Die Macht der Worte: Tipps für eine gute KommunikationDie Macht der Worte: Tipps für eine gute Kommunikation

Die Macht der Worte: Tipps für eine gute Kommunikation

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
: (Vorbereitung: 10 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppe: Mitarbeitende
Einsatzgebiete: Evangelisation/ missionarisches Event, Freizeiten, Gruppenstunde, Offenes Angebot, Schule + Jugendarbeit, Schulung
Redaktion: Jungscharleiter

Tipps und Tricks für Mitarbeitende zum Reden und zuhören. Die Beispiele sind an Kindern orientiert.


Vorschau:

„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe wie zwischen dem Blitz und dem Glühwürmchen.“ (Mark Twain) Wie reden wir mit den Kindern in der Jungschar? Welches ist das richtige Wort, welches das beinahe richtige? Und ist Kommunikation nicht mehr als Worte?

Ins Gespräch kommen

Manche Kinder erzählen gern und ständig, andere sind eher schweigsam. Die Jungschar soll ein Ort sein, an dem Kinder sich mitteilen können, aber nicht müssen. Andererseits ist es wertvoll, von den Kindern zu erfahren, was sie beschäftigt. Um mit Kindern ins Gespräch zu kommen, kann folgendes helfen.

1. Öffnende Formulierungen statt geschlossener Fragen

Stelle ich eine Frage, die mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten ist, kann die Frage schnell abgehandelt werden. Aber auch Wie- und Warum-Fragen öffnen nicht unbedingt das Gespräch: „Wie war es in der Schule?“ „Gut.“ – So kommt kein Gespräch in Gang. Anders dagegen sind öffnende Formulierungen wie „Erzähl‘ mal von der Schule – was hast du dort erlebt?“

2. Im Spiel und in Bewegung

Im Stuhlkreis fällt es stilleren Kindern schwer, sich zu äußern. Oft reden die gleichen und andere kommen nicht zu Wort. Dagegen ergibt sich beim gemeinsamen Spiel viel leichter ein Gespräch, nach dem Motto „spielend erzählen und erzählend spielen“. Ebenfalls leichter ins Gespräch kommt man, wenn man unterwegs und in Bewegung ist. Daher ist es gut, auch mal das Gemeindehaus zu verlassen und sich auf den Weg zu machen, z. B. zum Sport- oder Spielplatz.

3. Aktives Zuhören

Wenn ein Kind erzählt, kann das Werkzeug „aktives Zuhören“ helfen. Es signalisiert meinem Gegenüber: „Ich bin für dich da und höre dir zu.“ Dadurch wird die Beziehung gestärkt. Es ist eine Mischung aus Technik und Haltung:

  • Ich wiederhole oder bündele Aussagen. Damit überprüfe ich, ob ich das Gehörte richtig verstanden habe.
  • Ich stelle Rückfragen auf Erzähltes und zeige meinem Gegenüber Interesse.
  • Ich nicke gelegentlich mit dem Kopf oder bestätige mit einem „hmm“, dass ich zuhöre.
  • Ich achte auf Gefühle beim Gesprächspartner und spiegele diese, indem ich z. B. sage: „Ich merke, das macht dich traurig.“

Damit die Botschaft auch ankommt

Kommunikation wird immer wieder durch Missverständnisse erschwert. Die folgenden Hinweise können helfen, sie zu vermeiden.

1. Nicht nur Worte sprechen

Der Inhalt von Gesprächen wird nur zu 7 Prozent über den Inhalt und den Sinn der Worte vermittelt. Die Körpersprache (55%) und der Klang der Stimme bzw. die Art des Sprechens (38%) transportieren viel mehr Botschaft.

Deshalb hilft es, Augenkontakt herzustellen und mein Gegenüber wahrzunehmen. Ein freundlicher, entspannter Gesichtsausdruck drückt Interesse aus. Eine offene Körperhaltung zeigt Zuwendung. Wenn ich so kommuniziere kommt die Botschaft besser an. Dagegen signalisieren verschränkte Arme, ein ständig abschweifender Blick aus dem Fenster oder auf die Uhr Desinteresse und Ablehnung.

2. Sagen, wie ich es meine

„Wollen wir …

...
  • Autor / Autorin: Raphael Fauth
  • © Quelle der statistischen Zahlen: Jan-Uwe Rogge, Angelika Bartram: Wie Sie reden, damit Ihr Kind zuhört und wie Sie zuhören, damit Ihr Kind redet, GU 2011, S. 79