Anorektische und bulimische Ess-Störungen / Wenn das Leben zum Kotzen istAnorektische und bulimische Ess-Störungen / Wenn das Leben zum Kotzen ist

Anorektische und bulimische Ess-Störungen / Wenn das Leben zum Kotzen ist

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 90-120 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Mitarbeitende, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Zeitung(en) / Zeitschrift(en) (für die Collagen), 1 Schere(n) (für jeden Teilnehmenden), 1 Plakat (für jede Kleingruppe (Collagen)), Klebestifte (für die Kleingruppen), 1 Bibel(n) (für jeden Teilnehmenden), 1 Blatt mit Bibeltext (zum mitnehmen für jeden Teilnehmenden), 1 Karte mit „Gott schuf dich als einzigartiges Original – werde nicht die billige Kopie eines anderen!“ (für jeden Teilnehmenden zum Mitnehmen)
Bibelstelle: Psalm 139,1-16

In dieser Andacht geht es um Ess-Störungen, ihre Ursachen und wie man damit in der Jugendgruppe umgehen kann.


Vorschau:

Erlebt

Annika ist 18 Jahre alt, als sie zur Vorstellung in die Praxis kommt; bei einer Körpergröße von 176 cm wiegt sie knapp 42 kg – und fühlt sich dabei zu dick. In mehreren Gesprächen kann in Erfahrung gebracht werden, dass Annika einem Elternhaus entstammt, in dem es einen hohen Leistungsanspruch gibt: Ihr Vater ist als erfolgreicher Manager viel unterwegs, sieht blendend aus, ist schlank und gilt als „Frauenschwarm“. Die Mutter, die ihren Beruf für die Erziehung der drei Kinder aufgegeben hat, fühlt sich in ihrer Lebenssituation nicht wohl und hat im Laufe der Jahre kontinuierlich an Gewicht zugenommen. Außereheliche Eskapaden des Vaters, die nach außen in den Kreisen der „besseren Gesellschaft“ stets verborgen bleiben, belasten die sich mittlerweile als unattraktiv erlebende Mutter zusätzlich, die sich vor diesem Hintergrund wiederholt der jüngsten Tochter Annika offenbart. Als Annika nach einer kurzen Partnerschaft von ihrem Freund verlassen wird, nagen Zweifel des Selbstbewusstseins an ihr. Von einer Klassenkameradin animiert, beginnt sie eine erste Diät, intensiviert die schon vorher betriebenen Sportarten und nimmt kontinuierlich an Gewicht ab. In Frustsituationen kommt es dann zu unkontrolliertem Schokoladenkonsum, die dadurch entstehende Gewichtszunahme lässt sich nicht so schnell durch Sport wieder abbauen. So beginnt Annika nach „Fressattacken“, die einverleibte Nahrung heimlich wieder zu erbrechen. Ein Teufelskreis hat begonnen …

Erklärt

Einteilung und Häufigkeit von Ess-Störungen

Ess-Störungen sind in Deutschland wie auch in andern Ländern der westlichen Welt weit verbreitet und insgesamt im Zunehmen begriffen. Zur Gruppe der Ess-Störungen gehören die Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und das durch Essen bedingte krankhafte Übergewicht (Binge Eating Disorder). Wenn sie sich auch in Symptomatik und Entstehungsmechanismen unterscheiden, so ist ihnen doch gemeinsam, dass Störungen des Körperschemas, Veränderungen der Eigenwahrnehmung und ein alles durchdringendes Gefühl der Unzulänglichkeit auftritt (H.Bruch, 1973). In der Bundesrepublik sind etwa 100.000 Menschen an einer Anorexie erkrankt, wobei es sich bei 90% um Frauen im Alter von 15 bis 35 Jahren handelt. Die später beginnende Bulimie ist mit einer Häufigkeit von 600.000 stärker vertreten; am häufigsten ist mittlerweile die Binge-Eating-Störung zu finden, von der bei steigender Tendenz derzeit etwa 1,5 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind.

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  • Autor / Autorin: Dr. Peter Schlegel
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