Askese  / Eine fast vergessene ÜberlebenskunstAskese  / Eine fast vergessene Überlebenskunst

Askese / Eine fast vergessene Überlebenskunst

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-40 Min. (Vorbereitung: 35-45 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Gruppenstunde
Redaktion: TEC:

Es gibt kein geistliches Leben ohne Askese, ohne Verzicht, ohne Enthaltsamkeit. Unser geistliches Leben braucht Formen, in denen es gestaltet wird, Kanäle, in denen es fließen kann. Einer dieser Kanäle ist das, was allgemein als Askese – Selbstbeherrschung oder Selbstbeschränkung – bezeichnet wird. Fasten ist ein Weg dieser Konzentration. Wie können wir das so leben, dass es nicht zum Zwang oder zur Gesetzlichkeit verkommt?


Vorschau:

Eine fast vergessene Überlebenskunst

Unser geistliches Leben braucht Formen, in denen es gestaltet wird, Kanäle, in denen es fließen kann. Einer dieser Kanäle ist das, was allgemein als Askese – Selbstbeherrschung oder Selbstbeschränkung – bezeichnet wird. Genau genommen gehört also die Askese nicht zu den Quellen, also den Grundlagen des geistlichen Lebens, so wie etwa Gnade oder Vergebung, sondern zu den Früchten, also zu den Auswirkungen eines Lebens in der Führung des Heiligen Geistes. So drückt es Paulus in seinem Brief an die Christen in Galatien aus: „Dagegen bringt der Heilige Geist in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung“ (Gal. 5,22, HfA). Die Lutherbibel übersetzt: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Gerechtigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit.“ Die verschiedenen Begriffe wie Selbstbeherrschung, Keuschheit, Friedfertigkeit oder Enthaltsamkeit sind alles Übersetzungen desselben griechischen Wortes engkrateia. Die Grundbedeutung ist: Sich im Griff haben, sich in der Gewalt haben. Darum geht es also.

Askese – eine neue Gesetzlichkeit?

Nun sind Begriffe wie Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung oder Askese ja nicht unumstritten. Wann immer sie ins Gespräch gebracht werden – und das geschieht meiner Beobachtung nach gegenwärtig nicht sehr häufig – regen sie zu heftigem Widerspruch an. Befürchtungen und negative Erfahrungen kommen hoch und bewirken eine grundlegende Abwehrhaltung. Einige Ausformungen davon will ich benennen:

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  • Autor / Autorin: Dr. Roland Werner
  • © Deutscher EC-Verband