Jugendkreis über ZOOMJugendkreis über ZOOM

Jugendkreis über ZOOM

Ideensammlung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene
Einsatzgebiete: Corona Spezial, virtuell / digital
Themenstellung: Ideenpool
Heft: best practice

Was tun mit dem Jugendkreis, wenn Treffen im „real-life“ derzeit nicht möglich sind? Genau, auch wir treffen uns derzeit online. Dabei nutzen wir das Videokonferenz-Tool „ZOOM“.

Ein paar Gedanken zu Videokonferenzen als solche

Klar, es ist nicht dasselbe. Klar, es ist anstrengender. Und auch klar: Verbindungsprobleme oder hakelnde Headsets mit fehlendem Audio nerven. Noch mehr nervt allerdings, wenn man sich gar nicht mehr sehen kann. Daher schätzen unsere Teenies die Möglichkeit des Austauschs und der Begegnung trotz aller Einschränkungen sehr.

Es braucht allerdings etwas Disziplin und Aufmerksamkeit, damit so ein Treffen gelingt. Grundsätzlich sollten alle ihr Mikrofon abschalten, wenn sie gerade nichts sagen möchten. Denn sonst hört man die Hintergrundgeräusche von 20 Leuten. Das nervt. Auch wenn es eine App für Handy und Tablet gibt: Am besten klappt es via Laptop mit Webcam und Headset. Zumindest der Host (=Gastgeber des Meetings) sollte an einem PC sitzen, damit er eine bessere Übersicht hat. Bei ZOOM muss nur der Host angemeldet sein, die Gäste nicht. Die kostenfreie Version bricht Sitzungen nach 40min ab. Die kostenpflichtigen Angebote starten bei unter 20 EUR pro Monat. Evtl. kann man sich eine Lizenz innerhalb seiner Jugendarbeit teilen. I.d.R. finden ja nicht alle Jugendkreise parallel statt.

Drei Dinge haben mich von ZOOM überzeugt:
  1. Es ist meiner Erfahrung nach das stabilste Tool unter den Videokonferenzsystemen.
  2. Es bietet komfortable Möglichkeiten seinen Bildschirm freizugeben, inkl. Computerton, was z.B. bei Youtube-Videos wichtig ist.
  3. Es bietet die Möglichkeit der Kleingruppenarbeit mit den sogenannten „Breakout-Sessions“. Mehr dazu weiter unten.

Ob es ZOOM sein muss oder das verbreitete Skype, das v.a. bei Gamern bekannte Discord oder etwas ganz anderes, bleibt letztlich euch überlassen. Jeder hat sicherlich so seine Erfahrungen und Vorlieben.

Wie gehen Andachten, Bibelarbeiten oder gar Gottesdienste?

Andachten und Bibelarbeiten sind grundsätzlich kein Problem. Jeder hat sein Mikro aus und einer trägt seine Gedanken vor. Für das Bibelgespräch oder die Vertiefungsfragen gehen wir in Kleingruppen. Dazu nutzen wir die schon erwähnten „Breakout-Sessions“. Das sind Untergruppen des gesamten Meetings. ZOOM lässt einem die Möglichkeit einzustellen wie viele Sessions man möchte und auch, ob man die Teilnehmer automatisch oder von Hand den einzelnen Gruppen zuordnet. Letzteres ist praktisch, wenn man sicherstellen will, dass in jeder Gruppe ein Mitarbeiter ist. Diese Breakout Sessions kann man zeitgesteuert, also z.B. nach 15 min, oder von Hand beenden. Im Anschluss kehren alle wieder ins „Plenum“ zurück. Die Fragen kann man über den Chat oder die Teenkreis-Whatsapp-Gruppe allen mitteilen. Unsere Erfahrung war, dass in den Kleingruppen deutlich lebendiger diskutiert wurde als in der großen Runde. Persönlicher Austausch und Gebet für- und miteinander war möglich.

Wir haben auch schon Gottesdienste über ZOOM gefeiert. Bei einem Werkstatt-Gottesdienst haben wir im Vorfeld über die Whatsapp-Gruppe die einzelnen Elemente an die Teilnehmer verteilt, also z.B. die Psalmlesung, Gebete und sogar die Predigt hat eine Teilnehmerin übernommen.

Stichwort Singen: Mit offenem Mikro singen geht natürlich aufgrund der Verzögerungen nicht. Was wir schon ausprobiert haben war, dass eine Mitarbeiterin gesungen und Gitarre gespielt hat, alle anderen hatten ihre Mikros aus. Der Host hat seinen Bildschirm geteilt und allen somit die Liedtexte gezeigt. Das hat grundsätzlich funktioniert. Aber ehrlich gesagt fanden alle es etwas komisch, alleine im Zimmer zu sitzen und vor sich hinzusingen. Eine andere Variante war das gemeinsame Schauen von Worship-Songs auf Youtube, auch via Bildschirm teilen. Da man bei ZOOM auch den Computerton freigeben kann, funktioniert das m.E. fast am besten. Wenn man Videos mit Untertitel raussucht kann jeder, der möchte trotzdem mitsingen. Alle anderen genießen einfach nur die tolle Musik.

Was für Programmpunkte sind möglich?

Neben inhaltlichen Punkten haben wir auch schon viele Spiele ausprobiert. Was natürlich immer geht ist ein Quiz. Das bekannte „Der große Preis“, Wer bin ich?, Stadt-Land-Fluß (online über https://stadtlandflussonline.net oder klassisch mit Zettel und Stift) oder Activity gehen immer. Für das Malen kann man entweder das Whiteboard von ZOOM oder online das Tool https://skribbl.io benutzen.

Aber auch „Wetten dass …“ funktioniert. Jeder konnte eine Wette einreichen und dann gegen jemand anders antreten.

  • Wetten, dass niemand mehr Liegestütze schafft als ich!
  • Wetten, dass niemand schneller als ich das Alphabet rückwärts aufsagen kann!
  • Wetten, dass niemand mehr 90er-Jahre Songs erkennt als ich! usw.

Auch hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung: Man muss es life vor der Kamera nachvollziehen können und niemand beschummelt. 😉

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von Spielen, die man online spielen kann. Das funktioniert dann mit Handy nicht mehr so gut, sondern hier wäre ein Laptop oder PC die bessere Wahl:

Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Ausprobieren. Das Motto ist: Einfach testen und wenn es nicht klappt, das nächste Mal einfach was anderes versuchen.

  • Autor: Jan Bechle, Jugendreferent im Ev. Jugendwerk / CVJM Bezirk Marbach
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg