Rudi und der Typ im DreckRudi und der Typ im Dreck

Rudi und der Typ im Dreck

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Bibelstelle: Apostelgeschichte 9,1-23

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da einer voll auf die Fresse fällt ist ja nix besonderes, aber dass der danach genau das Gegenteil behauptet und seine Meinung schlagartig ändert, ist schon sehr merkwürdig. Aber am besten erzähle ich euch die Geschichte von Anfang an.

Ich war mal wieder auf einem meiner Rundflüge. Diesmal wollte ich mir Damaskus etwas näher ansehen. Kurz bevor ich am Ziel war, sah ich auf der Landstraße unter mir eine Gruppe, die anscheinend auch nach Damaskus wollte. Ich flog näher und erkannte doch tatsächlich einen aus der Gruppe. Und das war kein Guter, kann ich euch sagen. Kurze Zeit zuvor hatte ich ihn in Jerusalem erlebt. Er tobte und wollte alle Leute, die zu Jesus gehörten und an ihn glaubten, am liebsten umbringen. Und jetzt wollte er wohl auch in Damaskus die Christen verfolgen und verhaften lassen. Na, wenn das mal nicht gewaltig schief geht, hab ich mir da gedacht. Doch viel weiter denken konnte ich auch nicht, denn im nächsten Moment passierte etwas echt Krasses: Wie aus dem Nichts blitzte ein echt sauhelles Licht um den Typen herum, so dass der voll geblendet wurde. Der Typ sah nix mehr, stolperte und legte sich der Länge nach in den Dreck. Doch das Schauspiel war noch nicht zu Ende. Im selben Moment hörte man eine Stimme: „Hey Saulus“, so hieß der Typ nämlich, „was hast du denn hier geplant?“.

Saulus war total erstaunt und rief zurück: „Sag mal, wer bist du eigentlich?“ „Ich bin Jesus, den du verfolgst“, hörte man die Antwort. Doch der Oberhammer war, dass man diesen „Jesus“ gar nicht sah. Dann bekam Saulus die Aufforderung, nach Damaskus zu gehen. Alles Weitere würde er da erfahren. Der Typ stand auf und merkte, dass er jetzt nix mehr sehen konnte. Seine Begleiter, die auch echt „geflasht“ waren, mussten ihn an der Hand in die Stadt führen. Ich – nix wie hinterher, wollte doch wissen wie die Geschichte weiterging.

Drei Tage konnte der Typ nix sehen. Und weil der echt fertig war, aß und trank er in dieser Zeit auch nix. Dann bekam er Besuch von einem Typen, der an Jesus glaubte und Hananias hieß. Zuerst wollte der den Saulus ja gar nicht besuchen, weil er Angst vor ihm hatte. Doch als Gott ihm, also dem Hananias, erklärte, dass er mit dem Saulus was ganz Außergewöhnliches vorhat, ging er los. Bei Saulus angekommen, legte Hananias seine Hände auf den Kopf von Saulus und sagte ihm, dass Jesus ihn geschickt hätte. Und ihr werdet es nicht glauben: im nächsten Moment konnte Saulus wieder sehen.

Doch irgendetwas muss in den drei Tagen mit Saulus passiert sein. Er stand auf und ließ sich doch tatsächlich taufen. Also ab jetzt glaubte er auch an Jesus. Junge, Junge, da war ich aber total von den Socken. Da war der Saulus drei Tage echt im Dunkeln und konnte doch ganz klar erkennen, dass es Jesus wirklich gibt. Doch nicht alle waren davon so begeistert, dass Saulus nun auf einmal auch Christ war. Nur warum, hab ich mich da gefragt?

  • Autor / Autorin: Hanna Weber
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg