Der Kuss des VerrätersDer Kuss des Verräters

Der Kuss des Verräters

Theologischer Artikel

Verband: buch+musik , ejw-service gmbh
Zeitbedarf: 20-45 Min. (Vorbereitung: 20-30 Min.)
Materialart: Theologischer Artikel
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Predigtvorbereitung
Themenstellung: Ideenpool
Redaktion: der Steigbügel
Benötigte Materialien: großes Plakat, Filzstift(e)

Eine sehr ausführliche Betrachtung der Person Judas Iskariot aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Geeignet als Grundlage für eine Bibelarbeit oder Andacht in der Karwoche.


Vorschau:

Impulse für eine Bibelarbeit oder eine Andacht in der Karwoche zur Gestalt des Judas Iskarioth.

Er ist eine widersprüchliche Gestalt, vielleicht überhaupt die widersprüchlichste Person, von der das Neue Testament berichtet. Leider wissen wir sehr wenig von ihm. Eingeprägt hat sich, dass Judas Jesus an seine Feinde verraten hat. Er hat sich damit selbst aus der Gemeinschaft der Jünger und der Gemeinschaft der Glaubenden herauskatapultiert. Er hat sich selbst aufgegeben und seinem Leben ein Ende gesetzt. Vielleicht ist Judas der Urtyp des von Gott verworfenen Menschen. Und dennoch stellt sich die Frage: Spielt Judas denn nicht eine ganz wichtige heilsgeschichtliche Rolle? Die ganze Geschichte Jesu läuft doch auf seinen Tod hinaus, durch den erst die Rettung und das Heil aller Menschen bewirkt wird. Wenn Judas also ein Werkeug Gottes war bei der Durchsetzung seines Heilsplanes, dann war er letztlich auch nicht wirklich verantwortlich für seinen Verrat. Dann würde es doch noch Hoffnung für ihn geben – so eine bestimmte Argumentation zur Rehabilitierung des Judas. Die Argumente gehen sogar so weit, dass gefragt wird: Müssten wir nicht sogar Judas dankbar sein? Man könnte hier ins Spekulieren kommen. Lassen wir uns also hier nicht auf schräge geistliche Spekulationen ein, sondern wenden wir uns den wenigen kurzen Texten zu, in denen von Judas die Rede ist.

Was wissen wir von Judas Iskarioth aufgrund der biblischen Texte?

Judas und seine Namensvettern

Das Neue Testament berichtet neben Judas Iskarioth von mehreren Personen, die Judas hießen:

  • Ein leiblicher Bruder Jesu heißt Judas (Markus 6,3; Matthäus 13,55).
  • Ein Judas Barsabbas ist ein angesehenes Mitglied der jungen Jerusalemer Gemeinde. Er begleitet zusammen mit Silas, einem weiteren Mitglied der Jerusalemer Gemeinde, Paulus und Barnabas nach Antiochien (Apostelgeschiche 15,22ff.).
  • In der Aufzählung der Apostel in Lukas 6,16 und Apostelgeschichte 1,13 wird ein Judas, Sohn des Jakobus, als einer der Zwölf erwähnt (Markus 3,18 und Matthäus 10,3 erwähnen stattdessen einen Thaddäus).
  • Dann wird in Apostelgeschichte 5,37 ein Judas, der Galiläer, erwähnt, der das jüdische Volk aufwiegelt gegen die römische Steuergesetzgebung. Dieser Judas gilt als einer der Mitbegründer der jüdischen Partei der Zeloten.

Judas, der Jünger Jesu

1. Judas Iskarioth war einer von zwölf Jüngern Jesu. Jesus hat ihn selbst in diesen Kreis von Mitarbeitern, Schülern, ja, von Freunden (vgl. Matthäus 26,50) berufen. Judas ist vermutlich der einzige Jünger Jesu, der kein Galiläer ist, sondern – wie Jesus – dem Stamm Juda angehört. Judas gehörte ohne jeden Zweifel zu den zwölf Aposteln, die von Jesus selbst erwählt (so Lukas 6,13 und Johannes 6,70), ausgesandt und bevollmächtigt wurden.

...
  • Autor / Autorin: Hans-Peter Großhans
  • © buch+musik , ejw-service gmbh