Kevin allein zu Haus / Mach was aus deinem Leben und aus deinem Urlaub!Kevin allein zu Haus / Mach was aus deinem Leben und aus deinem Urlaub!

Kevin allein zu Haus / Mach was aus deinem Leben und aus deinem Urlaub!

Andacht

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 15-20 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Freizeiten
Redaktion: TEC:
Bibelstelle: Markus 1,35

Mit der besten Freundin quatschen, gemeinsam was unternehmen, zusammen chatten und chillen – die meisten Teenager und Jugendlichen sind nicht so gern allein, sondern wollen lieber mit anderen zusammen sein. Das gefällt Jesus, denn er möchte, dass seine Nachfolger in verbindlicher Gemeinschaft miteinander leben und den Kontakt zu Menschen außerhalb der christlichen Gemeinde pflegen. Gleichzeitig legt er aber Wert darauf, dass jeder und jede Einzelne sich als Kind des himmlischen Vaters versteht und diese persönliche Zweierbeziehung pflegt. Jesus predigte das nicht nur, sondern zeigte, wie man das macht. Dazu gehörten für ihn immer auch Zeiten, in denen er mit seinem himmlischen Vater allein war.

Solche Zeiten hat Jesus immer wieder eingeplant und konsequent umgesetzt. In Markus 1,35 steht: „In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.“ Hier und viele andere Male löste sich Jesus von allem Trubel um ihn herum, damit er wirklich mit dem himmlischen Vater allein war und sein Reden in der Stille hören konnte. Manchmal war es aber auch so, dass Jesus spontan eine sich bietende Gelegenheit beim Schopf ergriff, oder aber eine Zeit der Stille und des Gebets spontan in seinen Alltag einschob. So zum Beispiel direkt im Anschluss an die Speisung der 5.000 Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen. Nach diesem Wunder waren alle Leute nicht nur schwer beeindruckt, sondern auch total aufgekratzt. Darum „drängte Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen. Sie sollten an die andere Seite des Sees nach Betsaida vorausfahren. Er selbst wollte inzwischen die Volksmenge verabschieden.“ Das hat er gemacht und dann spontan entschieden, noch nicht gleich den Jüngern zu folgen, sondern erst eine kleine Auszeit zu nehmen: „Nachdem er sich von der Menge getrennt hatte, stieg er auf einen Berg, um zu beten“ (Mk 6,45-46). So, wie er es machte, riet er es auch seinen Zuhörern und empfahl ihnen, sich notfalls in die Speisekammer zurückzuziehen, wenn es sonst keinen Platz gab, an dem man allein beten konnte (Mt 6,6).

Jesus fordert uns also auf, uns nicht einfach so treiben zu lassen, sondern unser alltägliches und geistliches Leben bewusst zu gestalten, auch und gerade im Urlaub. Wenn man das nicht tut, dann lebt man nicht selbst, sondern wird gelebt: Mit Freunden treffen, Freibad, rumhängen, Computer-Spiele machen, und dann saugt einen das Internet oder der Fernseher auf. Auch der Nachmittag im Teenkreis bewahrt uns nicht automatisch vor einem fremdbestimmten Leben. Dieser und alle anderen christlichen Aktivitäten können auch zum Teil der Alltagsroutine werden, sodass sie schließlich ein Hobby sind wie jedes andere auch. Damit das nicht geschieht, müssen wir wie Jesus Zeiten schaffen, in denen wir unser Leben in Gottes Gegenwart reflektieren und unseren Alltag neu nach seinem Willen ausrichten.

Nun könnte man ja denken, in den Ferien wäre das alles ganz easy. Keine Schule, die Kumpels im Urlaub und jede Menge Zeit. Super Gelegenheit also, wieder in aller Ruhe in der Bibel zu lesen und zu beten. Das ist auch so – aber man muss es bewusst angehen. Wenn man alles nur so laufen lässt, dann ist mit auspennen, chatten, Filmchen schauen, Fotos posten ruckzuck ein Tag nach dem anderen vorbei. Danach geht die Schule wieder los und man fragt sich, was man in den vergangenen sechs Wochen eigentlich wirklich gemacht hat.

Um die Zeit, die man in den Ferien für sich allein hat, bewusst zu gestalten, muss man sich etwas vornehmen: Viermal die Woche eine Stunde Fahrrad fahren, dreißig Minuten Gitarre üben, ein gutes Buch lesen. Oder so ähnlich halt. Und nutze den Urlaub auch dazu, endlich mal wieder ganz gepflegt in der Gegenwart Gottes abzuhängen, für ihn zu singen, mit ihm zu reden und ohne jeden Druck die Texte der Bibel auf dich wirken zu lassen. Das funktioniert realistisch betrachtet nur, wenn du die Zeiten dafür einplanst und dir vielleicht auch Ziele setzt: Zehn neue Lieder lernen, die Paulus-Briefe lesen und eine Kladde für Dank- und Gebetsanliegen anlegen. So was in der Art halt. Kevin aus dem Film hat’s allein zu Haus wirklich gerockt. Das kannst du auch! In diesem Sinne: Schöne Ferien!

  • Autor / Autorin: Rudolf Westerheide
  • © Deutscher EC-Verband