Weihnachten für alleWeihnachten für alle

Weihnachten für alle

Ideensammlung

Verband: Deutscher EC-Verband
Zeitbedarf: 300 Min. (Vorbereitung: 600 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Familien, Jugendliche (15-19 Jahre), Junge Erwachsene (18+), Studenten, Teens (12-16 Jahre)
Einsatzgebiet: Offenes Angebot
Redaktion: TEC:

Weihnachten, das ist für die meisten das Fest der Familie und Liebe. (Fast) alle fahren über die Festtage zu ihren Angehörigen. Aber was ist mit denen, die keine Familie mehr haben? Die keinen Kontakt mehr haben, weil sie von der Familie „ausgeschlossen“ wurden oder nicht (mehr) in der Lage sind, Kontakt zu halten und deshalb eben nicht „nach Hause“ fahren können? Sollten sie nicht auch ein schönes Weihnachtsfest erleben können und von der Geburt Jesu erfahren, der ihr Leben verändern kann?

Genau deswegen investieren meine Familie und ich unseren Heiligabend in solche Menschen.

Meine Eltern arbeiten seit 1999 beim Blauen Kreuz in einer Suchtkrankeneinrichtung im Schloss Zahren in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wohnen suchtkranke Menschen, von denen viele keine Familie mehr haben und nirgends hinkönnen.

Gerade zu Weihnachten ist das dann besonders schwer, da in den Medien ständig von einem Familienfest geredet wird. Deshalb haben meine Eltern beschlossen, jedes Jahr an Heiligabend den Dienst zu übernehmen und mit den Männern und Frauen Weihnachten zu feiern. Schon früh am Morgen geht es los mit den Vorbereitungen für das festliche Essen am Abend, wo schon einige der Bewohner eingespannt werden und mithelfen. Der große Saal wird festlich geschmückt mit einem Weihnachtsbaum, unter dem auch schon einige Geschenke gelagert sind. Es sind meist Pakete von Verwandten und von der Einrichtung selbst, sodass auch wirklich für jeden eine Kleinigkeit vorhanden ist, sogar unsere eigenen Weihnachtsgeschenke liegen mittendrin.

Und dann ertönt bald die Glocke, die die Bewohner dazu animiert, in den schön geschmückten Raum zu gehen, in dem dann Liedblätter mit Weihnachtsliedern auf den Stühlen verteilt liegen. Manche Jahre ist sogar ein kleines Bühnenbild aufgebaut, welches für ein Krippenspiel dient, das meine vier Geschwister und ich dann vortragen. So hören sie die Botschaft von der Geburt Christi. Dann singen wir noch gemeinsam ein paar Weihnachtslieder, die ich entweder auf dem Klavier oder der Gitarre begleite und meine Schwester auf der Flöte. Jedes Jahr wird natürlich auch die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 vorgelesen. Dieses Jahr hat diesen Punkt meine team_ec-Puppe Miri übernommen. Die Bewohner sind dann jedes Mal sehr ruhig und hören zu. Zum Abschluss gibt es dann meist noch ein Quiz und danach geht es dann los mit dem Essen. Es ist echt eine schöne Atmosphäre und zwischendurch kommt immer wieder jemand zu unserem Tisch und bedankt sich dafür, dass wir uns die Zeit für sie nehmen. Nach dem Essen geht es dann an das Geschenkeauspacken. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie man ihnen eine Freude bereiten kann.

Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, meinen Heiligabend anders zu verbringen, da ich mich nicht daran erinnern kann, jemals etwas anders gemacht zu haben. Für mich gehört es einfach dazu und es steht ja auch schon in der Bibel, dass man sich um die kümmern soll, die nichts haben, denn „ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan“ (Mt 25,40; Elb).

  • Autor / Autorin: Elisa Heldt
  • © Deutscher EC-Verband