Grenzen in der Erziehung – wertvoll oder unnötig?Grenzen in der Erziehung – wertvoll oder unnötig?

Grenzen in der Erziehung – wertvoll oder unnötig?

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: Deutscher EC-Verband
: (Vorbereitung: 30 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Familien, Jugendliche (15-19 Jahre), Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Mitarbeitende, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Schulung
Redaktion: TEC:
Bibelstelle: 1. Korinther 13,4-7

Welchen Platz haben Grenzen und Regeln in der Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen? Eine nach wie vor aktuelle Frage, die Eltern und Pädagogen und Pädagoginnen, aber auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bereich der Jugendarbeit beschäftigt und mit der man sich wiederholt auseinandersetzen sollte, um sich im pädagogischen Alltag immer wieder auf das richtige Ziel auszurichten.


Vorschau:

Ob und inwiefern man Kindern und Jugendlichen in der Erziehung Grenzen setzen sollte, ist nicht immer klar und war im letzten Jahrhundert ein kontroverses gesellschaftliches Thema unter Pädagogen/Pädagoginnen, Politiker/Politikerinnen und Eltern. So gab es – nach den immer noch sehr strengen und disziplinfokussierten 1950er-Jahren – Ende der 1960er-Jahre einen gesellschaftlichen Aufstand gegen Autoritäten und die bis dahin gängigen Erziehungsmuster, die besonders Gehorsam und Angepasstheit wie auch körperliche Züchtigung als Leitmotive innehatten. Diese Erziehungsmuster wurden von der damaligen Studentengeneration (laut)stark infrage gestellt und dadurch zu einer öffentlichen Debatte. Es wurden neue zeitgemäße Lebensmodelle und Erziehungsstrategien gefordert und umgesetzt. Daraus entstand eine Bewegung der antiautoritären Erziehung, die Kinder und Jugendliche völlig freisetzte von Grenzen und Regeln

Heute, einige Generationen später, hat sich diese Idee nicht unbedingt als nachhaltig erwiesen. Die antiautoritäre Bewegung hat sich als Mainstream weder in den Erziehungswissenschaften noch in der erzieherischen Praxis durchgesetzt. Vielmehr bestehen heutzutage vielfältige Erziehungsideen und Strategien im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Eltern sind dadurch oft verunsichert und die natürliche Intuition wird durch die verschiedenen Erziehungsratgeber, die auf dem Markt existieren, überdeckt. Deshalb ist die Frage nach dem Wert von Grenzen nach wie vor aktuell und für Pädagogen/Pädagoginnen und Eltern, aber auch für (ehrenamtliche) Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen im Jugendbereich besonders im alltäglichen Leben mit Kindern und Jugendlichen von Belang.

Aufgrund dessen versuche ich, an dieser Stelle meine fachlichen Kenntnisse als Diplom-Pädagogin und meine Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu nutzen, um einige mir wichtige Gedanken rund um Grenzsetzung in der Erziehung und in der pädagogischen Arbeit zu formulieren. Dabei soll es nicht um konkrete Ratschläge gehen, sondern um grundlegende Aspekte, die helfen könnten, die eigene innere Haltung wahrzunehmen.

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  • Autor / Autorin: Eva Katharina Esau
  • © Deutscher EC-Verband