Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen. (Jes 44,3 L)
Bei einer Israelreise haben wir in der Wüste Juda das seltene Schauspiel eines heftigen Gewitterregens miterlebt. Plötzlich war die Luft klar, der Staub im Wasser gebunden und als wir am nächsten Morgen aus dem Beduinenzelt krochen, lag über dem Wüstenboden in der Morgensonne ein grüner Schimmer. Wo am Tag vorher noch Dürre herrschte, gingen zaghaft winzige Pflänzchen auf.
Jesaja redet in eine politisch und geistlich gesehen dürre Zeit hinein. Jerusalem ist zerstört, ein großer Teil Israels lebt in der Verbannung in Babylon und diejenigen, die geblieben sind, fristen mühsam ihr Leben. Nach 39 Kapiteln der Klage über die Zerstörung der Stadt und die Abkehr des Volkes von Gottes Weisungen wendet sich das Blatt. Die schwierigen Zustände sind nicht die Endstation ihrer Hoffnung.
Gott selbst wird einen Neuanfang möglich machen. In der Verheißung geht es nicht allein um die Veränderung der Lebensumstände. Vielmehr geht es um eine Erneuerung des inneren Menschen. Gottes Geist als schöpferische Kraft wird das Denken, die Herzen, die Gemüter verwandeln. Dadurch wächst eine erneuerte Gottesbeziehung.
Im ersten Vers des 44. Kapitels redet Gott von Israel als dem Knecht Jakob und Israel, den „ich erwählt habe“. Er erinnert das Volk daran, dass es sich ihm und seiner schöpferischen Liebe verdankt, er sie in den Schwierigkeiten nicht allein gelassen hat und nicht verlassen wird.
Wie oft denken wir in schweren Zeiten, dass wir von Gott verlassen sind. Wir finden keine Antworten auf unsere Fragen, stochern im Nebel unserer Selbsterklärungsversuche und sehen um uns herum nur Leid und Tod. Diese Zeiten können lange dauern. Israel hat erfahren, dass die Zeit des Exils zu Ende ging und Gott seine Verheißung eingelöst hat. Das will er auch für uns heute tun.
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. (Hebr 4,9 L)
„Wohlgeformt. Gutaussehend. Ohne Smartphone-Abhängigkeit.“ Als ich an einem Freitagmorgen unsere Lokalzeitung überfliege, stolpere ich über die Kontaktanzeige einer jungen Frau auf Partnersuche. Dass die Unbekannte ausgerechnet digitale Selbstbeherrschung zu ihren zentralen Wesensmerkmalen zählt, überrascht mich einerseits. Andererseits leuchtet es mir sofort ein: Heutzutage empfinden viele das Smartphone trotz seiner Vorzüge als eine ständige Ruhestörung, der sie sich nicht entziehen können.
Wie sehr mich mein Smartphone ablenkt und in Anspannung versetzt, merke ich erst, wenn ich es bewusst für eine längere Zeit ausschalte. Obwohl ich mich nach weniger Stress, weniger Terminen und Anforderungen sehne, kann es dennoch schwerfallen, die ungewohnte Ruhe auszuhalten. Denn plötzlich bin ich mir selbst, meinen Emotionen, meinen Sorgen und meiner Scham schonungslos ausgeliefert. Das kann schmerzhaft sein.
Die Ruhe, von der im Hebräerbrief die Rede ist, meint mehr als ein äußerliches Fehlen von Lärm und Ablenkung. Sie meint einen himmlischen Zustand vollkommenen Friedens, der am Ende aller Zeiten auf das Volk Gottes wartet. Egal, wie laut meine Schuld und mein Bedauern in mir auch schreien mögen – es gibt Hoffnung!
Das griechische Wort, das Luther hier mit „Ruhe“ übersetzt, lautet sabbatismos. Mit dem Sabbat stellt die Bibel eine geistliche Übung vor, die diesem endzeitlichen Friedenszustand vorweggreift.
In unserer schnelllebigen Zeit mag der Sabbat unsinnig erscheinen. Dass er gerade heute in einer für viele so normal gewordenen Hektik seine heilsame Kraft umso mehr entfalten kann, erlebt nur, wer es mutig ausprobiert. Und das tut nicht nur mir selbst, sondern auch meinen Beziehungen gut.
Nehmt Euch als Gruppe oder als Einzelperson einen medienfreien Tag vor. Wie ging es euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Ich war tot und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit habe und habe die Schüssel des Todes und der Hölle. (Off 1,18 L)
In solchen Situationen merkt man, wie wichtig der Schlüssel ist. Wir sprechen auch von Schlüsselmomenten, Schlüsselbegriffen und Schlüsselstellen – all diese Worte weisen auf etwas hin, das wichtig und entscheidend ist. Wer den Schlüssel hat, hat’s in der Hand.
Jesus sagt, dass er den Schlüssel des Todes und der Hölle hat. Das heißt: Er hat Macht über mein Leben und meinen Tod. Er hat auch mein Leben nach dem Tod in seiner Hand. Wenn ich auf ihn vertraue, brauche ich keine Angst vor dem Tod und dem „Danach“ zu haben – wie gut. Wer zu Jesus gehört, wird die Ewigkeit mit ihm verbringen. Das sind gute Aussichten.
Jesus hat sich dem Tod gestellt und ist auferstanden. Das schenkt mir Trost in schweren Zeiten, weil Jesus das Leid kennt und den Tod überwunden hat. Das vertreibt meine Angst, weil er größer ist als alles, was mich in Not bringt. Jesus lebt ewig. Er teilt dieses ewige Leben mit mir und mit dir. Wenn wir uns an ihn halten, sind wir gehalten – heute und in Ewigkeit. Weil wir darauf vertrauen, dass unsere Zukunft in seinen Händen liegt, können wir heute hoffnungsvoll aus und mit der Perspektive Ewigkeit leben. Wofür brauchst du gerade Hoffnung?
Zum Nachdenken:
Welche Story mit einem Schlüssel fällt dir ein? Erinnerst du dich z. B. an eine Geschichte mit einem verlorenen oder vergessenen Schlüssel?
Ein Mädchen aus meiner Jugendstadtteilarbeit postet von sich ein Selfie auf Facebook. Es gibt einige Komplimente, Küsschen und Likes, für die sie sich bedankt. Doch plötzlich erscheint ein Kommentar, der mich zusammenzucken lässt. „Du fettes Walross!”, schreibt ein Junge, gefolgt von drei lachenden Smileys. Das Mädchen reagiert nicht darauf, auch nicht mehr auf die folgenden Kommentare, die wahlweise den Jungen beschimpfen oder ihr Komplimente machen. Der kurze „Hurra”-Höhenflug, die lieben Worte und Komplimente, das schöne Gefühl – zerstört mit nur drei Worten. Leider ist es in unserer Zeit sehr beliebt geworden, sich zu „bashen” oder zu „dissen”, vor allem in den sozialen Netzwerken.
Nicht immer muss es so krass sein. Fakt ist jedoch, dass es viele Komplimente und Ereignisse braucht, damit wir uns wieder gut fühlen. Wie gut ist es da, wenn wir Freunde haben, die uns ein Hurra ins Gesicht sagen, die uns zeigen, dass wir wertvoll sind, wenn wir mal wieder an uns zweifeln, wenn wir auf das Schlechte starren, wenn uns erneut jemand verletzt hat.
Wir brauchen Ermutigung, Lob und tröstende Worte. In Sprüche 16,24 steht: „Freundliche Worte sind wie Honig: süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper” (GNB). Die Bibel spricht oft davon, wie wichtig gute Worte sind. Jesus benutzt immer wieder gute Worte, um uns zu ermutigen und uns zu sagen, dass wir wertvoll sind (Vergleiche dazu Mt 6,25-33). Daneben braucht es aber unsere Bereitschaft, Gutes, seien es Worte oder Taten, anzunehmen.
Was es für Auswirkungen haben kann, wenn wir uns darauf einlassen, beschreibt Bosse sehr gut in seinem Lied. Das hört sich einfach an, gehört aber zu unseren größten Herausforderungen. Denn haben uns Worte erst einmal verletzt und stecken wir in unseren Gedanken fest, ist es schwer zu uns durchzudringen. Warum nehmen wir es uns so zu Herzen, wenn teilweise fremde Menschen uns beleidigen oder einen Spruch reindrücken? Die Person, die uns verletzt hat, denkt darüber nicht mehr nach, aus den Augen aus dem Sinn, während wir immer wieder durchspulen: „Bin ich wirklich dick? Ein Versager? Ein Opfer?” Fatal ist daran, dass wir nicht merken, wie wir dabei anderen erlauben, mit dummen Aussagen oder Kommentaren unseren Wert zu bestimmen und Einfluss auf unsere Gefühle zu nehmen.
Erlauben wir auf der anderen Seite auch, dass man uns aufbauen, ermutigen und unsere Gedanken korrigieren darf? Gott ist der, der am besten und tiefgehend in jedes Leben immer wieder ein „Hurra” rufen will. Ein „Hurra”, weil wir wertvoll sind (Mt 6,26), ein „Hurra”, dass er uns liebt mit einer Liebe, die kein Ende hat (Jer 31,3), ein „Hurra”, dass wir kein Irrtum, sondern gewollt sind (Ps 139,14) und noch viele weitere. Wie tut er das? In seinen Zusagen in der Bibel, die die Wahrheit sind, auch dann, wenn unsere Gefühle etwas anderes sagen, durch Menschen, die uns lieben, und in Gemeinschaft mit anderen, die auch eine Beziehung zu Jesus leben.
Wem wirst du in Zukunft erlauben, deinen Wert zu bestimmen? Was wird es mit dir machen, wenn du ab heute die „Hurras” von Gott und anderen zu dir durchdringen lässt?
Psychologie zu studieren, das war schon immer sein Traum. Er hat sich dafür im Abitur angestrengt, alles für seinen Traum gegeben und sich dann in ganz Deutschland beworben. Doch – es reicht nicht. Nirgends gibt es einen Platz für ihn als Psychologiestudent. Er sitzt verzweifelt am Tisch, als er die nächste Absage öffnet. Spürt Stillstand und Frust.
Sie ist glücklich mit ihrer Familie, die sie liebt. Sie spürt die Urlaubssonne auf ihrer Haut und ist zufrieden. Nach dem Sommerurlaub eine leise Ahnung – dann bekommt der Knoten einen Namen: Krebs. Das Leben wird auf den Kopf gestellt. Sie ist sauer und wütend auf Gott: Wo soll es nur hingehen? Was sich vor Wochen wie Freiheit angefühlt hat, ist auf einmal Angst, pure Enge und Ausweglosigkeit.
In den ersten beiden Zeilen beschreibt Joris genau das: Er steckt fest. Er fühlt sich „mittendrin” und doch „nur dabei”, nichts bewegt sich. Wahrscheinlich kennst du solche Momente aus deinem Leben. Wenn du feststeckst, keinen Ausweg siehst und es weder vor noch zurückgeht. Wenn du irgendwie nur „an” und „aus” bist, funktionierst, aber nicht lebst, wenn du dich bewegst und doch nur auf der Stelle trittst.
In diesem Lied steht Joris am Meer und schaut hinaus: mit all dem, was ihn belastet, mit all dem, was schwer auf seinen Schultern liegt, und mit all dem Frust. Die Bibel berichtet von zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus (vgl. Lk 24,13-35). Sie werden von ähnlichen Gefühlen geplagt, denn Jesus, ihr Lehrer und Freund, wurde gekreuzigt. Und als wäre das nicht genug, wurde sein Leichnam auch noch aus dem Grab gestohlen! Sie wissen nicht mehr weiter. Alles hatten sie auf ihn gesetzt, ihr Leben nach ihm und seinen Ideen ausgerichtet und jetzt ist er tot. Wie soll es für sie nur weitergehen?
Auf dem Weg schließt sich ihnen ein Mann an. Er ist interessiert und fragt nach, wieso die beiden so traurig und frustriert sind. Die Zwei erzählen von der aussichtslosen Situation, von ihrem Frust und ihrer Ausweglosigkeit. Am Abend bitten sie den Fremden, bei ihnen zu bleiben. Beim gemeinsamen Essen erkennen die beiden: Der Fremde ist Jesus! Er war die ganze Zeit bei ihnen, hat sie begleitet und ihren Frust und die Verzweiflung mitgetragen. Ihnen zugehört und sie ermutigt. Nach dieser Begegnung dreht sich für die beiden alles. Sie können voll neuen Mutes durchstarten. „Es riecht nach Neustart.”
Wenn du in deinem Leben ziellos in die Zukunft schaust wie auf das weite Meer und nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll, dann wirf es Jesus hin. Sag ihm, wie es dir geht und was schwer auf deinen Schultern lastet. Jesus ist da und wartet auf dich, er sehnt sich danach, dir einen neuen Weg zu zeigen. Er hört dir zu und er begleitet dich – so wie die Jünger auf ihrem Weg.
Als Joris am Meer steht und ihm der Wind ins Gesicht peitscht, ändert sich etwas. Plötzlich spürt er Rückenwind, öffnet die Augen und erkennt endlich einen neuen Weg. Und dann beginnt er zu rennen. Den Strand entlang – „weil ich jetzt wieder weiß, wer ich bin”. Wenn du mit Jesus unterwegs bist, wird auch für dich der Moment kommen, in dem dir der Wind den Rücken stärkt und du dich aus dem Stillstand heraus auf einen neuen Weg machen kannst.
„Five hundred twenty-five thousand six hundred minutes, five hundred twenty-five thousand moments so dear …” Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten, fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert liebe Momente, diese unfassbar große Zahl scheint als Ohrwurm leicht zu erfassen. Dazu die Melodie, die es einem leichter macht, sich diese Zahl zu merken. Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten – daraus setzt sich ein Jahr zusammen – vorausgesetzt, es ist kein Schaltjahr. Ganz schön viele kleine Momente …
Die Sänger stellen die Frage: In was für einer Einheit misst man ein Jahr? Klar … das geht in Tagen, in Stunden, in Minuten … Aber sind das wirklich Maßstäbe, die einem Jahr in unserem Leben gerecht werden? Die Sänger machen naheliegende, traurige, witzige und ausgefallene Vorschläge: Wie wäre es, ein Jahr in Sonnenaufgängen zu messen? Hast du welche erlebt im letzten Jahr? – Oder in Lachen? Welche Momente fallen dir ein, wo du dich im letzten Jahr vor Lachen nicht mehr halten konntest? – Oder in dem, was einem schwer gefallen ist? Was sind die Schwierigkeiten, die dein letztes Jahr ausgemacht haben? – Oder in den Wahrheiten, die man gelernt hat? Den Tränen, die man vergießen musste? – Oder sogar in der Art, wie man dem Tod begegnet ist? Aber dann bricht immer wieder der Refrain durch: Wie wäre es, dein Jahr in Liebe zu messen? Wie wäre es, Liebe als Maßstab zu nehmen? Liebe? Geht das überhaupt?
Wie würde man das machen? Sich die Momente vor Augen führen, in denen man sich geliebt gefühlt hat? Das ist schon spannend, sich das mal konkret vor Augen zu malen. Was waren das für Augenblicke? Wie sehr haben sie dein letztes Jahr geprägt? Dazu könntest du die Zeiten legen, wo du aus Liebe etwas für andere getan hast. Wo du dazu beigetragen hast, dass jemand anders sagen kann: „Mein Jahr war ein mit Liebe gefülltes Jahr.”
Und vielleicht gibt es sogar Erfahrungen mit Gott, wo du seine Liebe zu dir erlebt hast.
Fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten – wie viele dieser Momente waren mit Liebe gefüllt? Das Verrückte ist: eigentlich alle. Sogar die, in denen du geschlafen hast. Denn der Gott, der dich geschaffen hat, kann gar nicht anders, als dich jede Minute deines Jahres zu lieben. Sogar jede Sekunde – das wären dann einunddreißig Millionen fünfhundertsechsunddreißigtausend. Wow!
Paulus bricht im Römerbrief in Staunen aus, wenn er schreibt: „Nichts Über- oder Unterirdisches und auch nicht irgendetwas anderes, das Gott geschaffen hat. Nichts von alledem kann uns von der Liebe Gottes trennen” (Römer 8,39a BB). Nichts kann uns trennen – keine Sekunde unseres Lebens! Aber vieles kann uns das Bewusstsein dafür nehmen, dass diese Liebe uns minütlich umgibt.
Und trotzdem bleibt die Frage: Wie können wir unser Jahr in Liebe messen? Vielleicht beginnt es damit, sich diese Liebe Gottes ganz bewusst vor Augen zu führen. Durch einen Zettel am Spiegel, eine Erinnerung auf dem Handy oder „Seasons Of Love” in Dauerschleife. Und bei jedem „how about love” will ich denken: Gottes Liebe umgibt mich – fünfhundertfünfundzwanzigtausendsechshundert Minuten im Jahr.
Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? (Jes 43,19 HfA)
Menschen lieben Statistiken – manche mehr, andere weniger. Vor wenigen Wochen erinnerte mich die Zeitung meines Vertrauens daran, dass bereits über ein Vierteljahrhundert des neuen Jahrtausends Geschichte sind. Heute liegen mehr Daten und Diagramme über diese zurückliegenden Jahre vor als je zuvor.
Wenn mir zu Beginn meiner Fortbildung bewusst gewesen wäre, wie viel Mut und Anspannung ich an vielen Lernabenden in den vier Jahren würde aufbringen müssen, hätte ich wohl nicht begonnen. Ich wurde umgarnt von Dozentinnen und Dozenten, die nur mein Bestes wollten. Doch in der Verbindung mit einer anstrengenden Arbeitswoche führte es mich in einsame Momente und Mutlosigkeit in manchen Nächten. Gekämpft habe ich in dieser Zeit nicht allein. Meinen Mitschülerinnen und Mitschülern ging es ebenso. Wir brauchten uns gegenseitig. Besonders dankbar bin ich, dass Familie, Freundinnen, Freunde und Kollegen diese Anstrengung mitgetragen haben.
Ich merke: Mir gelingt in meiner Erzählung nur der maximale Blick zurück. Der Blick auf diese besonderen Schuljahre ergibt in Verbindung mit der Berg- und Talfahrt der Gefühle meine Bilanz. Jesus reicht diese Dimension überhaupt nicht aus. Sein Horizont reicht weiter als meine Sicht. Er lädt zu einem Blick über die jetzige Lebenssituation ein und fordert zur Zuversicht auf. Er möchte mit uns etwas ganz Neues tun. Für fröhliche Momente und schwierige Tage stellt er die Menschen zusammen. Den Plan für unsere Zukunft hat er schon ganz klar vor sich und wundert sich ein bisschen, warum wir zögern.
Gebet zum “Durchschnaufen” in einem schwierigen Moment:
Gott
Ich bin hier
Und du bist hier
Das genügt!
Dann wird es kein einziges Volk mehr geben, das sein Schwert gegen ein anderes richtet. Niemand wird mehr für den Krieg ausgebildet. Jeder wird unter seinem Weinstock sitzen und unter seinem Feigenbaum. Niemand wird ihren Frieden stören! (Mi 4,3-4 BB)
Ein geflügeltes Wort. Als Skulptur verbildlicht, steht es seit 1959 vor dem UNO-Gebäude in New York. Die UdSSR hatte es der UNO zum Geschenk gemacht. In Zeiten der Friedensbewegung zierte dieser Vers Plakate, Sticker und T-Shirts. Wahrscheinlich wussten viele gar nicht, dass es sich um ein Bibelzitat handelt.
Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht noch Krieg in der Ukraine. Viele weitere Kriege auf der Welt schaffen es gar nicht in unsere mediale Aufmerksamkeit. Donald Trump treibt Europa vor sich her und fordert höhere Verteidigungsbudgets. 2 % des Bruttoinlandprodukts sollen es sein. Viele Menschen – auch ich – machen sich große Sorgen.
Wie passen die Zeilen des Propheten Micha dazu? Ist das nicht nur ein abgedroschen klingender, frommer Wunsch? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass kein Volk mehr „sein Schwert gegen ein anderes richten wird“.
Verlockend klingt diese Botschaft von Frieden. Man sitzt friedlich „unter seinem Weinberg und Feigenbaum“ und genießt das Leben. Niemanden stört die Ruhe. Alle können ohne Angst ihrem Alltag nachgehen. Wie schön wäre das! Mir fällt es schwer zu glauben, dass wir das hinbekommen. Nach menschlichen Maßstäben ein unerfüllbares Wunschdenken.
Es wird Realität, wenn Gottes Reich hier auf der Erde anbrechen wird. Wenn seine Herrschaft auf dieser Erde beginnt, endet aller Streit. Dann wird Frieden herrschen. Zwischen den Menschen und zwischen Gott und uns. Das ist Gottes Versprechen an uns.
Gebet: Gott, wir sehnen uns nach einer Welt, in der deine Liebe das letzte Wort hat. Lass Verständnis zwischen den Völkern wachsen. Hilf, dass diese Welt zu einem Ort wird, in dem Menschen in Ruhe leben können.
Zeige uns, was wir heute dazu beitragen können. Amen.
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden wie es recht ist. (Hes 34,16 L)
Und plötzlich ist sie weg! Gerade eben saß Luisa noch im Sandkasten und hat eifrig mit ihren Sandförmchen gespielt. Selbstvergessen war sie mit ihren Spielsachen und dem Sand beschäftigt und hat einen Sandkuchen nach dem anderen gebacken. Dann ein kurzes Gespräch, eine kurze Ablenkung… Und jetzt ist sie nicht mehr da! So schnell kann sie doch gar nicht sein! Sie kann doch gerade erst laufen. Wo könnte sie hingelaufen sein? Was könnte sie entdeckt haben? Beim Gedanken an den nahen Bach kommt Panik auf. Fieberhaft wird nach ihr gesucht.
Manche kennen so eine Situation vermutlich. Vielleicht aus Sicht der Eltern oder ihr habt eine ähnliche Situation selbst als Kind erlebt. Beides ist nicht schön.
Der Bibeltext erzählt davon, wie Gott seine Schäfchen, oder viel mehr seine Kinder, suchen will. Das ganze Kapitel 34 lässt erahnen, dass es ihm dabei ähnlich geht wie Eltern, die ihr Kind verloren haben. So leidenschaftlich und voller Fürsorge sucht Gott nach seinen Kindern, will trösten und verbinden, stärken und behüten.
Er will, dass es ihnen gut geht. Gott bringt zum Ausdruck, dass er mit den Hirten des Volkes Israel nicht zufrieden ist. Darum nimmt er die Sache selbst in die Hand und kümmert sich höchstpersönlich um sein Volk.
Glaubst du, dass Gott mit einem brennenden Herzen und voller Leidenschaft auch auf dein Leben schaut? Dass er sich nichts mehr wünscht, als dich in seiner Nähe zu haben? Dass er im Alltag mit dir gehen will und will, dass dein Leben gelingt? Die gute Nachricht: Du darfst es glauben! Denn Gott selbst hat es gesagt.
Zum Nachdenken: Tauscht euch über den letzten Satz des Bibelverses aus. Was bedeutet es, dass Gott seine Schafe so weidet, wie es recht ist?
Ich bin, der ich bin. (Ex 3,14)
Mose, ein Adoptivsohn der Tochter des Pharaos, war ein gebildeter junger Mann. Doch in seinem Innern blieb er, wer er war: Nachkomme hebräischer Sklaven. Eines Tages schlug ein ägyptischer Aufseher einen seiner hebräischen Brüder. Außer sich tötete Mose ihn und musste fliehen. Im Nirgendwo ist er ein Niemand, ein Fremder.
Eines Tages ein brennender Dornbusch! Mose erstarrt. Neugierig geht er hin. Plötzlich hört er eine Stimme: „Mose!“ Erschrocken antwortet er: „Hier bin ich.“ Wieder diese Stimme: „Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land.“ Haben wir noch eine Ahnung für heilige Orte, wo wir Gottes Nähe spüren? Ich erinnere mich an den Besuch der Krypta in einem romanischen Dom des 12. Jahrhunderts. Eine wunderbare Erfahrung: Gott ist hier.
Gott gibt sich Mose zu erkennen: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Mose ist für Gott nicht der Niemand, der Fremde. Er ist ein Nachkomme Abrahams. Gott fordert ihn auf, zum Pharao zu gehen. Ohne Absicherung. Mose reicht das nicht. Er widerspricht: „Wenn sie mich dann fragen, wie ist sein Name? Was soll ich ihnen sagen?“
Gott geht auf Moses Einwand ein. Er nennt ihm seinen Namen: „Ich bin, der ich bin.“ Ein geheimnisvolles hebräisches Wort, bis heute verschieden übersetzt. Es ist ein Name, der mehr ist. Es ist eine sehr präzise Beschreibung, wer der Gott der Bibel ist. Die vier hebräischen Buchstaben will ich so auslegen: Mose, vertraue mir. Mache dich auf den Weg. Und du wirst erleben, dass ich keine leeren Versprechungen mache. Es wird sich erfüllen, was ich dir sage. Ich bin mit dir. Wage es.
Gebet:
Mein Gott,
ich danke dir, du siehst mich.
Ich war am Boden, du richtest mich auf.
Ich war ohne Mut, du gibst mir eine Aufgabe.
Lass mich Vertrauen finden und Vertrauen schenken. Amen
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