Kommunikation unter MitarbeiternKommunikation unter Mitarbeitern

Kommunikation unter Mitarbeitern

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 10 Min. (Vorbereitung: 5 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppe: Mitarbeitende
Einsatzgebiet: Schulung
Redaktion: Jungscharleiter

Kommunikation unter Mitarbeitern – wie man sich im Team gut verständigt und respektvoll miteinander kommuniziert.


Vorschau:

Einige Worte vorweg

Gute Jungschararbeit hat viel mit einem guten Mitarbeiterteam zu tun. Ein wichtiger Baustein für ein gutes Team ist gute Kommunikation. Viele Probleme im Mitarbeiterteam sind Folgen von schlechter Kommunikation.

Was ist Kommunikation?

Das ist der einfache Austausch von Informationen. Das kann auf den unterschiedlichsten Kanälen erfolgen. Durch Schreiben und Lesen, Sprechen und Zuhören oder durch Gestik, Mimik und Körpersprache. Wenn sich zwei Menschen gegenüberstehen und unterhalten, könnte man meinen, die meisten Informationen werden verbal, also durch Sprechen und Zuhören übertragen. Das ist aber falsch. Worte machen hier nur 8-10% aus. 40% der Tonfall, also Sprechgeschwindigkeit und Tonhöhe. 50-52% der Signale werden durch die Körpersprache übertragen. Hier wird schnell klar: Wenn wir miteinander gut kommunizieren wollen, müssen wir unseren Gesprächspartner auch körperlich wahrnehmen und nicht nur seine Worte. Die Körpersprache und der Tonfall helfen uns hier, die Informationen richtig zu interpretieren.

Sender und Empfänger

Nach dem „Sender-Empfänger-Modell“ von Schulz von Thun kommunizieren der Sender (Nachrichtengeber) und der Empfänger der Nachricht. Der Sender versucht, seine Botschaft in vernehmbare Zeichen zu übersetzen. Er kodiert seine Informationen (z. B. mit Sprache, Tonfall, Gestik). Der Empfänger muss diese kodierten Zeichen deuten (was möchte mir der Sender mitteilen?). Er „dekodiert“ sie. Dummerweise ist der Empfänger dabei auf sich alleine gestellt. Wenn er die Nachricht interpretiert, wird er immer beeinflusst durch seine Erwartungen, Befürchtungen und die Erfahrungen, die er mit dem Sender der Botschaft hat. Viele Botschaften werden deshalb missverstanden oder andere gar nicht verstanden. Der Sender sollte sich vergewissern, ob seine Nachricht verstanden wurde, indem er beispielsweise nachfragt. Der Empfänger wiederholt mit seinen Worten, was er verstanden hat. Das beseitigt am schnellsten Missverständnisse.

Negative Folgen schlechter Kommunikation

Kommunikation ist nicht immer einfach. Was A sagt und damit meint und was B versteht und anschließend daraus interpretiert, kann schon sehr unterschiedlich sein. Eine gute Kommunikation erfordert daher auch ein gegenseitiges Bemühen und Verstehen und Verstanden werden. Tun wir das nicht, leiden wir unter den Folgen: Frustration, doppelte Anstrengung, Konflikte, Zeitverlust, und schlechte Qualität unserer Arbeit.

Kommunikationshindernisse

Was kann alles dazu führen, dass wir uns schlecht verstehen? Beispiele hierfür sind die verschiedenen Muttersprachen, soziale Stellungen und Hintergründe, kulturelle Unterschiede, falsche Annahmen, Unkonzentriertheit.

Paul Watzlawick beschreibt, dass die „Beziehungsebene“ die „Sachebene“ bestimmt. Wenn sich beispielsweise zwei Mitarbeiter persönlich schätzen und respektieren finden sie auch auf der Sachebene schnell zu einer Lösung. Es kann sogar sein, dass sie unterschiedlicher Meinung sind und bleiben und dies auch akzeptieren können. Im umgekehrten Fall kann es sein, dass zwei Menschen die gleiche Meinung haben, aber sich nicht einigen können, weil sie sich nicht wertschätzen. Die meisten Probleme liegen also auf der Beziehungsebene. Werden diese beseitigt, klappt auch die Kommunikation.

Hören und Zuhören und den anderen wahrnehmen

Hören und Zuhören sind nicht dasselbe. Hören ist eine biologische Funktion. Zuhören bedeutet aktives, aufmerksames Hin-Hören und Wahrnehmen der Körpersprache des anderen. Dabei interpretieren wir die Signale, die wir empfangen. …

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  • Autor / Autorin: Fiona Donath
  • © © Rimsir, Markus (Hg.) „Skills für Trainer“ Ökotopia-Verlag ISBN 978-3-86702-115-9 Frank E.W. Ortmann