Mit Gott reden: Ein Zelt als BegegnungsortMit Gott reden: Ein Zelt als Begegnungsort

Mit Gott reden: Ein Zelt als Begegnungsort

Ideensammlung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 15-30 Min. (Vorbereitung: 30-60 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Konfis, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Freizeiten
Redaktion: Jungscharleiter

Hier wird das Konzept eines „Gebetszeltes“ vorgestellt, in dem Kinder auf einem Zeltlager oder einer Jungscharfreizeit jeden Tag das Beten kennenlernen und bewusst praktizieren können.


Vorschau:

Gebet vorleben

Eine Freizeit bietet die Gelegenheit, Kindern von Gott zu erzählen. Wie ist Gott? Ist er weit weg? Redet man nur über ihn oder auch mit ihm? Auf der Freizeit wird schnell klar, dass Gott eine Beziehung zu uns Menschen möchte. Ihn interessiert, wie es jedem einzelnen Kind geht und er freut sich, wenn seine Kinder mit ihm reden. Mit Gott reden? Wie geht das? Auf Freizeiten achten Kinder auf die Mitarbeitenden. Sie sind Vorbilder in allen Themen des praktischen Christseins. Uns ist es wichtig gewesen, Gebetszeiten während der Freizeit zu haben. Manchmal als bewusster Dank vor und nach Mahlzeiten; mal morgens nach der Andacht oder abends beim liturgischen Abendabschluss.

Mit Gott reden praktisch

Einen ganz besonderen Gebetsort hatten wir mitten auf dem Zeltplatz positioniert. Neben allen Schlafzelten stand ein leeres Zelt: das sogenannte Gebetszelt. Zu einer bestimmten Zeit des Tages (17.30 Uhr) luden wir Kinder auf dem Zeltplatz ein (per Megafon oder spontan selbst gemachter Musik), ins Gebetszelt zu kommen. Interessierte Teilnehmende (wichtig: freiwilliges Angebot!) rückten dann aus allen Richtungen mit ihrem Klappstuhl und Freizeitheft an. Ziel dieser Zeit war, den Kindern zu erklären, was Beten heißt und es praktisch auszuprobieren. So hat jedes Kind die Gelegenheit, im kleineren Rahmen Beten „auszuprobieren“. Was das Gebetszelt ist, wurde vor dem Start allen Kindern erklärt.

Aus der Praxis des Gebetszelts

Oft ließen wir – bis alle Kinder da waren – ruhigere Musik laufen. Dann hatten wir für die nächste halbe Stunde immer einen ganz ähnlichen Ablauf: Begrüßung, Lied, ein beliebiges Thema zum Gebet, Gebet praktisch ausprobieren, Wunschlieder der Kinder, Zettel in die Box, Ende.

Dazu muss man sagen, dass das praktische Ausprobieren sehr behutsam war. Wir ließen die Kinder ihre Gebete auf kleine DIN-A6-Zettel schreiben. Auch das war freiwillig. Wir machten die Erfahrung, dass Kinder mit dem Schreiben ihre Gedanken gut sortieren konnten. Aber nicht jeder mag schreiben und das ist in Ordnung. Wer wollte, konnte anschließend sein Gebet laut oder leise beten. Beides kommt ja schließlich bei Gott an. Wichtig war uns dabei, dass sich niemand bloßgestellt fühlte. Eingeleitet und beendet hat immer ein Mitarbeitender. Nach dem Gebet wünschten sich Kinder oft noch ein oder zwei Lieder aus dem Freizeitheft. Anschließend warfen sie ihre Gebetszettel in eine Gebetsbox (ein schön verzierter Bananenkarton mit „Gebetsbox-Aufschrift“ und extrem kleinem Einwurfschlitz). Die Gebetsbox stand die ganze Freizeit über im Gebetszelt, neben der Box lagen immer Zettel und Stifte. So konnten Kinder jederzeit in das Zelt gehen und Gott ihre Anliegen schreiben oder einfach so mit ihm reden. Die Gebetsbox wurde am letzten Abend am Lagerfeuer verbrannt. Es sollte selbstverständlich darauf geachtet werden, dass keiner die Gebete liest und keiner die Gebetsbox einfach mitnehmen kann. Das ist ein absolutes No-Go!!!

Wir haben über mehrere Freizeiten verschiedene Methoden des Gebets ausprobiert, die gut zu Kindern passen (Gott ein Bild malen, Luftballon mit Anliegen steigen lassen, Steine (Lasten) loswerden, stiller Spaziergang mit Stationen usw. …

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  • Autor / Autorin: Antje Metzger
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg