Luft kann man nicht festhalten

Ein Haschen nach dem Wind ist aussichtslos, Luft kann man nicht festhalten. (Koh 4,6L)

Wie war dein Sommer? Ferien sind ein willkommener Ausgleich, Zeit für Erholung und Ruhe. Alltag ist oft stressig, alle Hände voll zu tun. „Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind“ (Koh 4,6).

Ein Haschen nach dem Wind ist aussichtslos, Luft kann man nicht festhalten. Ein Rat wie ein Bild: Eine offene Hand, in der die Ruhe sich ausruht, und zwei Fäuste, die verkrampft etwas festhalten. Wenn mindestens eine Hand offen wäre, könnte sie etwas empfangen, sich für Neues öffnen. Das wäre eine Balance.

In Schweden heißt das „lagom “ und bedeutet „genau richtig “. Arbeit ist wichtig, um Ziele zu erreichen. Doch zu viel Arbeit führt zu Stress und Burnout. Ruhe ist nötig, um neue Energie zu tanken. Doch zu viel Ruhe kann träge und faul machen.

Gutes Leben braucht Balance; wie bei einer Waage: Arbeit, Stress und Anspannung auf der einen Seite, Ruhe und Entspannung auf der anderen. Ist sie bei dir im Gleichgewicht?

Nimm dir einen Moment Zeit und überlege: Woran möchtest du festhalten, was willst du nicht abgeben an Dingen, die du gern machst? Notiere es auf einen Zettel, falte ihn, bis er in deine Hand passt. Schließe die Hand zur Faust. Nun öffne die andere Hand und strecke sie mit der Handfläche nach oben aus. Deine Hand ist geöffnet, offen für Neues. Sie hält nichts fest, sie ist locker und unverkrampft, wie eine Schale. Sie kann empfangen, was du nicht machen musst. Du bist empfangsbereit für Gottes Segen.

Gebet: Guter Gott, segne uns mit Ruhe, die uns guttut. Schenke uns Weisheit, eine Balance zwischen Arbeit und Ruhe zu finden, lass uns lagom leben, damit wir weder zu viel noch zu wenig tun. Du weißt, was genau richtig ist für uns. Schenke uns, was wir brauchen. Gib uns Mut, Kraft und die Fähigkeit, inmitten der Hektik des Lebens Momente der Besinnung und
Ruhe zu finden. Segne uns, Gott – unser Tun und unser Lassen. Amen

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie eine nie versiegender Bach. (Am 5,24 L)

„We will not be satisfied until justice rolls down like waters and righteousness like a mighty stream.“ Mit diesen Worten erhob Martin Luther King Jr. seine Stimme vor Hunderttausenden auf den Stufen des Lincoln Memorials in seiner Rede „I have a dream“. Es war nicht nur eine politische Rede, sondern ein prophetischer Ruf – tief verwurzelt in der Heiligen Schrift zitiert er Amos 5,24.

Der Prophet Amos wurde von Gott berufen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Er kritisierte ein Volk, das prachtvolle Gottesdienste feierte und zugleich Ungerechtigkeit duldete. Er sprach gegen ein System, das Äußerlichkeit vor Echtheit stellte – Religion ohne Rückgrat, Frömmigkeit ohne Gerechtigkeit.

Martin Luther King Jr. nahm diese Worte auf. In einer Zeit, in der Menschen wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt wurden, in der Gewalt, Armut und Ausgrenzung herrschten, sagte er, dass Gottes Gerechtigkeit sich nicht durch schöne Worte ersetzen lässt.

Mit Blick auf unsere Welt sollten diese Rede und das Bibelwort geradezu hinausgeschrien werden. Wo das Recht oft eine Frage der Herkunft, des Geldbeutels oder des Passes ist. Wo Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und rechte Gewalt wieder laut werden. Und wir sind mittendrin.

Das Bild von Wasser und Bach gefällt mir. Das Eintreten für die Rechte aller soll fließen, nicht tröpfeln. Der Strom der Gerechtigkeit soll nie versiegen, sondern soll uns dauerhaft durchströmen. Wir müssen eine innere Haltung der Treue, Barmherzigkeit und Verantwortung für andere entwickeln. Für Amos und Martin Luther King Jr. ist eine Gesellschaft, die sich christlich nennt und zugleich Rassentrennung, Armut und Ungleichheit duldet, nicht gottgefällig. Für sie ist Glaube und Gerechtigkeit untrennbar verbunden. Damit sind auch wir heute gefragt.

Amos hatte eine Vision.
Martin Luther King Jr. hatte einen Traum.
Wir haben einen Auftrag.

Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10 E)

Es ist Sommer. Ich sitze im Garten und freue mich über die bunten Blumen, die leckeren Himbeeren, die süßen Weintrauben, den Geruch der grünen Wiese und den wohltuenden Schatten der Hecken. Dieser Genuss kommt nicht von ungefähr. Mehrmals die Woche fülle ich frühmorgens meine grüne Gießkanne und versorge die Pflanzen mit Wasser. Damit sie Leben haben in Fülle. Volle Kanne.

So ist das auch mit unserem Leben. Wir sehnen uns nach Leben in Fülle. Was gehört für dich zu einem erfüllten Leben dazu? Freude, Gesundheit, Beziehungen, Zuversicht, innerer und äußerer Friede, bleibende Erlebnisse und Erinnerungen?

Wie bekommen wir erfülltes Leben?
Jesus Christus macht uns ein Angebot:

ER füllt – Jesus Christus selbst ist das Leben. Am Kreuz hat er sich an uns verschenkt und an Ostern den Tod besiegt. Damit wir Leben haben – jetzt und für immer. An Jesus allein hängt alles. In unserem Leben und in der Jugendarbeit. Jesus, wir sehen auf dich.

Er FÜLLT – Jesus Christus will uns beleben. Er gibt großzügig, schenkt volle Kanne ein. Er schenkt im Überfluss, mehr als wir brauchen. Jesus will unser Leben füllen mit seiner Gegenwart, sodass es aufblüht und Früchte bringt. Dazu sollten wir hören, was er zu sagen hat. Die Bibel lesen. Mit Jesus im Gebet reden. Jesus, wir hören auf dich

ERFÜLLT von Gottes Geist dürfen wir fröhlich durchs Leben gehen, getragen und getröstet auch in herausfordernden Zeiten. Wir dürfen vom Überfluss weiterschenken, damit noch mehr Menschen Jesus kennenlernen und erfülltes Leben genießen dürfen. Wir dürfen begründet hoffen, weil Jesus wiederkommen wird. Jesus, wir warten auf dich.

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh 20,29 L)

Wahrscheinlich hat Thomas nie einen Persönlichkeitstest gemacht. Seine wenigen Äußerungen lassen jedoch ahnen, dass er starke Anteile eines Distanz- und Dauermenschen hatte. Zurückhaltend-kritisch, mit leicht depressiv-resignativen Zügen. Jesus hat ihn berufen und bis zum Schluss um sein Vertrauen geworben.


Als Jesus mit seinen Jüngern nach Bethanien aufbricht und ihnen sagt, dass sein Freund Lazarus gestorben ist, will Thomas gleich mit ihm sterben (Joh 11,16). Die Totenerweckung bleibt bei ihm ohne Wirkung. Kurz danach redet Jesus davon, dass sein Tod der Bereitung einer ewigen Heimat für sie alle dienen wird. Er geht davon aus, dass die Jünger wenigstens diesen Part seiner Predigten begriffen haben. Weit gefehlt. Thomas kommentiert: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen“ (Joh 14,5)?


Thomas fehlt, als Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern offenbart. Ihr Zeugnis „Wir haben den Herrn gesehen“ prallt an ihm ab. Er stellt Bedingungen: „Wenn ich nicht …“. Eine Woche mutet er sich den anderen als Zweifler zu. Sie werden täglich mit den Augen gerollt haben. Dann kommt Jesus erneut zu ihnen und geht auf seine Bedingungen ein. Endlich kommt der Durchbruch: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesu Frage muss er hinnehmen:


„Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du?“ Damit erinnert er seinen liebenswerten Zweifler an die vielen Zeichen und Wunder, die sie miteinander verbinden. Die Begegnung endet mit einer Seligpreisung: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“


Im Umgang Jesu mit seinem Jünger zeigen sich seine Geduld und sein Langmut, mit denen er unsere Glaubenswege begleitet. Er hält uns aus, unsere Zweifel, Widersprüche, Forderungen, unseren Unglauben. Dann preist er die Augenblicke selig, wenn sich der Nebel lichtet, wir ihn mit den inneren Augen als den Messias erkennen und neu ins Herz schließen.

Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele (Hebr 6,19 L)

Aufgrund des um ein bis zwei Meter niedrigeren Meeresspiegels im Mittelmeer und den oft vorherrschenden Westwinden kommt man in der Straße von Gibraltar nur gegen den Strom in den Atlantik. Die andauernde Sonneneinstrahlung im Mittelmeer führt dort zu einer stärkeren Salzkonzentration. Das salzhaltigere Wasser sinkt und fließt nah am Meeresgrund als Gegenströmung in den Ozean.

In der Antike konnten die Segler die Meerenge nach Westen nur mit Hilfe eines Treibankers durchqueren. Der trichterförmige Segeltuchsack wurde in die Tiefe des Meeres ausgeworfen. Mit der starken Gegenströmung dort verankert wurde das Schiff allen physikalischen Kräften an der Meeresoberfläche zum Trotz in den Atlantik gezogen.

Ob der unbekannte Verfasser des Hebräerbriefs, wenn er vom Festhalten an der Verheißung schreibt, an einen „klassischen“ Anker dachte oder einen Treibanker vor Augen hatte, bleibt offen. Aber er bezeugt: Beständige Hoffnung gibt es nur, wenn sie uns mit dem Allerheiligsten verbindet. Er verknüpft ewige
Hoffnung mit einer Person: Jesus Christus. Durch sein Sterben für uns am Kreuz von Golgatha hat er die tiefste Tiefe durchlitten. Und er hat damit die Grundlage für eine überlebensnotwendige Gegenströmung vom Tod ins Leben gelegt.

Seit der Auferstehung von Jesus gibt es eine begründete Hoffnung: der menschlich nicht zu überwindende Tod am Ende unseres Lebens führt mit Jesus in der Tiefe verankert unsere Seele in eine unendliche Weite und eine ewige Zukunft.

Dieser Rettungsanker gibt mir Mut und Orientierung für die kleineren und größeren Stürme meines Lebens. Es lohnt sich, sich auch in alltäglichen Fragen mit Jesus zu verankern. Ich möchte seine Gedanken zu meinen Gedanken machen. In hoffnungs-losen Situationen keimt dann neue Hoffnung. Ich erlebe Jesus als sicheren und festen Anker, der mich mit ihm verbunden hoffnungsvoll bewegt.

Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib. (Hebr, 13,3 E)

Die Nonnen Valentina und Tatjana aus dem rumänischen Kloster Piatra Fontanele sind einmal im Monat im Frauengefängnis in Cluj verabredet. Die Fahrt dorthin dauert drei bis vier Stunden und sie besuchen die 72-jährige Liana. Im Gepäck haben sie Hygieneartikel, frisches Obst, Lebensmittel und Kleidung, alles nach Vorschrift abgewogen und verpackt. Diese zweistündigen Treffen im Gefängnis sind den Nonnen wichtig und Liana weiß, sie ist nicht vergessen, sie wird liebevoll und freundschaftlich umsorgt.

Der Monatsspruch fordert uns auf, an diejenigen zu denken, die in Not sind. Zum Beispiel Menschen, die in Bedrängnis geraten sind durch ungerechte Arbeitspolitik, eigenes Fehlverhalten, zwischenmenschliche Konflikte oder gesellschaftliche Missstände. Der Bibelvers erinnert uns an die, die im Schatten der Gesellschaft stehen und oftmals übersehen werden. Die Bibel ruft uns dazu auf, in der Liebe Gottes und durch Gebet über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Das bedeutet konkret, diesen Menschen beizustehen und für sie einzutreten, sie zu trösten und aktiv nach Lösungen zu suchen. Wir sind dazu aufgerufen, die Not der anderen zu spüren, als wäre sie unsere eigene.

Die Nonnen besuchen Menschen in Gefängnissen, empfangen Gefangene bei sich im Gottesdienst und laden diese anschließend zum gemeinsamen Essen an den reich gedeckten und liebevoll dekorierten Tisch im Kloster ein. Es ist ihr Herzensanliegen, dass wir gemeinsam Licht in das Dunkel des Leids bringen.

Gebet: Gott, du siehst das Leiden der Menschen, die in Gefangenschaft und Misshandlung leben. Hilf uns, diese Menschen nicht zu vergessen, sondern uns um sie zu kümmern. Schenke uns ein mitfühlendes Herz, das nicht nur aus der Ferne mitleidet, sondern auch bereit ist, zu handeln. Stärke uns, damit wir der Hoffnung und der Gerechtigkeit ein Zeichen in der Welt setzen. Amen.

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft (Dtn 6,5 E)

Ganz schön viel, was dieser Vers hier fordert. Gott zu lieben mit allem, was man ist und hat. Ist das etwas, das man jemandem vorschreiben kann? Doch der Vers steht ja nicht allein da. Wenn man ihn im Zusammenhang liest, entdeckt man, dass er nicht nur einfach etwas fordert, sondern dass Gott schon in Vorleistung gegangen ist.

Es geht hier nicht darum, alles richtig zu machen, jeden Tag die Bibel zu lesen und immer in den Gottesdienst zu gehen. Es geht nicht um dein Tun, sondern um die Beziehung.

Gott ist einzig und er will dein Gott sein. Er liebt dich und ist für dich da. Deshalb können wir ihn zurück lieben. Nicht aus uns heraus oder weil wir uns besonders anstrengen, sondern nur, weil er uns zuerst geliebt hat und uns annimmt wie wir sind. Das sollen wir uns immer wieder bewusst machen.

Deshalb sind diese Verse auch das Glaubensbekenntnis der Jüdinnen und Juden. Es hängt an ihren Türpfosten, es ist am Gebetsriemen an der Hand und auch am Kopf. Es soll ihr Denken, ihr Handeln und jeden Schritt prägen. Das Wissen: Gott selbst geht mit mir und ich bin sein geliebtes Kind.

Deshalb soll alles, was wir sind, haben, denken und tun von dieser Liebe durchdrungen sein. Wir Christinnen und Christen binden es uns vielleicht nicht an den Kopf oder die Hand. Ich glaube dennoch, dass es gut ist, wenn wir uns immer wieder daran erinnern: Gott liebt uns und diese Liebe soll in unserem Leben Ausdruck finden.

Das schaffe ich nicht immer. Aber ich darf mich daran erinnern und wissen: Gott liebt mich zuerst und schenkt mir seine Liebe immer wieder neu! Das will ich mir hinter die Ohren schreiben.

Zum Nachdenken: Lies Dtn 6,4-9: Welche Dinge im Alltag erinnern einen daran, dass Gottes Liebe über dem Leben steht und diese Liebe das eigene Denken und Handeln durchdringen soll?

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. (Dtn 26,11 E)

Gute Tipps? Immer her damit! Es gibt unzählige Ratgeber und kluge Köpfe, die uns erklären, wie wir unser Leben gut gestalten können. Doch einige der besten Ratschläge sind schon richtig alt – wie dieser hier aus der Bibel.

Mose spricht zum Volk Israel. Nach einer langen Wanderung durch die Wüste gibt er ihnen letzte Anweisungen, bevor sie das verheißene Land betreten. Er beschreibt, wie die Israelitinnen und Israeliten die ersten Früchte ihrer Ernte und den Zehnten – eine Art religiöse Abgabe – vor Gott bringen sollen. Diese Leitlinien sind Teil seiner großen Rede, in der er Gottes Gebote für die neue Generation in Kanaan zusammenfasst. Und dann sagt er etwas Bemerkenswertes: Freut euch gemeinsam über das Gute, das ihr erlebt habt – über das, was Gott in eurem Leben tut und im Leben eurer Liebsten!

Spannend, oder? Mose wusste schon vor tausenden von Jahren, wie wichtig ein dankbarer Blick ist. Wer sich auf das konzentriert, was gut läuft, wird entspannter und zufriedener. Und das Beste daran: Wenn wir Freude und Dankbarkeit teilen, wächst sie – in unseren Familien und bei den Menschen, die uns wichtig sind.
Heute zeigen viele Studien: Dankbarkeit und Freude haben positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, unsere Beziehungen und unsere Lebensenergie. Sie stärken uns im Alltag, fördern unsere Resilienz und helfen uns, mit mehr Zuversicht durchs Leben zu gehen.

Wer lernt, den Blick auf das Gute zu richten, wächst innerlich und entwickelt eine zuversichtliche Grundhaltung. Das macht es einfacher, das Leben mutig, freudig und mit Zufriedenheit zu gestalten.
Also: Nimm diesen alten, kraftvollen Tipp mit in deinen Alltag. Schau auf das Gute, das Gott dir geschenkt hat!

Zum Nachdenken: Wofür bist du dankbar? Wo kannst du heute Gutes entdecken? Was möchtest du davon mit anderen teilen?

Da weinte Jesus. (Joh 11,35 E)

Es war eine unendliche Traurigkeit im Herzen Jesu. Schmerz, Leere und dann die Tränen. Jesus heulte Rotz und Wasser! Er schämte sich nicht dafür. Hier, am Grab seines Freundes Lazarus, neben Maria und Martha, war Jesus einfach nur todtraurig.


Abschiede tun weh. Die Beziehung, um die wir vergeblich gerungen haben. Der geliebte Mensch, der nie mehr durch die Tür kommen wird. Jeder Verlust, von dem wir hören, lässt uns fürchten, wen wir noch verlieren können. Der Tod scheidet. Und dann ist nichts mehr, wie es war. Da fehlt, mit wem man alles besprechen konnte.


Und so stehen sie da, die traurigen Schwestern Maria und Martha und Jesus. Sie weinen und reden. Sie sprechen über das, was noch zu hoffen ist. Martha scheint weiterzugeben, was sie von den vielen Jüdinnen und Juden, die bei der Trauerfeier ebenfalls anwesend sind, gehört hat. „Unser Lazarus wird wieder leben, am jüngsten Tag wird er vom Tod auferweckt.“


Was wird Jesus dazu sagen? Lobt er das Wissen von Martha? Er sagt etwas Ungeheuerliches, etwas, das die, die dabei waren, niemals vergessen haben und so hören wir es bis heute: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.”


Jesus erzählt nicht von einem Leben nach dem Tod. Er sagt: Ich selbst, Jesus, bin das Leben und die Auferstehung. Wer sich mir anvertraut, bekommt daran Anteil: an Leben und Auferstehung. An der oder dem beißt sich der Tod die Zähne aus. Sie gehen zwar auch durch das bittere Sterben, aber nicht vom Leben in den Tod, sondern vom Leben ins Leben. Damit es nicht bei Worten bleibt, spricht Jesus zu dem toten Lazarus: „Komm heraus!“ Lazarus kommt aus dem Grab.


Wenn ein Toter zu neuem Leben erweckt wird, dann bricht Gottes neue Welt an. Die dabei stehen, erfasst fassungsloses Staunen. Jesus gibt ein starkes Zeichen, wie es nur dem Sohn Gottes möglich ist. Sein Trost erschöpft sich nicht in Worten. Sein Trösten ist ein Tun.

Dieses Thema ist enthalten in dem Buch “Du lebst – Noch Fragen” von Bernd Pfalzer und Thorsten Schmidt:

© 2016 Bibellesebund Verlag
© 2016 BORN-Verlag

Dieses Werkbuch bietet zehn kreative Gruppenstunden zu den relevanten Lebensfragen von Teenagern. Es ist eine ideale Arbeitshilfe für Mitarbeitende und Leitende in Teeniekreisen und im kirchlichen Unterricht.

Jede Gruppenstunde lässt sich durch den modularen Aufbau variabel für die Gegebenheit in der Gruppe anpassen. Als Teaser dient jeweils ein Straßeninterview  in Form eines Videos. In der Entfaltung des Themas werden mögliche Antworten auf die Lebensfrage aus mehreren Perspektiven in den Blick genommen. Kern der Einheiten sind methodische Vorschläge zu ausgewählten Bibeltexten, die von den Teenagern im Austausch erschlossen werden. Dieses „Theologisieren mit Jugendlichen“ ermöglicht einen dynamischen Gruppenprozess , in dem jeder Teilnehmer eigene Positionen entfalten und mitteilen kann.
Kreative Bausteine zur gemeinsamen Gestaltung zum Thema vervollständigen das Angebot jeder Gruppenstunde.

Thema 5 – Wie kann ich mit Liebe und Sexualität verantwortlich umgehen?

In der folgenden Tabelle werden mögliche Ablaufpläne für unterschiedliche Gruppensituationen dargestellt.
Bei Jugendgruppen (JU) werden 90-120 Minuten, bei kirchlicher Arbeit (KA) 60–90 Minuten und bei Schülerbibelkreisen (SBK) 15–20 Minuten als Grundlage der Entwürfe angesetzt.
Den Gruppenleitern steht es selbstverständlich frei, von diesem Vorschlag und den Angaben abzuweichen.

PhasenInhaltJUKASBK
1. Motivation1.1. Interaktion:
Spiel: Wahrheit oder Pflicht
10
Min.
1.2. Panorama
Variante A: Musikvideo „Für immer“ von Fettes Brot
Variante B: Streetview
3 – 8
Min.
3 – 10
Min.
3
Min.
2. Erarbeitung2.1. Bibelstory:
2. Samuel 11: Die nackte Frau – der angetane Mann – SEX – und die Konsequenz
4
Min.
4
Min.
4
Min.
2.2. Input:
Infos zum Text
Vier Perspektiven
5 – 8
Min
3 – 4
Min
2 – 4
Min.
2.3. Expedition:
Vier Stationen
32 – 36
Min.
30 – 35
Min.
2.4. Chat:
Variante A: Austausch an den Stationen
Variante B: Separater Austausch
8 – 10
Min.
3 -5
Min.
3. Vertiefung3.1. Input:
Der richtige Rahmen
6 – 10
Min.
4 – 10
Min.
3 – 4
Min.
3.2. Action:
Der richtige Rahmen
10–20
Min.
10 – 15
Min.
3.3. Focus:
Ordnung reflektieren
8 – 10
Min.
4 – 8
Min.
4. Finale4. Finale
Let’s talk
4
Min.
2 – 4
Min.

Vorbemerkung:

Bei diesem Thema müssen sich die Mitarbeitenden vorher klar werden, was für eine Gruppenzusammensetzung sie vorfinden. Haben die Teens schon Vorerfahrungen gesammelt, ist Sex überhaupt schon ein Thema für sie, gibt es Missbrauchserfahrungen etc.? Entsprechend sensibel müssen die Mitarbeitenden auf die Teens eingehen. Für manche Teilnehmende ist das Thema auch peinlich. Daher empfiehlt es sich, die Gruppe in Mädchen und Jungs aufzuteilen.

1. Motivation

1.1 Intro

Spiel: Wahrheit oder Pflicht

Material:
– ggf. Flasche

Spielerklärung:
In jeder Spielrunde ist ein Spieler der Befragte, und muss wählen: Wahrheit oder Pflicht! Bei Wahrheit muss eine Frage wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei Pflicht dagegen muss eine Aufgabe erfüllt werden. Die Frage bzw. Aufgabe wird von dem Spieler bestimmt, der zuletzt an der Reihe war. Ist die Frage beantwortet bzw. die Aufgabe erfüllt, geht es weiter.

Der erste Fragesteller wird von den Mitarbeitenden bestimmt, z. B. der Jüngste oder die Älteste. Anschließend werden durch Flaschendrehen oder der Reihe nach weitere zu Befragende ausgewählt.

=> Alles ist freiwillig, und wer eine Frage nicht beantworten oder eine Aufgabe nicht erfüllen will, darf aussetzen.

1.2 Panorama

Variante A: Musikvideo

Material:
– „Fettes Brot“ – Titel „Für immer“ (letzter Zugriff 01.12.2025)

=> Spielt das Musikvideo „Für immer“ von Fettes Brot ein und tauscht euch anschließend darüber aus. Bei Bedarf kann der Liedtext für die Teilnehmenden ausgedruckt werden, so können sie zum besseren Verständnis den Text mitlesen: Songtext von Fettes Brot – Für immer immer Lyrics (letzter Zugriff 01.12.2025)

Fragen:

– Was bedeutet Liebe in dem Video?
– Was wird in dem Video über Beziehungen deutlich?
– Ist das ein verantwortlicher Umgang mit Liebe und Sexualität?
– Warum?
=> Liebe wird immer als Grundlage genannt.
=> Die Beziehung war für immer ausgelegt.

– Warum nicht?
=> Die Partnerinnen ändern sich häufig.
=> Die Liebe scheint nicht von großer Bedeutung zu sein.
=> Treue spielt keine wichtige Rolle – das „für immer“ wurde nicht so wichtig genommen.

Variante B: Streetview

Material:
– Video Straßenumfrage zum Thema „Wie kann ich mit Liebe und Sexualität verantwortlich umgehen?“
=> Eingebettet in diese Überlegungen schaut sich die Gruppe gemeinsam die Antworten von anderen in der Straßenumfrage an.

Topfrage Juli: Wie kann ich mit Liebe und Sexualität verantwortlich umgehen?

2. Erarbeitung

2.1 Bibelstory

Die nackte Frau – der angetane Mann – SEX – und die Konsequenz

Überleitung:
Nicht nur Fettes Brot kann über Liebe und Sex sprechen, sondern auch die Bibel erzählt ganz ehrlich Geschichten, in denen Menschen Liebe und Sexualität leben.

Material:
– Bibeln für alle
=> Wichtig ist, dass für das Lesen eine einfache Übersetzung/Übertragung gewählt wird. Es bieten sich die „Gute Nachricht“ oder auch die „Volxbibel“ an.
=> Lest gemeinsam die Geschichte aus 2. Samuel 11,1-27

2.2 Input

Verständnisfragen: Infos zum Text

=> Welche Verständnisfragen haben die Teilnehmenden?

=> Das Wesentliche für die Mitarbeitenden im Überblick:
Batseba ist eine verheiratete Frau, die David so gut gefällt, dass er sich nicht zurückhalten kann. Er will sie und er nimmt sie sich. Durch ihr Schäferstündchen brechen Batseba und David die Ehe. Batseba wird dabei schwanger. David möchte nicht, dass die Schwangerschaft auffällt. Sein Plan: Er lässt den Mann von Batseba, Uria, holen, damit der mit seiner Frau schläft und alle denken, das Kind wäre von Uria. Uria ist loyal mit seinen Kollegen, die im Krieg sind. Er geht nicht zu seiner Frau und schläft nicht mit ihr. Selbst als David ihn am zweiten Abend abfüllt, lässt er sich nicht umstimmen. Schließlich gibt es für David nur eine Lösung: Uria muss sterben. Diesen Plan verwirklicht er, indem er ihn beim nächsten Kampf in die erste Reihe stellt. Uria stirbt und Batseba trauert. Nach der Trauerzeit holt David sie zu sich, heiratet sie und sie bekommen das Kind. Allerdings ist das keine „Happy-End-Story“, da Gott Davids Handeln nicht gut findet.

Beobachtungen zum Text: Vier Perspektiven

Reize: Batseba zeigt ungeniert ihre Reize. Sie badet nackt im Freien, sodass der König es von seinem Dach aus sehen kann.
Gier & Macht: David sieht Batseba und lässt sie holen. Er verfügt einfach über sie und spielt seine Macht aus.
Konsequenzen: Sex hat immer Konsequenzen, auch wenn nicht unbedingt eine Schwangerschaft folgt. Bei David und Batseba läuft es nicht nur auf eine ungewollte Schwangerschaft hinaus, sondern auch auf Vertuschungsversuche und Mord.
Der „richtige“ Rahmen für Sex: Batseba ist verheiratet, damit ist für David eigentlich der Rahmen klar abgesteckt. Doch David lässt sich nicht davon abhalten, mit Batseba zu schlafen. Durch den Sex wird Batseba schwanger. Batsebas Mann muss also aus dem Weg geräumt werden. Das ist definitiv nicht der richtige Rahmen für sexuelle Begegnungen.

2.3 Expedition

=> Bildet, wenn möglich, vier Kleingruppen, die sich nun mit den vier oben genannten Aspekten beschäftigen. Die vier Themen werden an vier separaten Stationen behandelt. Gruppe 1 beginnt mit dem Thema „Reize“, Gruppe 2 beginnt mit dem Thema „Macht“ usw. Nach jeweils 7–8 Minuten wird zur nächsten Station gewechselt, solange bis jede Gruppe an jeder Station war.
An den Stationen müssen entweder klare Aufgabenbeschreibungen liegen oder jeweils ein Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Vier Stationen

Station 1: Reize
Material:
– erwachsene, langbeinige, weibliche Puppe aus Hartplastik 
– erwachsene, männliche Puppe aus Hartplastik
– diverse Puppenkleidungsstücke

Die Teilnehmenden sollen beide Puppen entsprechend anziehen:

– Wie würdet ihr sie/ihn „sexy“ einkleiden?
– Was wären angemessene Kleidungsstücke, um die Reize zu verdecken?
– Welche Klamottenkombination geht überhaupt nicht, und warum?

Station 2: Macht

Material:
– YouTube-Kanal „triplexchurch“ – Titel„Ex – Porn Star Jenna Presley talking about her new life – From Pornography to a New found hope (letzter Zugriff 01.12.2025)

Die Teilnehmenden sollen Beispiele erarbeiten, bei denen über Menschen verfügt wird (Pornographie, Prostitution, Missbrauch …).
Gemeinsam schauen sie sich Auszüge aus dem YouTube-Clip von Brittini Ruiz an. Die ehemalige Pornodarstellerin erzählt, wie sie die Zeit als Pornostar erlebt hat und wie sie es geschafft hat, der Sexindustrie den Rücken zu kehren.

=> Achtet bitte darauf, dass jemand das englischsprachige Video übersetzen kann. Die Teilnehmenden, die schlechter Englisch verstehen, sollen nicht benachteiligt werden.

Station 3: Konsequenzen

Material:
– 1 Blatt pro Person
– 1 Pinsel pro Person
– Wasserfarben
– 1 Glas mit Wasser pro Person
=> Die Teilnehmenden sollen anhand eines Bildes verdeutlichen, dass Sex immer Konsequenzen hat.

Jede Person soll auf ein Papier nun einen gelben Streifen pinseln und anschließend einen blauen Streifen darübermalen. Die Farben vermischen sich und es entsteht ein neuer Ton. Nun sollen die Teilnehmenden versuchen, die beiden Ursprungsfarben wieder herzustellen

Impuls:
Gelb und Blau werden sich nicht mehr wieder herstellen lassen. Genauso ist es mit Sex: Er hat immer Konsequenzen.

Station 4: Rahmen

Material:
– verschieden große Bilderrahmen
– verschieden große Bilder

Die Teilnehmenden sollen anhand von verschieden großen Bilderrahmen und verschieden großen Bildern verstehen, dass jedes Bild einen passenden Rahmen braucht. Sie sollen überlegen, welche Strategien es gibt, Bild und Rahmen zusammenzubringen.

2. 4 Chat

Variante A: Austausch an den Stationen

=> Falls genügend Mitarbeitende zur Verfügung stehen, dann können die Fragen direkt an den Stationen (2.3.) besprochen werden.

Variante B: Separater Austausch

=> Anschließend wird mit der ganzen Gruppe über folgende Themen und Fragen gesprochen:

– Reize:
Was bedeutet es, mit seinen Reizen zu spielen? Was wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit seinen Reizen – was bedeutet in dem Zusammenhang „verantwortungsvoll“? Bikini/Badeshorts im Freibad sind okay, in der Schule nicht – warum?
– Pornos:
Ist es wirklich normal, Pornos zu gucken? Kennt ihr Leute, die Pornos gucken, oder habt ihr selbst schon welche angeschaut? Was könnten Gefahren sein, die mit Pornokonsum einhergehen?
Konsequenzen:
Welche Konsequenzen hat Sex? Wie hoch schätzt ihr den Preis dieser Konsequenzen ein? Wie bewertet ihr die einzelnen Konsequenzen?
– Rahmen:
Was könnte ein passender Rahmen für Sexualität sein? Was passiert, wenn dieser Rahmen nicht gegeben ist?

=> Ab einer Gruppengröße von acht Personen ist es hilfreich, wieder Kleingruppen zu bilden – vorausgesetzt, es stehen genügend Mitarbeitende zur Verfügung.

3. Vertiefung

3. 1 Input

Der richtige Rahmen

David und Batseba sind unverantwortlich mit ihrer Liebe und Sexualität umgegangen. Batseba war verheiratet und David und sie hatten keine Beziehung. Die Rahmen-Bedingungen haben bei den beiden nicht gestimmt.
Wenn wir verantwortlich mit Liebe und Sexualität umgehen wollen, dann ist es wichtig, dass der Rahmen dafür stimmt. Es ist wie bei einem Bilder-Rahmen: Wenn der Rahmen für das Glas zu groß ist, der Rahmen also nicht stimmt, kann es zu Scherben, also Verletzungen, kommen.
=> Das kann den Teilnehmenden gut vor Augen geführt werden, in dem der Mitarbeiter einen Bilderrahmen mitbringt, für den das Glas, das darin ist, nicht passt, weshalb er dieses schließlich fallen lässt.

Mögliche Vertiefung
Wenn man ineinander verliebt ist, gibt man sich dem Gegenüber emotional hin. Man teilt Geheimnisse und baut eine intensive Beziehung auf.
Wenn man mit seinem Partner schläft, dann gibt man ihm seinen ganzen Körper hin. Nichts bleibt mehr verdeckt, vom gehassten Doppelkinn bis zur Bauchfalte – der Partner kennt alles. Das ist intim. Deshalb ist es wichtig, dass es im richtigen Rahmen geschieht. Es gibt ganz verschiedene Faktoren für den richtigen Rahmen:

– Seid ihr alt genug?
In Deutschland sind sexuelle Handlungen unter 14 Jahren verboten. Wenn ihr älter als 14 Jahre seid, heißt das noch lange nicht, dass ihr euch reif genug für Sex fühlt.

– Seid ihr bereit füreinander Verantwortung zu übernehmen? Wie wichtig sind euch Treue und Verbindlichkeit?
Liebe hat nichts damit zu tun, was man bekommen möchte, sondern damit, was man selbst bereit ist zu geben.

– Steht ihr soweit auf eigenen Beinen, dass ihr im Fall einer Schwangerschaft füreinander da sein könnt? Bekommt ihr das finanziell hin?
Beim Sex können Kinder entstehen.

– Wie bei David und Batseba kann eine Schwangerschaft ungeplant und überraschend geschehen (selbst wenn man verhütet). Fühlt ihr euch dafür bereit?

– Kennt ihr euch schon lange? Seid ihr miteinander vertraut?
David und Batseba haben sich gerade kennengelernt und landen direkt miteinander in der Kiste. Sie hatten keine Zeit sich kennenzulernen.

– Liebt ihr euch beide oder findet ihr eure/n Partner/in einfach nur heiß und sexy?
David war angetan von Batsebas Schönheit. Ihren Charakter kannte er nicht. Wie sind die Gefühle, die ihr füreinander habt?

– Sex ist mächtig. Bei David und Batseba wird durch Sex eine Ehe zerstört. Seid ihr frei füreinander oder gibt es Beziehungsgeflechte, die ihr vorher klären solltet?

Sex und Beziehungen sind etwas Wunderschönes, wenn sie im richtigen Rahmen gelebt werden. Im falschen Rahmen können sie zu Verletzungen und Scherben führen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf uns selbst aufpassen. Stimmt der Rahmen?

3.2 Action

Ordnung schaffen

Material:
– drei Plakate
– Begriffe, die zugeordnet werden müssen (siehe Download „Ordnung schaffen“)
– verschieden große Bilder
=> Hier sind wieder die Teilnehmenden gefordert. Sie können nun ihre eigene Ordnung erstellen. Dazu wird auf drei große Plakate je einer der folgenden Begriffe geschrieben:

  • Freundschaft
  • Beziehung
  • Ehe

=> Diese Plakate werden nebeneinander auf dem Boden ausgelegt. Die Teilnehmenden erhalten weitere Begriffe auf Moderationskarten (siehe Download), die sie gemeinsam unter die Oberbegriffe sortieren sollen:

– Händchen halten
– Zungenkuss
– sich in Unterwäsche sehen
– zusammen auf dem Bett abhängen
– umarmen
– Geheimnisse teilen
– küssen
– streicheln
– kitzeln
– unter Favorit ins Handy speichern
– Petting
– den Eltern vorstellen
– beieinander übernachten
– massieren
– sich zu zweit treffen
– Sex
– telefonieren
– Spitznamen wie „Hase“, „Schatz“ vergeben
– sich nackt sehen

=> Sie sollen sich miteinander einigen, was sie wo zuordnen. Die Mitarbeitenden sollen die Teilnehmenden alleine ordnen lassen. Sollte es bei einer Karte gar keine Einigung geben, kann diese separat gelegt werden und in der Austauschphase nochmals aufgenommen werden.

3.3 Focus

Ordnung reflektieren

=> Die Mitarbeitenden besprechen mit den Teilnehmenden gemeinsam, warum sie die Ordnung gewählt haben, die nun auf dem Boden sichtbar liegt. Folgende Fragen können die Austauschrunde unterstützen:

– Bei welchen Karten gab es unterschiedliche Meinungen? Warum?
– Welche Karten konnten nicht zugeordnet werden? Warum?
– Ggf. noch mal bewusst auf die eine oder andere Karte eine oder andere Karte eingehen und fragen warum sie den Platz, den sie hat, bekommen hat.

Persönlicher Impuls:
=> Zum Abschluss sollen die Mitarbeitenden sich selbst zu einzelnen Begriffen äußern, ohne die Ordnung der Teilnehmenden zu kritisieren. Möglichkeit:
– Ihr habt „zusammen auf dem Bett abhängen“ bei Freundschaft zugeordnet. Für mich ist mein Bett ein sehr privater Raum, den ich nicht mit vielen Menschen teilen möchte. Deshalb gehört das Abhängen im Bett für mich in eine feste Beziehung.

=> Außerdem ermutigen wir sehr dazu, dass die Mitarbeitenden zu dem Stellung beziehen, was für sie der richtige Rahmen für Sex ist (Vertrauen, Verbindlichkeit, Treue, Exklusivität, Ehe).

4. Finale

Ermutigung: Let’s talk

Von anderen können wir viel lernen. Deshalb suche dir doch ein Paar, das du nach seiner Liebesgeschichte befragst. Wann haben sie zum ersten Mal Händchen gehalten? Wann war klar, dass sie heiraten werden? Sinnvoll ist, dass du zu diesem Paar eine vertrauensvolle Beziehung hast. Mögliche Paare könnten sein: deine Eltern, Großeltern, Pfarrer/in bzw. Pastor/in, Jugendreferent/in oder Jugendkreisleiter/in. Von welcher Liebesgeschichte möchtest du mehr erfahren?

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.

Wechsel zu deinem Konto