„Barmherzig“ – Liedandacht zu Albert Freys Song„Barmherzig“ – Liedandacht zu Albert Freys Song

"Barmherzig" - Liedandacht zu Albert Freys Song

Andacht

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 7-15 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene, Mitarbeitende
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Freizeiten, Gruppenstunde
Themenstellung: Abendabschluss
Redaktion: jugonet
Bibelstelle:

Den Song hören und den Liedtext wahrnehmen

Das Lied von A. Frey findest du auch hier auf YouTube als bilderreiches Video.

1. Unsere Geduld ist schnell am Ende
Deine Langmut reicht für alle Zeit
Unsere Vorrat geht so schnell zur Neige
Deine Fülle reicht unendlich weit
Unsere Liebeskraft kommt schnell an Grenzen
Deine Liebe ist bedingungslos
Unsere Vergebung ist oft kleinlich
Deine Gnade ist unendlich groß

Bridge: Der Mond scheint nur wenn ihn die Sonne trifft
So leuchten wir in deinem Angesicht

Refrain: Du bist barmherzig
Vater dein Herz ist immer offen
Du bist barmherzig
Vater das lässt mich wieder hoffen
Du bist barmherzig
Jetzt kann mein Herz sich wieder öffnen

2. Wir verlieren dich schnell aus den Augen
Du hältst Ausschau nach uns jeden Tag
Wir wollen unseren Platz bei dir verdienen
Du nimmst uns als deine Kinder an
Wir wollen unsere Schulden selbst begleichen
Du vergibst in einem Augenblick
Wir können nur selbst barmherzig werden
Weil dein Blick auf uns barmherzig ist
-> Bridge & Refrain

„Barmherzigkeit“: Was soll das überhaupt bedeuten?

Im Duden findet man, wenn man nach „Barmherzigkeit“ sucht, die Angaben „mitfühlend, mildtätig gegenüber Notleidenden und Verständnis für die Not anderer zeigend“. Für Martin Luther zeigt sich Barmherzigkeit daran, dass man mit dem Herzen bei den Armen ist. Barmherzigkeit ist mehr als nur Mitgefühl, lange nicht so oberflächlich.
Aber wer von uns ist heute noch barmherzig? Sind uns unsere eigenen Probleme nicht viel wichtiger? Nehmen wir uns noch die Zeit, um Verständnis für andere Notleidende zu zeigen? Oft geht das doch vollkommen unter im Alltagsstress!

Was schwingt in MIR?

Wir sehen, dass die Corona-Zahlen wieder steigen, viele hamstern schnell wieder etwas Klopapier und verlieren dabei ganz aus dem Blick, wie es den Anderen um uns herumgeht. Seien es unsere Nachbarn, die durch unsere Hamsterkäufe keine Nudeln mehr bekommen oder aber die Menschen in ärmeren Ländern, die durch ein viel schlechteres Gesundheitswesen erst gar nicht auf den Gedanken kommen, sich mit Hamsterkäufen zu beschäftigen.

Wenn wir bemerken, dass unser Handy nach einem Jahr etwas langsamer läuft und man auf vieles länger warten muss oder ein neues noch viel besseres Handy auf dem Markt ist, kaufen wir uns schnell dieses. Dabei verlieren wir aber alle Anderen und alles Andere aus dem Blickfeld! Nur damit wir ein paar Sekunden weniger warten müssen, bis unser Handy hochgefahren ist. Wie geht es unserer Umwelt damit und den Kindern, die in den Coltan-Mienen arbeiten müssen?

Barmherzig leben wie der Vater…

Mit der Jahreslosung 2021 spricht ER deutlich, Jesus Christus: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36) Gott ist barmherzig!

So singt es auch Albert Frey in diesem Lied: „Du bist barmherzig // Vater, dein Herz ist immer offen“. In der Jahreslosung fordert Jesus uns auf, auch barmherzig zu sein, egal, wie Andere leben, und egal, ob wir dadurch einen persönlichen Vorteil haben.
In dem Lied wird der Gegensatz zwischen den Menschen und Gott deutlich. ER ist liebevoll, gnädig und geduldig, ER nimmt uns an und verliert uns nicht aus dem Blick. Und DADURCH können wir das Licht Gottes reflektieren, wie es in der Song-Bridge dann ausgesagt ist: „Der Mond scheint nur, wenn ihn die Sonne trifft // So leuchten wir in deinem Angesicht.“

Ein schöner Vergleich wie ich finde. Ohne Gott wäre alles dunkel, und wir könnten auch nicht leuchten. Aber Gott ist barmherzig! Und durch seine Barmherzigkeit können und sollen auch wir barmherzig sein!
Wann warst du zuletzt barmherzig?

-> Hinweis: Will sich ein Gespräch ergeben?

  • Autor / Autorin: Mirjam Schnabel
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg