Allein durch Gnade: Luthers TurmerlebnisAllein durch Gnade: Luthers Turmerlebnis

Allein durch Gnade: Luthers Turmerlebnis

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 15-45 Min. (Vorbereitung: 5 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Bibelstelle: Römer 1,17

Eine Erzählung zu einer von Luthers zentralen Erkenntnissen – mit Andachtsidee zum Thema „Muss, oder kann ich etwas dafür tun Gott zu gefallen?“


Vorschau:

Zielgedanke

Ich muss nicht erst etwas Gutes tun, um von Gott geliebt zu werden. Es reicht zu glauben, dass es Gott gibt.

 

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Das sogenannte Turmerlebnis Luthers, also seine Erkenntnis, dass allein der Glaube uns vor Gott gerecht macht (Röm 1,17), ist heute die Basis unseres evangelischen Glaubens. Was für uns selbstverständlich ist, war zu Luthers Zeiten eine Revolution.

Wir wissen, dass man sich Gottes Liebe nicht erarbeiten kann. Dennoch ertappen wir uns hin und wieder selbst dabei, zu denken, dass wir auf irgendeine Art und Weise „Bonuspunkte“ bei Gott sammeln müssten. Es fällt uns schwer zu glauben, dass wir nur durch den Glauben an Jesus gerettet sind und selbst nichts dazu tun können. Es ist menschlich, dass wir immer etwas leisten wollen, um beliebt oder gut zu sein. Gleichzeitig wissen wir, dass ein Glaube ohne Auswirkungen auf unser Leben keinen Wert hat. Der Glaube soll mich ermutigen, anderen Menschen zu helfen, mich für die Schöpfung einzusetzen, usw. Nur zu sagen „ich glaube an Gott“, ohne meinem Nächsten zu helfen, ist auch nicht biblisch.

Diese Spannung zwischen: Der Glaube allein macht mich gerecht, also richtig und gut vor Gott, und ein Glaube ohne Taten ist ein toter Glaube, ist für uns heute – wie für Luther damals – eine Herausforderung.

 

Erlebniswelt der Kinder

Nicht ganz so stark wie bei Erwachsenen, aber auch bei Kindern ist der Leistungsgedanke sehr ausgeprägt. Ich bekomme nur etwas, wenn ich gute Noten abliefere, anständig oder fleißig bin. Dieser Gedanke ist in uns Menschen tief verankert. Er macht auch vor den Kindern nicht Halt und wird in Schule, Verein, usw. eingefordert. Man muss etwas leisten, um anerkannt zu sein. Dieser Gedanke ist nicht nur negativ. Ohne die Motivation, etwas gut oder besser zu machen, würde sich auch nichts in dieser Welt bewegen.

Es ist daher nicht so einfach, den Kindern zu erklären, dass sie nichts tun müssen, um von Gott geliebt zu sein. Das entspricht nicht unserem menschlichen und gesellschaftlichen Denken. Aber der Glaube an Gott reicht.

 

Einstieg

Wenn die Kinder in die Jungscharstunde kommen ist der Weg in den Gruppenraum mit kleinen Hindernissen (eine Art Parcours) erschwert. Evtl. stellen sich die Mitarbeitenden an verschiedene Hindernisse und lassen die Kinder nur dann durchgehen, wenn sie schwierige Fragen beantwortet haben.

Die Kinder können so nachvollziehen, wie sich Luther vor seinem Turmerlebnis vorgestellt hat, der Weg zu Gott sei schwer und voller Hindernisse.

 

Erzählung

Draußen dämmert es schon und langsam wird es dunkel in dem kleinen Zimmer. Martin zündet eine zweite Kerze an, damit er besser sehen kann. Eigentlich soll er eine Unterrichtsstunde für seine Studenten vorbereiten, aber er kann sich nicht so richtig auf den Bibeltext vor ihm, den Brief des Paulus an die Römer, konzentrieren. Zu oft schweift er mit seinen Gedanken ab.

Halblaut liest er Vers 17 im ersten Kapitel: …

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  • Autor / Autorin: Markus Röcker
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg