Zeit für Veränderung: Die 95 ThesenZeit für Veränderung: Die 95 Thesen

Zeit für Veränderung: Die 95 Thesen

Ideensammlung

Verband: EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Zeitbedarf: 45-60 Min. (Vorbereitung: 5-10 Min.)
Materialart: Ideensammlung
Zielgruppen: Kinder (7-11 Jahre), Kinder/ Pre-Teens (10-13 Jahre)
Einsatzgebiete: Events + Projekte, Gruppenstunde, Schule + Jugendarbeit
Redaktion: Jungscharleiter

Ein Konzept für eine Jungscharstunde, in der die Kinder mit Martin Luther und seinen 95 Thesen bekanntgemacht werden und lernen, wie sie selbst Vorschläge und Änderungen zum Thema Kirche äußern können.


Vorschau:

Zielgedanke:

Sprich Dinge an, die du in deiner Gemeinde/ deiner Gruppe nicht gut findest. Setze dich selbst aktiv für die Veränderungen, die du möchtest, ein. Sei Mitgestalter/ Mitgestalterin.

Vorüberlegung für Mitarbeitende:

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Mit diesem Spruch zieht Johannes Tetzel im Auftrag des Papstes durch das Land. Das Volk wird gepackt in seiner Angst vor der Strafe nach dem Tod. Zahle oder du wirst im Feuer schmoren. Dieser Ablasshandel ist erfolgreich. Die Leute gehen nicht mehr zum Pfarrer, um zu beichten. Sie kaufen sich von ihrer Schuld frei.

In seiner eigenen Biografie hat sich Luthers Bild von Gott gewandelt. Vom strengen Gott, der Menschen bestraft, hin zu einem Gott, der in Jesus den Menschen nahe ist und am Kreuz für ihre Schuld bezahlt hat. Nach der Erkenntnis aus Römer 1,17 („Gott spricht den Menschen gerecht; allein der Glaube zählt.”) schreitet Luther ein und predigt gegen den Ablasshandel. Er verfasst 95 Thesen und schickt diese an Theologieprofessoren und den Mainzer Bischof. Damit will er eine fachliche Diskussion auslösen und Multiplikatoren gegen den Ablasshandel gewinnen. Ob er die Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche genagelt hat, ist nicht erwiesen. Sicher ist aber, dass sie sich schnell verbreitet haben und so zur protestantischen Bewegung führten. Eine Spaltung der Kirche war jedoch nicht Luthers Anliegen (Zum Nachlesen: Die 95 Thesen z. B. unter https://www.ekd.de/glauben/95_thesen.html). Heute sind auch nicht alle Menschen mit der Kirche einverstanden. Einige setzen sich für Veränderungen ein, damit ihre Kirche „in Form“ bleibt. Dazu braucht es Mut, Ideen und Mitstreiter/ Mitstreiterinnen.

Erlebniswelt der Kinder:

In jeder Gemeinde gibt es Dinge, die man zum Guten verändern kann. Kinder haben ein Gespür dafür, ob sie zum Beispiel willkommen sind, ob ihre Bedürfnisse ernst genommen werden und ob sie beteiligt werden. Die schlimmste Kritik, die ein Kind geben kann, ist, nicht mehr in der Gruppe zu erscheinen. Mit Erzählung und Austausch sollen die Kinder ermutigt werden, Dinge anzusprechen, die man aus ihrer Sicht verändern könnte. Gleichzeitig braucht es Leute, die Veränderungen umsetzen. Kinder können hier selbst aktiv werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Einstieg:

Spiel „Fester Standpunkt“: Die Kinder stellen sich im Raum verteilt immer zu zweit gegenüber auf. Die beiden Partner sollten ungefähr von gleicher Kraft und Größe sein. Der Abstand beträgt ca. eine Armlänge. Die Kinder legen die Handflächen aneinander und heben ein Bein vom Boden. Auf ein Zeichen des Mitarbeitenden wird versucht, das Gegenüber aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das wird mehrfach wiederholt.

Übergang: In der Geschichte geht es heute auch um ein „Kräftemessen“. Dieser Konflikt führte zu einer großen Veränderung der Kirche.

Erzählung:

Mitten in der Stadt steht ein Mönch. Er schreit, er ruft. Die Leute sind neugierig und gehen zu diesem Mann hin. Er heißt Johannes Tetzel und verkauft im Namen des Papstes Briefe. Sie heißen „Ablassbriefe“. Darin steht: „Gott vergibt Dir alle deine …

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  • Autor / Autorin: Antje Metzger
  • © EJW - evangelisches Jugendwerk in Württemberg