Mit Kindern über den Tod reden. Vom Umgang mit den Fragen der TrauerMit Kindern über den Tod reden. Vom Umgang mit den Fragen der Trauer

Mit Kindern über den Tod reden. Vom Umgang mit den Fragen der Trauer

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
: (Vorbereitung: 30 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Kinder, Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter

In diesem Artikel bekommst du viele hilfreiche Infos zum Thema Tod und Trauer bei Kinder. Es wird erklärt, wie Kinder damit umgehen und was sie brauchen. Es werden praktische Tipps gegeben, was hilfreich ist im Umgang mit diesem Thema und wie wir Kinder unterstützen und trösten können, die betroffen sind.


Vorschau:

Wenn Kinder Sterben und Tod in ihrem Umfeld begegnen, beginnen sie meist, Fragen zu stellen. Sie brauchen dann einen Menschen, dem sie vertrauen und mit dem sie über das sprechen können, was sie beschäftigt. Meistens spüren auch schon Kinder, dass das Thema „Sterben und Tod“ nicht nur Traurigkeit, sondern auch Unsicherheit oder sogar Angst auslösen kann. Von uns Erwachsenen erwarten sie deshalb „[…] unbewusst Antworten, die […] Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.“ Aber was sollen wir ihnen sagen, wenn wir uns insgeheim die gleichen Fragen stellen und selbst keine Antworten haben? Wie können wir mit Kindern „kindgerecht“ über den Tod reden – und zwar so, dass wir ihre Unsicherheit und Angst nicht verstärken, sondern ihnen zeigen, dass sie mutig der Zukunft entgegenblicken können? Wie können wir Kinder trösten, die trauern?

Was wir im Vorfeld tun können

1. Uns selbst mit Sterben und Tod auseinandersetzen

Oft sind wir selbst verunsichert und wissen nicht, wie wir mit Kindern über den Tod sprechen sollen, weil wir selbst nicht gelernt haben, offen und unbefangen darüber zu reden. Das liegt meist daran, dass auch unsere Eltern oder Bezugspersonen wahrscheinlich überfordert waren, wenn es um das Thema „Sterben und Tod“ ging. Vielleicht haben sie uns nicht verstanden, als wir selbst den Schmerz der Trauer um einen nahen Menschen oder ein Haustier in uns spürten, haben unsere brennenden Fragen nur oberflächlich beantwortet und unsere Ängste nicht ernst genommen.

Es ist auf jeden Fall wichtig, uns frühzeitig und immer wieder mit unseren eigenen Erfahrungen und Gefühlen im Bezug auf Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Denn nur dann können wir auch mit den Kindern freier darüber reden. Oft kann es helfen, sich mit Familienmitgliedern oder guten Freunden über das „Tabuthema“ auszutauschen: Welche Erfahrungen hat man selbst mit Sterben und Tod gemacht? Welche Ängste kommen hoch, wenn man an den eigenen Tod denkt? Wie wünscht man sich das eigene Sterben / den eigenen Tod? Machen wir uns bewusst, dass das Leben endlich ist? Geht es nach dem Tod weiter, wenn ja wie?

2. Wissen, wie Kinder im Jungscharalter Sterben und Tod verstehen

Es ist hilfreich, zu wissen, welches Verständnis Kinder von Sterben und Tod haben können. Die „[…] inneren Bilder der Kinder und Jugendlichen vom Tod und damit auch ihre Reaktion auf den Tod eines Menschen werden stark von ihrem Alter beeinflusst.“

Kinder zwischen 6 und 9 Jahren … beginnen zu verstehen, was der Tod bedeutet, nämlich endgültige Trennung. Wenn jemand stirbt, fühlen sie den Verlust und vielen ist klar, dass der Verstorbene nicht wiederkommen wird.

Kinder beginnen ab etwa 8 Jahren zu verstehen, dass jeder sterben kann – also auch sie und die nächsten Angehörigen. Dies kann zu Unsicherheit oder Verlustangst führen.

– haben ein natürliches Interesse an Sterben und Tod und stellen häufig viele (nicht selten unbequeme) Fragen.

– entwickeln eine Vorstellung von der menschlichen Seele und fragen nach der Seele des verstorbenen Menschen. Deshalb ist es oft wichtig für sie, zu wissen, wo der Verstorbene jetzt ist.

Kinder ab dem 10. Lebensjahr

– verstehen den Tod als unausweichliches Ereignis im Leben aller Menschen.

– wissen, dass der Tod endgültig und unumkehrbar ist und definitiv Trennung und Verlust bedeutet.

– verstehen, dass der Tod eine Ursache hat (Krankheit, Unfall, Alter …).

– haben ein großes Bedürfnis nach genauen Informationen zu Sterben, Tod und dem Leben nach dem Tod.

– legen zunehmend Wert auf die Meinungen von Menschen aus ihrer Umgebung und auf die Meinungen, die in den Medien vermittelt werden.

– beginnen, Meinungen und den Glauben der Erwachsenen kritisch zu hinterfragen.

– „[…] begreifen, dass der Tod eines Angehörigen sie ganz persönlich trifft und von ihnen bewältigt werden muss.“

3. Wie können Mitarbeitende mit den Fragen und/oder der Trauer der Kinder umgehen?

 

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  • Autor / Autorin: Hans-Martin Kögler
  • © Olbrich, Hiltraud: Abschied von Tante Sofia. Mit Bildern von Astrid Leson, Lahr: Kaufmann 1998
  • © Kachler, Roland: Wie ist das mit ... der Trauer. Mit farbigen Bildern von Sandra Reckers, Stuttgart/Wien: Gabriel 2007
  • © Tausch-Flammer, Daniela/Bickel, Lis: Wenn Kinder nach dem Sterben fragen. Ein Begleitbuch für Eltern und Erzieher. Freiburg im Breisgau: Herder, 10. Auflage, 2008
  • © Käßmann, Margot: Wie ist es so im Himmel? Kinder fragen nach Gott und der Welt. Herder: gekürzte, aktualisierte Neuauflage, Freiburg im Breisgau 2009

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