Rudi und der nächtliche Besucher: NikodemusRudi und der nächtliche Besucher: Nikodemus

Rudi und der nächtliche Besucher: Nikodemus

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 10-15 Min. (Vorbereitung: 10-15 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre), Pfadfinder
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Events + Projekte, Gruppenstunde
Heft: Jungscharleiter
Benötigtes Material: Handpuppe (Rabe Rudi)

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich euch das erzähle, glaubt mir das keiner. Dass da einer mitten in der Nacht klammheimlich durch die Dunkelheit tigert und überhaupt nix rafft, ist schon sehr sonderbar. Aber am besten erzähl ich euch die Geschichte von Anfang an. Eigentlich lag ich schon gemütlich in meinem Nest und wollte gerade ‘ne Runde schnarchen, weil es draußen schon zappenduster und ziemlich spät war. Doch da passierte auf einmal etwas Sonderbares. Zuerst hörte ich nur das Quietschen einer Tür. Ich schaute aus meinem Nest und sah, wie ein Typ ganz vorsichtig aus seiner Haustür rausguckte. So als ob er ja von niemandem gesehen werden wollte. Dann schlich er sich aus seinem Haus und machte sich aus dem Staub. „Ja, was hat der denn jetzt noch vor“, hab ich mir da gedacht. Im nächsten Moment war ich auch schon aus meinem Nest gekrabbelt und machte mich heimlich hinter dem Typ her. Wollte doch wissen wo der so spät noch hin will. Durch die halbe Stadt hab ich den verfolgt. Und ihr stellt euch nicht vor, wen der mitten in der Nacht besuchen wollte. Er stiefelte schnurstracks in das Haus, wo Jesus wohnte. Und jetzt erkannte ich auch den nächtlichen Spaziergänger: Es war Nikodemus, einer der führenden Männer in der Stadt. Und da war mir auch klar, warum er so heimlich tat mitten in der Nacht. Es sollte nämlich keiner mitbekommen, dass der Pharisäer Nikodemus sich mit Jesus trifft. Wie immer hatte ich echt Glück, dass das Fenster noch ein wenig offen stand und so hab ich genau mitbekommen, was der nächtliche Besucher von Jesus wollte. Zuerst sagte Nikodemus, dass er fest davon überzeugt sei, dass Jesus von Gott geschickt worden ist. Doch Jesus erklärte ihm, dass man erst von neuem geboren werden müsse, um zu Gott zu kommen. Das Gesicht von dem Typen hättet ihr sehen müssen. Der hat wirklich nix gerafft. „Aber das ist doch unmöglich“, meinte er dann. Doch Jesus nahm sich Zeit für Nikodemus und erklärte ihm alles ganz genau. „Wenn Menschen anfangen an Gott zu glauben“, sagte Jesus, „passiert da einiges, was man gar nicht sehen kann. Zuerst bekommen sie den Heiligen Geist, der ihre Herzen erfüllt und sie dadurch verändert. Sie sind dann wie neu geboren.“ Nikodemus verstand überhaupt nichts mehr. Doch Jesus erklärte es ganz geduldig. Das war überhaupt nicht so leicht für den armen Typ, kann ich euch sagen. Denn eigentlich dachte er, also Nikodemus, dass er schon ziemlich schlau wäre und jede Menge über den Glauben wüsste. Doch das machte Jesus nix aus. Er sagte Nikodemus auch, dass Gott die Menschen total lieb hätte. Und um das den Menschen zu sagen wäre Jesus extra auf die Welt gekommen. Ich glaube, langsam aber sicher verstand Nikodemus, was Jesus ihm sagen wollte. Doch er brauchte noch eine ganze Weile bis es bei ihm wirklich „klick“ gemacht hat.

Klasse, hab ich mir da gedacht: dass Gott uns so sehr liebt und dass er deshalb extra Jesus zu uns geschickt hat. Das kann einen echt froh machen, und dann kann man sich freuen, dass man später mal bei Gott sein darf.

  • Autor: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg