Maxim: Rückspiegel

Songandacht

Egal, ob du einen Führerschein hast oder nicht – du kennst die Situation: Du bist als Fahrer oder Mitfahrer in einem Auto unterwegs. Am Straßenrand taucht vor dir diese Person auf – sie hält den Daumen oder ein Pappschild raus und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit. Kurz schießt dir der Gedanke in den Kopf: „Eigentlich doch kein Problem, jemanden mal ein paar Kilometer mitzunehmen.” Beim Vorbeifahren treffen sich eure Blicke durch die Windschutzscheibe. Unsicher, fragend. Doch ehe du den Gedanken zu Ende denken, geschweige denn ihn aussprechen kannst, rollt das Auto an der Person am Straßenrand vorbei. Mit einem komischen Gefühl im Bauch schaust du in den Rückspiegel. Die Person steht immer noch da – sie schaut in deine Richtung. „Mist! Chance verpasst!”, seufzst du in dich hinein.

Eben diese Situation beschreibt Maxim in seinem Song Rückspiegel. Es geht um verpasste Chancen. Möglichkeiten, die man vielleicht nur einmal im Leben bekommt. Chancen, die man nicht ergreift. Vielleicht die Möglichkeit, für ein paar Wochen zum Schüleraustausch ins Ausland zu gehen, bei einem Konzert oder Festival dabei zu sein oder sich auf einen Job zu bewerben. Das alles sind Chancen, die man entweder nutzen oder vertun kann.

Vielleicht erkennst du dich in diesem Songtext selbst wieder. Du fragst dich: „Was wäre gewesen, wenn ich mich doch anders entschieden hätte? Wäre vielleicht sogar mein ganzes Leben anders verlaufen?” Und du ärgerst dich und sagst dir selbst: „Shit! Vertan! Ich habe diese einmalige Chance nicht genutzt. Hätte ich damals doch nur nicht so lange gezögert, wäre mutiger gewesen, …”

In der Bibel findest du kaum etwas über verpasste Chancen. Denn es liegt auf der Hand: Geschichten über verpasste Chancen schreiben nur die wenigsten auf – außer vielleicht Maxim in einem Songtext. Denn vor allem genutzte Chancen hinterlassen Spuren – bringen uns weiter, lassen uns neue Erfahrungen machen. Trotzdem findet man in der Bibel einen Text, der den Sachverhalt noch einmal in ein neues Licht stellt. In Prediger 3 heißt es immer wieder, dass alles seine Zeit hat. Viele Beispiele werden da aufgeführt: Da geht’s ums Suchen und Verlieren, ums Weinen und Lachen oder ums Behalten und ums Wegwerfen.

Und damit geht es letztlich auch darum, mutig Chancen zu ergreifen oder sich in einer Situation auch einmal zurückzuhalten und ganz relaxed eine Chance verstreichen zu lassen. Alles hat seine Zeit. Und somit gibt es in deinem Leben Zeiten, in denen du mutig vorangehst und Chancen ergreifst. Aber genauso gibt es auch Zeiten, in denen du zurückhaltender und abwartender sein darfst. Gott kennt dich. Er kennt deine Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Deinen Ärger, aber auch deine Freude. Er weiß genau, was du brauchst und was gut für dich ist. Und das sogar, bevor du es aussprechen kannst (vgl. Mt 6,8).

Den kompletten Plan für unser Leben, den zeigt uns Gott nicht. Er überlässt jeder und jedem selbst die Entscheidung, eine Chance zu ergreifen oder dies auch nicht zu tun. Aber genauso, wie es Maxim im letzten Refrain seines Songs beschreibt, dürfen wir heute und morgen in der Hoffnung und Zuversicht leben, dass Gott unserem Leben eine Richtung gibt, sodass wir am Ende sagen können: „Alles ist okay!”

Songandacht

Wünschen sich die Beginner in die Steinzeit zurück? Haben sie etwas gegen Technik und Fortschritt? Ich glaube, dass es ihnen nicht darum geht, sich in die Rauchzeichenzeit zurückzuwünschen. Es geht ihnen darum, auf die negativen Folgen dieser Entwicklung hinzuweisen. Wir leben in einer Zeit der völligen Freiheit und trotzdem haben wir vor so vielem Angst. Ich habe Angst. Zum Beispiel habe ich Angst davor, aussortiert zu werden. Menschen werden abgehängt. Wer nicht mit der Zeit geht, kann sein Leben von der Datenautobahnbrücke schmeißen. Du bist raus, wenn du nicht mitmachst. Raus zu sein, nicht mehr dazuzugehören, das macht mir Angst.

Angst habe ich auch davor, bei anderen Leute unten durch zu sein. Wenn sie mich ablehnen. Ich glaube, es geht vielen so ähnlich. Darum motzen sie sich online ordentlich auf, zeigen nur ihre Schokoladenseiten. Alles, was nicht passt, wird rausgeschnitten, überabeitet, weggelassen. Wo sind die Menschen, die zu ihren Pickeln und zu ihren schiefen Zähnen stehen? Das ist leichter gesagt als getan. Wer will schon seine Macken zeigen, wenn er sie auch überdecken kann? Allerdings erschaffen wir so eine Scheinwelt. Wir machen uns gegenseitig vor, wie toll wir sind, und belügen uns dabei. „Wir pumpen mit Fotos unsre großen Egos auf, doch sind innerlich so leer wie’n Schokonikolaus.”

Warum verbiegen wir uns so oft vor anderen Menschen? Aus Angst davor, out zu sein! Aus Angst davor, nicht gemocht zu werden! Ich habe für mich beschlossen, dass ich da nicht mehr mitmachen will. Ich will mich nicht mehr verbiegen. Ich will nicht mehr von dieser Angst, out zu sein, bestimmt werden. Ich will nicht Angst davor haben, nicht gemocht zu werden. Dabei hilft mir der Glaube an Gott. In Psalm 56,12 (Lu) sagt einer: „Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?” Mir hilft die Beziehung zu Gott, meine Ängste zu überwinden. Ich vertraue ihm. Ich rede mit ihm über meine Ängste und es tut mir gut, weil er mich ruhig macht. Er schenkt mir Gelassenheit, weil er mich so annimmt, wie ich bin. Ihm muss ich nichts vormachen und trotzdem bin ich ihm wichtig.

Ich mache dir Mut, es genauso zu machen. Stehe zu dir selbst! Sei du selbst! Sei echt! Du bist, so wie du bist, genial und einzigartig! Egal, was andere sagen oder schreiben, Gott findet dich großartig, wie du bist. Mach dich nicht von der Meinung anderer abhängig. Rede mit Gott und erzähle ihm von deinen Ängsten. Vertraue auf Gott und fürchte dich nicht! Du bist großartig!

One Paper Storie

Bibelstellen: 1. Samuel 17,1-50
Zielgedanke: Gott ist größer als alles, was uns Angst macht.

Das Leben läuft oft alles andere als perfekt. Oder zumindest anders als geplant. Manchmal tauchen ganz plötzlich Hindernisse und Herausforderungen auf, die wir bewältigen müssen. Stellt euch vor, ihr geht einen Weg entlang, den ihr gut kennt. Und auf einmal steht da plötzlich ein Zaun! (einen Zaun zeichnen)

Ein neues Schild am Straßenrand weist euch darauf hin, dass ihr hier nicht weitergehen dürft. (rechts oberhalb des Zauns einen Kreis zeichnen, in dem ein weiterer Kreis liegt)

So etwas könnte man eine Herausforderung nennen. Manchmal können aber auch Menschen eine Herausforderung für uns sein. (links oberhalb der Kreise einen Kopf und ein Gesicht zeichnen)

Vielleicht weil sie unfreundlich oder sogar gemein zu uns sind. Es ist gar nicht so einfach, mit so etwas umzugehen. Vielleicht habt ihr euch nach so mancher Begegnung auch schon mal gedacht: „Oh, das ist jetzt nicht so gut gelaufen.“ Herausfordernd können auch die vielen Aufgaben sein, die wir haben und vor denen wir uns gern drücken würden. Zum Beispiel langweilige Arbeitsblätter, die wir als Hausaufgabe aufbekommen haben. (oberhalb des Zauns einen Stapel Arbeitsblätter zeichnen)

Auch Erwachsene haben manchmal so etwas wie Hausaufgaben: Sie müssen die Steuererklärung machen, zur Bank gehen oder Versicherungen abschließen. Das kann so herausfordernd sein, dass sie oft gar nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. (den Kopf vervollständigen und einen Bart zeichnen)

Eine andere Aufgabe, vor der sich Erwachsene gern drücken, ist der unendliche Wäscheberg, der gebügelt werden muss. (oberhalb des Stapels einen Berg zeichnen, der unterhalb des Kopfes endet)

Jede und jeder von uns hat viele Herausforderungen zu meistern. Wir haben oft alle Hände voll zu tun. (links und rechts vom Berg, der nun einen Brustpanzer bildet, je einen Arm zeichnen; der linke Arm ist angewinkelt; der rechte Arm verschwindet hinter den Kreisen, die nun den Schild bilden; die Riemen des Brustpanzers ergänzen)

Große und kleine Aufgaben stehen manchmal wie Riesen vor uns und erscheinen bedrohlich. So wie dieser Riese hier. (der Figur (= Goliath) Helm, Rock und Füße zeichnen; die vertikalen Linien des Zauns als Beinpartie verwenden; das Schild mit Nieten versehen)

Einem solchen Riesen stand David einmal gegenüber, von dem in der Bibel berichtet wird. (für David links neben Goliath eine kleine Figur zeichnen)

Dieser Riese hieß Goliat. Er lachte über alle anderen, nannte sie Feiglinge und wollte ihnen ihr Land rauben. (aus den horizontalen Linien des Zauns eine Hintergrundlandschaft zeichnen)

David war nicht so stark wie der Riese Goliat und hatte auch nicht so eine tolle Ausrüstung wie er. (Goliat einen Speer in die linke Hand zeichnen)

Und selbst wenn er eine gehabt hätte – er hätte gar nicht gewusst, wie er sie einsetzen sollte. Denn David war kein Soldat wie Goliat. Er hatte einen einfachen Beruf: Hirte. Er passte auf seine Schafe auf und beschützte sie vor wilden Tieren. Dabei hatte er eine Sache gelernt: Er konnte mit seiner Steinschleuder selbst weit entfernte Ziele genau treffen. (David eine Steinschleuder in die Hand zeichnen)

David konnte nicht nur mit seiner Steinschleuder umgehen – er war auch gut im Nachdenken. Und so zerbrach er sich den Kopf darüber, wie seine Leute diesen fiesen Riesen loswerden konnten. (rechts hinter Goliat einige Figuren zeichnen)

Sie alle hatten große Angst vor Goliat und dachten, dass sie keine Chance gegen ihn hätten. Selbst der beste Krieger kam sich klein und schwach vor. David war noch kleiner und schwächer als die anderen, aber er vertraute Gott. Deswegen fand er auch den Mut, gegen Goliat anzutreten. Alle anderen lachten ihn dafür aus und glaubten, dass David verlieren würde. Mit vollem Vertrauen auf Gott fasste er sich ein Herz, stellte sich Goliat gegenüber und holte seine Steinschleuder hervor. Er zielte. Und dann flog der Stein. Im nächsten Moment fiel Goliat um. David hatte ihn direkt am Kopf getroffen. (zwischen David und Goliat einen fliegenden Stein zeichnen)

Alle freuten sich, weil David den Riesen besiegt hatte und nun niemand mehr ihr Land haben wollte. (die Figuren im Hintergrund so vervollständigen, dass sie fröhlich wirken)

Wie hatte David das geschafft? David kannte Gott und war ihm ganz nah. Deshalb wusste er: Gott ist größer als alle Riesen zusammen. (über das Bild „Gott ist größer“ schreiben)

Mit Gott an unserer Seite können wir alle Hürden, alle Aufgaben und alles, was uns wie ein Riese erscheint, bewältigen.

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One Paper Storie

Bibelstellen: 1. Mose 15,1-6; 1. Mose 17,1-4.16; 1. Mose 21,1-7
Zielgedanke: Gott steht zu seinem Wort.

Hallo, mein Name ist Eckard. Ich bin eine Echse und wohne in einer wunderschönen Gegend. (eine Eidechse zeichnen)

Am liebsten liege ich auf meinem Lieblingsfelsen hoch oben. (unterhalb der Echse einen Felsen zeichnen)

Von dort aus habe ich einen wunderbaren Ausblick. Es gibt keine Bäume, die die Sicht versperren, sondern nur herrlich viel Sand. Und in der Ferne sieht man ein paar Berge. (eine Bergkette zeichnen)

Ganz in der Nähe von meinem Felsen habe ich vor einiger Zeit etwas beobachtet: Ein Mann und eine Frau kamen vorbei. Ihnen gefiel mein Zuhause anscheinend so gut, dass sie hier gleich ihr Zelt aufschlugen. (ein Zelt zeichnen)

Die beiden waren schon sehr alt, bestimmt fast hundert. Viel älter als ich! Ich bekam mit, wie die beiden miteinander sprachen. Sie waren sehr traurig – und ich bekam auch mit, warum: Sie hatten keine Kinder.

Abraham – so nannte ihn die Frau – war ein Mann, der an Gott glaubte. Und so hörte ich, wie er eines Abends vor das Zelt ging, sich hinkniete und mit seinem Gott über seine Sorgen sprach. (für Abraham eine betende Figur in kniender Haltung zeichnen)

„Gott, was soll ich nur machen? Wem soll ich all das vererben, was ich habe? Jetzt sind Sara und ich schon so alt! Warum haben wir noch immer keinen Sohn? Hast du uns vergessen?“ (vor Abraham mehrere Fragezeichen andeuten)

Abraham schien sehr verzweifelt zu sein. Er fragte Gott: „Bin ich schuld daran, dass wir keine Kinder haben? Vielleicht habe ich ja etwas falsch gemacht. Bist du uns böse, Gott?“ (vor Abraham spiegelverkehrte Fragezeichen andeuten)

Er betete sehr lange. Und als er fertig war, machte er erst mal ein kleines Feuer. Am Lagerfeuer kann man nämlich besonders gut nachdenken. Und bestimmt war ihm mittlerweile auch kalt geworden. (unterhalb der Fragezeichen ein Lagerfeuer zeichnen)

Als er so an seinem Feuer saß, war da plötzlich eine Stimme, die sagte: „Abraham! Mach dir keinen Kopf! Ich sehe dich und verspreche, dir zu helfen!“ Huch? Wer könnte das gewesen sein? Ich konnte von meinem Felsen aus niemanden sehen. Es war aber auch sehr dunkel. Habt ihr eine Idee? (Pause)

Abraham schien sich jedenfalls sehr sicher zu sein, dass es Gottes Stimme war. „Ach Gott!“, habe ich ihn sagen hören. „Was willst du denn machen? Sara und ich sind schon viel zu alt – wir können keine Kinder mehr bekommen! Alles was ich habe, wird an meinen Knecht gehen und nicht in meiner Familie bleiben. Das macht mich so traurig!“ „Vertrau mir!“, sagte Gott. „Du wirst Papa werden! Schau mal nach oben in den Himmel. Siehst du die Sterne?“ (einen Sternenhimmel zeichnen; die Sterne werden später zu dem Wort „Segen“ miteinander verbunden)

„Versuch mal, sie zu zählen“, forderte Gott Abraham auf. „Genau so viele Kinder und Enkel und Urenkel wirst du haben. Ich werde dich mit unzähligen Nachkommen segnen.“ Abraham blickte in den sternenklaren Himmel – und ich auch. (Eckard und Abraham Augen zeichnen, die nach oben blicken)

Wow! Das waren eine Menge Sterne! Habt ihr schon mal versucht, die Sterne am Himmel zu zählen? (Pause)

Als Abraham es versuchte, verzählte er sich die ganze Zeit. Er konnte gar nicht glauben, dass er so viele Nachkommen haben sollte. Und auch ich hatte meine Zweifel – immerhin war er schon ein alter Knacker. Kurz danach zogen er und Sara weiter. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was wohl aus Gottes Versprechen geworden ist. Und wisst ihr was? Gott hat die beiden tatsächlich gesegnet und ihnen einen Sohn geschenkt: Isaak. Das hat mir mein Vetter Edgar erzählt. Gott hat versprochen, dass er sich um die Menschen kümmert und sie segnen will. Wir können ihm vertrauen – auch, wenn es sich um Dinge handelt, die unmöglich scheinen. Er hält, was er verspricht und segnet uns, wenn wir uns an ihn wenden. (die Sterne zu dem Wort „Segen“ verbinden)

Bei Abraham und Sara gab es noch viele Höhen und Tiefen, wie mir Edgar erzählt hat. Sie vertrauten Gott nicht immer. Aber er segnete sie trotzdem. Das zeigt mir: Auch wenn wir Mist bauen oder versuchen, die Dinge auf eigene Art zu regeln: Gottes Segen bleibt! (den Satz vervollständigen: „Gottes Segen bleibt!“)

Das hat Gott uns versprochen – und daran hält er sich.

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One Paper Storie

Bibelstellen: 4. Mose 21,4-9; Lukas 23,32-43; Johannes 3,14-16
Zielgedanke: Wer Jesus vertraut, hat ewiges Leben.

Manchmal gibt es Dinge, die uns aufregen oder einfach nicht so laufen, wie wir uns das gedacht haben. Dann scheint es, als ob das Leben in Schlangenlinien verlaufen würde. (vertikal eine Schlangenlinie ziehen)

Und was machen wir, wenn unser Leben krumm und schief verläuft? Meckern! Das können wir gut. Wir sind Profis darin, in allem etwas Schlechtes zu finden. Das war wahrscheinlich schon immer so.

Auch die Israeliten meckerten ständig und an allem herum. Ihr Leben war aber auch alles andere als normal. Nach der Flucht aus Ägypten erlebten sie Höhen und Tiefen auf dem Weg durch die Wüste. Und nach so langer Zeit auf Wanderschaft, ständig unterwegs durch die Hitze, fingen sie eben an zu jammern. Sie sagten zu Mose und Aaron, die sie anführten: „Warum habt ihr uns aus Ägypten geholt? Damit wir hier sterben? Es gibt kein Brot und kein Wasser, nur immer dieses armselige Manna. Das hängt uns zum Hals heraus!“

Gott ärgerte sich darüber, dass sie über sein gutes Brot motzten und nicht wertschätzten, dass er sie versorgte. Darum schickte er Schlangen, die das Volk bissen. (oben an die Schlangenlinie einen Kopf zeichnen)

Sofort liefen die Israeliten zu Mose und riefen: „Wir haben uns schuldig gemacht! Es war falsch, dass wir uns gegen dich und Gott aufgelehnt haben. Bitte den Herrn, uns von den Schlangen zu befreien!“ Also betete Mose für das Volk. (für Mose links neben die Schlange eine Figur mit erhobenem Arm zeichnen)

Gott antwortete ihm: „Mach eine Schlange aus Bronze und befestige sie an einer Stange. (für die Stange oben und unten an die Schlange je einen Strich zeichnen)

Dann sag den Israeliten: ‚Jeder, der von den Schlangen gebissen wird und die bronzene Schlange ansieht, bleibt am Leben‘.“ Und genau so war es. Wer gebissen wurde und zu Moses Schlange schaute, war gerettet. (Mose Augen zeichnen, die auf die Schlange gerichtet sind)

Wer Gott nicht vertraute und deshalb nicht auf die Schlange sah, der starb. (rechts neben die Schlange eine Figur zeichnen, die nach rechts schaut)

Jesus selbst hat einmal diese Geschichte aus dem Alten Testament erzählt, als er mit einem Mann namens Nikodemus sprach. Er erklärte ihm, dass unser ewiges Leben davon abhängt, ob wir Gott vertrauen – ähnlich wie in der Geschichte mit der Schlange. Jesus sagte zu ihm: „Mose hat in der Wüste eine Schlange aus Bronze an einer Stange aufgerichtet, damit jeder, der sie ansah, am Leben blieb. Genau so soll auch Gottes Sohn erhöht werden. Die Menschen, die dann auf seinen Sohn schauen und an ihn glauben, haben das ewige Leben.“ Nicht ganz leicht zu verstehen, was Jesus damit meinte, oder? Aber wisst ihr was? Das, was später passiert ist, erklärt, was er gemeint hat: Er selbst wurde nämlich ans Kreuz gehängt und damit wie die bronzene Schlange in der Wüste erhöht. (für Jesus eine Figur zeichnen, die am Kreuz hängt; dabei die Stange verwenden)

Neben Jesus hingen zwei Verbrecher am Kreuz. Der erste machte sich über Jesus lustig: „Der kann doch nicht Gott sein, wenn er hier hängt!“ (hinter die Figur rechts ein Kreuz zeichnen)

Der andere Verbrecher erkannte aber, dass Jesus der Retter ist. Voller Vertrauen schaute er auf Jesus. (hinter die Figur links ein Kreuz zeichnen)

Und er bat: „Jesus, bitte denk an mich, wenn du in den Himmel gehst!“ Jesus antwortete ihm: „Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Das Ganze geschah auf dem Berg Golgatha. (unterhalb der Kreuze eine halbrunde Linie ziehen)

Schon vor seinem Tod hat Jesus genau diese Situation beschrieben und erklärt. Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen Sohn für sie hergab. Wer an ihn glaubt, ist gerettet und hat das ewige Leben, sagt Jesus (Johannes 3,16). Das Volk Israel stand damals vor der Entscheidung: auf die Schlange sehen oder nicht? Die Verbrecher hatten die Wahl: Jesus vertrauen oder nicht? Wir haben auch die Wahl, wo wir hinschauen. (über das Bild „Wo schaust du hin?“ schreiben)

Die Frage ist: Vertraust du Jesus?

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Methode

One Paper Stories ist eine visuelle Methode, um auf kreative und eindrückliche Weise Geschichten zu erzählen. Du benötigst dazu nicht mehr als ein großes Blatt Papier, einen schwarzen Stift und den Erzähltext. Aus einfachen Formen und Linien entsteht während des Erzählens Strich für Strich ein Bild – manchmal mit überraschenden Entwicklungen. Durch das Hören und Sehen bleibt die Geschichte bei deinen Zuhörerinnen und Zuhörern umso besser in Erinnerung. Dieses Buch bietet 18 ausgearbeitete biblische Geschichten, damit du die Methode kennenlernen und ausprobieren kannst. Das Wichtigste vorab: Du brauchst keine Vorkenntnisse im Zeichnen, um diese Methode anwenden zu können.

Aufbau

  • Zu Beginn jeder Geschichte werden die Bibelstelle und der Zielgedanke benannt.
  • In der Regel beginnen die Geschichten mit einem weißen Blatt Papier.
  • Der Erzähltext und die dazugehörigen Bilder wechseln sich ab.
  • Die grau geschriebenen Regieanweisungen im Erzähltext erklären dir, was genau du an welcher Stelle zeichnen oder machen musst (z. B. das Blatt drehen).
  • Zeichnungselemente, die im jeweiligen Erzählschritt dazukommen, sind in Schwarz abgebildet, während Zeichnungselemente aus vorherigen Zeichnungsschritten in Grau dargestellt sind.
  • Am Ende jeder Geschichte ist das jeweilige Gesamtbild in Schwarz abgebildet.

Umsetzung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, One Paper Stories umzusetzen: Sie können sowohl im Alleingang als auch im Team erzählt werden. Wenn du in dieser Methode noch nicht erprobt bist, wirst du dich im Team womöglich sicherer fühlen. Wie du es auch machst: Im Vorfeld sollte klar sein, an welcher Stelle in der Geschichte gezeichnet und ob während des Zeichnens weiter erzählt werden soll. Auch ein Probedurchlauf kann nicht schaden – besonders, wenn mehrere Personen involviert sind.

  1. Bei der klassischen Umsetzung erzählt und zeichnet eine einzige Person.
  2. Zeichnen und Erzählen können auch auf zwei Personen aufgeteilt werden. So müssen sich die Personen jeweils auf nur eine Aufgabe konzentrieren.
  3. Die Geschichte kann auch auf mehrere Personen aufgeteilt werden, die jeweils einen Abschnitt erzählen und zeichnen.
  4. Wenn in einer Geschichte mehrere Rollen zu besetzen sind, die einen Redeanteil haben, können diese auf verschiedene Personen aufgeteilt werden – wie in einem Rollenspiel. Eine Person zeichnet währenddessen.

Material

One Paper Stories müssen nicht zwangsläufig auf Papier entstehen. Sie können auf verschiedene Untergründe gezeichnet und je nach Bedarf vergrößert werden (z. B. durch Projektion). Welche Option für dich infrage kommt, hängt zum einen davon ab, was mit dem Bild zur Geschichte geschehen soll (einige Bilder müssen z. B. gedreht, zerrissen oder geknickt werden) und zum anderen von der Größe deines Publikums (je größer das Publikum ist, desto größer sollte auch die Fläche zum Zeichnen sein).

Papier ist eine unkomplizierte Option, die verschiedene Möglichkeiten bietet: Es kann an eine Flipchart gehängt, an einer Tafel oder Wand befestigt oder auf den Boden gelegt werden. Es kann außerdem gedreht, geknickt und zerrissen werden. Dieser Untergrund bietet sich außerdem gut an, wenn du Zeichnungen hauchdünn vorzeichnen möchtest.

Whiteboard und Tafel eignen sich besonders gut, wenn du gerade erst mit der Methode begonnen hast. Sie bieten eine große Fläche zum Zeichnen sowie die Möglichkeit, Zeichnungen zu korrigieren. Jedoch sind sie nicht so flexibel einsetzbar wie Papier.

Leinwände sind langlebiger als Papier und bieten sich an, wenn Bilder für längere Zeit aufgehoben oder ausgestellt werden sollen. Sie können im Anschluss ganz unkompliziert an einer Wand befestigt werden. Sehr feine Zeichnungen lassen sich hierauf allerdings schwieriger anfertigen als auf Papier.

Bei einem größeren Publikum kann ein Overheadprojektor verwendet werden. Das Bild, das auf einer Folie entsteht, kann dann auf unterschiedlichen Höhen und in unterschiedlichen Größen projiziert werden. Ein Nachteil kann sein, dass du beim Erzählen schlechter zu sehen bist, vor allem wenn du sitzt.

Wenn du das Bild zur Geschichte nicht simultan zum Erzählen zeichnen möchtest, kannst du auch eine PowerPoint-Präsentation zeigen. Du kannst die Bilder im Vorfeld erstellen und zu einer Präsentation zusammenfügen. Dies ist jedoch nicht so spannend für das Publikum, wie wenn das Bild „live“ entsteht.

Praktische Tipps

Zeichnen

  • Wenn du dich beim Zeichnen noch unsicher fühlst, kannst du das Bild oder zumindest markante Stellen darin vorzeichnen. Dafür bietet sich Papier am besten an. Wichtig ist, dass die vorgezeichneten Linien für das Publikum nicht zu sehen sind.
  • Du kannst die Zeichnungen nach Belieben erweitern und verändern. Besonders wirkungsvoll werden sie, wenn du unterschiedliche Farben einsetzt – zum Beispiel, um die Aussage einer Geschichte zu unterstützen.
  • Bei dieser Methode kommt es nicht auf künstlerische Qualität an. Es kann sogar sehr amüsant sein und das Publikum zum Schmunzeln bringen, wenn das Bild ein paar Macken bekommt.

Erzählen

  • Die Methode ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Die Geschichten sollten aber im Vorfeld inhaltlich und sprachlich an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden.
  • Du kannst die Geschichten auch mit eigenen Erfahrungen anreichern (z. B. mit Aussagen wie: „Ich habe einmal erlebt, dass …“ oder „Mir geht es manchmal genauso wie …“) – das macht sie persönlicher.
  • Es lohnt sich, etwas mehr Vorbereitung in die Geschichten zu stecken. Denn je flüssiger und freier du sie erzählst, desto eindrücklicher sind sie für dein Publikum. Du musst die Geschichten aber nicht komplett auswendig lernen.
  • Es bietet sich an, die entsprechenden Erzähltexte auf Moderationskarten vorzubereiten. Dabei solltest du besonders die Stellen im Blick haben, an denen etwas gezeichnet werden soll.
  • Damit dein Publikum aufmerksam bei der Sache bleibt, sollte es die Geschichte ohne Probleme mitverfolgen können: Ist die Fläche zum Zeichnen von jedem Platz aus gut zu sehen? Bist du einwandfrei zu hören? Bei größeren Gruppen kann es sinnvoll sein, ein Headset zu benutzen (am besten kein Mikrofon, damit beide Hände frei sind).

Bildfindung

Wir würden uns freuen, wenn du eigene One Paper Stories schreiben würdest! Die Bildfindung ist jedoch nicht immer einfach. Hier ein paar Tipps, um Ideen zu bekommen:

  • Bildideen für eigene biblische One Paper Stories entstehen beim aufmerksamen Lesen biblischer Geschichten. Oft kommen einem schon beim ersten Lesen Bilder, Szenen oder Symbole in den Sinn, die Elemente in der Story sein könnten.
  • Lässt man die Geschichte wie einen Film vor dem inneren Auge abspielen, kann man entdecken, wie sich ein Bild entwickeln könnte.
  • Manchmal hat man aber auch eine tolle Bildidee vor der fertigen Story und sucht dann nach einer biblischen Geschichte, die zur Bildidee passt. So herum geht es auch!
  • Eine besondere Spannung entsteht, wenn für das Publikum nicht sofort klar wird, worauf Erzählung und Bild am Ende abzielen. Durch überraschende Wendungen und Veränderungen von bereits gezeichneten Elementen kann ein zu durchschaubarer Ablauf der Geschichte vermieden werden.

Siehe auch: https://www.praxisverlag-bm.de/pvbm_product/one-paper-stories-9783866872417

Songandacht

Dir ist das Glück ins Gesicht geschrieben. Noch nie zuvor hast du dich so beschenkt gefühlt wie gerade in diesem Moment. Du hast das Gefühl, jede Mauer überwinden zu können, und nichts kann dich dabei aufhalten. Aber nicht, weil du irgendein materielles Geschenk bekommen hast, sondern weil du den Weg nicht mehr allein bestreiten musst.

Während die Sportfreunde Stiller in ihrem Lied „Das Geschenk” eher eine Beziehung oder eine enge Freundschaft zwischen Menschen besingen, beschreibt der Song doch auch unsere Beziehung zu Gott. Er mit dir und du mit ihm. Du bist ein Teil von ihm. Dass Gott immer an dich denkt und jeden deiner Schritte sieht, ist ein unverdientes Geschenk. Weil du ihm so viel bedeutest!

Kennst du das Gefühl, dass dein Leben ein Stück reicher geworden ist, weil du gerade ein unglaubliches Erlebnis mit Gott hattest? Denn mit Gott ist nichts unmöglich. Er ist der, der unserem Leben Farbe gibt und daraus „Tante Emmas wundervollen Fantasienladen” macht. Plötzlich sprudeln die Glücksgefühle einfach nur so in dir hoch, weil du erkennst, dass du mit Gott ein so erfülltes Leben haben kannst. „Er gibt dir in deinem Leben viel Gutes – überreich bist du beschenkt” (Ps 103,5a NGÜ)! Auf diesen Zuspruch kannst du jeden Tag aufs Neue bauen. Aber wie nimmst du dieses Geschenk überhaupt an? Du kannst es ja nicht einfach irgendwo abholen und dann, zu Hause angekommen, nutzen. Also, wie beanspruchst du das Geschenk eines erfüllten Lebens für dich?

Ein aktives Leben mit Gott ist der wichtigste Schritt in die richtige Richtung, denn es liegt in Gottes Natur, uns zu beschenken. Ein Vater will seine Kinder glücklich sehen, er will, dass sie alles Wundervolle in ihrem Leben mitnehmen, was sie nur können. Und nicht anders ist es bei Gott. Er will, dass du in seiner Geschenkekiste kramst und jeden Tag neu daraus überrascht wirst.

Aber was ist mit den Tagen, an denen alles schiefläuft und einfach wirklich nichts Gutes zu entdecken ist? Hat Gott dich an diesen Tagen vergessen? Absolut nicht! Gott kann dich gar nicht vergessen. Du bist in sein Herz gemeißelt, immer präsent in seinen Gedanken. An solchen Tagen entscheide dich dafür, dass du das Geschenk eines erfüllten Lebens in Anspruch nehmen willst, und sei dankbar für die winzig kleinen Dinge, die an diesem Tag gut gelaufen sind. Versuche, dir ein paar Dinge ins Gedächtnis zu rufen, für die du auch an diesem nicht so glücklichen Tag dankbar sein kannst. Mit jeder Sache, für die du Gott Danke sagen wirst, hat dich „das Glück im Visier” und der Tag wird reicher werden, als er es davor war. Es liegt an dir, das Geschenk eines überreich beschenkten Lebens in Anspruch zu nehmen.

Songandacht

Da singt Sarah Connor ein Lied über den Tod. Das ist ja schon mal ziemlich freaky, denn schließlich ist sie noch nicht mal 40 Jahre alt. Aber noch krasser ist, wie sie sich ihre Beerdigung vorstellt: Die Menschen, die sie liebt, sollen nicht trauern, sondern sich freuen, sie sollen feiern, tanzen und lächeln. Aber geht das überhaupt? Wenn wir einen Menschen verlieren, den wir lieben, dann können wir doch nicht so tun, als wäre das schön! Gerade dann sind wir doch einfach traurig. Weil uns dieser Mensch unendlich fehlt und weil wir vielleicht Angst vor der Zukunft ohne diesen lieben Menschen haben.

Aber die Idee, dass wir auf Beerdigungen auch lachen, dass wir dankbar sind für das Leben und die gemeinsamen Erinnerungen, das ist keine neue Idee. Es gibt sogar noch einen guten Grund, neben all der Trauer auch wieder Hoffnung zu schöpfen, auch wenn es um den Tod geht. Christen glauben nämlich, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass das Leben stärker ist als der Tod. Weil Jesus, der Sohn Gottes, vom Tod auferstanden ist. Der Tod ist nicht mehr das schreckliche Ende eines Lebens, sondern der Start in ein neues, anderes Leben in Gottes Unendlichkeit. Dafür gibt es keine Beweise. Aber wir können es glauben und manchmal auch spüren. „Niemand von uns lebt für sich selbst und niemand stirbt für sich selbst. Wenn wir leben, leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, sterben wir für den Herrn. Wir gehören dem Herrn im Leben und im Tod” (Röm 14,7-8 GNB). So steht es in der Bibel. Das heißt: In dem Moment, in dem wir zu Gott gehören, kann uns nichts von ihm trennen. Nicht mal der Tod. Auch wenn wir die Menschen, die gestorben sind, nicht mehr um uns haben, so sind wir doch durch Gott mit ihnen verbunden. Der Bibeltext geht noch weiter: „Denn Christus ist gestorben und wieder lebendig geworden, um Herr zu sein über alle, Tote wie Lebende” (Röm 14,9 GNB).

Trotzdem fühlen wir den Tod natürlich oft als endgültige Trennung von einem Menschen. Und es ist auch richtig, zu trauern, zu weinen und zu klagen. Aber es bleibt von einem Menschen auch immer viel zurück: in den Erinnerungen, aber auch weil Menschen uns selbst prägen. Und es bleibt die Hoffnung, dass es kein endgültiger Abschied ist, weil wir uns in Gottes Ewigkeit wiedersehen. Auch wenn das unsere Vorstellungskraft übersteigt, kann es ein Trost für uns sein. Gott verspricht: Das Leben in seiner Welt wird gut und vollkommen. Es gibt dort keine Schmerzen, keinen Streit, keine Tränen. Wow! Und auch deshalb können wir neben aller Angst und Trauer so etwas wie hoffnungsvolle Freude und Trost fühlen. Denn der Tod ist nicht das Ende.

Impulsfragen:
Hast du dir schon mal Gedanken über den Tod gemacht?
Was stellst du dir vor, was kommt nach dem Tod?
Wie fühlt sich die Idee an, dass am Grab gefeiert, getanzt, gelächelt wird?
Wenn du an deinen Tod denkst, dann …

Filmtipps:
About a girl
7 Leben
Das Beste kommt zum Schluss
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Das Leben ist nichts für Feiglinge
Wer früher stirbt, ist länger tot
Serie: Club der roten Bänder

Songandacht

Da bekommst du es mit der Angst zu tun. Über deinem Kopf schlägt das Wasser zusammen. Mit Mühe kämpfst du dich an die Wasseroberfläche zurück. Dein einziges Ziel ist es, nicht zu ertrinken. Du versucht, nach Hilfe zu rufen. Du fürchtest dich davor unterzugehen. Es ist ein Kampf, der für dich alles entscheidet.
Manchmal scheint es, als würdest du den Boden unter den Füßen verlieren. Du streitest dich mit deinem besten Freund, du wirst von deinen Klassenkameraden gemobbt oder du verlierst einen geliebten Menschen. In solchen Momenten fühlst du dich allein gelassen. Du spürst nichts von Gottes Gegenwart. Das, woran du geglaubt hast, ergibt plötzlich keinen Sinn mehr. Stattdessen bleiben nur noch Fragen: Wo ist dieser Gott? Ist Gott nicht ein liebender Vater? Verspricht uns Gott in der Bibel nicht, dass er mich nie allein lassen wird? Wieso kann ich ihn nicht mehr spüren? Die Zweifel werden zu Wellen, die über dir zusammenschlagen. Du hast Angst darin zu ertrinken.

Oliver Sykes, der Sänger von „Bring Me The Horizon”, schreit in seinem Lied „Drown” solche Fragen der Verzweiflung: „Who will fix me now? Dive in when I’m down?” – Wer kann mir helfen und mich jetzt noch heilen? Wer macht sich die Mühe und springt ins Wasser, wenn ich schon bis zum Grund gesunken bin? Der Sänger bringt seine Zweifel deutlich zum Ausdruck und verschafft ihnen Gehör. Gerade in seiner Verzweiflung beschließt er nicht aufzugeben, sondern diese Fragen dem Zweifel zum Trotz zu stellen. Er möchte nicht aufgeben, sondern um Antworten ringen.

Mich erinnert dieses Schreien und dieses Kämpfen sehr an Jakobs Kampf am Fluss Jabbok (1. Mose 32,23-33). Als Jakob den Fluss überqueren möchte, gerät er in einen Kampf mit einem Unbekannten. Die ganze Nacht ringt Jakob mit dieser Person, kann sie aber nicht besiegen. Obwohl Jakob verletzt wird, gibt er nicht auf, sondern zwingt seinen Gegner, ihn zu segnen. Da offenbart sich dieser Unbekannte als Gott selbst und segnet Jakob. Für Jakob ist es ein Kampf, dessen Ausgang für ihn alles bedeutet. Er sehnt sich nach dem Segen Gottes. Dafür ist er bereit, alles zu geben und eine Verletzung in Kauf zu nehmen. Jakob ringt mit Gott. Er fordert von Gott das ein, wonach er sich sehnt.

Wie gehen wir damit um, wenn wir drohen in unseren Fragen zu ertrinken? Kämpfen wir darum nicht unterzugehen? Es ist wichtig, dass wir unseren Zweifeln Raum und Gehör verschaffen. Zu jedem Glauben gehört auch der Zweifel dazu. In den Psalmen wird deutlich, dass es normal ist, an Gott und seiner Nähe zu zweifeln. Doch entscheidend ist, dass wir uns bewusst sind, an wen wir unsere Zweifel richten können. Wir dürfen uns sicher sein, dass es bei Gott einen Platz dafür gibt.

Wenn du an Gottes Liebe und seiner Nähe zweifelst, möchte ich dich einladen, mit Gott zu kämpfen. Gib nicht auf, wenn dir die Zweifel die Luft abschnüren! Schreie Gott deine Fragen und Zweifel zu. Halte dich an Gottes Versprechen fest, dass er dir nahe sein möchte, selbst wenn du zweifelst. Fordere Gott dazu auf, sein Versprechen wahr zu machen. Ich möchte dich ermutigen: Zweifle laut, denn solange du noch zweifelst und fragst, hast du diesen Kampf noch nicht aufgegeben.

Songandacht

Wer wünscht sich nicht so eine Person? Egal, ob als Partner, Partnerin oder als besten Freund, beste Freundin. Jemanden, mit dem du die ganze Nacht wach liegen und in den Himmel starren kannst. Der dich einfach in den Arm nimmt und dich nah an sich drückt, sodass du deine Probleme vergessen kannst und sich alles um dich herum friedlich anfühlt. Weil du weißt, dass niemand dich besser kennt, niemand dich besser versteht, niemand besser weiß, was gerade in dir vorgeht als diese Person. Und niemand findet bessere Worte, um dich zu trösten und zu ermutigen, als sie.

Nach diesem unglaublichen Gefühl der Vertrautheit zu einer anderen Person – der Verbundenheit zu einem Freund, einer Freundin, wie man sie zu niemandem sonst auf der Welt hat – suchen fast alle Menschen. Deshalb beschreiben so viele Lieder, Gedichte und Filme, wie Menschen auf der Suche nach dieser tiefen Liebe sind, die glücklicher macht als alles andere. Und es gibt auch die Geschichten von Menschen, die diese Person gefunden haben, der man so vertrauen kann. Etwa den besten Freund, den man seit der 1. Klasse kennt, oder die eigene Ehefrau, die man früher noch nicht mal anzusprechen traute.

Doch egal, ob du nach diesem Gefühl, von dem Jasmine Thompson singt, suchst oder nicht, ein anderes Gefühl hast du wahrscheinlich schon erlebt. Und zwar das genaue Gegenteil von Vertrauen und Liebe: Betrug, Angst und Verletzungen. Am schlimmsten sind diese Gefühle, wenn gerade die Person dich anlügt und hinter deinem Rücken über dich redet, von der du dachtest, dass ihr die vertrauensvollste und die liebevollste Beziehung habt, die es gibt. Selbst die glücklichsten Paare müssen manchmal schwierige Phasen in ihrer Beziehung überstehen – und manchmal scheitern sie auch daran. Diese ideale Traumvorstellung einer Freundschaft mit tiefer Liebe, unglaublichen Gefühle und intimem Vertrauen, wie sie in diesem Lied besungen wird, scheint es in der echten Welt nicht zu geben – zumindest nicht ohne gelegentliche Schwierigkeiten.

„Ain’t Nobody” ist nicht das einzige Lied, das von einer perfekten Beziehung spricht. Auch der Singer-Songwriter König David besingt in Psalm 139 genau so eine Traumbeziehung. Dabei geht es nicht um zwei Menschen. Es geht um die Beziehung zwischen dir und Gott. In diesem Lied geht es nicht um eine träumerische Wunschvorstellung, sondern um tatsächliche Realität! David schreibt davon, dass Gott dich durch und durch kennt. Er weiß genau, was du gerade tust, und er versteht auch, warum du denkst, was du denkst. Er kann nachvollziehen, warum du das tust, was du tust, und bei all dem begleitet und beschützt er dich.

Der Wunsch nach einer Person, der man blind vertrauen und alles um einen herum vergessen kann, sich beschützt und verstanden fühlt, kann bei Gott gestillt werden. David beschreibt auch, warum gerade Gott diese Idealbeziehung mit dir führen kann: Er hat dich geschaffen. Er hat seine ganze Leidenschaft und Begeisterung genutzt, um dich so zu machen, wie du bist. Daher kennt er dich nicht nur am besten, sondern dadurch hat er zu dir eine Beziehung aufgebaut, die auf vollkommener Liebe gründet. Niemand liebt dich besser, macht dich glücklicher, kann dir besser dieses Gefühl des Vertrauens geben als Gott.

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