#christlichesAbendland – Kurzgeschichte über den  „barmherzigen Samariter heute“#christlichesAbendland – Kurzgeschichte über den  „barmherzigen Samariter heute“

#christlichesAbendland – Kurzgeschichte über den "barmherzigen Samariter heute"

Andacht

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 5-30 Min. (Vorbereitung: 5-15 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene, Mitarbeitende
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: jugonet
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„Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen…“ (Lukas 10,30)
Und heute?

Der Barmherzige Seenotretter

„Es war ein Mensch, der war unterwegs auf dem Mittelmeer und geriet in Seenot. Der Sturm riss ihm die Kleidung in Fetzen, die Wellen schlugen ihn und am Ende blieb er halb tot auf einem Rettungsboot liegen. Es traf sich aber, dass die Menschen in Europa von dem Schicksal dieses Menschen hörten. Als sie die Bilder von ihm sahen, verschlossen sie die Augen und gingen weiter. „Wir können nicht ganz Afrika aufnehmen, wir sind nicht das Sozialamt der Welt. Wenn wir Einen retten kommen Hundert nach.“ sagten sie.

Desgleichen auch andere: als sie die Bilder von dem Menschen sahen und von seiner Notlage hörten verhärteten sie ihr Herz. „Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um. Warum war er überhaupt unterwegs? So schlecht ging es ihm doch gar nicht. Er ist selbst Schuld an seiner Lage.“

Die dritten schließlich beschimpften den Mann und bespuckten ihn und riefen: „Mörder, Islamist, Vergewaltiger! Wir beschützen Europas Töchter vor dir. Sauf ab.“

Ein Seenotretter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn. Und er ging zu ihm und versorgte seine Wunden und gab ihm eine Rettungsweste und wollte ihm helfen. Doch da brüllten die anderen: „Wage es ja nicht! Dieser Mensch zerstört unsere Sitten und Traditionen, und unsere Werte wie Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Mitgefühl wird er kaputtschlagen. Und du, wenn du ihm hilfst, bist ein Volksverräter.“ „Aber…“ entgegnete der Retter verwirrt, „ich wollte ihn versorgen und in eine Herberge bringen und pflegen.“ „Ach was“, entgegnete der Mob. „Das zahlt doch dann sowieso wieder nur der Steuerzahler. Unser Luxus ist auf Menschen wie ihn aufgebaut – er soll mal schön wieder dahin zurückgehen wo er herkommt. Afrika ist groß genug für alle. Und wenn du Einem hilfst kommen Tausend hinterher.“

Und Jesus sprach: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Und was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan“ (nach Matthäus 25,40.45b)

  • Autor / Autorin: Stefanie Weinmann, Stuttgart
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg