Rudi und der scheinbare Richter: Miese Taten und was dann?Rudi und der scheinbare Richter: Miese Taten und was dann?

Rudi und der scheinbare Richter: Miese Taten und was dann?

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 5 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Bibelstelle: 2. Mose 1,11-15

Mose flieht aus Ägypten nach Midian – eine biblische Geschichte aus Sicht eines Raben.


Vorschau:

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass sich da einer bei anderen als Richter aufspielen will, der selbst einiges auf dem Kerbholz hat, ist ja schon echt der Hammer. Aber am besten, ich erzähle euch die Geschichte mal von Anfang an.

Ich war ins benachbarte Ausland geflogen. Genauer gesagt nach Ägypten. Doch wenn ihr denkt, dass da nur Ägypter wohnten, liegt ihr total falsch. Da wohnten auch jede Menge Israeliten. Doch weil der Chef von den Ägyptern den Israeliten nicht traute, wurden die Israeliten als Sklaven gehalten. Das war echt nicht schön, kann ich euch sagen. Wie ich da so entlang flog, fiel mir auf einmal ein Mann auf. Eigentlich hatte der Klamotten an wie ein Ägypter. Doch wenn man dem genauer ins Gesicht schaute, dann sah der eher aus wie ein Israelit. Und das war er auch tatsächlich. Als Baby wurde er von der Königstochter adoptiert und wuchs seitdem als Ägypter auf. Und wie ich mir den Typen so genauer anschaute, sah ich, wie weiter hinten ein Ägypter einen Israeliten so richtig verprügelte. Unser Typ bekam das natürlich auch mit. Er schaute sich nach allen Seiten um und checkte die Lage, ob ihn jemand sieht. Dann ging er schnurstracks auf den Ägypter los und brachte ihn um.

Ich war total erschüttert, kann ich euch sagen. Als nächstes verscharrte er den Ägypter im Sand, machte sich vom Acker und tat so, als ob nix passiert wäre. Anscheinend war der Typ doch mehr Israelit als Ägypter. Doch die Geschichte war noch nicht zu Ende. Als ich am nächsten Tag nochmal rund flog, sah ich den Typen von gestern wieder. Diesmal stand er bei zwei Isareliten, die miteinander stritten. Der eine haute dem anderen voll eine runter. Unser Typ mischte sich ein und sagte dem Schläger gehörig die Meinung, kann ich euch sagen. Doch der fragte unseren Typen nur, ob er ihn jetzt auch erschlagen will, wie gestern den Ägypter. Dem Typen fiel sämtliche Kraft aus dem Gesicht. Damit hatte er wohl nicht gerechnet. Er dachte wohl, sein Mord von gestern blieb unbeobachtet. Doch Pustekuchen – irgendwie war es rausgekommen. Und jetzt stand unser Typ ganz schön blass da, kann ich euch sagen. Eben noch sah er aus wie ein edler Richter und jetzt auf einmal wie ein mieser Schwerverbrecher. Selbst der Chef der Ägypter wusste es schon und wollte unseren Typen umbringen lassen. Es blieb ihm also nix andres übrig, als ganz schnell die Biege zu machen. Und das machte er auch.

Kurze Zeit später tauchte er mehrere hundert Kilometer weiter östlich in Midian auf. So schnell konnte er wohl nicht mehr in seine Heimat zu seinen Leuten zurück, hab´ ich mir da gedacht. Doch etwas ist mir bei dieser Geschichte noch aufgefallen: Auch wenn kein Mensch mitbekommt, was ich alles mieses gemacht habe, Gott sieht es trotzdem. Das könnte einen schon echt beunruhigen, oder? Nur gut, …

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  • Autor / Autorin: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg