Doppelt hält besser!

1. Erklärungen zum Text

V.4-8:

Im Buch der Prediger spielt das Thema „Vergänglichkeit“ eine wichtige Rolle. Der Prediger fängt seine Gedanken ein und lenkt sie auf ein besonders sinnloses Unterfangen. Es geht um Arbeit, Reichtum und Erbe. Und es geht um einen Menschen, der nichts anderes im Leben hat. Keinen anderen Menschen, der mit ihm unterwegs ist. Das Leben dreht sich um Arbeit und Reichtum. Es ist sein ganzer Lebensinhalt. Doch irgendwann kommt die Frage: „Warum mache ich das? Für wen arbeite ich? Warum tue ich mir nichts Gutes?“ Das Ergebnis, zu dem der Prediger kommt, ist erschreckend: Es ist alles vergeblich. Ein äußerst schlechtes Geschäft, auf das sich dieser Mensch eingelassen hat. Es ist wohl der Inbegriff für Sinnlosigkeit: Ein Mensch sammelt pausenlos Reichtümer, gönnt sich nichts Gutes und hat am Ende niemanden, dem er seinen Reichtum überlassen könnte.

V.9-11:

Der Prediger sucht einen Schlüssel – und er findet ihn! Er erkennt, dass eine gute Beziehung ein weitaus höheres Gut ist als alle Reichtümer der Welt. Es lebt sich nicht nur besser zusammen. Es arbeitet sich auch besser gemeinsam. Aber nicht nur in guten Zeiten ist es die bessere Option. Auch wenn das Leben uns zusetzt, sind andere Menschen entscheidend. Denn an manchen Stellen können wir uns selbst nicht helfen. Wir brauchen einen anderen Menschen, der uns zur Seite steht und uns wieder auf die Beine stellt, wenn wir fallen. Denn auch das ist klar: Wenn uns niemand hilft, nützt uns unser ganzes Geld nichts. Jesus greift im Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lk 12) eine ähnliche Geschichte auf und spitzt sie im Blick auf ein verfehltes Lebensziel zu.

V.12:

Der Prediger greift hier ein altes Sprichwort auf, das deutlich macht, dass ein aus drei Schnüren geflochtenes Seil stabiler ist und möglichen Beschädigungen besser standhält. Auch wenn es nicht explizit benannt ist, könnte die dreifache Schnur ein Hinweis darauf sein, dass Gott in einer solchen Beziehung ein stabiler Faktor ist und die Festigkeit erhöht.

2. Bedeutung für heute

Man könnte diese Geschichte 1:1 ins Heute übertragen. Wie oft dreht sich das Leben um diese Dinge: Wir mühen uns um eine gute Bildung, einen lukrativen Beruf. Wir suchen nach einem gutbezahlten Job und opfern diesem Beruf unser Privatleben. Beziehungen kommen zu kurz, weil sie binden und nicht in das Konzept passen. Es fällt vor lauter Geschäftigkeit nicht auf, bis irgendwann klar ist: Da ist niemand, dem ich meinen Reichtum vererben kann. Letztlich habe ich vergeblich gelebt.

Es gibt viele Lebensbereiche und Nöte, die hier anklingen und sehr aktuell sind:

  • Alte Menschen vereinsamen, weil sie keine Familie und keine Freunde haben. Die Pflege wird professionalisiert und zehrt ein vorhandenes Vermögen schnell auf.
  • Die Zahl der Singles nimmt beständig zu. Gerade im städtischen Bereich leben viele Menschen allein. Die Pandemie hat zu einer regelrechten Vereinsamung von Menschen geführt. Sogar das verbliebene Sozialleben am Arbeitsplatz musste dem Homeoffice weichen. Und an vielen Stellen wird künftig aus dieser Not eine vermeintliche Tugend.
  • Manche Unternehmenskonzepte verlagern das Leben komplett an den Arbeitsplatz.
  • Für viele Menschen ist es nach wie vor das höchste Ziel Wohlstand zu erlangen. Wir hören von Topmanagern, die Millionen verdienen, aber sich nichts Gutes tun können, sondern sich in 70-Stunden-Wochen systematisch verheizen.
  • Diana Kinnert beschreibt in ihrem Buch „Die neue Einsamkeit“, die um sich gegriffen hat. Offensichtlich ist es ein brandaktuelles Thema. (Diana Kinnert: Die neue Einsamkeit: Und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können, Hoffmann und Campe-Verlag)
  • Gerade bei der Berufswahl junger Menschen werden wichtige Weichen gestellt. Welches Ziel wird definiert? Möglichst schnell zu Reichtum zu kommen? In Ellenbogenmanier und im Alleingang die oberen Etagen erklimmen, um zu den „Reichen und Schönen“ zu gehören?
  • Immer mehr junge Menschen erleiden erschreckend früh einen Burnout. Diese Krankheit ist nicht unbedingt auf eine Überlastung zurückzuführen, sondern hängt stark mit der Frage der Sinnhaftigkeit zusammen. Erfüllt mich das, wofür ich mich einsetze? Bereichert es mein Leben? Ist es meine Berufung, in der ich mich auch für Gott und andere Menschen einsetzen kann? Oder macht es mich zunehmend einsam? Ich kenne manche Führungskräfte, die Sinnkrisen erleben und in der Folge ausbrennen.

3. Methodik für die Gruppe

Impulsfrage:

Schreibt auf ein großes Papier: „Gott der HERR sprach:

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen – ein Gegenüber, das ihm entspricht.“ (Genesis 2,18). Legt das Blatt in die Mitte und überlegt miteinander, warum es nicht gut ist und warum Gemeinschaft für uns Menschen so wichtig ist. Anschließend lest den Text aus Prediger 4,7-12.

Schlagzeilen:

Sucht im Internet oder in Zeitungen nach Schlagzeilen, in denen es um Reichtum, Einsamkeit und Sinnlosigkeit geht.

Bildkarten:

(z. B. Claus Heragon: Emotionen, Bildimpulse maxi, Heragon-Verlag)

Lest den Bibeltext. Anschließend legt die Bildkarten in die Mitte und wählt die Karten, die eurer Meinung nach am besten zum Ausdruck bringen, was der Bibeltext aussagt. Begründet eure Auswahl.

Genießen:

Der Text spricht davon, sich etwas Gutes zu Gönnen. Gestaltet den Abend mit einem guten Essen, schönen Cocktails, guter Musik, etc., um anschaulich zu machen, dass Genießen ebenfalls eine Form des Gottesdienstes ist, wenn wir die Dinge dankbar aus Gottes Hand nehmen.

Fragen zum Text:

  • Welche Schlagzeilen, Personen und Geschichten fallen euch zu diesem Thema ein?
  • Gott ist ein Gott der Gemeinschaft. Glaube ist keine Solodisziplin, sondern eine „Mannschaftssportart“. Welche biblischen Geschichten fallen euch ein, die einen Gegensatz zu dem Text in Prediger bilden?
  • Wie können wir Beziehungen fördern und dafür sorgen, dass Menschen nicht in die „Einsamkeits- und Sinnlosigkeitsfalle“ tappen, die der Prediger beschreibt?
  • Der Bibeltext wird oft als Trauspruch verwendet. Was lernen wir aus dem Text für eine gesunde und tragfähige Partnerschaft?

4. Ergänzendes Material

Videoclip: Ein Seil entsteht

Ein Seil entsteht – YouTube

Dieser kurze Videoclip beschreibt die Entstehung von Seilbahn-Seilen, die eine enorme Tragkraft aufweisen. Dieser Clip kann als Einstieg für den Bibeltext genutzt werden.

Viktor E. Frankl und der Sinn des Lebens

Videoclip: Viktor Frankl – Der Sinn des Lebens – YouTube

Viktor Frankl ist der Begründer der Logotherapie. Er hat sich sehr grundlegend mit der Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt. Schaut gemeinsam den Videoclip und tauscht euch aus: Wie hängen Frankls Erkenntnisse mit dem Bibeltext zusammen. Welche Antworten trägt der christliche Glaube dazu bei?

Filmtipp: „Dein Weg“ – Martin Sheen

Ein erfolgreicher Arzt begibt sich nach dem Unfalltod seines Sohnes auf dessen Spuren und wandert den Jakobsweg.

Themensammlung mit Bausteinen und Einheiten zum großen Oberthema „Beziehungen“ – zwischen Mensch und Mensch, aber auch zwischen Gott und Mensch – mit dabei Bibelarbeiten, Hintergrundartikel und ein Verweis auf ein Video

Abba (Keine Worte) – Poetry von Marco Michalzik & Manuel Steinhoff

Link zum offiziellen YouTube Video

Perfekt geeignet als Gesprächseinstieg für die Gruppenstunde

Die Geschichte von Juda und Tamar

Erklärungen und Gedanken zum Bibeltext

Was für ein spannender und voller Text, oder? Ich habe beim Vorbereiten dieser Bibelarbeit nochmal ganz neu Begeisterung und Feuer für diese Stelle gefangen und hoffe, euch geht es auch so!

Spannend finde ich ihn deshalb, weil er so viele verschiedene Identifikationsmöglichkeiten bietet: Ist der Leser*in für Onan? Hat Tamar richtig gehandelt oder ist sie eine Lügnerin? Und warum legt sich Juda, der erst vor kurzer Zeit seine Frau verloren hat zu einer vermeintlichen Prostituierten? Kann das überhaupt „richtig“ sein?

Voll ist er deshalb, weil er uns dadurch so viel über das damalige Verständnis von Ehe, Sexualität, Familie und Recht lehrt. Und gleichzeitig so lebensbejahend ist.

Doch eins nach dem anderen. Zunächst mal eine kurze Erklärung, weshalb dieser Text ermöglicht, über „toxische“ oder „ungesunde“ Beziehungen zu sprechen und wer hier überhaupt mit wem eine solche Beziehung hat. Denn eines ist klar: In diesem Text geht es eigentlich nur um Beziehungen. Und die meisten sind in irgendeiner Form ungesund.

Denn direkt am Anfang trennt sich Juda von seiner Familie, in der Beziehung mit Tamar sterben zwei Söhne von Juda und auch zwischen Juda und Tamar scheint nicht alles so sauber zu laufen. Wir könnten also auch andersrum fragen: Welche Beziehung ist in dieser Geschichte überhaut „gesund“?

Wichtig zu wissen ist, dass sich Tamar korrekt verhält und durch ihr Handeln ihr „Recht“ geltend macht. Sie wird in die Familie von Juda verheiratet und bleibt kinderlos. Eine, für die damaligen Verhältnisse, sehr schlechte Situation für Tamar. Denn sowohl waren Kinder damals, viel mehr noch als heute, Altersvorsorge als auch Zeichen der Zugehörigkeit zum Haus von Juda. Nachdem ihr erster und eigentlicher Mann ihr also keine Kinder schenkt, ihr Schwager ihr offensichtlich keine Kinder schenken will und ihr Schwiegervater ihr dann seinen jüngsten Sohn nicht zum Mann macht … sieht Tamar ihr Leben und ihre Existenz bedroht.

Als dann Juda die angemessene Zeit nach dem Tod seiner Frau getrauert hat, auch hier zeigt sich, wie korrekt Tamar handelt, nimmt Tamar die Zügel selbst in die Hand. Sie gibt sich als Prostituierte aus und verschafft sich dadurch das, was ihr zusteht: Kinder vom Hause Juda. Dass Tamars Handeln richtig und sogar das von Juda falsch war, erkennt dann am Ende sogar Juda selbst. Reumütig und mit schlechtem Gewissen gesteht er ein: „Sie ist gerechter als ich; denn ich habe sie meinem Sohn Schela nicht gegeben.“

Die Kinder, die dann als erste Zwillinge der Bibel auf die Welt kommen, werden in Matthäus 1 als direkte Vorfahren von Jesus genannt. Hätte Tamar hier also nicht auf ihr Recht bestanden und es eingefordert… Wer weiß, wie und wann Jesus dann auf die Welt gekommen wäre?

Und das macht den Text für mich so spannend! Auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten Blick interpretieren wir die Geschichte auf die eine oder andere Art und Weise. Aber wenn wir mehr Wissen über die damaligen Verhältnisse, das damalige Leben erlangen, eröffnen sich neue Dimensionen des Textes und damit neue Deutungen.

Bedeutung für Jugendliche und Junge Erwachsene

Beim Lesen der Geschichte habe ich an mehreren Stellen gedacht: Leute, warum redet ihr nicht einfach mal miteinander und klärt das alles?

Sicherlich werden zwischen den einzelnen Ehen und Schritten auch Gespräche geführt worden sein, aber davon lesen wir (leider) nichts in der Bibel.

Und so ist davon auszugehen, dass sowohl Tamar als auch Juda wenig miteinander gesprochen haben. Juda wendet sich erst an Tamar, als er Angst um Schela hat und setzt sie dann vor vollendete Tatsachen: Ich habe Angst um meinen Sohn, daher gebe ich ihn dir nicht zum Mann. Kein Gespräch miteinander, kein gegenseitiges Verständnis und nicht der Versuch, eine gemeinsame Lösung zu finden. Und so muss Tamar einen eigenen Weg gehen und sich selber eine Lösung suchen. Auf den starken Impuls von Juda lässt Tamar einen ähnlich starken Impuls folgen: Sie verkleidet sich als Prostituierte und kommt so zu ihren Kindern.

„Bis einer weint.“ Ein Spruch, den ich oft von meiner Mama gehört habe, wenn meine Brüder und ich mal wieder zu doll miteinander gekämpft haben. Eskalation, bis einer weint, bis sich einer entschuldigt und sich zurückzieht.

Auch Juda und Tamar erleben dieses „bis einer weint.“ In dieser Geschichte ist es Juda, der einen Rückzieher macht und erkennen muss, wohin ihn seine Handlungen geführt haben. Er hat Tamar vor Tatsachen gestellt und wird jetzt von ihr vor Tatsachen gestellt: Du bist der Vater meiner Kinder.

Es grenzt tatsächlich schon an ein Wunder, dass aus dieser ungesunden Beziehung dann noch so großer Segen erwächst.

Dabei waren die jeweiligen Motive total nachvollziehbar und logisch: Tamar wollte ihr (Über)leben sichern und Juda seinen letzten Sohn und damit Stammhalter nicht verlieren. Beides für sich gesehen nachvollziehbare, sogar gute Gründe. Aber wie die beiden damit umgehen ist, was ihre Beziehung ungesund oder toxisch macht: Sie äußern ihre Bedürfnisse nicht. Sie bleiben damit alleine und suchen eigene Wege.

Warum äußert Tamar nicht ihre Bedürfnisse? Sie wird als so starke und eigenständige Frau dargestellt. Doch hier bleibt sie in der Kommunikation passiv.
Warum sucht Juda nicht einen gemeinsamen Weg mit Tamar? Er muss Tamar geschätzt und geachtet haben, sonst hätte er sie nicht seinem Sohn Er zur Frau gegeben. Doch hier setzt er sich über ihren Kopf hinweg.

Warum habe ich im letzten Gespräch mit meiner Frau nicht klar geäußert, was meine Bedürfnisse sind? Warum habe ich beim letzten Mal, als mich ein Mensch auf offener Straße um Geld gebeten hat, gelogen und ihm gesagt, ich hätte gerade kein Geld da? Warum, warum, warum?

Alles Fragen, auf die es schwer möglich ist, eine Antwort zu finden. Diese Dinge passieren, in den meisten Fällen unbewusst, weil wir uns selber unserer Bedürfnisse vielleicht nicht bewusst sind.  Und es auch unmöglich ist, sich jederzeit seiner Bedürfnisse bewusst zu sein.

Aber wie wäre die Geschichte wohl ausgegangen, wenn Juda gesagt hätte:
„Tamar, ich verstehe deinen Wunsch nach Kindern. Aber bitte verstehe auch meine Angst um meinen Sohn. Wie können wir es schaffen, dass du Teil unserer Familie bist und bleibst?“

Oder wenn Tamar gesagt hätte:
„Juda, so langsam mache ich mir Sorgen, dass du mir deinen Sohn nicht zum Mann geben wirst. Ich mache mir Sorgen um meine Gesundheit und meine Zukunft. Wäre es für dich denkbar, dass wir gemeinsam an einem Weg arbeiten, mir diese Sorgen zu nehmen?“

Ich-Botschaften senden, Bedürfnisse kommunizieren, Verständnis füreinander aufbringen. Alles Dinge, die wir theoretisch wissen, die wir schon hundertmal gehört haben. Und doch müssen wir es immer wieder hören und neu einüben.

Ideen für die Umsetzung in der Gruppenstunde, im Hauskreis

Eine Möglichkeit für eine Gruppenstunde kann die Beschäftigung mit der so genannten „Gewaltfreien Kommunikation“ sein. Diese Art der Kommunikation geht davon aus, dass Empathie, also das Einfühlen in die Gedanken und Gefühle des Gegenübers, Grundpfeiler eines gelungenen, gemeinsamen Lebens sein sollte. Und damit auch Grundpfeiler von Kommunikation und gesunden Beziehungen.

Wenn ihr wollt, schaut euch doch mal dieses Video an, welches sehr gut die Annahmen der Gewaltfreien Kommunikation erläutert: https://www.youtube.com/watch?v=r40L9NiH-ZY

Im Anschluss könntet ihr euch gegenseitig diese Fragen beantworten:

  • Welche Vorteile hat die gewaltfreie Kommunikation?
  • Wie wäre das Leben in deiner Familie, Partnerschaft, Stadt oder Schule, wenn die Menschen gewaltfrei kommunizieren würden?
  • Haben Juda und Tamar gewaltfrei miteinander kommuniziert? Haben die beiden Empathie füreinander aufgebaut?
  • Wie fördert und fordert der Glaube an Jesus eine gewaltfreie Kommunikation? Hat Jesus gewaltfrei kommuniziert?
  • Wie kannst du es schaffen die Gewaltfreie Kommunikation mehr in deinem Leben aktiv zu nutzen?
  • Wie wollt ihr innherhalb der Gruppe/des Hauskreises miteinander kommunizieren?
  • Wann fällt es dir leicht und wann fällt es dir schwer über deine eigenen Bedürfnisse zu reden?
  • In welchen Situationen bist du dir deiner Bedürfnisse bewusst und in welchen nicht?
  • Welchen Rahmen braucht Kommunikation, damit sie so gelingen kann, wie die “gewaltfreie Kommunikation” das vorschlägt?
  • Weshalb kann “gewaltfreie Kommunikation” ein Modell für gesunde Beziehung sein?

Themensammlung zu Dingen, Kräften, Mächten, wo wir das Gefühl haben: Die sind nicht von dieser Welt! Konkrete Inhalte des Themenpakets siehe einzelne Einheiten und Bausteine.

Aufgrund der aktuellen Situation haben wir hier ein paar Materialien zusammengestellt, die mit Krieg und Frieden zusammenhängen. Wir hoffen euch können die Einheiten und Bausteine für die Arbeit vor Ort mit der Zielgruppe helfen.

JUST PEOPLE-Kurs – Der Gerechtigkeitskurs, stellt sich mit euch den großen globalen Fragen unserer Zeit! Was kann es sein – das gute und gerechte Leben in unserer vernetzten und zur Höchstleistung angetriebenen Welt? Was hat unser Glaube mit Schöpfungsbewahrung zu tun? Was ist mein persönlicher Auftrag und welche Rolle spielen eigentlich unsere christlichen Gemeinschaften und Kirchen?

„Niemanden zurücklassen“, das ist die große Vision, die hinter den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen steht– und es ist auch der Auftrag, der uns in der Nachfolge Jesu Christi in die Welt sendet. Diese Entdeckungsreise globaler Nächstenliebe lässt euch Zusammenhänge des heutigen Weltgeschehens besser verstehen und lädt dazu ein, Gott als Schöpfer und die Weite unserer Gestaltungsmöglichkeiten zu feiern!

Letztlich stellt sich uns die Frage: Sind wir just people, „nur Menschen“, deren Taten sowieso nichts verändern, oder sind wir just people, „gerechte Menschen“, deren ganze Leben für eine Welt nach Gottes Herzen wirksam werden?

Das Kursbuch:

  • 7 Kurseinheiten (+Einstiegseinheit)
    • WELT – Wie im Himmel so auf Erden?
    • BIBEL – Eine Spurensuche
    • GESELLSCHAFT – Global verbunden
    • AGENDA 2030 – Niemanden zurücklassen
    • KIRCHE – Mittendrin
    • ICH SELBST – Eine andere Welt ist möglich
    • FEIERN – Aus gutem Grund
  • 30+ Methoden zur Auswahl
  • 20+ Challenges für deinen Alltag
  • Tipps für Songs & Worship
  • Vertiefungsfragen & Literatur zum weiterlesen

Das Kursbuch ist bei Micha Deutschland erhältlich und bildet die Grundlage für die Durchführung. Entweder als Begleitbuch für alle Teilnehmenden oder als Vorbereitungs-Tool für individuelle Umsetzungen der Jugendleiter:innen. Das Kursbuch ist für Gering-/Nicht-Verdienende schon für 10 Euro erhältlich.

Die Lernreise „Just People-Kurs“ funktioniert so, wie es euch als einzigartiger „Reisegruppe“ jeweils entspricht. Es gibt kein allgemeingültiges Rezept oder Modell. Stellt euch den Kurs wie einen Baukasten vor, mit dem ihr eure individuellen Erfahrungen gestalten könnt.

Grundsätzlich gilt: Der Just People-Kurs ist kein Trichter, der „richtige“ Meinungen produzieren und falsche aussondern will, sondern eine Einladung zum Austausch und zu gegenseitiger Inspiration.

Diese Leseprobe (PDF) ermöglicht euch einen Einblick in das Kursbuch.

Multimedial

Der Kurs verfügt über eine digitale Begleit-Cloud: Die Just-Cloud. Dort findet ihr Videos, Vertiefungstexte, Druckvorlagen und interessante Links für die multimediale Umsetzung eurer Just People-Reise.

Neugierig auf mehr?

Jetzt reicht´s!
Online-Sammlung mit Ideen und Anregungen für dein Engagement für eine Welt, in der wir gut und nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt leben. weiterlesen

Es kann sehr schwer sein, angesichts des Leidens in der Welt zu beten. Wo soll man nur anfangen? Was kann man sagen? Da es den Engagierten bei Tearfund Deutschland oft genau so ergeht, haben sie einen Gebetsleitfaden entwickelt, der euch eine Starthilfe geben kann.

In dem Leitfaden findet ihr Gebete der Dankbarkeit, Klage und Hoffnung: für die gesamte Schöpfung, für unsere globalen Mitmenschen und für Politiker und Politikerinnen.

Hier könnt ihr den Gebetsleitfaden Für das Klima beten (PDF) herunterladen.

Neugierig auf mehr?

Jetzt reicht´s!
Online-Sammlung mit Ideen und Anregungen für dein Engagement für eine Welt, in der wir gut und nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt leben. weiterlesen

Junge Menschen gestalten die Zukunft der Welt mit und bringen sich, ihre Perspektiven und ihren Glauben mit ein. Der CVJM befähigt sie dabei und fördert Erfahrungsräume und Lernprozesse, um die globale Dimension des eigenen Lebens zu verstehen und handlungsfähig zu werden.

Mit dem Themenheft SDG17plusX werden Methoden, Bausteine und Praxisbeispiele aus dem CVJM, Andachtsideen und Impulse anhand der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Agenda 2030 für die Jugendarbeit vorgestellt, die zur Nachahmung und Weiterentwicklung anregen sollen:

  • Grundsätzliche Überlegungen
  • SDGs und Bibel
  • Bausteine und Praxisbeispiele
  • Ideen und Spotlights

SDG17plusX heißt, jeder CVJM und alle Beteiligten bringen sich, ihren eigenen Glauben und ihr Engagement ein, um zu einer nachhaltigen, friedvollen und gerechten Welt beizutragen.

Das Themenheft ist noch in Arbeit – sobald die Leseprobe zur Verfügung steht, verlinken wir sie euch hier.

Neugierig auf mehr?

Jetzt reicht´s!
Online-Sammlung mit Ideen und Anregungen für dein Engagement für eine Welt, in der wir gut und nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt leben. weiterlesen

Engel

Ich beginne die Arbeit an diesem Artikel am 29. Dezember. Daher starte ich mit den Engeln. Engel waren in den letzten Wochen ständig präsent. Plüschige, kitschige, ästhetische, aus Holz, aus Ton, gemalt, in allen Größen und Formen. Nach dem Gottesdienst am Heiligabend erhielt jeder Gast einen Engel zum Selberbasteln. Die Engel gehören zur Advents- und Weihnachtszeit wie Spekulatius und der Tannenbaum. Das ist auch angemessen, ist es doch ein Engel, der Maria (im Lukasevangelium) bzw. Josef (im Matthäusevangelium) die Geburt Jesu ankündigt, und die Menge der himmlischen Heerschaaren sind es, die den Hirten die frohe Botschaft von der Geburt des Königs in Bethlehem verkündigen.

Im Alten Testament kommen Engel seltener vor, als man meinen könnte. Als Serafen sieht sie Jesaja über dem Altar im Tempel (Jes 6,2.6). Als Cheruben bewachen sie nach dem Sündenfall den Zugang zum Paradies (1. Mose 3,24). Sonst kommen die Cheruben in erster Linie als goldene Schmuckelemente im Zusammenhang mit der Bundeslade vor (2. Mose 25,18 u. a.). Sie symbolisieren vermutlich die Macht und Größe des Gottes, der selbst nicht dargestellt werden kann und darf. Da die Bundeslade auch als Ort angesehen wird, über dem Gott erscheint, wird sie auch als Thron Gottes bezeichnet. Daher heißt es von Gott, dass er über den Cheruben thront (1. Sam 4,4 u.a.). Diese goldenen Cheruben werden mit zwei Flügeln gestaltet. Bei Jesaja 6 haben die Serafen sechs Flügel, wie auch die vier Gestalten in Offenbarung 4. Die vier Gestalten in Hesekiel 1, die vermutlich identisch sind mit den Cherubim in Hesekiel 10, haben dagegen vier Flügel. Wenn sonst im AT oder im NT von einem oder mehreren Engeln die Rede ist, werden Flügel nicht erwähnt!

Dass unsere Engeldarstellungen i. d. R. zwei Flügel aufweisen, dürfte entweder in Anlehnung an die Cherubendarstellungen an der Bundeslade gestaltet sein, oder schlicht von der Beobachtung herrühren, dass Geschöpfe, die fliegen können, ganz überwiegend zwei Flügel haben.

Unser Wort Engel kommt aus dem Griechischen. Im Hebräischen bezeichnet der Begriff mal’ak zunächst ganz schlicht „Bote“. Rund die Hälfte aller Vorkommen dieses Wortes bezeichnen keine Boten Gottes, sondern politische oder militärische Boten. Dann steht in unseren Bibelausgaben auch jeweils „Bote“. Wenn deutlich ist, dass es sich um einen Boten Gottes handelt, übersetzen unsere Bibelausgaben mit „Engel“, wohl um deutlich zu machen, dass es sich nicht um einen menschlichen Boten handelt, sondern dass in diesem „Boten“ die himmlische Wirklichkeit in die Nähe des Menschen kommt. 

Eine häufig wiederkehrende Wendung im AT lautet: „der Engel des Herrn“ oder auch (seltener) „der Engel Gottes“. Während „der Engel des Herrn“ immer im Singular genannt wird, finden sich beim „Engel Gottes“ in der Bibel viermal Pluralformen.

In der apokalyptischen Literatur der Bibel (Daniel, Offenbarung) findet sich der sog. „Deuteengel“, der dem Empfänger die Visionen oder Auditionen entschlüsselt.  

Eine Engellehre findet sich in der Bibel nicht. Im AT entsteht eher der Eindruck, dass der oder die Engel eine Nähe Gottes oder seiner Botschaft veranschaulichen, die zum Schöpfer des Himmels und der Erden anders nicht mehr ausgesagt werden konnte. Während Gott (in sehr menschlichen Bildern) in alten Texten der Bibel z. B. herunterkommt, um Adam und Eva zu suchen (1. Mose 3) oder um nachzuschauen, ob es in Babel (1. Mose 11,8) oder in Sodom und Gomorra (1. Mose 18,20-22) wirklich so schlimm aussieht, wie er gehört hat, wird diese Unmittelbarkeit zu Gott in späteren Texten nicht mehr ausgedrückt. Der Gott, der die Welt geschaffen hat, den der Himmel und aller Himmel Himmel nicht fassen können (1. Kön 8,27), der tritt zu seinen menschlichen Mitarbeitern durch sein Wort in Kontakt und zu seinem Volk durch die Verkündigung seiner menschlichen Boten. Überwiegend heißt es bei den Propheten z. B.: „Und das Wort des Herrn geschah zu …“ Das „Wie“ dieses Geschehens bleibt offen. Nur gelegentlich heißt es: Ein Bote / Engel des Herrn erschien, z. B. dem Elia.

Einen Namen hat ein Engel im AT nur in Daniel 8,10f (Gabriel) und in Daniel 10,13 (Michael).

Von einer Verehrung der Engel ist im AT nirgends die Rede.

Im NT begegnen die Engel vor allem in den Weihnachtserzählungen und bei der Auferstehung. Eine Verehrung von Engeln ist auch hier nicht vorgesehen. Kolosser 2,18 warnt geradezu davor, Engel zu verehren!

Lediglich ein Abschnitt des NT beschäftigt sich ausführlicher mit den Engeln, nämlich Hebräer 1+2. Nachdem der Brief in den ersten drei Versen benannt hat, dass Gott in unüberbietbarer Weise durch Jesus redet, betont er ab Vers 4, dass Jesus „viel höher geworden ist als die Engel“. Ab Vers 5 werden messianische Zitate des AT verschiedenen Engelaussagen gegenübergestellt, um zu unterstreichen: Jesus ist wichtiger als alle Engel zusammen. Zwar geht Jesus in die Niedrigkeit (Hebr 2,7), das soll die Leserinnen und Leser des Briefes aber nicht dazu verleiten, die (vermeintlich stärkeren) Engel für wichtiger zu halten als Jesus Christus. Gerade in seiner Niedrigkeit hat er den Sieg und das Heil für uns erworben. Mit meinen Worten ausgedrückt lautet die Botschaft: „Kümmere Dich nicht um Engel, die sind letztlich unwichtig! Kümmere Dich lieber um Jesus, der ist relevant!“

Offenkundig sieht der Hebräerbrief seine Gemeinde in der Gefahr, den leidenden Jesus gegen machtvolle Engel eintauschen zu wollen. Das ist ein Fehlweg! Vielleicht kann man sogar insgesamt sagen, dass Engellehren in der Geschichte der Kirche mehr zur Verwirrung und zum Sektierertum beigetragen haben, als dass sie geholfen hätten. Hinter die Warnung von Hebräer 1+2 sollten wir nicht zurückgehen.

Im Übrigen ist auch die nicht nur von Versicherungen genutzte Vorstellung eines Schutzengels letztlich irreführend. Es heißt zwar in Psalm 34,8: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.“ Dabei ist das „ihn“ auf den Herrn und nicht auf den Engel bezogen. Und sehr bekannt ist auch Psalm 91,11f: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Diese Textstelle nutzt bekanntlich der Teufel, um Jesus zu versuchen (Mt 4,6). Die breit belegte Grundüberzeugung der Bibel aber lautet: Für den Segen und das Behüten ist Gott zuständig, wie es uns der aaronitische Segen zuspricht (4. Mose 6,24-26). Außerdem gilt: „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ (Ps 121,2). Wenn wir Schutz, Bewahrung und Heil erfahren, dann letztlich immer durch den dreieinen Gott!

Dämonen

Während die Engel im Grunde ein schönes Thema sind, sind die Dämonen ein vielleicht verängstigendes oder verstörendes Thema. In der Bibel ist z. B. von Besessenheit die Rede, von Dämonen, die von Menschen Besitz ergreifen.

Ein Lösungsversuch geht davon aus, dass belastende Krankheitsphänomene (Epilepsie, Schizophrenie usw.), die man in biblischer Zeit nicht „erklären“ konnte, mit einer menschenfeindlichen Macht (Dämonen) in Verbindung gebracht wurden.

Gut möglich, dass es so war, aber natürlich nicht beweisbar. Wer auch immer diesen Gedanken aufnehmen möchte, der hüte sich bitte davor, heute Krankheit – egal welcher Art – mit vermeintlichen dämonischen Kräften in Verbindung zu bringen. Das wird weder den Patientinnen und Patienten, noch der jeweiligen Erkrankung gerecht.

Wenn wir weiter schauen, dann fällt auf, dass über gottfeindliche Mächte im Neuen Testament nicht sehr oft geschrieben wird. Markant ist Epheser 6,12: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

Es gibt in diesem Zusammenhang zwei Probleme und eine Lösung!

Das erste Problem: Mehr wissen wir nicht. Diese „Mächte“ oder „bösen Geister“ werden weder erklärt, noch in irgendeiner Form hergeleitet oder begründet.

Das zweite Problem: Menschen, die sich in diese Thematik hineinbegeben, versinken oftmals darin. Wir haben in der Theologie keine „Dämonologie“! Wir haben aber eine Christologie (Lehre von Christus), eine Soteriologie (Lehre vom Heil), eine Pneumatologie (Lehre vom Heiligen Geist), eine Ekklesiologie (Lehre von der Kirche), eine Eschatologie (Lehre vom Wiederkommen Jesu und von der Ewigkeit). Wer jetzt eigenmächtig sich diesem undefinierten Negativfeld zuwendet, der kann nur spekulieren und versinkt letztlich in diesem selbst gegrabenen Loch. Es ist auch bei diesem Thema sinnvoll, nicht auf den Schrecken, sondern auf die Lösung zu schauen.

Daher jetzt die Lösung: Epheser 6,10-20 handelt von der Waffenrüstung Gottes: umgürtet mit Wahrheit, gepanzert mit Gerechtigkeit (die immer geschenkt ist!), bereit, loszugehen für das Evangelium des Friedens, mit dem Schild des Glaubens und dem Helm des Heils und dem Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Mit meinen Worten: Wir sollten nicht wie das Kaninchen auf die Schlange auf sogenannte böse Mächte starren, sondern als von Jesus begnadete und geliebte Menschen ihm dienen und nachfolgen, dann ist das „Problem“ der Dämonen schon gelöst.

Paulus schreibt in Römer 8,38f: „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel (!) noch Mächte (!) noch Gewalten (!), weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes (!) noch Tiefes (!) noch irgendeine andere Kreatur (!) uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

Dazu sage ich Amen!

[Die Ausrufezeichen stammen übrigens nicht von Paulus.]

Martin Luther hat über den Teufel gedichtet: 

Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt,
tut er uns doch nicht(s); das macht, er ist gericht‘:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Ihr könnt mal überlegen, welches Wörtlein das sein kann.

Schlussbemerkung: In der Offenbarung des Johannes wird viel von Chaos und dem Tier aus dem Abgrund und allen möglichen Horrorszenarien berichtet. Das wäre ein Thema für sich. Eines ist wichtig: Wer der Sieger ist, das wird schon vor dem Chaos in Kapitel 5,5 gesagt.

„Siehe, es hat gesiegt der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids.“

Und dann wird beschrieben, dass da ein Lamm steht, wie geschlachtet!
Also keine Angst, wer auf der Seite des Siegers steht, hat nichts zu befürchten.

Click to access the login or register cheese
Wähle dein Team!

Wähle das Team, für das du jetzt Materialien suchst, oder auf dessen Materialien du zugreifen möchtest.

Du kannst jederzeit oben rechts über das Team-Menü ein anderes Team auswählen.