Programmplanung für ein ganzes Quartal mit einfachen MittelnProgrammplanung für ein ganzes Quartal mit einfachen Mitteln

Programmplanung für ein ganzes Quartal mit einfachen Mitteln

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 30-60 Min. (Vorbereitung: 30 Min.)
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Mitarbeitende, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Events + Projekte, Gruppenstunde
Redaktion: TEC:

„… und was machen wir nächste Woche?“

Langfristige Planung

Wer sich Woche für Woche mit der Suche nach einem Thema herumärgert, dem empfehle ich eine längerfristige Planung. Damit sprudeln die Ideen auch nicht unbedingt schneller, aber man befreit sich von der wöchentlichen Suche, die häufig wie eine dunkle Wolke über den Tagen vor der Jugendstunde schwebt. Dann setzt man sich einmal richtig hin und plant. Dafür hat man dann aber auch wieder für einige Wochen Ruhe und kann sich auf die Ausarbeitung und Durchführung der Themen konzentrieren. Empfehlenswert sind Zeiträume von 12 Wochen (Quartal) oder die Zeit zwischen größeren Ferien (Sommer bis Weihnachten; Weihnachten bis Ostern, Ostern bis Sommer). In diesen größeren Zeiträumen fällt es dann auch leichter, inhaltliche Themenreihen einzuplanen, wie z. B. biblische Bücher in Auszügen, Personen in der Bibel, das Vaterunser mit seinen einzelnen Bitten, verschiedene Gleichnisse, …

Planung allein oder im Team?

Natürlich ist es immer einfacher, wenn sich für die Programmplanung mehrere Mitarbeiter zusammenfinden. Bei der Vorstellung der Ideen für eine gelingende Programmplanung ist es mir aber wichtig, dass man sie gut im Team, aber auch allein anwenden kann. Gerade die Mitarbeiter, die oftmals als Einzelkämpfer die Fahnen der Jugendarbeit hochhalten müssen, brauchen Unterstützung und Hilfe.

Ideen für die Sammlung von Themen

Nun aber zum eigentlichen Thema: der Suche nach Themen für jede Woche. Dazu möchte ich drei Ideen vorstellen, die man beliebig miteinander verknüpfen kann. Es gibt mit Sicherheit noch viele andere. Die drei sollen jedoch beispielhaft aufzeigen, was mit einfachen Mitteln möglich ist.

1. Programmplanung „Mister X“

In der Planung darf man gern zum Detektiv werden und sich auf die Suche nach möglichst vielen Ideen von anderen machen. Mit dem Internet tut sich ja inzwischen eine riesige Plattform auf, die wir gern nutzen können. Es ist ohne großen Aufwand möglich, das Programm von anderen Jugendkreisen herunterzuladen und es lassen sich auch auf bestimmten Jugendarbeits-Portalen viele gute Programmideen finden. Neben dem Internet bieten sich auch Zeitschriften mit ausgearbeiteten Themen an.

Neben der Suche im Internet und in Zeitschriften darf man seine detektivische Ader auch im eigenen Jugendkreis ausprobieren. In manchen Gesprächen und Diskussionen werden plötzlich neue Themen und Fragen aufgeworfen, für deren Bearbeitung an dem Abend selbst keine Zeit bleibt. Häufig genug fallen diese Themen hinten runter und werden nie wieder aufgegriffen. Wie gut aber, wenn sich einer der Mitarbeiter Notizen macht und diese Themen bei der nächsten Planung wieder einbringt.

2. Programmplanung „Schwarzes Brett“

Häufig genug bringen die Jugendlichen selbst Fragen und Themen mit, für die sie sich interessieren. Nur muss sich dann auch eine Kultur entwickeln, in der die Jugendlichen merken, dass ihre Themen gefragt sind. In dieser Kultur sind dann die Jugendlichen nicht mehr nur Konsumenten, sondern entdecken, dass ihre Ideen gefragt und gewollt sind. Der einfachere und bequemere Weg für Jugendliche ist natürlich das Bespaßen. Die Bringleistung liegt bei den Mitarbeitern, die auf Dauer damit mächtig unter Stress stehen. Entsteht aber die Kultur, in der den Jugendlichen aufgezeigt wird, dass sie selbst mit für die Gestaltung verantwortlich sind und sie mit entscheiden können, welche Themen behandelt werden, entlastet das die Mitarbeiter. Wenn das Thema von den Jugendlichen selbst eingebracht worden ist, kann es schon einmal nicht grundsätzlich uninteressant sein.

Jetzt bleibt aber die Frage, wie dies konkret bei der Programmplanung umgesetzt werden kann. In einem Jugendkreis habe ich ein „Schwarzes Brett“ für Programmideen gesehen, an das jeder Jugendliche eigene Vorschläge anhängen kann. Steht wieder eine Programmplanung an, werden die Zettel abgenommen und in die Planung eingebracht. Selbstverständlich braucht es dazu nicht unbedingt ein „Schwarzes Brett“. Manche Papierbox oder ein ausrangierter Briefkasten tun es auch.

3. Programmplanung „Kalender füllen“

Hat man einen Jugendkreis mit fähigen Jugendlichen und einer Kultur, in der sie wissen, dass ihre Beteiligung erwünscht ist, kann ich die Methode „Kalender füllen“ gut empfehlen. Es handelt sich hier um eine extra Jugendstunde, in der das Programm mit den Jugendlichen zusammen geplant und gefüllt wird. Wichtig ist, dass die Jugendlichen vorab informiert sind und wissen, dass an diesem Abend ihre Themen in die Planung einfließen.

Man startet in die Planung, indem man ein großes Plakat mit allen infrage kommenden Terminen an die Wand hängt. Zählt man die Termine durch, so kommt man auf die benötigten Themen, die nun mit den Jugendlichen gesucht werden. Dazu schreibt man alle Vorschläge, die eingebracht werden, an den rechten Rand des Plakates. Selbstverständlich kann man auch selbst Themen nennen. Sind ausreichend Themen gefunden (es dürfen auch gern ein paar mehr sein), so beginnt man mit der Zuordnung der Themen zu den jeweiligen Terminen.

Manche Themen kann man dem Kirchenjahr und den Feiertagen zuordnen, manche bieten sich eher im Sommer an und bei anderen kann man getrost in den Herbst gehen, weil sie sich auch bei schlechtem Wetter eignen. Hier kann man auch darauf achten, dass sich geistlich intensive Themen mit lockeren, actionreichen Angeboten abwechseln. Anschließend werden die Themen unter den Mitarbeitern aufgeteilt oder eventuell an Teams von Jugendlichen abgegeben, die sich selbst um die Vorbereitung und Durchführung kümmern.

Fazit

Mit guten Ideen und ein paar Methoden lassen sich erstaunlich viele Themen für die Jugendstunden finden. Je mehr dabei die Jugendlichen selbst mitreden dürfen, umso besser und umso entlastender für euch Mitarbeiter.

  • Autor / Autorin: Hans Ulrich Dobler
  • © Deutscher EC-Verband