Benehmen, Anstand und Etikette: Ein lustiger Tag voller HöflichkeitenBenehmen, Anstand und Etikette: Ein lustiger Tag voller Höflichkeiten

Benehmen, Anstand und Etikette: Ein lustiger Tag voller Höflichkeiten

Ideensammlung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 45-60 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter

Ein Tag, an dem sich alle so höflich und höfisch benehmen wie im Mittelalter.


Vorschau:

Benimm ist „In“:

Ob am Königshof in Babel, im alten Ägypten oder im Mittelalter: Immer galt, dass man sich in höheren Kreisen gut benehmen musste. Das zeigte sich in vielerlei Regeln, die man unbedingt kennen und natürlich auch einhalten musste. Wir wollen mit den Kindern versuchen, uns einen ganzen Tag lang an diese Regeln zu halten. Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden die Regeln gut vorleben. Das erleichtert den Kindern den Einstieg.

Die perfekte Anrede:

Natürlich darf keiner mit „du“ angeredet werden. Immer mit „Herr Sowieso“ bzw. „Frau Sowieso“. Wenn wir auf der Freizeit einen Titel haben, z. B. Graf, Außenkanzler oder Burgfräulein, dann muss unbedingt noch der Zusatz „edle/r“ vor den Namen gesetzt werden: edler Graf, edles Burgfräulein usw. Ein höher Gestellter spricht einen mit niedrigem Rang immer in der 3. Person (was wünschet „er“) an. Außerdem muss man den anderen auch unbedingt ausreden lassen. Des weiteren müssen sich Leute aus einem niederen Stand vor der ersten Anrede verbeugen. Auch muss man seinem Gegenüber immer mit Worten schmeicheln. Phrasen wie Erlauchter, Großmütiger, Erhabener oder Weitsichtiger können hier helfen. Des weiteren ist der perfekte Gruß natürlich entscheidend: Auch wenn man sich nur begegnet und aneinander vorübergeht, nickt oder verbeugt sich der Mann und die Frau nickt oder macht einen Knicks. Je nachdem, wer welchen Stand hat.

Das richtige Benehmen beim Speisen:

Wenn man zu Tische ruft, sollen sich alle beeilen, damit keiner warten muss. Man stellt sich an seinen Platz hinter seinen Stuhl. Wenn alle hinter ihren Stühlen stehen, kommt der König (Lagerleiter, Chef, Boss oder wie auch immer er heißt) in den Speisesaal. Er stellt sich vor seinen Stuhl und spricht das Tischgebet und nimmt Platz. Erst jetzt dürfen sich die anderen hinsetzen. Natürlich bekommt der König auch zuerst etwas zu essen. Und alle anderen dürfen erst mit dem Essen anfangen, wenn der König begonnen hat. Um das richtige Verhalten perfekt zu gestalten, kann man aus Jesus Sirach 31,12-18 vorlesen:

„Wenn du an einem reich gedeckten Tisch sitzt, dann lass nicht vor Staunen den Mund offen stehen und sag auch nicht: »Das ist mehr, als ich essen kann!« Denk daran, wie hässlich gierige Augen sind! Streck nicht die Hand aus nach etwas, worauf dein Tischnachbar blickt; sonst stößt du mit seiner Hand in der Schüssel zusammen. Lass dir von deinem eigenen Gefühl sagen, was der andere empfindet, und überleg dir genau, was du tust! Was dir vorgesetzt wird, das iss wie ein Mensch! Schling es nicht in dich hinein, das kann niemand ausstehen! Zeig, dass du dich benehmen kannst, und hör als Erster auf zu essen! Stopf dich nicht voll, sonst fällst du unangenehm auf! Wenn du mit mehreren zusammen bei Tisch sitzt, dann sei nicht der Erste, der zulangt!”

Hier noch ein kleines lustiges Spiel beim Essen: Keiner darf sich selbst etwas zu Essen nehmen. Man muss warten, bis einem von seinem Gegenüber etwas angeboten wird. Das gilt selbstverständlich …

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  • Autor / Autorin: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg