Andachtsreihe „Unterwegs“Andachtsreihe „Unterwegs“

Andachtsreihe "Unterwegs"

Andacht

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Jugendliche (15-19 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Corona Spezial, Freizeiten
Themenstellung: Abendabschluss
Redaktion: 5 Sterne Sommer

Unterwegs

1. Mose 12, 1-9

Als er die Anhöhe erreicht… sieht er noch einmal zurück.
Zurück auf den Ort,
in dem er Jahre seines Lebens verbracht hat.
Nun war er im Begriff, diesen Ort für immer zu verlassen.

Vielleicht… vielleicht zögert er in diesem Moment noch einmal.
Vielleicht hat Abram sich in diesem Augenblick noch einmal gefragt, ob er es wohl irgendwann bereuen würde…
alles hinter sich zu lassen…
seine Heimat, seine Familie, die Freunde, die Sicherheiten, all das Vertraute… das alles loszulassen, zurückzulassen, um…
ja… um… um was eigentlich?

Was war das Ziel?
Was würde er gewinnen?

„Geh“ – hatte Gott gesagt – „Geh… in ein Land das ich dir zeigen werde.
Und ich werde dich zu einem großen Volk machen und dich segnen.“

Abram wusste so wenig.
Wo würde dieses Land sein?
Wie lange würde die Reise gehen?
Was heißt „zu einem großen Volk machen“?
Was heißt gesegnet werden?

1000 offene Fragen und kaum Antworten…
und dennoch hatte Abram… obwohl er nicht wusste, wohin es gehen würde… alles zusammengepackt, sich verabschiedet… und war aufgebrochen.

Wer Neuland betreten will, muss Altes loslassen.
Muss sich auf den Weg machen… innerlich und äußerlich… wie Abram.
Das geht nicht ohne Risiko.
Du weißt nie, was hinter der nächsten Kurve auf dich wartet.
Aber wer nicht aufbricht, erlebt das Neue nicht.

Denn… erst…
…unterwegs hat Gott Abram gezeigt, wie gut er es mit ihm meint.
…unterwegs hat Abram erlebt, dass er sich auf Gott verlassen kann.
…unterwegs hat er begriffen: Ich bin nirgends geborgener, als in Gottes Armen.

Unterwegs – zeigt sich, dass du Gott vertrauen kannst – heute vertrauen kannst…
Unterwegs – auf deinem Weg.

(Dieter Braun, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg)

Behütet

2. Mose 23, 20

Seit Wochen…
seit Monaten sind sie unterwegs…
Geflohen aus der Knechtschaft in Ägypten
lagert das Volk Israel in einem Wüstental auf der Sinai-Halbinsel.

Eine unwirtliche Gegend.
Steinwüste
Steine und Sand, soweit das Auge reicht.
Und die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel.

Mose holt die Männer und Frauen im Schatten der Zelte zusammen.
Stück um Stück versucht er ihnen beizubringen,
was Gott ihm aufgetragen hat, ihnen zu sagen.

So spricht der Herr – sagt Mose,
so spricht Gott mitten in deinen Alltag hinein:

„Siehe… ich sende einen Engel vor dir her,
einen, der dich behütet
und dich an den Ort bringt,
den ich für dich bereitet… vor-bereitet habe.“

Wohin immer du unterwegs bist in deinem Leben…
du kommst in vorbereitete Verhältnisse.
Wohin du innerlich oder äußerlich rennst, wohin du flüchtest… in welche Sackgasse du gerätst… wohin du dich auch verlaufen wirst … du kommst immer, immer an einen Ort, an dem Gott schon auf dich wartet.

Auf dem mühsamen Weg durch die Wüste hat das Volk Israel das unzählige Male erlebt.
Warum solltest du anderes erleben?
Warum?

Gott hat sich nicht geändert.
Er sendet seinen Boten auch vor dir her, damit der dich behütet
und dich an den Ort bringt, den er… Gott… für dich vorbereitet hat.

Nein… du bist nicht allein auf deinem Weg.
Nicht heute, nicht morgen, an keinem einzigen Tag deines Lebens.
Wohin dich dein Weg auch führen wird:
Du bist behütet – auf deinem Weg.

(Dieter Braun, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg)

Boden unter den Füssen

Matthäus 4, 18-22

Wie oft sie sich unterwegs wohl daran zurückerinnert haben?
Die Fischer, die Jünger vom See Genezareth…
Wie oft sie unterwegs wohl daran gedacht haben,
wie alles angefangen hatte mit Jesus…
an jenem Abend, damals…

Ganz leise war er gekommen und ans Ufer des Sees getreten.
Sie waren gerade am Fischen.
Keine Ahnung ob sie ihn schon kannten.
Keine Ahnung, ob sie ihn da zum ersten Mal gesehen haben.
Wir wissen es nicht.
Vielleicht ergab sich ein ganz zwangloses Gespräch.
Vielleicht redeten sie lange miteinander
und Jesus blieb einfach sitzen,
während sie die Fische ausnahmen und die Netze zu prüfen begannen.

Irgendwann an diesem Abend sagte er es.
Kommt mit.
Macht euch auf den Weg.
Macht euch auf, offen, folgt mir nach…
ich will euch zu Menschenfischern machen – auf dem Weg.

Haben sie gestutzt?
Habe sie gelacht und gesagt: Menschenfischer? Was ist das denn?
Menschenfischer?
Irgendwann unterwegs muss er es ihnen erklärt haben, dass Menschenfischer heißt… Menschen die am Untergehen sind, ans Land zu ziehen…
damit sie wieder Boden unter die Füße bekommen.

Irgendwo unterwegs hat er es ihnen erklärt… zu was er seine Jünger beruft.
Du bist dazu berufen… Menschen zu fischen.
Damit Menschen, die abzusaufen drohen, wieder Boden unter die Füße bekommen.

Was für ein Auftrag.
Man kann ihn nur schwer erfüllen, wenn man nicht in Bewegung kommt.
Es ist ein Auftrag für Menschen, die sich auf den Weg machen.

Also mach dich auf…
Geh zu Menschen hin, die dich brauchen.
Denn du hast einen Auftrag.
Heute. 

(Dieter Braun, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg)

Die große Frage

Markus 8, 27-30

Es war im Norden Israels.
Am Fuß des Hermon-Gebirges… bei den Quellen des Jordans.
Seit Wochen zogen Jesus und seine Jünger durch die Dörfer und Städte der Gegend.
Jesus predigte, heilte Kranke, stritt sich mit den Pharisäern, rief Menschen in seine Nachfolge…
Und wohin sie auch kamen… die Leute redeten über ihn.

Irgendwo unterwegs hat er seine Jünger gefragt:
Wer… wer eigentlich sagen die Leute, dass ich bin?
Was denken sie über mich?
Was halten sie von mir?

Und ich stell mir vor, wie die Jünger im Weiterlaufen etwas näher zusammenrücken und zu erzählen beginnen: Nun… die einen sagen dies, die anderen das….

Als Jesus das hört, bleibt er stehen,
dreht sich zu seinen Jüngern um,
sieht sie an und fragt sie: „Und ihr? Wer sagt ihr, dass ich bin?“

Schweigen!
Sie sind alle stehen geblieben.
Und jedem ist in diesem Augenblick klar… jetzt… jetzt ist eine schnelle, eine billige Antwort völlig unangemessen… weil jeder spürt: Das ist die entscheidende Frage.
Wer ist Jesus für mich?

Wer ist Jesus eigentlich für dich?
Wer?
Ein Vorbild, eine geschichtliche Größe, ein cooler Typ – wer ist er?

Damals war es Petrus, der als erster Worte fand:
Er sagte: Du?
Du bist der Christus…
Du bist kein anderer, als der Mensch gewordene Gott selbst.
Und Jesus gibt ihm recht.

Was glaubst du?
Wer ist Jesus für dich?
Was würdest du ihm antworten, wenn er dich heute fragen würde?

(Dieter Braun, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg)

Blind

Lukas 24,13 f

Sie waren unterwegs…
auf dem Weg heim – in den kleinen Ort Emmaus.
Und die Stimmung war schlecht.
Kein Wunder, wenn man bedenkt, was sie hinter sich hatten.

Jahrelang waren die beiden Männer mit Jesus unterwegs gewesen,
waren mit ihm durchs Land gezogen,
hatten mit eigenen Augen gesehen, wie er Kranke geheilt, sogar Tote auferweckt hatte…
und nun… alles vorbei.
Jesus war gekreuzigt worden, die Jünger hatten sich versteckt…
was blieb ihnen schon anderes übrig, als nach Hause zu gehen… also gingen sie… zurück nach Emmaus.

Lag es daran, dass sie so sehr mit sich selbst beschäftigt waren?
Lag es an der tiefstehenden Sonne, die sie geblendet hat?
Warum eigentlich erkannten sie den Mann nicht der unterwegs zu ihnen gestoßen war.
Oder hielten sie es einfach gar nicht für möglich,
dass Jesus den Tod überlebt hatte und auferstanden war…?

Ich weiß es nicht.
Tatsache ist: sie erkannten Jesus nicht,
obwohl er neben ihnen herging… mit ihnen redete,
sich nach ihrer Trauer erkundigte
und ihnen zu erklären begann.

Später fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen.
Sie fassten sich an die Stirn und fragten sich, wie sie nur so blind sein konnten.

Ich fürchte, wir sind die meisten Tage unseres Lebens mindestens genauso blind, wie die beiden Emmaus-Jünger.
Blind dafür, dass Jesus mit uns unterwegs ist.
Mitgeht… selbst durch dunkelste Stunden hindurch.

Er lässt dich nicht im Stich.
Er geht selbst falsche Wege mit, bis du begreifst und umdrehst.
Nicht einmal gottlose Wege sind mehr gottlos, seit er auferstanden ist.

Er ist da – dir ganz nah – jetzt, in diesem Augenblick.
Also mach die Augen auf und wundere dich nicht, wenn du ihm begegnest.
Heute – irgendwann, irgendwo – auf deinem Weg.

(Dieter Braun, Evangelisches Jugendwerk in Württemberg)

  • Autor / Autorin: Dieter Braun
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg