Zieh deine Schuhe aus!Zieh deine Schuhe aus!

Einheit: Zieh deine Schuhe aus!

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 20-25 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Schulung
Redaktion: echt.
Benötigte Materialien: Schild(er) (Zieh Deine Schuhe aus), Schnürsenkel (bunt)
Bibelstelle: 2. Mose 3,1-3,22
2. Mose 3,1-3,22

3

Moses Berufung

1Mose aber hĂĽtete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe ĂĽber die WĂĽste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. 2Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. 3Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. 4Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. 5Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen FĂĽĂźen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!

6Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 7Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. 8Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. 9Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, 10so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.

11Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und fĂĽhre die Israeliten aus Ă„gypten? 12Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ă„gypten gefĂĽhrt hast, werdet ihr Gott dienen auf diesem Berge.

13Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? 14Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. 15Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.

16Darum geh hin und versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: Der Herr, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe mich euer angenommen und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist, 17und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens führen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt. 18Und sie werden auf dich hören. Danach sollst du mit den Ältesten Israels hineingehen zum König von Ägypten und zu ihm sagen: Der Herr, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. Nun wollen wir gehen drei Tagereisen weit in die Wüste, dass wir opfern dem Herrn, unserm Gott. 19Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen, er werde denn gezwungen durch eine starke Hand. 20Daher werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit all den Wundern, die ich darin tun werde. Danach wird er euch ziehen lassen. 21Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht, 22sondern jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silberne und goldene Gefäße und Kleider geben lassen. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern mitgeben und den Ägyptern wegnehmen.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Gott zeigt sich Mose im brennenden Dornbusch und offenbart seinen Namen. Gott ist ein Gott, der sieht, der einen Namen hat, der beruft. Hier wird gezeigt, welche Methoden helfen können, sich diesem Text zu nähern und welche Fragen sich anbieten, um darüber ins Gespräch zu kommen.


Vorschau:

1. Erklärungen zum Text

Mose, ein Mann, der hohe Pläne hatte und dabei erst zum Mörder und anschließend zum Flüchtling wurde, hütet die Schafe seines Schwiegervaters. 40 Jahre ist es her, dass er Ägypten fluchtartig verlassen hatte (2. Mo 2,11ff). Nun ist er Hirte, ein Mann ohne Perspektive, ein Mann auf dem Abstellgleis der Weltgeschichte, gefangen im Alltäglichen. Und genau dort, mitten im Alltag, kommt es nun zur entscheidenden Gottesbegegnung, die seinem Leben eine neue Richtung und Perspektive gibt.

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2. Bedeutung fĂĽr heute

2.1 Gott ist ein Gott, der sieht!

40 Jahre ist Mose unterwegs: erst auf der Flucht, dann mit den Schafen seines Schwiegervaters. Er, der so viel aus seinem Leben hätte machen können, sitzt da in der Einsamkeit. Ein Mörder, ein Schafhirte, nicht mehr der Jüngste. „Selber schuld!“ könnte man jetzt sagen oder auch „Das war´s dann wohl…“, doch Gott greift ein. „Es brauchte einen Tag, Mose aus Ägypten rauszubringen, aber es brauchte 40 Jahre, die Spuren Ägyptens aus dem Herzen Mose zu entfernen.“, so ähnlich formulierte es einmal W.I. Thomas. Gott hat Mose nicht vergessen!

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3. Methodik fĂĽr die Gruppe

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  • Autor / Autorin: Steffi Pfalzer
  • © Deutscher EC-Verband