Was mich kostbar macht – Einzigartig und von Gott geliebtWas mich kostbar macht – Einzigartig und von Gott geliebt

Was mich kostbar macht – Einzigartig und von Gott geliebt

Hintergrund/ Grundsatz

Verband: CVJM-Westbund
Zeitbedarf: 15-20 Min.
Materialart: Hintergrund/ Grundsatz
Zielgruppen: Mitarbeit, Mitarbeitende, Themen, Mädchen
Einsatzgebiete: Gruppenstunde, Schulung
Heft: KON

Kostbar – ist das ein Wort, mit dem du dich beschreiben würdest? »Ich bin kostbar.« Sag diesen Satz mal, sag ihn ein paar Mal – leise, laut, wie eine Frage, mit Nachdruck. Wie fühlt sich das an? Kriegst du es hin, dich dabei vor den Spiegel zu stellen und dich anzulächeln? Dann bist du in der Meisterklasse!

Wie viele Frauen finden sich nicht schön – oder wenn, dann nur mit Abstrichen? Wenn es dir auch so geht, dann sage ich dir hier ganz provokant: Es ist egal, ob du dich schön findest oder ob man dich nach »objektiven« Maßstäben schön nennen kann oder nicht. Kostbar bist du trotzdem! Für ein paar Menschen. Und für Gott. Für ihn ganz besonders. Und das nicht, weil du schön bist oder besonders talentiert, erfolgreich, folgsam oder was auch immer. Du bist Gott kostbar, einfach weil du Du bist. Punkt. Oder eher Doppelpunkt, denn daraus folgt einiges:

Ich bin einzigartig

Optisch

Vielleicht kannst du das ja gar nicht mehr hören mit dem »Du bist einzigartig!«. Dann drücke ich es eben so aus: Dich gibt es nur ein Mal auf dieser Welt. Allein schon, dass du Seltenheitswert hast macht, dich kostbar!

Ich denke an das Kind, das auf die Frage »Wem siehst du denn ähnlich?« antwortet: »Mir!«. So klein es war, es hatte schon ein Gespür dafür, dass es besonders ist.

Ich fühle und empfinde einzigartig

Nicht allein, dass niemand exakt so aussieht wie du – niemand sieht die Welt genau so wie du. 

Wir mögen unterschiedliche Dinge, ärgern oder freuen uns über unterschiedliche Dinge und auf unterschiedliche Weise. Der eine drückt tiefe Freude vielleicht durch ein Strahlen in den Augen aus, das andere erst bei genauem Hinsehen entdecken, während die andere vor Freude Luftsprünge macht und vergnügt quietscht, wenn sie sich aus tiefstem Herzen freut. Manche von uns trauern still für sich und andere gehen sehr offen auch mit diesen Gefühlen um.

Manchmal macht es uns diese Einzigartigkeit schwer, wenn wir das Bedürfnis haben, verstanden zu werden. Weil nun mal keiner 100% so tickt wie du, ist es auch schwer, jemanden zu finden, der dich 100% verstehen kann.

Wie kostbar sind da Menschen, bei denen die Chemie stimmt, bei denen ich mich auch ohne viele Worte verstanden und deshalb angenommen und geborgen fühle.

Ich habe eine einzigartige Geschichte

Auch meine Narben erzählen davon und sie gehören zu mir – die körperlichen und die seelischen. Es kann sein, dass wir etwas Schlimmes erleben, was uns das Gefühl vermittelt, alles andere als kostbar zu sein – vielleicht, weil Menschen unsere Würde mit Füßen treten oder uns vermitteln: Du bist »ungenügend«. Da kann der Satz »Du bist kostbar!« in unseren Ohren wie Hohn klingen. 

Wenn das gerade dein Thema ist, dann empfehle ich dir die Bücher »Unbrauchbar?« von Steven Furtick oder »Tochter Gottes, erhebe dich. Vom Schmerz zum Sieg. Vom Sieg zum Segen.« von Inka Hammond – ein Buch, das mir selbst zum Segen wurde.

Ich bin für Gott kostbar

Eine wunderschönes Bild dafür, was Jesus daraus macht, wenn wir ihm die Scherben unseres Lebens hinhalten oder unser Herz, das Risse bekommen hat, sind für mich Keramikschalen, die nach der Reparatur wertvoller sind als vorher – weil Gold mit ins Spiel kommt. Dieses wertvolle Metall macht etwas, das andere wegwerfen würden, weil es kaputt und unbrauchbar ist, zu einem kostbaren Unikat.

Kintsugi heißt diese japanische Handwerkskunst, zerbrochene Gefäße nicht nur zu reparieren, sondern aus den Scherben ein kostbares Kunstwerk entstehen zu lassen.

Jesus Christus heißt der Künstler, der sein Leben hat zerstören lassen, damit er alles, was in meinem Leben kaputt ist, wieder heil machen kann. Das Gold, das die Risse unseres Herzens und unserer Seele heilt, ist seine unzerstörbare Liebe. Eine Liebe, die so stark ist, dass sie den Tod überwindet. Dass Jesus bereit war, für mich zu sterben, macht mich kostbar.

Britt Nicole singt davon, dass egal, was andere über dich denken und sagen, du wertvoller bist als Gold. (Ich empfehle dir das Musikvideo »Gold« wärmstens!) Jesus findet das auch. Für ihn bist du so wertvoll wie sein eigenes Leben. Deshalb hat er es dir geschenkt. Krass, oder?

Ich bin für andere kostbar

Nicht nur für Gott bin ich kostbar. Ich bedeute Menschen etwas. In ihrem Leben würde entscheidend etwas fehlen, wenn es mich nicht gäbe. Wir vermissen einander, wenn wir getrennt sind, zählen vielleicht sogar die Stunden bis zum Wiedersehen. Jede Minute, die ich später ankomme als angekündigt, fühlt sich für meine Nichte und meinen Neffen an wie Stunden. Und es dauert beim Abschied extrem lange, bis ich mich wieder auf den Heimweg mache, weil die gemeinsame Zeit so kostbar ist und wir ja noch unbedingt …

Für wen bist du kostbar? Wie haben dir Menschen in letzter Zeit gezeigt oder gesagt, dass du ihnen viel bedeutest? Manchmal warten wir ja vergeblich auf Zeichen der Zuneigung. Dabei brauchen wir sie so dringend. Hier habe ich ein Reich-Gottes-Prinzip entdeckt: Wenn ich freigiebig (und ohne berechnende Hintergedanken!) Liebe verschenke, bekomme ich sehr viel Liebe geschenkt. Wenn ich mit wohltuenden Worten und Gesten knausere, kommt bei mir auch weniger an. Es macht einen Unterschied in meinen Beziehungen, wie ich mich verhalte. Ich kann das Klima in meinen Freundschaften und auch in den eher lockeren Beziehungen mit beeinflussen – zum Guten und zum Schlechten.

Wann hast du das letzte Mal jemandem, der dir kostbar ist, das auch gesagt? Was ist deine favorisierte Art, anderen deine Zuneigung zu zeigen? Meine Freundin, mit der ich während des Studiums zusammengewohnt habe, hat mir oft mal liebevolle Post-it-Botschaften in der WG verteilt. Ich sage es buchstäblich gerne durch die Blume, dass ich Menschen gern habe. Und du?

Bin ich mir selbst kostbar?

Eine weitere Art, jemandem zu zeigen, dass er für mich kostbar ist, ist Zeit mit ihm zu verbringen. Und weil ich mir selbst kostbar bin, achte ich sehr darauf, auch Zeit für mich selbst zu haben. Zeit, in der ich etwas mache, was mir wichtig ist. Zeit, die ich einfach auch mal zweckfrei genieße. Und einfach bin. Das ist übrigens das, was Gott am 7. Tag gemacht hat, als er die Erde schuf. Er hat Pause gemacht – hat es einfach genossen, zu sein. Kannst du mit dir was anfangen? Verbringst du gerne Zeit mit dir selbst?

Jeder ist für Gott gleich kostbar

Aber wir Menschen machen Unterschiede. Ich kann es theoretisch vielleicht glauben, dass für Gott alle Menschen gleich kostbar sind. Aber lebe ich das auch? Was ist mit meinen Urteilen über andere? Meinem Lästern? Interessiert es mich, wer mein T-Shirt genäht hat? Ob der, der die Kakaobohnen für meine Lieblingsschokolade geerntet hat, von seinem Lohn leben kann? Wie weit entfernt von »alle Menschen sind gleich kostbar« sind wir reichen Europäer, wenn wir es zulassen oder wegschauen, wenn Menschen auf der Flucht in dem Meer ertrinken, an dem wir so gerne Sommerurlaub machen? Harter Tobak, ich weiß. Und ich habe mehr Fragen als Antworten.

Die gute Nachricht ist: Auch wenn wir Menschen nicht nach diesem Prinzip leben – für Gott ist jeder einzelne Mensch auf dieser Welt so kostbar, als gäbe es nur ihn allein, dem er seine Liebe schenken könnte. Und das nicht nur in der Theorie. Ja, wir verstehen oft nicht, warum Gott Leid zulässt. Wir haben aber auch nur eine leise Ahnung davon, wie sehr er sich mit Menschen verbindet, die Leid erleben. Mich motivieren diese Überlegungen, mich und andere mehr mit Gottes Augen sehen zu wollen. Und da ist noch ordentlich Luft nach oben. Vor allem, dass ich auch entsprechend meiner Wertvorstellungen handle.

Ich habe einen einzigartigen Auftrag

Ich glaube, dass wir Menschen alle den gleichen Grundauftrag haben: Die Liebe Gottes widerspiegeln, sie in diese Welt tragen – jeder auf seine Weise. So unterschiedlich, wie Gott uns geschaffen hat, so unterschiedlich dürfen wir das auch leben. 

Diesen Auftrag zu leben beginnt damit, dass ich mich von Gott lieben lasse. Und das ist eine ordentliche Herausforderung! Von daher, dass ich mich nicht liebenswert finde, dahin zu kommen, dass ich fröhlich sagen kann »Gott liebt mich und deshalb liebe ich mich auch! Und ich habe sogar noch so viel Liebe übrig, dass ich sie weitergeben kann!« Da dürfen wir Schritt für Schritt hineinwachsen und uns dabei Gottes Güte und Geduld anvertrauen. 

Was ist deine Art, Gott und seine Menschen zu lieben? Was machst du mit diesem kostbaren Schatz »Liebe«, den Gott dir anvertraut, weil du ihm so unendlich kostbar bist?

  • Autor: Sybille Wüst
  • © CVJM-Westbund

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