Gehasi, der Ganove - Eine Lüge mit Folgen:

Bibelarbeit

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 60 Min. (Vorbereitung: 60 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Benötigte Materialien: Papier (Für das Spiel "Lügenwappen"), Stift(e) (Für das Spiel "Lügenwappen"), Münzen (Für das Spiel "Pharao"), Kartenspiel (Für das Spiel "Lügen")

Zielgedanke

Lügen hat Folgen. Bei Gott dürfen wir ehrlich sagen, wenn wir einen Fehler gemacht haben.

Vorüberlegung für Mitarbeitende

Nur eine kleine Lüge … das wird schon keiner merken! So hat sich das vielleicht auch Gehasi, der Diener des Propheten Elisa gedacht. Er verheimlicht, dass er sich aus Habgier Silberstücke und Festkleider von Naaman erschlichen hat. Als Elisa nachfragt, belügt er seinen Herrn. Doch Gehasis Lüge wird aufgedeckt und er bekommt die Konsequenzen zu spüren: An dem Aussatz, von dem Naaman geheilt wurde, erkrankt er nun selbst!

Zwei Gedanken zu Gehasi:

– Elisa spricht das Urteil über seinen Diener, weil dieser sein Fehlverhalten abgestritten hat. Der Prophet gibt ihm die Chance, reinen Tisch zu machen – doch Gehasi sind Geld und schöne Kleider wichtiger als die Wahrheit.

– Gehasis Lüge zerstört Beziehungen. Der Aussatz, an dem er erkrankt, macht ihn „unrein“. Er wird aus der Gemeinschaft der Israeliten ausgeschlossen und darf nicht mehr am Gottesdienst teilnehmen. Am Ende lässt ihn seine Lüge einsam zurück.

Bei Gott dürfen wir unsere Fehler eingestehen und Vergebung erfahren. Die Wahrheit zu sagen bringt uns weiter, als an der Lüge festzuhalten.

Erlebniswelt der Kinder

Jedes Kind hat höchstwahrscheinlich schon einmal gelogen. Denn Lügen sind ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Kindern und helfen ihnen, soziales Verhalten zu erlernen. Im Jungschar Alter wollen Kinder durch ihre Lügen vor allem unangenehmen Emotionen ausweichen und Strafen vermeiden. Mit zunehmendem Alter eignen sich Kinder dann die Fähigkeit des „sozialen Lügens“ an, das heißt sie lügen, um anderen Menschen eine Freude zu machen oder ihre Gefühle nicht zu verletzen. Damit Kinder verstehen, dass Lügen sie nicht langfristig weiterbringen, brauchen sie eine Umgebung, in der sie Fehler machen dürfen. Nur so können sie lernen, offen zu ihrem falschen Verhalten zu stehen.

Die Geschichte von Gehasi zeigt genau das: Er vertuscht sein Fehlverhalten und verspielt durch seine Lügen auch noch das Vertrauen von Elisa. Bei Gott dürfen wir Fehler machen. Wenn wir ehrlich sagen, was schief gelaufen ist, brauchen wir keine Strafe zu befürchten – Gott vergibt uns (vgl. 1. Joh 1,9)!

Einstieg

Spiel: Lügenwappen

Jedes Kind erhält ein Blatt Papier, auf dem ein persönliches Wappen gestaltet wird. Das Blatt wird in vier Bereiche geteilt, in die Eigenschaften oder Erlebnisse gezeichnet werden. Drei Bilder auf dem Wappen entsprechen der Wahrheit, eins wird mit einem erfundenen Inhalt gefüllt. In der Gruppe präsentieren nun alle ihre Wappen und die Gruppe rät, welcher Teil gelogen ist.

Alternative für Ältere: drei kurze Erlebnisse aus dem Urlaub erzählen lassen, von denen zwei wahr sind und eines unwahr ist.

Erzählung

Die Hufe der Pferde klapperten den Weg entlang. Einige Momente später klopfte es an die Tür von Elisas Haus. Doch statt selbst zur Tür zu gehen, sagte Elisa nur: „Gehasi, geh du zu unserem Gast vor die Tür. Und dann schick ihn mit seiner Kutsche an den Jordan! Er soll sieben Mal im Fluss untertauchen. Davon wird sein Aussatz weggehen.“ Gehasi, der Diener des Propheten Elisa, gehorchte und ging hinaus. Dort sah er ihn schließlich vor der Kutsche stehen: Naaman, ein angesehener Soldat des Königs von Syrien. Seine Haut war übersät von weißem Ausschlag. Gehasi richtete ihm aus, was der Prophet von ihm verlangte, um geheilt zu werden. „So einfach soll das sein? Einfach eine Runde im Fluss baden und dann ist der Aussatz weg?“ Naaman hatte Zweifel. Doch seine Diener überzeugten ihn, es doch zu versuchen. Jetzt waren sie ja schon den weiten Weg nach Israel gereist …

Einige Zeit verging. Dann hielt die Kutsche wieder vor Elisas Haus. Gehasi öffnete die Tür und Naaman trat zu Elisa ein. Und tatsächlich: Vom Aussatz war nichts mehr zu sehen – der syrische Soldat war geheilt! Naaman lobte Gott – denn der Gott Elisas hatte ihn gesund gemacht. Zum Dank bot er Elisa noch wertvolle Geschenke an. Silber und Gold, sowie die schönsten Festgewänder hatte Naaman mitgebracht. Doch Elisa lehnte alle Reichtümer ab. Als Prophet sei ihm das alles nicht wichtig – denn er heile die Leute ja nicht, um Geld zu verdienen, sondern weil Gott ihn damit beauftragt habe. So machte sich Naaman mit seinen Leuten auf den Heimweg.

Doch Gehasi, der Diener Elisas, konnte die Reichtümer in Naamans Kutsche nicht vergessen. Und so schlich er sich kurz darauf aus dem Haus des Propheten und rannte der Kutsche hinterher. Naaman bemerkte ihn und rief besorgt: „Ist alles in Ordnung?“ Natürlich konnte Gehasi jetzt nicht einfach sagen, dass er die Geschenke selbst behalten wollte. Also tischte er dem geheilten Soldaten eine Lüge auf: „Zwei Männer von der Prophetengemeinschaft aus den Bergen sind zu Elisa gekommen. Sie leben von der Unterstützung anderer – also gib mir doch ein wenig Silber und die Gewänder für sie.“ Naaman gab Gehasi alles, was er verlangte und noch mehr. Gehasi schlich sich zurück in die Stadt und versteckte die ergaunerten Geschenke in Elisas Haus.

„Wo warst du?“, fragte Elisa. Gehasi überlegte, was er nun antworten sollte. Elisa würde wütend sein, wenn er die Wahrheit erfuhr. Aber er musste die Wahrheit ja vielleicht gar nicht erfahren. „Ich war gar nicht weg. Ich war die ganze Zeit hier im Haus“, log Gehasi. Doch Elisa wusste Bescheid und stellte seinen Diener zur Rede. Er war enttäuscht. So konnte er Gehasi nicht mehr vertrauen – wer weiß, ob er ihm künftig die Wahrheit sagte oder doch wieder log. Und Gott würde aus einem lügenden Gehasi auch keinen Propheten mehr machen. Er hatte sich viel zu sehr in seine Lügen verstrickt.

Elisa war enttäuscht und wütend. Seine Stimme donnerte durchs Haus: „Du hast nur daran gedacht, wie du reich wirst, Gehasi. Dich soll der Aussatz von Naaman befallen und du sollst ihn nie wieder loswerden!“ Gehasi packte seine Sachen und ging. Als er vor die Tür trat, sah er den Ausschlag auf seiner Haut – weiß wie Schnee.

 

Impuls für eine Andacht

Gehasis Lügen haben ihn nicht weit gebracht. Am Ende hat er nichts von seinem ergaunerten Reichtum, sondern ist allein. Elisa vertraut ihm nicht mehr. Und mit seinem Aussatz wird er aus der Gemeinschaft der Israeliten ausgeschlossen und muss mit seiner Familie irgendwo ganz allein leben. Sogar der Gottesdienstbesuch ist für ihn verboten. Das Erbeuten von Naamans Geschenken und die Lügen, um alles zu verheimlichen, haben krasse Folgen für Gehasi.

Austauschrunde:

– Wer von euch hat schon einmal gelogen?

– Ist die Wahrheit rausgekommen?

– Wenn ja, hat das Folgen gehabt?

– Was denkt Gott wohl über Lügen?

Alternativ: Von eigenen Lügen erzählen und welche Folgen das mit sich zog.

 

Gehasis Geschichte zeigt, dass Lügen nicht ohne Folgen bleiben. Wir werden nicht mit Aussatz bestraft, aber das Vertrauen zu unseren Eltern oder Freunden leidet, wenn wir sie anlügen. Wenn uns jemand anlügt, finden wir das ja auch nicht so super.

Wenn wir einen Fehler machen, sollten wir uns nicht mit erfundenen Geschichten rausreden und andere anlügen. Eltern, Freunden und Gott die Wahrheit zu sagen ist auf Dauer der bessere Weg. Dann ist Vergebung und ein neuer Anfang möglich!

 

Gebet

Gott, danke, dass du ehrlich zu uns bist

und dass du uns magst, egal, was wir getan haben.

Bitte hilf uns, nicht zu lügen.

Und falls doch,

dass wir dazu stehen können und es zugeben.

Amen

 

Ideen zur Vertiefung

Aktionen

Kreative Ideen, um das Loswerden von Schuld und Gottes Vergebung für Kinder erfahrbar zu machen, finden sich im Download.

 

Lieder

Verzeih mir (Kinder feiern Jesus Nr. 38)

Treu (Das Liederbuch Nr. 136)

Wie ein Fest nach langer Trauer (Jungscharliederbuch Nr. 86)

 

Spiele

Pharao

Die Spieler sitzen im Kreis am Tisch und haben die Hände unter dem Tisch. Sie geben verdeckt eine Münze herum (muss nicht reihum sein). Ein Spieler steht am Tisch und ruft nach beliebiger Zeit ein Kommando. Dieses muss von allen Spielern ausgeführt werden, auch von dem, der die Münze besitzt. Der Fänger muss nun einmal erraten, wer die Münze gerade hat. Schafft er dies, ist derjenige neuer Kommandeur, ansonsten geht das Spiel weiter. Die Münze muss natürlich während des Kommandos in den Händen behalten werden, muss also in der Figur versteckt werden!

Kommandos:

Spinne: Beide Hände berühren mit den Fingerkuppen den Tisch und krabbeln darauf herum. Die Münze am besten in der Handfläche verstecken.

  • Klatschen: Die Handflächen schnell auf den Tisch schlagen, dabei kein Münz-Geräusch verursachen.
  • Abrollen: Beide Fäuste auf den Tisch legen und dann „abrollen“, also die Handflächen öffnen.
  • Weitere Kommandos können erfunden werden.

Variation: Mehrere Münzen ins Spiel bringen.

 

„Lügen“ (Kartenspiel)

Alle Spieler bekommen gleich viele Karten. Der Startspieler legt nun eine Farbe und jeder Spieler muss reihum eine seiner Karten dieser Farbe verdeckt in die Mitte legen. Wenn man keine Karte dieser Farbe hat (oder sie nicht legen will), kann man „lügen“ und eine falsche Karte legen. Ziel des Spiels ist es, zuerst alle Karten abzulegen. Wenn ein Spieler vermutet, diese Karte entspreche also nicht der angesagten Farbe, klopft er auf den Tisch. Die letzte Karte wird aufgedeckt. Wird ein Schummler ertappt, muss er den gesamten Stapel aufnehmen. War es ein falscher Verdacht, muss der Kläger selbst alle Karten nehmen.

  • Autor / Autorin: Elias Monden
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg