Mitbestimmung bei der ChurchNightMitbestimmung bei der ChurchNight

Mitbestimmung bei der ChurchNight

Ideensammlung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 20-40 Min. (Vorbereitung: 10-20 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Jugendliche, Mitarbeitende
Einsatzgebiete: Evangelisation/ missionarisches Event, Events + Projekte
Redaktion: ChurchNight
Benötigtes Material: Zettel (Zum Aufschreiben der Ideen. Das Material ist je nach Idee unterschiedlich.)

Simon Bäuerle berichtet, wie Mitbestimmung bei der ChurchNight ganz praktisch aussehen kann.

Am Beispiel von Stuttgart-Zuffenhausen schildert er, wie das Projekt von Anfang an von Jugendlichen geplant und durchgeführt wurde. Gerade im Hinblick auf das ChurchNight-Jahresthema 2014 „mitmischen – mit mission“ ist dieser Artikel interessant zu lesen. So kann das Jahresthema schon in der Vorbereitung ganz konkret erlebbar werden!

Hinter dem Begriff ChurchNight steht ein Modellprojekt der Evangelischen Kirche in Deutschland und eine Kampagne des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW). Am Reformationstag (31. Oktober) werden seit dem Jahr 2006 Luthers Reformthesen an über 1000 Veranstaltungsorten „hell.wach.evangelisch.“ in die heutige Zeit übersetzt.

Die Evangelische Jugend Stuttgart beteiligt sich mit einzelnen lokalen Jugendveranstaltungen an diesem Modellprojekt. Im Jahr 2010 gab es beispielsweise die erste ChurchNight im Distrikt Zuffenhausen.
Besonders reizvoll ist dabei die offene Form mit einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten. Ob ein Jugendgottesdienst mit Thesenanschlag oder eine reformatorische Kürbiskochshow – der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Jugendliche wollen mitbestimmen.

Während des gesamten Projektverlaufs stehen deshalb die Ideen und Entscheidungen der Ehrenamtlichen im Mittelpunkt. Beim ersten Vorbereitungstreffen setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Ziel für ihre Veranstaltung. Sie bestimmen zudem den Ort, die Zeit und ihre Zielgruppe. Die meisten bringen auch schon konkrete Ideen mit, die beim Brainstorming auf Moderationskarten geschrieben werden. Im Jahr 2011 fanden sich darunter beispielsweise der Einsatz einer Buttonmaschine, die Öffnung des Turmes, kreatives Schreiben, ein Jugendgottesdienst oder ein Mitternachtsimbiss während der Übernachtung in der Kirche. All das und einiges mehr wurde tatsächlich umgesetzt. Andere Ideen wie das Abseilen vom Kirchturm stellten sich im Laufe der Konkretisierung als schwierig heraus und wurden deshalb nicht weiter geführt.

Der Umfang des Gesamtprojektes hängt ganz davon ab, was die Ehrenamtlichen eigenverantwortlich umsetzen wollen.

Es macht einen erheblichen Unterschied, ob Jugendliche ihre eigenen Ideen in ein Projekt einbringen können oder nicht. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, mit wie viel Motivation und Einsatz kleinere Teilprojekte wie beispielsweise der Verkauf von Snacks verfolgt werden, wenn dieser Bereich selbst gewünscht wurde und ganz in den eigenen Händen liegt. Ehrenamtliche sind keine Erfüllungsgehilfen von Hauptamtlichen. Projekte müssen in einem gemeinsamen Prozess entwickelt und in Verantwortungsbereiche aufgeteilt werden.
Klar, das ist manchmal anstrengend und zeitintensiv. Aber es lohnt sich, denn Jugendliche, die sich ihren Herausforderungen stellen, wachsen über sich hinaus und reifen so zu Persönlichkeiten, die auch unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten. Diese Erfahrung machen wir mit den unterschiedlichsten Projekten in allen Distrikten der Evangelischen Jugend Stuttgart.

  • Autor / Autorin: Simon Bäuerle
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg