Rudi und die Dachabdecker: Vier Freunde sind nicht aufzuhaltenRudi und die Dachabdecker: Vier Freunde sind nicht aufzuhalten

Rudi und die Dachabdecker: Vier Freunde sind nicht aufzuhalten

Erzählung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 2-7 Min.)
Materialart: Erzählung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: (Jugend-)Gottesdienst, Events + Projekte, Freizeiten, Gruppenstunde
Redaktion: Jungscharleiter
Bibelstelle: Markus 2,1-12

Die Geschichte der vier Freunde, die das Dach abdecken um den Gelähmten zu Jesus zu bringen, wird aus Sicht eines Rabens erzählt. Der Fokus liegt auf der Freundschaft der fünf.


Vorschau:

Also Sachen gibt’s, die gibt’s ja überhaupt nicht. Wenn ich das irgendeinem erzähle, das glaubt mir keiner. Dass da ein paar Typen ein Haus fast total zerstören und alle freuen sich hinterher, das klingt schon äußerst merkwürdig. Aber am besten erzähle ich euch die Geschichte mal von Anfang an.

Ich war schon eine ganze Weile in Kapernaum. Das ist ein kleines Kaff und liegt am nördlichen Ufer des Sees Genezareth. Das Tolle war, dass Jesus öfter mal vorbei schaute und immer wenn er da war, passierten echt Wahnsinns-Sachen.

Ich war also in meinem Nest damit beschäftigt, mein Mittagsschläfchen zu halten, als das ganze Kaff in helle Aufregung geriet. Jesus war wieder einmal da. Und ihr könnt es euch nicht vorstellen: Alle wollten ihn sehen. Das Haus, in dem Jesus sich aufhielt, war total überfüllt. Da passte nicht mal mehr ne Maus rein und vor dem Haus sah es genau so aus. Alle wollten hören, was Jesus diesmal über Gott erzählen würde. Hätte mich auch tierisch interessiert, doch da hatte auch ich keine Chance. Aber so hab ich genau mitbekommen, was da draußen auf der Straße passierte. Plötzlich kamen vier Typen an, die schleppten einen kranken Mann auf einer Trage herbei. Der war gelähmt und konnte nicht gehen. Die wollten den Kranken zu Jesus bringen. Das war sonnenklar! Doch auch sie scheiterten bei ihrem Versuch kläglich; da war einfach kein Durchkommen. Doch wenn ihr jetzt denkt, dass sie aufgegeben hätten, liegt ihr aber voll daneben. Ihr stellt euch nicht vor, was die vier Typen gemacht haben. Als erstes stiegen sie auf das flache Dach des Hauses, in dem Jesus sich aufhielt. Anschließend bugsierten sie ihren kranken Freund auf der Trage auch noch auf das Dach. Und jetzt schnallt euch an. Dann fingen sie an, ein fettes Loch in das Dach zu machen. Das gab aber jede Menge Staub und Dreck, könnt ihr euch vorstellen. Und wie erst die Leute im Haus aus der Wäsche geschaut haben. Zu komisch sag ich euch. Doch das Beste war, dass ich jetzt eine super Sicht auf das ganze Geschehen hatte.

Die vier Typen nahmen dann die Trage und ließen so ihren Freund in das Haus herunter. Genau vor die Füße von Jesus. Als Jesus sah, was für ein Zinnober die vier für ihren Freund veranstaltet hatten, sagte er dem kranken Mann, dass er sich keine Sorgen machen müsse. Seine Sünden wären ihm vergeben. Ihr könnt euch die komischen Gesichter nicht vorstellen, die ich anschließend durch das Loch im Dach gesehen habe. Man konnte das, was die Leute dachten, förmlich spüren. Die einen hielten es für ungeheuerlich, dass Jesus einem Menschen die Sünden vergibt. „Das konnte doch nur Gott“, dachten sie.

Ich hab mich da was ganz anderes gefragt. Der arme kranke Mann wollte doch bestimmt auch gesund werden, oder? Doch Jesus war noch nicht fertig. Er wusste genau, was die Leute in dem Haus dachten. Und so sagte er zu dem …

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  • Autor / Autorin: Frank E.W. Ortmann
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg