Die verlorene Kraft – HoffnungDie verlorene Kraft – Hoffnung

Die verlorene Kraft – Hoffnung

Bibelarbeit

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 90 Min.
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Benötigte Materialien: Smartphone (der Jugendlichen),
Bibelstelle: Matthäus 5,13-16

Jesus brachte eine neue Hoffnung in diese Welt, die über den Tod hinausgeht. Der Artikel spannt in drei Schritten den Bogen von der Situation der ersten Jünger, über die persönliche Hoffnung, an die wir als Christen glauben dürfen hin zu dem Auftrag Jesu, Hoffnungsträger für diese Welt zu sein.


Vorschau:

Einleitung

„Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Diese Redensart kann man auf zwei Arten verstehen. Zum einen zynisch: Alles geht den Bach runter und am Ende stirbt auch die Hoffnung. Zum anderen optimistisch, wenn man davon ausgeht, dass selbst, wenn nichts mehr bleibt, die Hoffnung bis zum Ende durchhält. Der römische Philosoph Cicero hat sich für die optimistische Variante entschieden. Er sagte: „Solange ich atme, hoffe ich.“ Mit derselben Einstellung dürfen wir als Christen durch das Leben gehen. Der Glaube an Jesus ist mehr als ein billiger Trost – das haben Menschen immer wieder erlebt, angefangen bei den ersten Jüngern.

Hoffnung in einer hoffnungslosen Zeit

In der Bibel liest es sich ganz einfach, wie Jesus sich seine Jünger zusammensucht. Sie gehen ihrer Arbeit nach, Jesus kommt vorbei und sagt: „Kommt mit“ und sie lassen alles stehen und liegen (Lk 5,1ff). Was veranlasste die Menschen zu solch einem radikalen Schritt?

Manchmal wird in Andachten über die Gründe spekuliert, warum zum Beispiel Petrus Beruf und Familie zurücklässt, um mit diesem Wanderprediger durch die Gegend zu ziehen. Dann heißt es: Jesus hatte irgendwas an sich, dem man nicht widerstehen konnte. Das gewisse Etwas, vielleicht einen göttlichen Charme, der die Einladung Jesu unwiderstehlich machte.

Dass es mit diesem göttlichen Charme nicht so weit her gewesen sein kann, lesen wir in den Evangelien. Jesus eckt oft an, stößt Menschen vor den Kopf und landet schließlich sogar am Kreuz.

Dieses gewisse Etwas kann man ganz konkret benennen: Er hat den Menschen Hoffnung gegeben. Die Lebenssituation war eine völlig andere, als die, die wir zumindest in Mitteleuropa heute kennen. Das Leben eines Fischers wie Petrus bestand aus harter Arbeit. Von dem Ertrag musste er erst mal ¾ an Steuern abgeben und durfte einen kläglichen Rest behalten. Er konnte sich nie sicher sein, dass er und seine Familie den nächsten Winter überleben. Aufgrund von Mangelernährung fielen ihm mit 25 Jahren die Zähne aus und seine Lebenserwartung betrug 35 Jahre.

So ging es den meisten Menschen. Es waren wirtschaftlich schlechte Zeiten: Zwar gab es einige wenige reiche Menschen, aber auch sehr viele sehr Arme. Die römischen Besatzer und die Landesfürsten verlangten hohen Steuern. Viele Menschen lebten in Armut, wurden in die Kriminalität getrieben oder verhungerten. Dazu kam die Fremdbestimmung durch die römischen Besatzer, die die Israeliten in ihrer Identität als Gottes auserwähltes Volk infrage stellte.

In diese Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit kommt Jesus. Der Beginn seines Wirkens, den Kern seiner Botschaft, beschreibt Mt 4,17f:

„Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im Land des Todesschattens wohnen, strahlt ein Licht auf!“ Von da an verkündete Jesus: „Ändert euer Leben! Denn das Himmelreich wird sichtbar in der Welt.“

Wenn Jesus hier vom Himmelreich redet (auch Reich Gottes oder Reich der Himmel), dann ist das ein Begriff, den jeder Jude versteht. Davon reden schon die Propheten. Wir denken dabei oft an den Himmel, das Leben nach dem Tod. Es hat aber durchaus auch eine irdische Dimension. Ein Reich auf dieser Welt, in dem Gottes Wille umgesetzt wird; in dem das Leben sich entfalten kann; in dem Menschen, die am Rand stehen in die Mitte geholt werden. Ein Reich, in dem Gerechtigkeit herrscht und nicht einige wenige sich auf Kosten vieler bereichern. Ein Reich, in dem die Unterdrückten eine Stimme haben und die Mächtigen begrenzt werden und in dem Lebensmittel fair verteilt werden. Und damit wird es für die Jünger ganz konkret. Das ist die Hoffnungsbotschaft, die Perspektive, die Jesus ihnen bringt. Es ist der Ausweg aus einer ausweglosen Situation. Für sie und für ihre Kinder. Kein Wunder, dass sie nicht lange überlegen müssen. Kein Wunder, dass sie alles stehen und liegen lassen.

In der Hoffnung leben

Jesus und seine Jünger waren drei Jahre miteinander unterwegs. Sie haben Leben geteilt, gelernt, gepredigt, Wunder getan, Menschen begeistert, Zurückweisung und Ablehnung erfahren, miteinander gestritten, gelacht und gegessen. Egal ob es gut oder schlecht lief: motiviert wurden sie durch die Hoffnungsperspektive, die Jesus ihnen gab. Dann passierte das Unfassbare, die große Katastrophe. Jesus wird gefangen genommen, verhört, gefoltert, hingerichtet.

Ihre Hoffnung und alles, wofür sie sich eingesetzt hatten, war zerstört. Die Jünger waren verängstigt. Der Anführer war tot – da standen die Chancen nicht schlecht, dass sie als Mitläufer die Nächsten sind, die am Kreuz hingen. Eingeschüchtert und orientierungslos zogen sie sich zurück. Wie konnte aus diesem kopflosen Haufen eine Weltreligion entstehen? Irgendetwas muss passiert sein, damit sie sich wieder zusammenrafften, loszogen und die Hoffnungsbotschaft in der damals bekannten Welt verbreiteten.

Es ist die Begegnung mit dem Auferstandenen, die ihnen neuen Mut macht. Sie erfahren, dass die Hoffnung, die in Jesus begründet ist, weiter reicht, als sie zu träumen wagten. Es geht nicht nur um ein bisschen mehr Gerechtigkeit für sie und ihre Familien. Es geht um eine Hoffnung, die stärker ist als der Tod. Es geht um eine Gesellschaft, in der Menschen fair und gleichberechtigt zusammenleben. Die Jünger schöpfen neue Hoffnung, die so stark ist, dass sie losgehen und Ablehnung, Christenverfolgung und sogar den Tod in Kauf nehmen.

 

Hinweise zur Umsetzung

Suche dir die Bausteine heraus, die zu dir und deiner Gruppe passen. So kannst du Schwerpunkt und zeitlichen Umfang variieren. Es lässt sich durchaus auch eine dreiteilige Themenreihe daraus umsetzten.

Beispiel für eine 90-Minuten-Gruppenstunde.

Einstieg: Aktion Zukunfts-Emoji, ca. 10 min

Impuls: „Hoffnung in einer hoffnungslosen Zeit“, ca. 10 min
und „In der Hoffnung leben“

Rückfragen und Austauschrunde, ca. 10 min

Aktion: Hoffnung erleben, ca. 10 min

Bibellese nach der Dialogmethode Mt 5,13-16, ca. 40 min

  • Bibeltext vorlesen und zuhören
  • Jeder liest den Text für sich
  • Austauschrunde in Kleingruppen (je nach Gruppengröße 2–8 Personen)
  • Dabei in den Kleingruppen auf eine Frage oder ein Statement einigen
  • Rückfrage und Nachhakerunde in der gesamten Gruppe
  • Kurzer Schlussimpuls: „Hoffnungsträger sein“

Praktisch werden: vorstellen der Aktion „Gebet für die Welt“, ca. 5 min
und sich auf die Vorgehensweise einigen.

Alternativ: „den eigenen Ort wahrnehmen“

Abschluss und Gebet, ca. 5 min

Nächste Gruppenstunde: Austausch über die letzte Aktion

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  • Autor / Autorin: Christian Hilk
  • © Deutscher EC-Verband

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