Christ werden – Jünger bleiben! / Begleitung von GlaubenseinsteigernChrist werden – Jünger bleiben! / Begleitung von Glaubenseinsteigern

Christ werden – Jünger bleiben! / Begleitung von Glaubenseinsteigern

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: Deutscher EC-Verband
: (Vorbereitung: 15 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Mitarbeitende, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Schulung
Redaktion: TEC:

Wenn Jesus ins Leben kommt

Zu erleben, wie sich ein junger Mensch für ein Leben mit Jesus entscheidet, ist für mich das genialste Geschenk in meinem Dienst. Als Jugendreferent und Evangelist sind es ganz unterschiedliche Orte, an denen ich das erleben darf. Jugendwochen wie ich glaub’s oder JesusHouse, Freizeiten, Festivals und auch in „normalen“ Gruppenstunden.

Bevor sich ein junger Mensch entscheidet

… sollten wir wissen, wer die Einladung ausspricht. Es ist Jesus selbst. Jesus, Gottes Sohn, der jeden Menschen liebt, der nicht nach Äußerlichkeiten schaut, noch nach dem, was wir in unserem Leben schon verbockt haben. Und wie lädt dieser Jesus ein? „Komm und folge mir nach“. Das ist DER Satz des Neuen Testaments, wenn es um ein Leben mit Jesus geht. Menschen haben erkannt (oder geahnt), dass Jesus ihr Leben verändern kann und ihr Leben durch Jesus einen Sinn bekommt. Diesen Jesus dürfen wir bei einer Einladung in allen Farben und auf unterschiedliche Weise vor Augen malen. Wir dürfen Geschichten aus der Bibel erzählen, von Kirchenvätern, Märtyrern, und du darfst deine Geschichte mit ihm erzählen. Bei all dem ist mir aber wichtig, dass eine Entscheidung für ein Leben mit Jesus nicht auf ein Gefühl aufbaut, sondern auf Erkenntnis. Sonst kann es sein, dass die Entscheidung wie eine Seifenblase platzt, wenn dieses Gefühl weg ist.

Warum ich von Gefühl schreibe? Es ist hart zu hören, aber eine Einladung für Jesus kann auch manipulativ sein. Bestimmtes Licht, bestimmte Themen, besondere Musik … das alles kann Gefühle wecken und manchmal auch die Wahrnehmung auf etwas fokussieren, was eigentlich nicht im Zentrum stehen sollte. Jesus war immer klar und offen und hatte keine Musik und gedimmtes Licht im Hintergrund.

„Willkommen zu Hause“

… das ist ein Bild für eine Einladung, die ausgesprochen wird. Dazu gibt es ein Bändchen mit dem passenden Aufdruck. Ja, Gott empfängt uns wie der Vater den „verlorenen“ Sohn. Wir kommen nach Hause. Wenn wir uns für ein Leben mit Jesus in diesem Zuhause entschieden haben, bedeutet das aber nicht, dass wir uns auf die Couch knallen und die Füße hochlegen können. Es ist nicht das Ziel, sondern erst der Anfang. Die Einladung zum Glauben ist eine Einladung in die Jüngerschaft und Nachfolge. Bei einer Einladung zu Jesus ist es wichtig, deutlich zu machen, dass jeder willkommen ist. Für uns Menschen oder für dich als Leiter ist das vielleicht manchmal schwer auszusprechen. Aber denke daran, dass du die Einladung Gottes weitergibst. Mache mit dieser Einladung deutlich, dass Jesus da ist, dass etwas Neues startet und dass eine Zeit der Veränderung folgt. Wenn du glaubst, dass es Menschen hilft, gib ihnen die Möglichkeit, einen Neuanfang vor den Menschen sichtbar zu machen. Aber halte es auch aus, wenn dann auf eine Einladung keine ersichtliche Reaktion folgt.

Jüngerschaft und Nachfolge

… diese beiden Begriffe kommen in unseren Teenagerarbeiten m. E. nicht oft vor. Ich wünsche mir, dass sich das Stück für Stück ändert, weil sie das ausdrücken, wozu wir einladen. Christen können wir uns nennen, aber Jünger sein bedeutet, so zu leben. Es geht nicht darum, mit Geboten und Richtlinien das Verhalten von jungen Menschen zu verändern. Oder darum, sie zu einem bestimmten Handeln zu „überreden“. Dann wird Glaube schwer und manchmal auch ein Kampf. Warum? Weil gar nicht klar ist, warum sie dieses und jenes tun sollen. Es geht darum, dass sie Jesus Stück für Stück kennenlernen und sich viel von seinen Verhaltensweisen abschauen. Sie sollen seinem Beispiel folgen und sich immer wieder fragen, wie Menschen handeln, die wirklich mit Jesus leben.Das meinte ich auch mit Erkenntnis. Es ist wichtig, dass junge Menschen immer wieder Einsichten über sich, ihr Leben und über Gott gewinnen. Dass das, was sie hören, sich mit ihrem Erleben und ihren Erfahrungen deckt. Wir dürfen ihnen immer wieder die Augen für Jesus und sein Wirken in ihrem Alltag öffnen.

Wenn wir junge Menschen einladen möchten

… dann ist es hilfreich, dass wir selbst Jünger sind. Dass wir nicht nur Glaubensaussagen übernehmen und weitergeben, die freitags im Teenkreis gut umzusetzen sind. Wenn wir nicht aus Überzeugung handeln, sondern aus Tradition, „fliegen“ wir sofort auf.

Wichtig finde ich, dass wir selbst Einsichten gewonnen haben, die wir auch in der Schule, im Beruf oder in unserer Familie leben. Einer von euch hat vielleicht begonnen, liebevoller zu werden, ein anderer hilfsbereiter und wieder eine andere geduldiger (vgl. Gal 5,22 f. – Die Frucht des Geistes).Wenn ihr euch in bestimmten Bereichen von Jesus verändern lasst, dann wird das andere Menschen anziehen. Wenn du dir immer wieder die Frage stellst: „Wo glaube ich, dass Gott gehandelt hat oder im Moment wirkt?“, dann wird ein Feuer in dir entstehen, das auf andere überspringt.

Wie der gemeinsame Weg aussehen kann

Glaubenskurse wie Emmaus Street, bei denen Menschen mit viel Glaubens- und Lebenserfahrung mitgewirkt haben, zeigen Jesus und den Glauben aus ganz verschiedenen Perspektiven. Eine Zweierschaft, Mentoring oder wenn wir in unseren Gruppenstunden Teens nach ihrem Erleben und ihren Entdeckungen im Glauben fragen, kann auf dem Weg mit Jesus helfen und in der Nachfolge stärken. Wenn du mehr zum Thema Jüngerschaft wissen möchtest, empfehle ich dir Nachfolge von Bonhoeffer oder die Bücher „Jünger wird man unterwegs“ oder „Jünger leben mittendrin“ von Dallas Willard.

  • Autor / Autorin: Christoph Müller
  • © Deutscher EC-Verband