Der HolzschuppenDer Holzschuppen

Der Holzschuppen

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in W√ľrttemberg
Zeitbedarf: 30-35 Min. (Vorbereitung: 30-35 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder, Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Bibelstelle: 1. Samuel 17,1-17,50
1. Samuel 17,1-17,50

17

David und Goliat

1Die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und kamen zusammen bei Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Efes-Dammim. 2Aber Saul und die M√§nner Israels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrund und r√ľsteten sich zum Kampf gegen die Philister. 3Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Israeliten auf einem Berge diesseits, sodass das Tal zwischen ihnen war.

4Da trat aus den Lagern der Philister ein Riese mit Namen Goliat aus Gat, sechs Ellen und eine Handbreit gro√ü. 5Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war f√ľnftausend Schekel Erz, 6und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und ein ehernes Sichelschwert auf seinen Schultern. 7Und der Schaft seines Spie√ües war wie ein Weberbaum, und die eiserne Spitze seines Spie√ües wog sechshundert Schekel, und sein Schildtr√§ger ging vor ihm her.

8Und er stellte sich hin und rief den Schlachtreihen Israels zu: Was seid ihr ausgezogen, euch zum Kampf zu r√ľsten? Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte? Erw√§hlt einen unter euch, der zu mir herabkomme. 9Vermag er gegen mich zu k√§mpfen und erschl√§gt er mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber √ľber ihn zu siegen und erschlage ich ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein und uns dienen. 10Und der Philister sprach: Ich habe heute den Schlachtreihen Israels Hohn gesprochen. Gebt mir einen Mann und lasst uns miteinander k√§mpfen.

11Da Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters h√∂rten, entsetzten sie sich und f√ľrchteten sich sehr.

12David aber war der Sohn jenes Efratiters aus Bethlehem in Juda, der Isai hie√ü. Der hatte acht S√∂hne und war zu Sauls Zeiten schon alt und betagt. 13Aber die drei √§ltesten S√∂hne Isais waren mit Saul in den Krieg gezogen. Und das sind die Namen seiner drei S√∂hne, die in den Krieg gezogen waren: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der zweite, und Schamma, der dritte. 14Und David war der j√ľngste; die drei √§ltesten aber waren Saul gefolgt. 15Und David ging oftmals von Saul nach Bethlehem, um die Schafe seines Vaters zu h√ľten. 16Aber der Philister kam heraus fr√ľhmorgens und abends und stellte sich hin, vierzig Tage lang.

17Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm f√ľr deine Br√ľder diesen Scheffel ger√∂stete K√∂rner und diese zehn Brote und bringe sie eilends ins Lager zu deinen Br√ľdern; 18und diese zehn K√§se bringe dem Hauptmann und sieh nach deinen Br√ľdern, ob‚Äôs ihnen gut geht, und bringe auch ein Unterpfand von ihnen mit. 19Saul und sie und alle M√§nner Israels sind im Eichgrund und k√§mpfen gegen die Philister.

20Da machte sich David fr√ľh am Morgen auf und √ľberlie√ü die Schafe einem H√ľter, lud auf und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und kam zur Wagenburg. Das Heer aber war ausgezogen und hatte sich aufgestellt zur Schlachtreihe, und sie erhoben das Kriegsgeschrei. 21Und Israel und die Philister hatten sich aufgestellt, Reihe gegen Reihe.

22Da lie√ü David sein Gep√§ck, das er trug, bei der Wache des Trosses und lief zur Schlachtreihe, kam hin und fragte seine Br√ľder, wie es ihnen gehe. 23Und als er noch mit ihnen redete, siehe, da kam herauf der Riese mit Namen Goliat, der Philister von Gat, aus den Reihen der Philister und redete dieselben Worte, und David h√∂rte es. 24Und wer von Israel den Mann sah, floh vor ihm und f√ľrchtete sich sehr. 25Und die M√§nner von Israel sprachen: Habt ihr den Mann heraufkommen sehen? Er kommt herauf, Israel Hohn zu sprechen. Wer ihn erschl√§gt, den will der K√∂nig sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will seines Vaters Haus frei machen von Lasten in Israel.

26Da sprach David zu den M√§nnern, die bei ihm standen: Was wird man dem tun, der diesen Philister erschl√§gt und die Schande von Israel wendet? Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verh√∂hnt? 27Da sagte ihm das Volk wie vorher: So wird man dem tun, der ihn erschl√§gt. 28Und als Eliab, sein √§ltester Bruder, ihn reden h√∂rte mit den M√§nnern, wurde er zornig √ľber David und sprach: Warum bist du hergekommen? Und wem hast du die wenigen Schafe dort in der W√ľste √ľberlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Du bist nur gekommen, um dem Kampf zuzusehen. 29David antwortete: Was hab ich denn getan? Ich habe doch nur gefragt! 30Und er wandte sich von ihm zu einem andern und sprach, wie er vorher gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie das erste Mal.

31Und als sie die Worte hörten, die David sagte, brachten sie es vor Saul, und er ließ ihn holen. 32Und David sprach zu Saul: Keiner lasse seinetwegen den Mut sinken; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen. 33Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen zu diesem Philister, mit ihm zu kämpfen; denn du bist ein Knabe, dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.

34David aber sprach zu Saul: Dein Knecht h√ľtete die Schafe seines Vaters; und kam dann ein L√∂we oder ein B√§r und trug ein Schaf weg von der Herde, 35so lief ich ihm nach, schlug auf ihn ein und errettete es aus seinem Maul. Wenn er aber auf mich losging, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn tot. 36So hat dein Knecht den L√∂wen wie den B√§ren erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn er hat die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verh√∂hnt. 37Und David sprach: Der Herr, der mich von dem L√∂wen und B√§ren errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister. Und Saul sprach zu David: Geh hin, der Herr sei mit dir!

38Und Saul legte David seine R√ľstung an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an. 39Und David g√ľrtete sein Schwert √ľber seine Kleider und versuchte zu gehen; aber er war es nicht gewohnt. Da sprach David zu Saul: Ich kann so nicht gehen, denn ich bin‚Äôs nicht gewohnt; und er legte es ab 40und nahm seinen Stab in die Hand und w√§hlte f√ľnf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die er hatte, in den Beutel, und nahm die Schleuder in die Hand und ging dem Philister entgegen.

41Der Philister aber kam immer näher an David heran, und sein Schildträger ging vor ihm her. 42Als nun der Philister aufsah und David anschaute, verachtete er ihn; denn er war ein Knabe, bräunlich und schön. 43Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott. 44Und der Philister sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde.

45David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spie√ü und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verh√∂hnt hast. 46Heute wird dich der Herr mir √ľberantworten, dass ich dich erschlage und dir den Kopf abhaue und gebe deinen Leichnam und die Leichname des Heeres der Philister heute den V√∂geln unter dem Himmel und dem Wild auf der Erde, damit alle Welt innewerde, dass Israel einen Gott hat, 47und damit diese ganze Gemeinde innewerde, dass der Herr nicht durch Schwert oder Spie√ü hilft; denn der Krieg ist des Herrn, und er wird euch in unsere Hand geben.

48Als sich nun der Philister aufmachte und daherging und sich David nahte, lief David eilends von der Schlachtreihe dem Philister entgegen. 49Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an der Stirn, dass der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. 50So √ľberwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und t√∂tete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand.

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Eine spannende Geschichte √ľber einen Jungen, sich deshalb schwach und wertlos vorkommt und in einem unerwarteten Abenteuer erlebt, dass Gott bei ihm ist und ihn stark macht.


Vorschau:

Der Holzschuppen
Als die Schulglocke das lang ersehnte Ende des Schulvormittags und das bevorstehende Wochenende ank√ľndigte, packten alle Kinder der Klasse 4b ihre Sachen zusammen und st√ľrmten ausgelassen aus dem Klassenzimmer. Nur Tom sa√ü immer noch wie angewurzelt an seinem Platz und starrte auf das Papier, das vor ihm auf dem Tisch lag. Es war der Mathetest, den ihre Klassenlehrerin Frau Fischer am Ende der Stunde zur√ľckgegeben hatte. Unten auf dem Blatt, rechts neben der roten 5, verk√ľndeten zwei kleine bunte Aufkleber die Botschaften ‚ÄěKopf hoch!‚Äú und ‚ÄěWeiter √ľben!‚Äú Einzelne Wasserflecken, die sich langsam auf der Mitte des Papiers ausbreiteten, l√∂sten schon die ersten mit Tinte geschriebenen Zahlen in feine F√§den auf, die so aussahen, als w√ľrden sie in verschiedene Richtungen fl√ľchten. Es waren die Tr√§nen der Entt√§uschung und der Wut, die Tom √ľbers Gesicht liefen und auf den Mathetest tropften. Wenn es nach ihm ging, sollten ruhig alle Zahlen vom Blatt verschwinden – besonders die dicke rote Zahl neben den bescheuerten Aufklebern! Von wegen ‚ÄěKopf hoch‚Äú und ‚ÄěWeiter √ľben‚Äú! Tom hatte langsam keine Lust mehr! Mehr als zwei Wochen hatte er jeden Tag auf den Test ge√ľbt. Und trotzdem hat es wieder mal nur zu einer 5 gereicht! Nachdem er ein paar Minuten so dagesessen hatte, wischte er sich mit dem Handr√ľcken √ľber die nassen Augen, faltete den Test zusammen und stopfte ihn in seinen Schulranzen. Dann stand er abrupt auf, warf den Ranzen auf seinen R√ľcken und schlich aus dem Klassenzimmer. Frau Fischer, die gerade in ein angeregtes Gespr√§ch mit einer Kollegin vertieft war, bemerkte ihn gar nicht.

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  • Autor / Autorin: Hans-Martin K√∂gler
  • © Bild: miikka-luotio--ybT8AE-yOk-unsplash.jpg

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