Was willst du? (Teich Bethesda) [5*/ Anspiel/ Donnerstag]

Theater/ Anspiel

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Materialart: Theater/ Anspiel
Zielgruppen: Kinder, Kinder (3-7 Jahre), Kinder (7-11 Jahre)
Einsatzgebiete: Freizeiten, Gruppenstunde
Themenstellungen: Bibelanspiele, Jesus und Wasser, Video
Redaktion: 5 Sterne Sommer

Bibelstelle Johannes 5,1-16

Zielgedanke

Jesus sieht die Not, aber er übergeht uns nicht und wendet sich uns zu. Leben ohne Gott ist noch schlimmer als alles körperliche Leiden.

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Anspiel

Personen:

  • Erzähler
  • Jesus
  • Josia (K/G)
  • Ruben (AJ1)
  • Aaron (AJ2)

Requisiten:

  • Strandmatte
  • Säulenhintergrund
  • Wasserhintergrund
  • Tempelhintergrund
  • Verkleidungen für die Personen


Erzähler tritt auf, stellt sich an den Rand, räuspert sich

Erzähler:       Heute ist Sabbat, der heilige Tag Gottes. Sowas wie euer Sonntag. Wir sind in Jerusalem, genauer gesagt am Teich Bethesda. Dort waren kranke und Menschen mit körperlichen Behinderungen auf. Dem Wasser wird heilende Wirkung zugesprochen. Man denkt, wenn sich das Wasser bewegt, wird der Erste, der das Wasser berührt, geheilt. Menschen mit einer Gehbehinderung sind dabei besonders benachteiligt. Wie z.B. Josia. Hier liegt er…

Josia liegt auf einer Strandmatte. Er schaut verzweifelt und spricht zu sich selbst.

Josia:             Ich schaffe es einfach nicht. Immer wenn sich das Wasser rührt, bin ich der letzte der am Wasser ankommt. Keiner hilft mir. Ich will das wirklich nicht mehr. Es ist einfach unfair. Warum gibt es nicht eine Liste in die man sich eintragen kann und dann kommt man immer in dieser Reihe dran. Och. Wenn es das nur gäbe. In 38 Jahren wäre ich bestimmt schon mindestens fünfmal dran gekommen.

Schwenk auf Jesus der umhergeht und sich umschaut im Hintergrund spricht Josia pantomimisch weiter. Jesus sieht Josia und geht auf ihn zu und hört wie er immer wieder sagt.

Josia:             Schon 38 Jahre. Schon 38 Jahre. So eine Liste wäre jetzt wirklich gut. Wäre schon lange gut. …

Jesus kniet sich zu Josia hin.

Jesus:            Bist du schon 38 Jahre hier.

Josia schaut verdutzt auf.

Josia:             Was? – Ja, ich bin schon 38 Jahre hier. Man könnte sagen fast ein mein Leben lang. 38 Jahre und ich stecke immer noch hier fest. Komme einfach nicht weg vom Fleck, wenn es Zeit wäre.

Jesus:            Das ist wirklich eine lange Zeit. Du warst schon hier, da war ich noch nicht geboren. Sag mir, wie ist es hier?

Josia:             Dies ist ein Ort der Hoffnung an dem Menschen geheilt werden. Oder so ein Ort sollte es sein.

Jesus:            Sollte es sein?

Josia:             Ja, sollte es sein. Aber für mich ist es das einfach nicht mehr. Ich habe keine Hoffnung mehr jemals geheilt zu werden. Niemals werde ich früh genug am Teich sein, wenn er sich rührt.

Jesus:            Wie kann ich dir helfen?

Josia:             Oh, wenn du dich auch für eine Liste einsetzen würdest. Eine Liste nach der man in den Teich darf, wenn man dran ist. Am besten nach Dauer, die man schon hier wartet. Das wäre eine große Hilfe. Dann hätte auch ich eine Chance.

Jesus:            Du willst in den Teich um gesund zu werden?

Josia:             Ja, das ist für mich die einzige Möglichkeit, sonst hilft nichts mehr. Klar will ich gesundwerden.

Jesus:            Also willst du nicht in den Teich, sondern gesund sein.

Josia:             Das ist für mich mittlerweile das gleiche.

Jesus:            Du willst gesund sein. Dann steh auf, nimm deine Matte und geh.

Josia fast an seine Beine und schaut überrascht. Dann bewegt er erst das eine Bein und dann das andere. Zaghaft richtet er sich auf und steht irgendwann. Jesus erhebt sich auch und lächelt ihn an. Josia springt vor Freude in die Luft. Dann fällt ihm ein, dass er ja sein Matte nehmen soll. Also rollt er sie schnell zusammen und klemmt sie unter den Arm du geht herum.

Jesus sieht ihm lächelnd nach und tritt ab.

Ruben tritt auf und sieht Josia mit der Matte herumlaufen. Er geht direkt auf ihn zu und hält ihn mit ausgestreckter Hand an.

Ruben:          Was tust du hier?

Josia:             Ich gehe!

Ruben:          Das sehe ich, aber du trägst auch deine Matte.

Josia:             Ja, ist das nicht fantastisch?

Ruben:          Nein, bei weitem nicht. Weißt du nicht welcher Tag heute ist?

Kurze Pause. Josia schaut verdutzt.

Ruben:          Heute ist Sabbat. Was du tust ist verboten. Heute ist keine Arbeit erlaubt. Also nichts herumtragen.

Josia:             Aber der, der mich geheilt hat. Der mich wieder gehen ließ, der sagte: Nimm deine Matte und geh.

Ruben:          Wer war das?

Josia schaut sich um und sieht Jesus aber nicht.

Josia:             Keine Ahnung. Ich sehe ihn nicht mehr.

Alle treten ab. Der Erzähler tritt auf.

Erzähler:       Das ist eine seltsame Geschichte. Aber seht, was kurze Zeit später im Tempel geschehen ist.

Jesus tritt im Tempel von der einen Seite auf und K/G von der anderen. Sie treffen sich.

Jesus:            Gut, dass ich dich sehe.

Josia:             Oh ja, ich wollte dir noch so sehr danken. Wie heißt du eigentlich?

Jesus:            Jesus und gern geschehen, aber hör mir zu: Du bist jetzt gesund und kannst wieder laufen. Das ist sehr gut. Aber pass auf. Es gibt noch viel Schlimmeres als krank am Teich Bethesda zu liegen.

Josia:             Du weißt nicht wovon du redest. Es gibt wirklich nichts Schlimmeres.

Jesus:            Oh doch. Es ist viel schlimmer, wenn du Gott vergisst, wenn du ohne ihn lebst. Und wenn du deshalb dir und andern und auch Gott weh tust. Oder wie andere sagen, wenn du sündigst. So ein Leben ist schlimmer. Deshalb vergiss nicht mit Gott zu leben.

Josia lässt sich das schweigend durch den Kopf gehen und Jesus tritt ab.

Ruben und Aaron laufen über den Sabbat diskutierend an Josia vorbei. Der hält die beiden an.

Josia:             Wartet. Ihr wolltet doch wissen, wer mir sagte, dass ich heute aufstehen und mit meiner Matte gehen soll.

Ruben:          Ja. Das wollte ich wissen.

Josia:             Ich weiß es jetzt. Wisst ihr, er hat mir geholfen. Ganz ohne Liste.

Aaron:           Ist das der von dem du erzählt hast?

Ruben:          Ja, genau der.

Aaron:           Dann will ich das auch wissen. Ich will wissen, wer sowas am Sabbat sagt und macht.

Josia:             Ich habe ihn eben nochmal getroffen. Er heißt Jesus. Und wie ich schon sagte, er brauchte gar keine Liste.

Aarom:          Was für eine Liste? – Ach. Ist ja auch egal. Von dem habe ich schon gehört. Wenn wir den erwischen. Der kann sein blaues Wunder erleben. Heilen am Sabbat ist auch nicht erlaubt. Der soll sich gefälligst mal an Gott halten.

Ruben:          Danke für den Hinweis. Komm vielleicht ist er hier ja noch irgendwo. Dann können wir ich zur Rede stellen, wie er sowas am Sabbat tun kann. So ein gottloser Mensch.

Ruben und Aaron treten suchend ab.

Josia:             Ich weiß ja nicht. Er kam mir nicht gottlos vor. Ganz im Gegenteil. Ich würde ihn eher als gottvoll bezeichnen. Einer der ganz nah bei Gott ist. – Ich hoffe ich habe jetzt nichts Schlimmes angerichtet.

Josia tritt ab. Der Erzähler tritt auf.

Erzähler:       So war es letzten Sabbat in Jerusalem.  Ein unglaubliches Ereignis. Nun frage ich euch: Was denkt ihr über diesen Jesus und das was er getan und gesagt hat?

  • Autor / Autorin: 5 Sterne - Kids-Team
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