Musikalischer AufbruchMusikalischer Aufbruch

Musikalischer Aufbruch

Musik

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 5-15 Min.
Materialart: Musik
Zielgruppen: Jugendliche, Junge Erwachsene, Mitarbeit
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Corona Spezial, virtuell / digital
Themenstellung: Ideenpool
Redaktion: jugonet
jugonet im Gespräch mit Weida und Mohns.

Mateo, Martin, ihr seid Pfarrer und Musiker – wie kam es zu eurem neuen Projekt und was hat das mit Aufbruch zu tun? Das stimmt, wir sind Pfarrer und Musiker. Deshalb hatten wir schon oft die Aufgabe, auch alte Choräle in moderne musikalische Settings einzubauen. Mal haben wir nur einzelne Stücke gebraucht, mal sind da ganze Projekte draus entstanden. Und auch, wenn es nicht immer einfach ist, diese alten Stücke für unsere Popmusikohren zu übersetzen, haben wir eigentlich immer gemerkt: das lohnt sich! Denn oft haben diese Lieder inhaltlich super viel zu bieten. Damit sie aber auch wieder unser Herz anrühren, arrangieren und interpretieren wir sie so, dass sie zu uns ins 21. Jahrhundert passen. Mit Aufbruch hat das auch ganz schön viel zu tun. Denn im besten Fall bricht man ja nicht Hals über Kopf auf, sondern hat einen Proviant bei sich. Die alten Choräle kann man als den Proviant bezeichnen. Den nehmen wir mit und verarbeiten ihn weiter in etwas Neues. Und im besten Fall entsteht daraus etwas, das uns und anderen auf dem Weg Kraft und Hoffnung gibt.

Wo braucht Kirchenmusik vielleicht einen neuen Aufbruch? Das ist eine spannende Frage. Da gibt es ja einmal die klassische Kirchenmusik. Auch die bedeutet vielen Menschen noch sehr viel und es geht für uns auch nicht um die Frage, was „besser“ oder „angesagter“ ist. Aber wir glauben, dass Kirchenmusik eben mehr ist als das althergebrachte. Denn wenn wir wollen, dass Kirche relevant ist, muss es auch die Musik in der Kirche sein. In den letzten Jahren ist da viel passiert. Neue Bands und Künstler*innen schreiben neue Songs und in vielen Gemeinden entstehen Musikteams, die ihre Gemeinden bereichern, sich ausprobieren und auf vielen Ebenen gefördert werden können. Wir wünschen uns, dass diese Entwicklung weitergeht und es immer selbstverständlicher wird, dass in unseren Gottesdiensten auch Popmusik vorkommt.

 Welche Lieder wählt ihr warum aus? Bei den Choral Sessions haben wir Lieder aus dem gesamten Kirchenjahr ausgewählt. Uns war es wichtig, die thematische und inhaltliche Bandbreite alter Choräle aufzuzeigen und für jede Zeit im Jahr mindestens ein Lied bereitzustellen. Dazu haben wir uns bewusst für sehr alte Lieder entschieden. Die sind nämlich lizenzfrei nutzbar und so können unsere Versionen problemlos genutzt werden – ob als Video, als Song oder selbst von der Band vor Ort gespielt.

Wir, als jugonet, kümmern uns ja um Jugendgottesdienste. Da spielt Musik eine große Rolle. Habt ihr Tipps (generell und für den Einsatz alter Choräle)? Ein Tipp, der so selbstverständlich klingt, dass man ihn nicht immer auf dem Schirm hat: überlegt euch: welche Songs passen inhaltlich zu unserem Gottesdienst und welche heute vielleicht nicht. Vielleicht gibt es ja sogar einen aktuellen Radiosong, der zum Thema passt und eingebaut werden kann. Speziell für die Choräle kann man sich überlegen: wie kriegen wir den so arrangiert und gespielt und platziert, dass er nicht wie ein Fremdkörper wirkt? Dazu sollen unsere Arrangements auch inspirieren.

Hilft Musik rauszugehen, aufzubrechen? Auf jeden Fall! Manchmal erleben wir das über einen Text, der uns auffordert oder Mut macht, aktiv zu werden und die Welt mitzugestalten oder der mir die Schönheit von Gottes Schöpfung vor Augen malt. Und manchmal ist es auch einfach die Musik, die so pumpt, dass ich gar nicht anders kann, als mich von dieser Energie mitreißen zu lassen. Wir glauben: wo Menschen aufbrechen, da ist auf jeden Fall ein guter Soundtrack am Start!

Passend zu Pfingsten findet sich hier eure Interpretation von „Heiliger Geist, kehr bei uns ein“:

Vielen Dank für das Gespräch. Mehr zu euch und euren Liedern findet sich hier: https://www.weidaundmohns.de/

  • Autor / Autorin: Mateo Weida
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg

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