Sie sind mit ihrem Beitrag wichtig und willkommen, um an dem weiterzubauen, was andere begonnen und geprägt haben.

2. Zielgedanke

Die Teens sollen ermutigt werden, ihre Gemeinde als geistliche Heimat zu entdecken und sich als lebendige Steine darin einbauen lassen, um so zur Lebendigkeit beizutragen.

3. Einführung

Simon Petrus richtet seinen ersten Brief an Christen, die in fünf Provinzen Kleinasiens leben, ein Gebiet, das in der heutigen Türkei zu finden ist (1. Petr 1,1). Sie leben dort in der Minderheit und werden wegen ihres Glaubens als Außenseiter behandelt (z. B. 1. Petr 1,1; 4,4). In seinem Schreiben möchte er die Empfänger zu einem konsequenten Leben mit Jesus Christus ermutigen, selbst wenn es manche Nachteile einbringen sollte (z. B. 1. Petr 1,6). Zu Beginn seines Briefes im ersten Kapitel legt er dar, was für ein Glück es bedeutet, durch Jesus ein neuer Mensch werden zu können (1. Petr 1,2-3). Christen sind mit Jesus in einer Liebesbeziehung (1. Petr 1,8) und richten ihr Leben an ihm aus (1. Petr 1,14-15). Gott will unter seinen Leuten wohnen. Die Christen sind lebendige Steine in Gottes Haus (1. Petr 2,5). Sie gehören Gott (1. Petr 2,9) und er baut sie in sein Gebäude so ein, wie es ihm gefällt (1. Petr 2,5). Jeder, der mit Jesus lebt, hat hier seinen Platz, den er ausfüllen kann.

4. Einstieg

Der Raum wird dekoriert mit Absperrband, Baumaterialien (Steine, Sand, Zement …) und Werkzeugen. Die Mitarbeiter erscheinen mit Bauhelm und Blaumann. Die Gruppe wird durch eine Auswahl von Spielen rund um die Baustelle (Schubkarrenrennen, Kistenstapeln, Jenga, Nägel einschlagen, Staffellauf mit Werkzeug und Baumaterial, „Tabu“: Begriffe raten rund um die Baustelle unter Vermeidung naheliegender Wörter; Montagsmaler zum Thema Baustelle …) an das Thema herangeführt. Ein zünftiges Baustellen-Vesper rundet die „Ankomm-Phase“ ab.

5. Hauptteil als Gegenstandslektion

Lesen des Textes 1. Petrus 2,3-10 in der Übertragung „Hoffnung für Alle“.

Petrus vergleicht die Gemeinde mit einem großen Gebäude, das Gott über die Zeiten hinweg errichtet. Er wohnt in seiner Gemeinde. Sie gehört ihm und entspricht seinen Vorstellungen. Und jeder einzelne Christ wird in diesem Gebäude als lebendiger Stein eingebaut. Das klingt erst einmal wie ein Widerspruch. So etwa wie „alter Knabe“ oder „Schnittlauchlocken“ oder „Quadratur des Kreises“ (wer kennt noch mehr?). Ob der Stein als großer Kiesel am Rheinufer liegt oder als Tonziegelstein gebrannt oder als Porenbetonstein dampfgehärtet wird, keiner von ihnen lebt. Von den Handwerkern wird er ja gerade deshalb verwendet, weil er sich nicht verändert, kein Eigenleben entwickelt, sich nicht wehrt, wenn er angepasst wird. Was wäre das für ein Chaos auf der Baustelle, wenn die gemauerte Wand am nächsten Morgen völlig verändert aussehen und an einem anderen Ort stehen würde? Lebendige Steine wären für einen Handwerker nicht zu gebrauchen. Da können wir nur staunen, was Gott sich mit seinem Projekt „Gemeindebau“ zugemutet hat. Er beraubt uns gerade nicht unserer Lebendigkeit, unserer Originalität, unserer Freiheit, unseres Willens, unserer Kräfte und Entscheidungen. Er will uns so lebendig, wie wir sind, als Steine in sein Bauprojekt integrieren. Wenn wir so einen einzelnen Baustein etwas näher betrachten, kann er uns mit seinen verschiedenen Seiten manches verdeutlichen.

5.1 Die schmalen Seiten

Da sind wir miteinander verbunden und stoßen aneinander an. Je nachdem. In einer Gemeinde, die aus lebendigen Steinen besteht, ist das ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Hier ergänzen wir uns. Was der eine nicht kann, liegt dem anderen. Entscheidend ist, dass an allen Seiten, mit denen wir mit anderen in Berührung kommen, uns die Liebe als Mörtel verbindet. So können die Unterschiede eine Bereicherung werden und die Gemeinsamkeiten eine Ermutigung. Ohne diese verbindende Liebe führen die Unterschiede dazu, dass ich andere verachte und die Gemeinsamkeiten dazu, dass ich in ihnen eine Konkurrenz sehe.

Vertiefung Punkt 1: Wie könnt ihr euch im Teenkreis gegenseitig ergänzen?

5.2 Die Unterseite

Damit ruht der Stein auf der tiefer liegenden Schicht. Da wurden schon vor uns Steine eingebaut. Da haben andere bereits eine Grundlage gelegt, auf der wir weiterbauen können. Auch unsere Gemeinde hat eine Geschichte und Prägung. Alles, was wir nun beitragen, geschieht immer auf der Grundlage des Bisherigen. Und auch hier ist entscheidend, dass genügend Mörtel der Liebe zwischen diese Steinreihen kommt.

Vertiefung Punkt 2: Wie würdet ihr die Prägung eurer Gemeinde beschreiben?

5.3 Die Oberseite

Da auch nach uns hier gebaut wird, werden wir auf dieser Seite belastet. Auf dem, was wir gerade bauen, wird wieder weitergebaut. Da kommt auch nach uns eine andere Generation und führt das Bauwerk auf unserer Grundlage fort. Die machen auch wieder einiges anders als wir und manches Mal ist das nicht leicht auszuhalten. Aber mit dem Mörtel der Liebe wird auch das gelingen.

Vertiefung Punkt 3: Wie könnt ihr den Jüngeren helfen, in die Gemeinde hineinzuwachsen?

5.4 Die Außenseite

Das ist die Seite, die von außen gesehen wird. Das, was Menschen an den Christen, an den Gemeinden wahrnehmen, befindet sich auf dieser Seite. Als Gemeinde sind wir immer in eine Öffentlichkeit gestellt. Mit dieser Seite nehmen die Christen auch wahr, was die Menschen außerhalb ihrer Reihen bewegt: ihre Sorgen, Nöte, Erfolge. Christen, die sich als lebendige Steine verstehen, nehmen daran aktiv Anteil. Es gilt, auf Gottes große Taten hinzuweisen (V.9) und einzuladen in seine Nähe. So können weitere Steine eingebaut werden und das Bauwerk wächst.

Vertiefung Punkt 4: Was nehmen die Jugendlichen außerhalb eurer Gruppe an der Gemeinde wahr? Was bewegt sie?

5.5 Die Innenseite

Christen pflegen eine direkte und lebendige Beziehung zu Gott, der in ihrer Mitte lebt. Seine Gegenwart erfüllt die Mauer und hält jeden Stein lebendig und anpassungsfähig. Im Kontakt mit ihm erfahren sie Geborgenheit, Verständnis, empfangen Vergebung und Liebe. Alles, was sie dazu brauchen, kommt von ihm.

Vertiefung Punkt 5: Wie gestaltet ihr eure Beziehung zu Jesus?

6. Abschluss

Gemeinde, bestehend aus lauter lebendigen Steinen, ist nach dem Willen Gottes ein gegenseitiges Geben und Nehmen, ein Tragen und Getragen werden. Jeder hat hier seinen Platz, an dem Gott ihn einfügen möchte. Ein Christ, egal wie alt er ist, braucht eine Gemeinde, um diesen Platz einnehmen zu können. Wie kann das für dich konkret werden?

  • Autor / Autorin: MariusHofmann
  • © Deutscher EC-Verband
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