Nachts sind alle Katzen grau: NachtwanderungNachts sind alle Katzen grau: Nachtwanderung

Nachts sind alle Katzen grau: Nachtwanderung

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Mitarbeitende, Mädchen
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter

Kurzbeschreibung

Eine Nachtwanderung ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil man während der Wanderung den Weg nicht sieht und auch sonst viel weniger erkennen kann als am Tag. Auch mit der Orientierung ist es bei Nacht viel schwieriger. Eine Nachtwanderung ist immer ein Abenteuer. Nicht nur für die Kinder.

Erlebniswelt der Kinder

Unheimlich und unwohl ist Kindern die Dunkelheit. Und doch reizt es Kinder immer wieder, Erfahrungen in der Dunkelheit zu sammeln. Kinder können mit der Dunkelheit schwer umgehen. Viele haben nachts noch ein Licht im Zimmer. Und doch ist es für Kinder wichtig, zu lernen, mit ihren Ängsten in der Dunkelheit umzugehen. Eine Nachtwanderung kann hier eine gute Brücke bauen.

Vorbereitungen

Strecke und Uhrzeit auswählen

Zuerst einmal wird die Strecke ausgewählt. Länge und Schwierigkeit sollte den Kindern angepasst sein. Natürlich geht es viel durch den Wald und auf Feldwegen. Die Mitarbeitenden sollten den Weg gut kennen, denn nachts ist es ja dunkel. Eine gute Hilfe kann hier ein GPS-Gerät sein. Manchmal reicht auch ein Handy, allerdings ist der Akku schnell am Ende. Zwischen 10 und 15 km kann man in der Nacht laufen. Los geht es um 20.00 Uhr. Am besten eignet sich eine Vollmondnacht. Ankunft zuhause ist dann zwischen 1.00 und 4.00 Uhr morgens.

Taschenlampen oder nicht

Viele meinen, die Taschenlampe müsste immer an sein. Aber wenn sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat, ist eine Taschenlampe nur störend. Man erkennt tatsächlich mehr ohne Licht. Außerdem scheint der Mond, und der macht richtig hell. Also Taschenlampe aus. Die wird nur beim Grillen benötigt.

Förster und Jagdpächter informieren

Gerade in Vollmondnächten gehen Jäger gerne auf die Jagd. Damit es keine unangenehmen Begegnungen gibt, sollte man vorher mit dem zuständigen Revierförster sprechen, die Route durchgehen und fragen, ob man die Wanderung so durchführen kann. Je nach Bundesland ist die Gesetzeslage unterschiedlich. In manchen Bundesländern braucht man eine Erlaubnis vom Förster und Jagdpächter. In anderen Ländern muss man diese nur informieren. Auf alle Fälle muss man nachts im Wald immer auf den Wegen bleiben. Alles Weitere ist dann mit Förster und Jäger zu klären.

Verhalten im Wald

Im Wald sind die Tiere zu Hause. Auch wenn man sie selten sieht, kann man davon ausgehen, dass einige gar nicht weit weg sind. Manche kann man sogar hören. Das sollte die Gruppe wissen. Deshalb: Rücksicht nehmen auf die Tiere und nicht laut durch den Wald laufen. Der beste Spruch ist hier: „Wer laut ist, hat Angst!“

Feuer und Würstchen

Natürlich hat die Wanderung auch ein Ziel. Eine Schutzhütte, ein Waldspielplatz oder ein Aussichtspunkt, selbstverständlich mit einer Feuerstelle. Achtung: Keine Feuerstellen selbst anlegen. Man darf nur die offiziellen Feuerstellen benutzen. Hier werden dann die mitgebrachten Würstchen lecker gegrillt. Am besten die Würstchen auf einen Stock oder eine lange Grillgabel stecken und nach Belieben brutzeln. Auch Stockbrot und andere Leckereien sind möglich.

Die Grusel-Geschichte

Was auf keinen Fall fehlen darf ist die Grusel-Geschichte, selbstverständlich an die Gruppe angepasst. Jeder soll sich ein wenig gruseln. Keiner sollte ernsthaft Angst bekommen. Aber eine tolle Geschichte, nachts am Feuer spannend erzählt oder vorgelesen, ist der Höhepunkt einer Nachtwanderung.

Lob und Anerkennung für die Helden

Dann geht es auf den Rückweg. Wenn möglich sollte er kürzer sein als der Hinweg. Kurz vor dem Ziel gibt es noch eine Belobigung für alle Nachtwanderer. Jeder wird für seine Tapferkeit mit einem Orden ausgezeichnet. Das ist sehr wichtig für das Selbstvertrauen der Kinder. Dann werden die Kinder zu Hause abgeliefert.

Die After-Show-Party

Manchmal kommt es auch vor, dass die Mitarbeitenden noch nicht genug haben. Und so trifft man sich anschließend bei einem Mitarbeitenden im Garten, um bei einem Kaltgetränk die nächtliche Aktion nochmal Revue passieren zu lassen. Man stellt fest: So eine Nachtwanderung gibt’s auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.

  • Autor / Autorin: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg