Wunderbar gestrandetWunderbar gestrandet

Einheit: Wunderbar gestrandet

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Redaktion: echt.
Bibelstelle: Apostelgeschichte 28,1-16
Apostelgeschichte 28,1-28,16

28

Auf der Insel Malta

1Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß. 2Die Leute da erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns gekommen war, und wegen der Kälte.

3Als nun Paulus einen Haufen Reisig zusammenraffte und aufs Feuer legte, fuhr wegen der Hitze eine Schlange heraus und biss sich an seiner Hand fest. 4Als aber die Leute das Tier an seiner Hand hängen sahen, sprachen sie untereinander: Dieser Mensch muss ein Mörder sein, den die Göttin der Rache nicht leben lässt, obgleich er dem Meer entkommen ist. 5Er aber schlenkerte das Tier ins Feuer, und es widerfuhr ihm nichts Übles. 6Sie aber warteten, dass er anschwellen oder plötzlich tot umfallen würde. Als sie nun lange gewartet hatten und sahen, dass ihm nichts Schlimmes widerfuhr, änderten sie ihre Meinung und sagten, er wäre ein Gott.

7In dieser Gegend hatte der angesehenste Mann der Insel, mit Namen Publius, Landgüter; der nahm uns auf und beherbergte uns drei Tage lang freundlich. 8Es geschah aber, dass der Vater des Publius am Fieber und an der Ruhr darniederlag. Zu dem ging Paulus hinein und betete und legte ihm die Hände auf und machte ihn gesund. 9Als das geschehen war, kamen auch die andern Kranken der Insel herbei und ließen sich gesund machen. 10Und sie erwiesen uns große Ehre; und als wir abfuhren, gaben sie uns mit, was wir nötig hatten.

Von Malta nach Rom

11Nach drei Monaten aber fuhren wir ab mit einem Schiff aus Alexandria, das bei der Insel überwintert hatte und das Zeichen der Zwillinge führte. 12Und als wir nach Syrakus kamen, blieben wir drei Tage da. 13Von da fuhren wir die Küste entlang und kamen nach Rhegion; und da am nächsten Tag der Südwind sich erhob, kamen wir in zwei Tagen nach Puteoli. 14Dort fanden wir Brüder und Schwestern und wurden von ihnen gebeten, dass wir sieben Tage dablieben. Und so kamen wir nach Rom. 15Von dort kamen die Brüder, die von uns gehört hatten, uns entgegen bis Forum Appii und Tres-Tabernae. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und gewann Zuversicht.

16Als wir nun nach Rom hineinkamen, wurde Paulus erlaubt, für sich allein zu wohnen mit dem Soldaten, der ihn bewachte.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Michael Soldner beschreibt, wie nützlich Umwege manchmal sein können und entwirft dazu eine Bibelarbeit auf Grundlage von Paulus‘ Umweg auf dem Heimweg nach Rom.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Paulus ist auf der letzten Etappe nach Rom. Doch diese Reise wird noch einmal unterbrochen. Das Schiff, mit dem Paulus unterwegs war, gerät in einen Sturm und die Schiffbrüchigen retten sich auf eine Insel. Diese Insel wird Melite genannt, einige Ausleger setzen dies mit Malta gleich, andere mit einer andern Insel im Ionischen Meer. Auffällig ist, wie die Bewohner der Insel die Schiffbrüchigen aufnehmen und sich um sie kümmern. Obwohl Paulus die Leute als „barbaroi“ (Barbaren) bezeichnet, verhalten sie sich in keiner Weise barbarisch. Sie kümmern sich in vorbildlicher Manier um die Notleidenden.

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2. Bedeutung für den heutigen Leser

a) Unterbrechungen im geplanten Leben können Wunder beherbergen.

Paulus plante bestimmt nicht, in Seenot zu geraten, um nach Melite zu kommen. Er hätte sich erst mal im Jona-Style bei Gott beschweren können, warum es nicht so läuft wie geplant. Paulus nimmt die ungeplante Situation, in die ihn Gott stellt, im Vertrauen an. Menschlich könnte man sagen, Paulus kam vom Regen in die Traufe, erst Schiffbruch, dann Schlange. Paulus vertraut darauf, dass Gott ihn an den richtigen Ort bringt, er weiß sich sicher bei Gott, egal ob Sturm oder Schlange. Das ist für mich ein großes Lernfeld.

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3. Methodik für die Gruppe

Kreativ

Improvisationstheater mit krassen thematischen Sprüngen. (Eine gute Erklärung und Beschreibung zum Improtheater findet ihr hier: http://www.im-freien-fall.de/Improtheater.htm). Vor Beginn verschiedene Themen aufschreiben, z.B. Zugfahrt, Küchengespräch, Skiurlaub, Schreinerei, usw.

Ablauf: Zwei Teilnehmer beginnen mit einem Thema, die anderen können spontan immer eine Person auswechseln. Jeweils nach zwei Minuten gibt der Leiter einen neuen Begriff vor und die Schauspieler müssen sofort darauf reagieren. Das Ziel ist es, die Chancen eines abrupten Situationswechsels zu erkennen.

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  • Autor / Autorin: Michael Soldner
  • © Deutscher EC-Verband