Treudoof!? / Auf wen ist wirklich Verlass?Treudoof!? / Auf wen ist wirklich Verlass?

Treudoof!? / Auf wen ist wirklich Verlass?

Andacht

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 5-10 Min. (Vorbereitung: 30 Min.)
Materialart: Andacht
Zielgruppen: Jugendliche (15-19 Jahre), Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: TEC:
Bibelstelle: 2. Timotheus 2,13

Lukas ist über beide Ohren verknallt. Er überlegt sich ständig, wann er seine Freundin das nächste Mal treffen kann. In jeder freien Minute – oft auch im Schulunterricht – drehen sich seine Gedanken um sie. An jenem Abend hält es dann Lukas nicht mehr aus. Eigentlich haben sie sich für diesen Abend nicht verabredet. Doch Lukas will sie – nein – er muss sie einfach sehen. Also schwingt er sich auf das Fahrrad und fährt einmal quer durch die ganze Stadt. Unterwegs kauft er eine große rote Rose – satte vier Euro kostet das Teil. Aber was tut man nicht alles für die große Liebe!

Er tritt in die Pedale mit aller Energie und doch dauert die Fahrt eine halbe Ewigkeit. Endlich ist er da. Er springt die Treppen zur Haustür hinauf. Durchs offene Fenster nimmt er den Geruch eines leckeren Essens wahr. Es riecht nach frisch gebackener Pizza. Bevor er klingelt, wirft er einen Blick ins Fenster – und erstarrt. Das kann nicht sein! Das darf einfach nicht wahr sein! Neiiiiin!!!

Als er hineinschaut, sieht er sie. Ein Bild, das sich tief in seine Seele frisst: Sie sitzt am frisch gedeckten Tisch, streichelt irgendeinem Typen zärtlich über die Wange und küsst ihn.

Lukas steht wie angewurzelt da. Dann bemerkt sie ihn. Für einen Moment sehen sie sich in die Augen. Sprachlos und entsetzt. Was für ein Schock – für Lukas bricht eine ganze Welt zusammen. Ohne ein Wort zu sagen, rennt er davon.

So sind wir Menschen: Wir werden verletzt, und wir verletzen andere. Wir werden hintergangen, und wir sind manchmal selbst untreu. Wir werden fallen gelassen und lassen andere im Stich. Gott ist anders!

„Wenn wir treulos sind, bleibt er [Gott] trotzdem treu. Denn er kann nicht an sich selbst Verrat begehen“ (2. Tim 2,13 BB).

Gott ist treu. Er steht zu uns, selbst wenn wir ihn betrügen. Gott hält sein Versprechen, auch wenn wir ihm das Herz brechen. Treue ist nicht nur ein Charakterzug Gottes, Treue ist sein ganzes Wesen – durch und durch. Er steht mit seinem Namen dafür ein.

Im Alten Testament lautet der Eigenname Gottes „Jahwe“. Übertragen bedeutet dieser Name so viel wie „Ich bin beständig für euch da“. Gott verspricht: „Immer werde ich treu sein und dich nie verlassen. Daran wirst du erkennen, dass ich der HERR [Jahwe] bin“ (Hos 2,22 HfA). Gott kann nicht anders als treu zu sein. Er würde ansonsten sich selbst, sein Wesen und seinen Namen verleugnen.

Gottes Treue zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Vom ersten Tag der Schöpfung und Gottes „Sehr gut!“ über unserem Leben. Vom ersten Regenbogen an, der ein Zeichen ist, dass Gott sich immer an uns erinnert und sich nie mehr (voller Zorn) vergisst. Von der Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten und einer langen Geschichte voller Neuanfänge Gottes, trotz Fremdgehen seines geliebten Volkes.

Und dann der Höhepunkt der Treue Gottes: Jesus! Der eine, der wirklich treu zu Gott steht – auch als es lebensgefährlich wird. Er bleibt seinem Vater und seinem Auftrag treu. Und als Antwort auf seine Treue bestätigt Gott ihn mit seiner Auferstehung. Das ist Treue, die sogar den Tod übersteht, überlebt und überliebt. Eine solche Treue ist vertrauenswürdig, denn sie scheut keinen Schmerz und hört niemals auf.

  • Autor / Autorin: Bernd Pfalzer
  • © Deutscher EC-Verband