Wann ist ein Christ ein Christ? – Von Pharisäern und ZöllnernWann ist ein Christ ein Christ? – Von Pharisäern und Zöllnern

Wann ist ein Christ ein Christ? - Von Pharisäern und Zöllnern

Bibelarbeit

Verband: buch+musik , ejw-service gmbh
Zeitbedarf: 60-90 Min. (Vorbereitung: 30-40 Min.)
Materialart: Bibelarbeit
Zielgruppe: Jugendliche
Einsatzgebiet: Gruppenstunde
Redaktion: der Steigbügel
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In dieser Bibelarbeit geht es um das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner. Es wird detailliert erklärt und auf das Leben der Jugendlichen bezogen. Ein Entwurf für eine Gruppenstunde beschließt die Bibelarbeit.


Vorschau:

Ist das nicht ein bisschen billig: da bittet einer mal kurz um Vergebung und schon ist er mit Gott im Reinen. Und der, dem vergeben wird, ist ja nicht mal ein anständiger Mensch, sondern ein Zöllner, einer, der es faustdick hinter den Ohren hat, einer, der die Leute über den Tisch und ihnen ihr Geld aus der Tasche zieht. Ist das nicht ein bisschen billig? Ist das nicht ein bisschen zu einfach? Aber Jesus meint genau das, was er sagt: Ein Satz genügt: „Gott sei mir Sünder gnädig“ (Lutherübersetzung). Nichts anderes ist nötig, um Gottes Vergebung zu bekommen.

Jesus macht klar, was Glaube an Gott eigentlich meint: Glaube an Gott heißt nichts anderes, als dass man Gott nichts mehr bieten, nichts mehr vorweisen will, sondern einfach zu ihm sagt: „Hilf mir.“ Das heißt Glaube, das heißt Christsein. Als Jugendlicher hat mich die Frage „Wie bin ich mit Gott im Reinen?“ sehr unter Druck gesetzt. Ich habe ständig meinen geistlichen Puls gemessen und mich gefragt: Bin ich eigentlich Christ? Habe ich mich „richtig bekehrt“? Ist es nicht zu wenig, wenn ich nur in den Glauben reingewachsen bin? Bin ich überhaupt ein richtiger Christ, wenn ich oft gar nicht so christlich lebe, wie ich es eigentlich will? Jesus gibt in dieser Geschichte auf diese Fragen eine umwerfend befreiende Antwort. Um diese Antwort Jesu soll es in der Bibelarbeit zu Lk 18,9-14 gehen.

Die Stellung von Lukas 18,9-14 im Lukasevangelium:

Das Lukasevangelium berichtet ab Kapitel 9,51 bis Kapitel 19,27, dass Jesus von seiner Heimat Galiläa nach Jerusalem reist. Nach der Darstellung des Lukasevangeliums hat Jesus also die Geschichte vom Pharisäer und dem Zöllner während dieser langen Wanderung erzählt. Wie lange diese Wanderung gedauert hat, ist nicht sicher festzustellen, aber Lukas denkt wohl an mehrere Wochen und Monate. Wichtig für den Text Lk 18,9-14 ist der Hinweis auf die Reise deshalb, weil dadurch der Text eine ganz bestimmte Zielrichtung erhält: Jesus geht bewusst nach Jerusalem. Er weiß, dass er dort sterben wird (Jesus kündigt nach Lukas seinen Tod und seine Auferstehung dreimal an, Lk 9,21-22; 9,44-45 und 18,31-34). Lukas hat die Geschichte vom Pharisäer und Zöllner in seinem Evangelium gerade hier zwischen die Ankündiungen von Jesu Tod eingeordnet, um zu zeigen: Jesus ist nicht nur ein Wanderprediger, der schöne Gechichten über Gott erzählt, sondern Jesus hat den Auftrag, die Menschen zu retten. Lukas macht deutlich: Der Retter erzählt, wie man gerettet wird. Jesus zeigt uns mit dieser Geschichte, dass Gott dem, der schuldig geworden ist, gnädig ist. Und was Gottes Gnade heißt, können wir gerade an Jesu Tod und Auferstehung ablesen. Weil Jesus am Kreuz stirbt und dann aufersteht, können Menschen zu Gott kommen und Vergebung ihrer Sünde finden (Lk 24,26.46). Jesus sagt mit seiner Geschichte vom Zöllner und Pharisäer: ich stehe mit meinem Leben dafür ein, dass Gott euch vergibt, so wie er in der Beispielgeschichte dem Zöllner vergibt. In Kapitel 18 folgen auf die Geschichte vom Pharisäer und Zöllner noch weitere Erzählungen, in denen es auch darum geht, was bei Gott zählt, um was es im Glauben geht.

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  • Autor / Autorin: Sybille Kalmbach
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